“
Die Liebe und die Arbeit sind die beiden einzigen wahren Dinge in unserem Leben. Sie gehören zusammen, sonst ist es schief. Die Arbeit ist selbst eine Form der Liebe.
Love and work are the only two real things in our lives. They belong together, otherwise it is off. Work is in itself a form of love.
”
”
Marilyn Monroe
“
Wir sind gewohnt dass die Menschen verhöhnen was sie nicht verstehen. (Goethe)—We are used to see that Man mocks what he never comprehends.
”
”
Arthur Conan Doyle (The Sign of Four (Sherlock Holmes, #2))
“
Das Leben ist kein Nullsummenspiel. Es schuldet einem nichts, und die Dinge passieren, wie sie passieren. Manchmal gerecht, so dass alles einen Sinn ergibt, manchmal so ungerecht, dass man an allem zweifelt. Ich zog dem Schicksal die Maske vom Gesicht und fand darunter nur den Zufall.
”
”
Benedict Wells (Vom Ende der Einsamkeit)
“
Es kommt nicht darauf an, wie eine Geschichte anfängt. Auch nicht darauf, wie sie aufhört. Sondern auf das, was dazwischen passiert.
”
”
Walter Moers (Die Stadt der Träumenden Bücher (Zamonien, #4))
“
Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf.
”
”
Daniel Glattauer (Gut gegen Nordwind (Gut gegen Nordwind, #1))
“
Manche von uns haben Lieblingsbücher, die sie nie gelesen haben. Manche sogar welche, die nie geschrieben wurden. Dieses hier ist eines von meinen, und deshalb schreibe ich es auf.
”
”
Kai Meyer
“
Unsere Träume, Unsere Sehnsüchte, und bunten Hoffnungen wollen ernst und wichtig genommen werden.
Wer sie verdrängt, unterdrückt das Beste in sich und wird ein leerer Mensch.
”
”
Friedrich Schiller
“
Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzen kennt und sie dir vorspielt, wenn du sie vergessen hast.
”
”
Albert Einstein
“
Manchmal", sagte sie, "gehen zwei Menschen aneinander vorbei, sehen sich kurz in die Augen, und alles, was bleibt, ist ein Wunsch. Ein Traum von dem, was hätte geschehen können. Und dann gehen sie mit jedem Schritt weiter voneinander fort und von all ihren Träumen.
”
”
Kai Meyer (Arkadien fällt (Arkadien, #3))
“
Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr, der protestierte.
”
”
Martin Niemöller
“
Ich habe keine Angst vor der Zukunft, verstehen Sie? Ich hab nur ein kleines bisschen Angst vor der Gegenwart.
”
”
Benedict Wells (Spinner)
“
Je planmässiger Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall.
”
”
Friedrich Dürrenmatt
“
Einsamkeit ist Unabhängigkeit, ich hatte sie mir gewünscht und mir erworben in langen Jahren. Sie war kalt, o ja, sie war aber auch still, wunderbar still und groß wie der kalte stille Raum, in dem die Sterne sich drehen.
”
”
Hermann Hesse (Steppenwolf)
“
Es gibt Reichtümer, an denen man zugrunde geht, wenn man sie nicht mit anderen teilen kann.
”
”
Michael Ende (Momo)
“
Nie den Mut gehabt, sie zu gewinnen, immer nur die Angst, sie zu verlieren.
”
”
Benedict Wells (Vom Ende der Einsamkeit)
“
Die Neugier ist die mächtigste Antriebskraft im Universum, weil sie die beiden größten Bremskräfte im Universum überwinden kann: die Vernunft und die Angst.
”
”
Walter Moers (The City of Dreaming Books (Zamonia, #4))
“
In tiefen, kalten, hohlen Räumen,
Wo Schatten sich mit Schatten paaren,
Wo alte Bücher Träume träumen,
Von Zeiten, als sie Bäume waren,
Wo Kohle Diamant gebiert,
Man weder Licht noch Gnade kennt,
Dort ist's, wo jener Geist regiert,
Den man den Schattenkönig nennt.
”
”
Walter Moers (The City of Dreaming Books (Zamonia, #4))
“
Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht mehr zurück.
”
”
Theodor Fontane
“
»Eines Tages«, sagte sie, »fange ich Träume ein wie Schmetterlinge.«
»Und dann?«, fragte er.
»Lege ich sie zwischen die Seiten dicker Bücher und presse sie zu Worten.«
»Was, wenn jemand immer nur von dir träumt?«
»Dann sind wir beide vielleicht schon Worte in einem Buch. Zwei Namen zwischen all den anderen.«
”
”
Kai Meyer (Arcadia Awakens (Arcadia, #1))
“
Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell.
”
”
Friedrich Dürrenmatt (Der Besuch der alten Dame / Die Physiker. Erläuterungen und Materialien.)
“
Für Einen
Die Andern sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaube mir: kannst ruhig schlafen,
Ich steure immer wieder her.
Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.
Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern... das ist Wellenspiel,
Du aber bist der Hafen.
”
”
Mascha Kaléko
“
Zum ersten Mal erlebte sie, wie hauchfein die Grenze zwischen Liebe und Hass war. Und es war einfacher, viel einfacher, selbst zu verletzen, als den Schmerz zu spüren.
”
”
Nina Blazon (Faunblut)
“
Es sollte echt ein Wort für dieses Gefühl geben“, sagte sie. „So was wie Euphancholie. Einerseits zerreißt’s dich vor Glück, gleichzeitig bist du schwermütig, weil du weißt, dass du was verlierst oder dieser Augenblick mal vorbei sein wird ... Dass alles mal vorbei sein wird.
”
”
Benedict Wells (Hard Land)
“
Wir sind nicht das, was sie über uns sagen, Saywer. Lass dir das nicht einreden.
”
”
Mona Kasten (Feel Again (Again, #3))
“
Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können.
”
”
Theodor Fontane
“
Aber Menschen brauchen Hoffnung mehr als alles andere. Ohne sterben sie.
”
”
Nina Blazon (Ascheherz)
“
Objektiv gesehen ist der Tod das Beste, was den Menschen passieren konnte. Er zwingt sie, sich dem Leben zu stellen, jede Sekunde davon zu genießen und sich zu verwirklichen. Er ist das einzig richtige Ende, notwendig und ein starker Antrieb.“ Er machte eine Pause. „Subjektiv gesehen ist der Tod natürlich scheiße.
”
”
Benedict Wells (Fast genial)
“
Die Bild-Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun
”
”
Max Goldt
“
Du weißt doch, was ich von der Liebe halte. Wäre sie eine Fahne, ich würde sie erobern oder für sie fallen.
”
”
Else Lasker-Schüler (Mein Herz: Ein Liebesroman mit Bildern und wirklich lebenden Menschen. Mit Zeichnungen der Autorin aus der Ausgabe von 1912)
“
Du bist für diese einfache, bequeme, mit so wenigem zufriedene Welt von heute viel zu anspruchsvoll und hungrig, sie speit dich aus, du hast für sie eine Dimension zu viel. Wer heute leben und seines Lebens froh werden will, der darf kein Mensch sein wie du und ich. Wer statt Gedudel Musik, statt Vergnügen Freude, statt Geld Seele, statt Betrieb echte Arbeit, statt Spielerei echte Leidenschaft verlangt, für den ist diese hübsche Welt hier keine Heimat…
”
”
Hermann Hesse (Steppenwolf)
“
Manchmal war sie sich nicht sicher, wer die größere Macke hatte: der Autor, der sich diesen kranken Mist ausdachte, oder sie, die sie sogar Geld dafür bezahlte, um es sich mit Axtmördern und Psychopathen am Pool gemütlich machen zu können.
”
”
Sebastian Fitzek (Passagier 23)
“
Wenn die Menschen wüssten, was der Tod ist, dann hätten sie keine Angst mehr vor ihm.
”
”
Michael Ende (Momo)
“
Sie litten alle unter der Angst, keine Zeit für alles zu haben, und wussten nicht, dass Zeit haben nichts anderes heißt, als keine Zeit für alles zu haben.
”
”
Robert Musil
“
The great delusion of modernity, is that the laws of nature explain the universe for us. The laws of nature describe the universe, they describe the regularities. But they explain nothing.
[Es ist die große Täuschung der Moderne, dass die Naturgesetze uns die Welt erklären. Die Naturgesetze beschreiben die Welt, sie beschreiben die Gesetzmäßigkeiten. Aber sie erklären uns nichts.]
”
”
Ludwig Wittgenstein
“
Wenn die Intelligenten einen schlechten Charakter haben, so zeigt sich das, und wenn sie keinen schlechten Charakter haben, dann sind sie so leicht auszurechnen wie Quadratwurzeln.
”
”
Richard Bachman (Rage)
“
Ich konnte all die Juden in dieser Welt zu zerstören, aber ich lasse ein wenig drehte-on,so können Sie herausfinden, warum ich sie getötet...
”
”
Adolf Hitler
“
²Bereit für das nächste Abenteuer, Prinzessin?"
"Bereit, wenn du es bist", sagte sie leise.
”
”
Kerstin Gier (Ruby Red (Precious Stone Trilogy, #1))
“
Manche Bücher müssen gekostet werden,
manche verschlingt man,
nur einige wenige kaut man
und verdaut sie ganz.
”
”
Cornelia Funke (Inkheart (Inkworld, #1))
“
Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn
”
”
J.R.R. Tolkien (The Lord of the Rings (The Lord of the Rings, #1-3))
“
Sie hätten dich niemals finden dürfen, mi corazón.
”
”
Lynn Raven (Blutbraut)
“
Gerlinda! Erhalten Sie auf der Bühne jetzt!
”
”
Wendy Higgins (Sweet Evil (Sweet, #1))
“
Träume und Märchen waren ihr eigentlicher Lebensinhalt, dachte ich jetzt. Deshalb hat sie sich auch umgebracht, dachte ich, weil ein Mensch, der nur Träume und Märchen sich zu seinem Lebensinhalt gemacht hat, in dieser Welt nicht überleben kann, nicht überleben darf, dachte ich.
”
”
Thomas Bernhard (Woodcutters)
“
Manchmal wurden einem Dinge erst bewusst, sobald man davon erzählte. Behielt man Dinge für sich, konnte man sie schöndenken, verzerren oder gar verdrängen. Doch sprach man sie aus, dann stand die Wahrheit unwiderruflich im Raum. Lachte einem ins Gesicht und schrie einem entgegen, was man nicht wahrhaben wollte.
”
”
Carina Bartsch (Kirschroter Sommer (Kirschroter Sommer, #1))
“
Firnis lächelte gütig. "Bücher sind lebendige Wesen", sagte er, "und wenn man ganz in sie eintaucht, dann erwachen sie zum Leben. Und wie die Gedanken, so bekommen auch die Buchstaben Flügel verliehen. Sie lösen sich vom Papier und flattern im Raum herum.
”
”
Christoph Marzi (Das Geheimnis der singenden Stadt (Malfuria, #1))
“
Sie pflegten mir Angst zu machen, und sie machen mir immer noch Angst, aber jetzt langweilen Sie mich auch noch, und ich habe mich entschlossen, das nicht mehr hinzunehmen
”
”
Richard Bachman (Rage)
“
Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.
”
”
Erich Fried
“
Aber ich habe sie gehabt, ich habe das Herz gefühlt, die große Seele, in deren Gegenwart ich mir schien mehr zu sein, als ich war, weil ich alles war, was ich sein konnte.
”
”
Johann Wolfgang von Goethe (Die Leiden des jungen Werther)
“
Nicht die haben Bücher recht lieb, welche sie unberührt in den Schränken aufheben, sondern die, die sie Tag und Nacht in den Händen halten.
”
”
Erasmus
“
Es kann sehr verführerisch sein, die Realität zu ignorieren, wenn sie nervt und hässlich ist und uns fertigmacht, aber auf Dauer geht das nicht gut aus.
”
”
Margarete Stokowski (Untenrum frei)
“
Augen sind Hände, die man lebenslang nicht wäscht; so behalten sie die schmutzige Gewohnheit, alles anzurühren.
”
”
Robert Musil (Die Schwärmer)
“
Bücher liebten jeden, der sie aufschlug, schenkten Geborgenheit und Freundschaft und verlangten nichts dafür, gingen nie fort, niemals, selbst dann nicht, wenn man sie schlecht behandelte.
”
”
Cornelia Funke (Inkheart (Inkworld, #1))
“
Es ist eine gefährliche Sache, aus deiner Tür hinaus zu gehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.
”
”
J.R.R. Tolkien (The Fellowship of the Ring (The Lord of the Rings, #1))
“
Bücher erschaffen kannst du noch nicht", sagte der Schattenkönig, "aber umbringen kannst du sie schon. Bist du sicher, daß du nicht lieber Kritiker werden möchtest?
”
”
Walter Moers (The City of Dreaming Books (Zamonia, #4))
“
Bibliothèque Nationale. Ich sitze und lese einen Dichter. Es sind viele Leute im Saal, aber man spürt sie nicht. Sie sind in den Büchern. Manchmal bewegen sie sich in den Blättern, wie Menschen, die schlafen und sich umwenden zwischen zwei Träumen.
”
”
Rainer Maria Rilke
“
Niemand kennt mich hier, dachte sie. Und niemand weiß, dass ich hier bin! Sie empfand diese Anonymität wie ein sonderbares, stürmisches Glück, das Glück, einem Glück entkommenzu sein, auf kurze Zeit oder für immer.
”
”
Erich Maria Remarque (Heaven Has No Favorites)
“
Seit Urzeiten ist Fantasy das beliebteste aller Genres. Fantasy-Autoren der zweiten großen Welle wie Johannes, Lukas, Markus und Mel Gibson haben zum Beispiel selbst heute noch fanatische Fans, die ganze Passagen auswendig kennen und sich regelmäßig in mittelalterlichen Gebäuden zu Conventions treffen, bei denen sie sich gegenseitig ihre Lieblingsstellen vorlesen und absurde Rituale aus den Bücher nachspielen. Totale Nerds. (Anm. des Kängurus)
”
”
Marc-Uwe Kling (Die Känguru-Offenbarung (Die Känguru-Chroniken, #3))
“
Wären wir Narben, dann wären unsere Erinnerungen die Fäden, die uns zusammenhalten. Du kannst sie nicht zerschneiden. Wenn du das tust, dann reißt es dich entzwei."
"Aber meine Erinnerungen tun so weh", sagte sie, "Ich will vergessen. So vieles einfach vergessen."
"Wie soll das gehen? Alles, was dir im Leben geschehen ist, geschieht auch heute noch. Was einmal begonnen hat, endet nicht. Da oben in deinem Kopf, da endet es nie.
”
”
Kai Meyer (Arkadien fällt (Arkadien, #3))
“
Glück malt man mit Punkten, Unglück mit Strichen", sagte sie. "Du musst, wenn du unser Glück beschreiben willst, ganz viele kleine Punkte machen wie Seurat. Und dass es Glück war, wird man erst aus der Distanz sehen.
”
”
Peter Stamm (Agnes)
“
Drum lest mit Maß, doch lest genug,
Dann wird's euch wohl ergehen.
Bloß Bücher fressen macht nicht klug.
Man muss sie auch verstehen.
”
”
Mascha Kaléko
“
Sie sagten, dass einem niemand das Zuhause nehmen kann, wenn man in sich selbst zu Hause ist. Und dass man alles in sich trägt, was man braucht, um überall glücklich zu sein.
”
”
Kerstin Gier (Wolkenschloss)
“
Vom Schatten eines Hauchs geboren
Wir wandeln in Verlassenheit
Und sind im Ewigen verloren,
Gleich Opfern unwissend, wozu sie geweiht.
”
”
Georg Trakl
“
Die Welt ist gierig, und manchmal verschlingt sie kleine Kinder mit Haut und Haaren.
”
”
Christoph Marzi (Lycidas (Uralte Metropole, #1))
“
Ich bilde schon lange keine Meinungen mehr. Ich sage Dinge, weil sie besser klingen als andere, die ich ebenfalls hätte sagen können.
”
”
Juli Zeh (Spieltrieb)
“
Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.
”
”
Bertolt Brecht (Galileo)
“
Ich muss Sie darauf hinweisen, dass Sie im Augenblick bis zur Hüfte in der Scheiße stecken und dass die Scheiße immer tiefer wird. Und ich nehme nicht an, dass Sie schwimmen können.
”
”
Richard Bachman
“
Weißt du, die Leute lügen, wenn sie sagen, nichts sei so stark wie die Liebe. Das ist eine der größten und gemeinsten Lügen überhaupt. Liebe ist nicht stark. Sie ist so verletzlich wie nur irgendwas. Und wenn wir nicht achtgeben, dann zerbricht sie wie Glas."
"Aber du liebst ihn noch immer. Sogar heute noch."
"Und, hilft mir das weiter? Macht mich das stärker?" Sie schüttelte den Kopf. "Es tut nur weh, das ist alles. Es tut furchtbar weh, jeden Tag und jede Nacht. Es ist auch nicht wahr, dass die Zeit alle Wunden heilt. Sie macht es schlimmer. Die Zeit macht es immer nur noch schlimmer.
”
”
Kai Meyer (Arkadien brennt (Arkadien, #2))
“
Warum bedauern wir Leute, die nicht reisen können? Weil sie sich, indem sie sich äußerlich nicht ausbreiten können, auch innerlich nicht auszudehnen vermögen, sie können sich nicht vervielfältigen, und so ist ihnen die Möglichkeit genommen, weitläufige Ausflüge in sich selbst zu unternehmen und zu entdecken, wer und was anderes sie auch hätten werden können.
”
”
Pascal Mercier
“
...sie würden Christus persönlich überfallen, um ein Pfund Salami zu ergattern.
”
”
Richard Bachman (The Running Man)
“
Sie würden ihm helfen, ihn heilen. Arzneien und Ärzte. Eine Änderung der Einstellung.
Dann Frieden.
Seine Streitsüchtigkeit würde wie Unkraut aus ihm herausgejätet werden.
”
”
Richard Bachman (The Running Man)
“
Verrücktheiten können ganz normal sein, solange man sie selbst tut; beobachtet man einen anderen dabei, rümpft man die Nase, dreht sich rasch um und geht davon.
”
”
Kai Meyer (Die Fließende Königin (Merle-Trilogie, #1))
“
Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.
”
”
Orson Welles
“
Denn sie, die uns das himmlische Feuer leihen, die Götter, schenken heiliges Leid uns auch.
”
”
Friedrich Hölderlin
“
W polowie drogi mojego zywota posrod ciemnego znalazlem sie lasu. Las ten co gorsza byl zielony.
”
”
Witold Gombrowicz
“
Nie odzywaj sie, chyba ze mozesz ulepszyc cisze.
- "Pulpecja
”
”
Małgorzata Musierowicz
“
Sie verließen ein Land, das sie nicht verlassen wollten, um in ein Land zu ziehen, das sie nicht wollte.
”
”
Tahsim Durgun (»Mama, bitte lern Deutsch«: Unser Eingliederungsversuch in eine geschlossene Gesellschaft)
“
Du wirst zurückkehren zu diesen Jahren, doch betreten wirst du sie nie mehr ...
Jugend ist der Ort, den du verlassen hast.
”
”
Benedict Wells (Hard Land)
“
Und es herrschte Totenstille im Raum", flüsterte Xemerius vom Kronleuchter. "Alle Augen ruhten auf dem Mädchen in der pissgelben Bluse..."
Argh, er hatte recht. Ich ärgerte mich, dass ich mich vorhin nicht noch schnell geduscht und umgezogen hatte -- die Blöde Schuluniform war so ziemlich das am wenigsten Kleidsame, das ich besaß. Aber wer hätte auch ahnen können, dass ich heute Abend noch mal Besuch bekommen würde? Und zwar Besuch, bei dem mir mein Aussehen wichtig war?
"Hi", sagte Gideon und lächelte zum ersten Mal, seit er den Raum betreten hatte.
Ich lechelte verlegen zurück. "Hi, Gollum."
Gideons Lächeln vertiefte sich.
Selbst die Schatten an den Wänden verstummten, während die beiden einander anschauten, als hätten sie sich gerade auf ein Pupskissen gesetzt", sagte Xemerius und flatterte vom Kronleuchter hinter uns her. "Romantische Geigenmusik setzte ein, dann taperten sie nebeneinander her, das Mädchen mit der pissgelben Bluse und der Junge, der dringend Mal wieder zum Friseur müsste.
”
”
Kerstin Gier (Smaragdgrün (Edelstein-Trilogie, #3))
“
Ein Rezensent kommt mir manchmal vor wie der Mann, der eine Wolke beobachtet und ihr übelnimmt, daß sie nicht die Gestalt des Kamels angenommen hat, das er jeden Tag im Spiegel sieht.
”
”
Arno Schmidt
“
Nun, es gibt noch etwas anderes, an das ich glaube, William. Ich glaube, was ich sehe. Aus dem Grund bin ich ein relativ reicher Mann. Vor allem aber bin ich deshalb auch ein lebendiger Mann. Die meisten Menschen glauben einfach nicht, was sie sehen.
”
”
Richard Bachman
“
Das Problem mit Fremdsprachen [...], wenn man sie nicht zumindest stiefmuttersprachlich beherrschte, war, dass man immer nur sagt, was man sagen kann, und nicht, was man sagen will. Die Differenz ist das Niemandsland zwischen den Grenzen der Welt.
”
”
Robert Menasse (Die Hauptstadt)
“
Die Art, wie sie ihre Ordner fest im Arm hielt, ihre zielstrebigen Schritte, das vorgereckte Kinn. Sie sah aus, als würde sie in einen Kampf ziehen.
”
”
Mona Kasten (Save Me (Maxton Hall, #1))
“
Wer den Normen entspricht, kann es sich leisten zu verzweifeln, dass es sie gibt.
”
”
Carolin Emcke (Wie wir begehren)
“
Herr Kafka, essen Sie keine Eier." (As one and only piece of dialog K recalls from his meeting with Rudolf Steiner - "Mr. Kafka don't eat eggs.
”
”
Franz Kafka (Diaries of Franz Kafka 1914-1923)
“
Die Wandlung der Gesellschaft ist nicht so wichtig; sie wird sich natürlich und zwangsläufig ergeben, wenn der Mensch die innere Wandlung vollzogen hat.
”
”
J. Krishnamurti
“
Denn Hoffnung ist nichts anderes als eine Scherbe im Fuß, hatte sie irgendwo einmal gelesen, die ewig schmerzt, bis man sie endlich herauszieht.
”
”
Sebastian Fitzek (Abgeschnitten (Paul Herzfeld, #3))
“
Sie hatten Angst vor dem Abschied, und zugleich versetzte sein Bevorstehen sie in eigentümliche Leichtigkeit. Sie waren nicht mehr im gemeinsamen und noch nicht im eigenen Leben, sie waren im Niemandsland.
”
”
Bernhard Schlink
“
Voll Blüten steht der Pfirsichbaum
nicht jede wächst zur Frucht
sie schimmern hell wie Rosenschaum
durch Blau und Wolkenflucht.
Wie Blüten geh'n Gedanken auf
hundert an jedem Tag --
lass' blühen, lass' dem Ding den Lauf
frag' nicht nach dem Ertrag!
Es muss auch Spiel und Unschuld sein
und Blütenüberfluss
sonst wär' die Welt uns viel zu klein
und Leben kein Genuss.
”
”
Hermann Hesse (Bäume: Betrachtungen und Gedichte)
“
Man mag noch so viel über die beliebte Dreiecksthematik des Theaters schimpfen; zwei Personen alleine auf der Bühne, was sollen sie tun, als sich totdiskutieren oder insgeheim nach dem Dritten sehnen.
”
”
Günter Grass (The Tin Drum)
“
Nur Momo konnte so lange warten und verstand was er sagte. Sie wußte, daß er sich so viel Zeit nahm, um niemals etwas Unwahres zu sagen. Denn nach seiner Meinung kam alles Unglück der Welt von den vielen Lügen, den absichtlichen, aber auch den unabsichtlichen, die nur aus Eile oder Ungenauigkeit entstehen.
”
”
Michael Ende (Momo)
“
Eine Depression ist, wenn all deine Gefühle im Rollstuhl sitzen. Sie haben keine Arme mehr und es ist leider auch gerade niemand zum Schieben da. Womöglich sind auch noch die Reifen platt. Macht sehr müde.
”
”
Andreas Steinhöfel (Rico, Oskar und die Tieferschatten)
“
Die Sprache ist das Haus des Seins. In ihrer Behausung wohnt der Mensch. Die Denkenden und Dichtenden sind die Wächter dieser Behausung. Ihr Wachen ist das Vollbringen der Offenbarkeit des Seins, insofern sie diese durch ihr Sagen zur Sprache bringen und in der Sprache aufbewahren.
”
”
Martin Heidegger (Letter on Humanism)
“
Ich bin Parker." Er fand es höflich, das zu erwähnen, aber sie sah ihn an, als hätte er eine Flagge mit der Ausschrift Volltrottel gehisst.
”
”
Kai Meyer (Asche und Phönix)
“
Ich glaube, ich habe gelächelt. Trotzdem sagte sie: »Wir können nicht die Vergangenheit des anderen besitzen, Jan Olav. Die Frage ist, ob wir eine gemeinsame Zukunft haben.«
”
”
Jostein Gaarder (The Orange Girl)
“
Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise verschweigt sie.
”
”
Wilhelm Busch
“
Ich habe so viel, und die Empfindung an ihr verschlingt alles; ich habe so viel, und ohne sie wird mir alles zu Nichts.
”
”
Johann Wolfgang von Goethe (The Sorrows of Young Werther)
“
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben, das ist der Weisheit letzter Schluß: nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß.
”
”
Johann Wolfgang von Goethe (Faust, First Part)
“
Sind sie vorbestraft? Du lieber Himmel ich wußte gar nicht, dass das immer noch nötig ist." Britischer Witz über die Einreise nach Australien
”
”
Eric Idle (Die Reise zum Mars : Roman)
“
Ist eine Lehre zur Satzung erstarrt, hat sie geendet.
”
”
Lao Tzu
“
Am Ausgang des Universums musste ein Schild stehen: Bitte verlassen Sie den Raum so, wie sie ihn vorfinden möchten.
”
”
Juli Zeh (Spieltrieb)
“
Charakter, das ist eine Zeitfrage. Er hält soundso lange, genau wie ein Handschuh. Es gibt gute, die halten lange. Aber sie halten nicht ewig.
”
”
Bertolt Brecht (Fear and Misery of the Third Reich)
“
Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind,
wir sehen sie so, wie wir sind.
”
”
Anaïs Nin
“
Vielleicht haben Bücher einen geheimen Instinkt, der sie den idealen Lesern zuführt. Wie wunderbar, wenn es so wäre.
”
”
Mary Ann Shaffer (The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society)
“
Laufen? Auch kein Erfolg. Die Waldnymphen, die mich unterrichten sollten, sausten mir sofort davon. Sie meinten, ich solle mir darüber nicht den Kopf zerbrechen. Sie hätten Jahrhunderte Übung darin, vor liebeskranken Göttern wegzurennen. Aber trotzdem fand ich es ein wenig demütigend, langsamer zu sein als ein Baum.
”
”
Rick Riordan (The Lightning Thief (Percy Jackson and the Olympians, #1))
“
In Wahrheit sind all diese Nihilisten und Zyniker Schisser. Sie tun so, als wäre alles bedeutungslos, denn dann gibt es am Ende auch nichts zu verlieren. Ihre Haltung scheint unangreifbar und überlegen, aber sie ist im Innern auch nichts wert.
”
”
Benedict Wells (Vom Ende der Einsamkeit)
“
Sie hatte noch niemanden erlebt, der einen nicht... es war schwer zu sagen... der einen nicht in Besitz nahm. Und dem man trotzdem nicht gleichgültig war. Jemand, der nichts von einem wollte, was man nicht freiwillig gab.
”
”
Ewald Arenz (Alte Sorten)
“
Nauczmy sie widziec te piekna zaiste potwornosc, a nie zamazujmy jej starannie za psie pieniadze, w dodatku jakimis specjalnie fabrykowanymi w tym celu gowienkami, produktami naszych ZDUPIALYCH MOZGOW.
”
”
Stanisław Ignacy Witkiewicz
“
Wir spüren die Kälte, aber sie macht uns nichts aus, denn sie schadet uns nicht. Wenn wir uns gegen die Kälte warm anziehen würden, könnten wir andere Dinge nicht mehr spüren, das Kribbeln der Sterne oder die Musik des Mondlichtes auf der Haut. Dafür lohnt es sich, die Kälte zu ertragen.
”
”
Philip Pullman (The Golden Compass (His Dark Materials, #1))
“
Aber sie halten es für eine Legende!'
'Weil sie es dafür halten wollen. Vielleicht würden sich manche Märchen und Mythen als wahr herausstellen, wenn nur jemand den Mut aufbrächte, in einem Brunnen nach einer goldenen Kugel zu suchen oder die Dornenhecke vor einem Schloss zu zerschneiden.
”
”
Kai Meyer (Die Fließende Königin (Merle-Trilogie, #1))
“
Ich hatte das gefühl, er hat in der Vergangenheit gelebt, eingeschlossen in seinen Erinnerungen, ganz für sich, für seine Bücher und in ihnen drin, wie ein Luxusgefangener."
Sie sagen das, als beneiden sie ihn."
Es gibt schlimmere Gefängnisse als Worte, Daniel.
”
”
Carlos Ruiz Zafón (The Shadow of the Wind (The Cemetery of Forgotten Books, #1))
“
Niemand schien zu merken, daß er, indem er Zeit sparte, in Wirklichkeit etwas ganz anderes sparte. Keiner wollte wahr haben, daß sein Leben immer ärmer, immer gleichförmiger und immer kälter wurde. [...] Aber Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. Und je mehr die Menschen daran sparten, desto weniger hatten sie.
”
”
Michael Ende
“
Man sagte den Priestern Soltars nach,dass sie auf ewig das letzte Wort behielten. Nur die Priester sahen es angeblich anders ... und widersprachen dem Gerücht.
”
”
Richard Schwartz (Der Inquisitor von Askir (Die Götterkriege, #5))
“
Abenteuer kann man doch nicht planen wie Ballett oder so was. Die warten um die Ecke und - zack! - plötzlich sind sie da!
”
”
Cornelia Funke (Die Wilden Hühner (Die Wilden Hühner, #1))
“
Doch manche Dinge kann man nicht durch Nachdenken ergründen, man muß sie erfahren.
”
”
Michael Ende (The Neverending Story)
“
Sie war irgendwie irgendwer irgendwo dazwischen.
”
”
Christoph Marzi (Die wundersame Geschichte der Faye Archer)
“
Aber wie sich herausgestellt hatte, haben alle Menschen eines gemeinsam: Sie suchen sich die Fehler selbst aus, die sie begehen wollen.
”
”
Lilly Lindner (Da vorne wartet die Zeit)
“
Mutti, ich fühle mich so alt", sagte sie und weinte. "Ich fühle mich beinahe wie sechzehn.
”
”
Astrid Lindgren (Kalle Blomquist lebt gefährlich)
“
Wenn die Menschen wüssten, was der Tod ist, dann hätten sie keine Angst mehr vor ihm. Und wenn sie keine Angst mehr hätten, könnte keiner ihnen ihre Lebenszeit stehlen.
”
”
Michael Ende (Momo)
“
Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf.
”
”
Kurt Tucholsky (Sprache ist eine Waffe: Sprachglossen)
“
»Sie haben Freunde.«
»Wir haben Bücher.«
”
”
Kai Meyer (Die Seiten der Welt (Die Seiten der Welt, #1))
“
»Hat dich jemand gesehen?«, fragte sie.
»Ich hab jeden erschossen, der mir auf der Straße begegnet ist.«
»Gut so.«
”
”
Kai Meyer (Arkadien fällt (Arkadien, #3))
“
Erinnerungen sind lebendige Wesen, die oftmals schweigen und dann, meist aus einer unbändigen Lauen heraus, zu reden beginnen, als hätten sie niemals zu schweigen gelernt.
”
”
Christoph Marzi (Fabula (Fabula, #1))
“
Ich hatte immer Angst, nie wieder lieben zu können; jetzt habe ich Angst, auf ewig lieben zu müssen. Dabei habe ich sie noch nicht einmal geküsst.
”
”
Frédéric Beigbeder (L'Égoïste romantique)
“
schlafen die kleinen Scheiben des Todes, wie ich verachte sie" which means sleep those tiny slices of death how i despise them
”
”
Wolfgang Amadeus Mozart
“
Kylie wurde es flau im Magen vor Angst. Als sie den ersten Schritt über die Türschwelle machte, schien sie zu spüren, dass sich ihr Leben für immer verändern würde.
”
”
C.C. Hunter (Born at Midnight (Shadow Falls, #1))
“
Das Leben hat a priori keinen Sinn. Ehe Sie leben, ist das Leben nichts; es liegt bei Ihnen, ihm einen Sinn zu verleihen, und der Wert ist nichts anderes als der Sinn, den Sie wählen.
”
”
Jean-Paul Sartre
“
Sie dachte noch an Unkes Maske, als sie einschlief, und im Halbschlaf fragte sie sich, ob nicht jedermann bisweilen eine Maske trug.
Eine Maske der Freude, eine Maske der Trauer, eine Maske der Gleichgültigkeit.
Eine Maske aus Ihr-seht-mich-nicht.
”
”
Kai Meyer (Die Fließende Königin (Merle-Trilogie, #1))
“
Aber irgendwann hörte die Erinnerung an sie auf, mich zu begleiten. Sie blieb zurück, wie eine Stadt zurückbleibt, wenn der Zug weiterfährt. Sie ist da, irgendwo hinter einem, und man könnte hinfahren und sich ihrer versichern. Aber warum sollte man.
”
”
Bernhard Schlink (Der Vorleser. Erläuterungen und Dokumente)
“
Aufgrund meiner philologischen Studien bin ich überzeugt, dass ein begabter Mensch Englisch (außer Schreibung und Aussprache) in dreißig Stunden, Französisch in dreißig Tagen und Deutsch in dreißig Jahren lernen kann. Es liegt daher auf der Hand, dass die letztgenannte Sprache zurechtgestutzt und repariert werden sollte. Falls sie so bleibt wie sie ist, sollte sie sanft und ehrerbietig zu den toten Sprachen gestellt werden, denn nur die Toten haben genügend Zeit, sie zu lernen.
”
”
Mark Twain
“
Jede Propaganda hat volkstümlich zu sein und hat sich auf das Verständnis der am wenigsten intelligente dieser Platz, den sie zu erreichen sucht which means All propaganda has to be popular and has to accommodate itself to the comprehension of the least intelligent of those whom it seeks to reach.
”
”
Adolf Hitler
“
Das einzige, das mir in diesen Jahren Halt gab, waren ein halbes Dutzend Bücher, die ich stahl und mit denen ich immer wieder der Realität entfloh. Ich wurde nicht müde, in ihnen zu lesen, sie mir auch selbst laut vorzulesen, bis mir die Figuren zwischen den Buchdeckeln lieb und vertraut wie Freunde wurden.
”
”
Sylvie Grohne (Die Nacht in uns)
“
Das habe ich gelernt: Liebe ist ein Wort, das du nur mit blutroter Tinte schreiben solltest. Liebe treibt dich dazu, die seltsamsten Dinge zu tun. Sie lässt dich regenbogenfarbene Bonbons verteilen, sie lässt dich in roten Schuhen durch die Straßen tanzen, und sie schreckt nicht davor zurück, dich nachts mit blutenden Händen Gräber in paradiesische Gärten hacken zu lassen. Liebe schlägt dir tiefe Wunden, aber auf eine ihr eigene Art heilt sie auch deine Narben, vorausgesetzt, du vertraust ihr und gibst ihr die Zeit dazu. Meine Narben werde ich nicht anrühren. Ich werde neue Wunden davontragen, noch ehe die alten verheilt sind, und ich werde anderen Menschen Wunden zufügen. Jeder von uns trägt ein Messer." (S.456f.)
”
”
Andreas Steinhöfel
“
Spencer atmete ruckartig aus. "Ich unterdrücke gerade mit aller Kraft den Impuls, dich zu erwürgen"
Swayer lachte auf "Ja, genau. Du mich. Weil ich ja auch diejenige bin, die sie wie eine Aussätzige behandelt.
”
”
Mona Kasten (Trust Again (Again, #2))
“
Mich nervt, dass wir alle drei offenbar auf unsere Männer warten. Drei Frauen sitzen in einem Haus und warten auf ihre Männer, weil sie ohne ihre Männer handlungsunfähig sind. Das ist nicht zeitgemäß und sehr unemanzipiert. Es ist mir zu edwardesk.
”
”
Bettina Belitz (Dornenkuss (Splitterherz, #3))
“
Ich habe mir Gedanken gemacht," sagte Herr Grün. "Obwohl man das ja eigentlich gar nicht so sagen kann. Man macht sich keine Gedanken. Sie machen sich selber. Fressen sich durch den Kopf wie Holzwürmer durchs Holz.
”
”
Charles Lewinsky
“
Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.
”
”
Arthur Schopenhauer (Aphorismen zur Lebensweisheit: Bereicherte Ausgabe. Parerga und Paralipomena (German Edition))
“
Es ist ein einförmig Ding um das Menschengeschlecht. Die meisten verarbeiten ihre Zeit, um zu leben, und das bißchen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, dass sie alle Mittel aufsuchen, um es los zu sein
”
”
Johann Wolfgang von Goethe (Die Leiden des jungen Werthers / Die Wahlverwandtschaften)
“
Verzweifelt hatte er sie gefragt, wie sie sich so sicher sein konnte, dass sie ihn nicht liebte. Ihre Worte darauf hatten ihm das Herz aus dem Leib geschnitten. »Weil ich dich nie vermisst habe, nachdem du gegangen warst.«
”
”
Bernhard Hennen (Der Verfluchte (Die Chroniken von Azuhr, #1))
“
Einerseits geben Wörter Sinn, andererseits sind sie tauglich, Unsinn zu stiften. Wörter können heilsam oder verletzend sein. Das Wort als Waffe. Sich spreizende, auftrumpfende, mit Bedeutung gemästete Wörter. Manche sind Zungenbrecher, andere lassen erkennen, verschleiern, leugnen ab, decken zu oder auf. Oft liegen winzige Wahrheiten unter Wortlawinen begraben. Aus Wortstreit entspringen Schimpfwörter. Flüche, Beschwörungen, Zaubersprüche bannen, rufen herbei, lassen wahre Wunder geschehen.
”
”
Günter Grass (Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung)
“
Es macht mich wahnsinnig, wie sie in ihrem Essen stochert. Am liebsten würde ich ihr die Kartoffeln gabelweise in den Mund schaufeln. Deshalb haben wir Probleme, weil ich Gewaltfantasien von Zwangsfütterung habe. (Hardin über Tessa)
”
”
Anna Todd (After We Collided (After, #2))
“
Sie töten so gerne Tiere, weil es unter Strafe steht, Menschen umzubringen, und weil sie doch so gerne auslöschen, am liebsten sich. Wie die Augen blind werden, im Augenblick des Übergangs von einem beseelten Lebewesen zu einem Fleisch. Seele. Das Wort für den Herzschlag.
”
”
Sibylle Berg (Vielen Dank für das Leben)
“
Wenn eine Gesellschaft vor ihrer literarischen Kultur keine Achtung mehr hat, wenn die Achtung nicht so beschaffen ist, daß sie es als achtenswert empfindet, über diese Kultur einigermaßen Bescheid zu wissen, wenn sie also das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit - ihre Unbildung - nicht mehr als bedauerlichen Mangel empfindet, der nur durch die Bildung einer kulturellen Elite kompensiert werden kann, dann ist nichts mehr zu machen.
”
”
Jan Philipp Reemtsma
“
Das Lesen war weder Arbeit noch Hobby, es folgte keinem bestimmten Interesse. Lesen war ein Zustand, in dem die Zeit verstrich, weil sie nicht anders konnte, während Adas Verstand in Nahrung eingelegt wurde, so dass seine hektische Gier in ein gleichmäßiges Einsaugen und Verwerten überging.
”
”
Juli Zeh (Spieltrieb)
“
Sie liebten sich beide, doch keiner
Wollt es dem andern gestehn;
Sie sahen sich an so feindlich,
Und wollten vor Liebe vergehn.
Sie trennten sich endlich und sahn sich
Nur noch zuweilen im Traum;
Sie waren längst gestorben,
Und wußten es selber kaum.
”
”
Heinrich Heine (Das Buch der Lieder)
“
Kinder sind Wachs in den Händen der Welt. Offene Bücher mit leeren Seiten, die von uns Erwachsenen beschrieben werden. Was in den ersten Kapiteln steht, kriegst du den Rest deines Lebens nicht mehr aus der Wäsche. [...] Dort schrieb sie ins uns: Seid stark und wehrt euch. Wer euch verletzt, dem tut doppelt weh oder geht aus dem Weg, aber lasst euch nie vorschreiben, wie ihr zu leben habt. Ich liebe euch wie ihr seid.
”
”
Andreas Steinhöfel (Die Mitte der Welt)
“
So ist er, der ewige Teufelskreis. Wir achten alle nicht genug aufeinander. Wir lassen uns zu schnell von abwinkenden Händen und schiefem Grinsen und schlechten Witzen überreden, dass alles in Ordnung ist. Und glauben, dass alles in Ordnung ist. Bis irgendwann die Seele ihre fünfzehn Minuten Ruhm einfordert, und dann geht nichts mehr. Denn die Seele will mehr als den kleinen Finger. Sie will alles. Und bekommt alles.
”
”
Sarah Kuttner (Mängelexemplar)
“
Weil ich sage: Deutschland den Deutschen und den brauchbaren Ausländern? Deshalb bin ich schon ein Rassist?'
Er wendet sich an mich. 'Sie als Deutscher, denken Sie dasselbe über mich?'
'Äh. Nein', sage ich. 'Für mich sind Sie eher wie der tragische Held in Sophokles' bekanntestem Theaterstück.'
Kurz schweigt der Mann.
'So. Ach. Hm. Nun ja', sagt er dann. 'Genau. Ein tragischer Held. So sehe ich mich auch manchmal. Na gut.'
Er stempelt ein Fragezeichen in den Pass des Kängurus.
'Dann gehen Sie mal. Aber nehmen Sie bitte ihr Maskottchen mit.'
'König Ödipus', flüstert das Känguru, als ich die Tür des Büros hinter mir zuziehe. 'Chapeau! Du hast ihn gerade auf extremst subtile einen Motherfucker genannt, Alter!
”
”
Marc-Uwe Kling
“
Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat.
Das ist die Lehre, das ist das Fazit dessen, was uns 1933 widerfuhr. Das ist der Schluss, den wir aus unseren Erfahrungen ziehen müssen, und es ist der Schluss meiner Rede. Drohende Diktaturen lassen sich nur bekämpfen, ehe sie die Macht übernommen haben.
”
”
Erich Kästner (Über das Verbrennen von Büchern)
“
Es gibt nur eine Art und Weise, eine andere Kultur zu verstehen. Sie zu leben. In sie einzuziehen, darum zu bitten, als Gast geduldet zu werden, die Sprache zu lernen. Irgendwann kommt dann vielleicht das Verständnis. Es wird dann immer wortlos sein. In dem Moment, in dem man das Fremde begreift, verliert man den Drang, es zu erklären. Ein Phänomen erklären heißt, sich davon entfernen.
”
”
Peter Høeg (Smilla's Sense of Snow)
“
Der sympathische, aber sentimentale Mann, der das Lied vom seligen Kinde singt, möchte ebenfalls zur Natur, zur Unschuld, zu den Anfängen zurück und hat ganz vergessen, dass die Kinder keineswegs selig sind, dass sie vieler Konflikte, dass sie vieler Zwiespaeltigkeiten, dass sie aller Leiden fähig sind.
”
”
Hermann Hesse (Steppenwolf)
“
Hier kommt nun meine Theorie, warum die Menschen die Erde beherrschen und nicht die Pferde", fährt es fort.
"Gelangen Pferde nämlich zu einem Bewusstsein, kommt ihnen natürlich erst mal das große Kotzen über die Welt, und die Pferde sterben, weil sie kotzen müssen, es aber ja nicht können. Das ist der simple Grund, warum sie folglich niemals zu einem Bewusstsein ihrer selbst gelangen können, warum sie niemals denken werden und warum sie folglich niemals ihren rechtmäßigen Platz an der Spitze der Schöpfung einnehmen, sondern weiterhin nur als lebende Dekoration bei den Karl-May-Festspielen im Sauerland dienen werden. Auf ewig beherrscht von einer Abnormität der Natur, einer fatalen Mutation der Schimpansen-DNA, einem kranken Tier: dem Menschen.
”
”
Marc-Uwe Kling
“
Ich sitze und lese einen Dichter. Es sind viele Leute im Saal, aber man spürt sie nicht. Sie sind in den Büchern. Manchmal bewegen sie sich in den Blättern, wie Menschen, die schlafen und sich umwenden zwischen zwei Träumen. Ach, wie gut ist es doch, unter lesenden Menschen zu sein. Warum ist es nicht immer so?
”
”
Rainer Maria Rilke
“
„Wenn du ein Buch auf eine Reise mitnimmst“, hatte Mo gesagt, als er ihr das erste in die Kiste gelegt hatte, „dann geschieht etwas Seltsames: Das Buch wird anfangen, deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst du wieder dort sein, wo du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Wörtern wird alles zurückkommen: die Bilder, die Gerüche, das Eis, das du beim Lesen gegessen hast… Glaub mir, Bücher sind wie Fliegenpapier. An nichts haften Erinnerungen so gut wie an bedruckten Seiten.“
Vermutlich hatte er damit Recht. Doch Meggie nahm ihre Bücher noch aus einem anderen Grund auf jede Reise mit. Sie waren ihr Zuhause in der Fremde – vertraute Stimmen, Freunde, die sich nie mit ihr stritten, kluge, mächtige Freunde, verwegen und mit allen Wassern der Welt gewaschen, weit gereist, abenteuererprobt.
”
”
Cornelia Funke (Inkheart (Inkworld, #1))
“
Dreizehn Mann saßen auf einem Sarg,
Ho! Ho! Ho! - und ein Fass voller Rum.
Sie soffen drei Tage, der Schnaps war stark,
Ho! Ho! Ho! - und ein Fass voller Rum.
Sie liebten das Meer und den Schnaps und das Gold.
Ho! Ho! Ho! - und ein Fass voller Rum.
Bis einst alle dreizehn der Teufel holt,
Ho! Ho! Ho! - und ein Fass voller Rum.
”
”
Michael Ende (Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer)
“
Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.
”
”
Franz Kafka
“
Let your beauty manifest itself
without talking and calculation.
You are silent. It says for you: I am.
And comes in meaning thousandfold,
comes at long last over everyone.
(Gieb deine Schönheit immer hin
ohne Rechnen und Reden.
Du schweigst. Sie sagt für dich: Ich bin.
Und kommt in tausendfachem Sinn,
kommt endlich über jeden.)
”
”
Rainer Maria Rilke (The Book of Images)
“
Du, dem ich's nicht sage, daß ich bei Nacht weinend liege, dessen Wesen mich müde macht wie eine Wiege. Du, der mir nicht sagt, wenn er wacht meinetwillen: wie, wenn wir diese Pracht ohne zu stillen in uns ertrügen? Sieh Dir die Liebenden an, wenn erst das Bekennen begann, wie bald sie lügen.
”
”
Rainer Maria Rilke
“
Es gibt eine Art von Zauberei, die man mühsam erlernen muß: Das ist die, wie sie im Koraktor steht, Zeichen für Zeichen und Formel um Formel. Und dann gibt es eine, die wächst einem aus der Tiefe des Herzens zu: aus der Sorge um jemanden, den man lieb hat. Ich weiß, daß das schwer zu begreifen ist - aber du solltest darauf vertrauen, Krabat.
”
”
Otfried Preußler
“
Die meisten Lügen sind wahr und spinnen sich von ganz allein, kaum jemand kannte diese Wahrheit besser als Colin Darcy. Wenn man erst einmal der Melodie der Worte zu lauschen beginnt, dann pfeift man sie bald selbst. Und wenn Lügen wie kunstvolle Lieder sind, dann gehörte Helen Darcy, Colins Mutter, zu jenem seltenen Menschenschlag, der allzeit eine beschwingte Melodie auf den Lippen trägt.
”
”
Christoph Marzi (Fabula (Fabula, #1))
“
und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.
”
”
Rainer Maria Rilke (Letters to a Young Poet)
“
Wie rau der Morgen war. So weiß, so kühl gegen das sanfte Violett der Nacht; so harsch und bloß nach den reich gekleideten Träumen. So unnachsichtig klar, wie Glassplitter auf der nackten Haut, wenn sie noch weich und verwundbar war unter den Laken. So herzzerreißend licht, wenn man sterben musste.
”
”
Lilach Mer (Der siebte Schwan)
“
There you are," Hale told his mother when he found her.
"Oh, darling, do you know Michael Calloway? His mother is the event chair. We've just been arguing over whether he is going to let me outbid him for this gorgeous antique clock," Mrs. Hale said, but her son didn't care.
"Sorry," Hale told the man in the tux with the small bits of sweat gathering at his brow. "I need her," he said, pulling his mother from the table and toward the bank of elevators on the far sie of the room, the ones that appeared to be operational.
"Mom, I need you to come with me,"
"But, darling," the woman protested, "its Swiss!"
The elevator dinged and Hale pushed her inside it. "Sorry, Dad will meet you downstairs.
”
”
Ally Carter (Double Crossed: A Spies and Thieves Story (Gallagher Girls, #5.5; Heist Society, #2.5))
“
Immerhin kommen mir die meisten Wege schon irgendwie bekannt vor. Aber eigentlich ist es ja gar nicht unsere Bestimmung, die Wege zu kennen. Es ist gerade unsere Bestimmung, sie nicht zu kennen. Wir kommen nicht auf die Welt, um Antworten zu finden, sondern um Fragen zu stellen. Man tapst sozusagen in einer immerwährenden Dunkelheit herum, und nur mit viel Glück sieht man machmal ein Lichtlein aufflammen. Und nur mit viel Mut oder Beharrlichkeit oder Dummheit oder am besten mit allem zusammen kann man hie und da selber ein Zeichen setzen!
”
”
Robert Seethaler (Der Trafikant)
“
Als die Erde erschaffen wurde, da waren es die Katzen, die als die ersten Lebewesen das Paradies bevölkerten. Und als die Nacht gemalt worden war und die Sterne in grellen Blitzen geboren wurden da verfolgten die Katzen das Schauspiel, und das Licht, das sie sahen, brannte sich auf ewig in ihre Augen. Deshalb können die Katzen im Dunkeln sehen, und deshalb leuchten ihre Augen wie Edelsteine in der Schwärze der Nacht. Es ist das Licht der ersten Sterne, das noch immer in ihnen gefangen ist.
”
”
Christoph Marzi
“
Eine Geschichte, ein Roman, ein Märchen - diese Dinge gleichen den Lebewesen, und vielleicht sind es sogar welche. Sie haben ihren Kopf, ihre Beine, ihren Blutkreislauf und ihren Anzug wie richtige Menschen. Und wenn ihnen die Nase im Gesicht fehlt oder wenn sie zwei verschiedene Schuhe anhaben, merkt man es bei genauem Zusehen.
”
”
Erich Kästner (Emil and the Detectives)
“
Erwachsene erinnern sich nicht daran wie es war, ein Kind zu sein,
auch wenn sie es behaupten.
Sie wissen es nicht mehr. Glaub mir.
Sie haben alles vergessen. Wie viel größer ihnen die Welt damals erschien.
Das es mühsam sein konnte, auf einen Stuhl zu klettern. Wie fühlte es sich an, immer hoch zu blicken?
Vergessen. Sie wissen es nicht mehr. Du wirst es auch vergessen. Manchmal reden Erwachsene davon, wie schön es war, ein King zu sein. Sie träumen sogar davon, wieder eins zu sein. Doch was haben sie geträumt als sie Kinder waren?
Weißt du es? Ich glaube sie träumten davon, endlich erwachsen zu sein.
”
”
Cornelia Funke
“
Nein, die Schule hat keinen bestimmenden Einfluss auf meine Entwicklung gehabt. Die Schule hat von meinen besonderen Anlagen wohl instinktiv etwas gespürt, sie aber als obstinate Untauglichkeit gewertet und verworfen. Ein Lehrer drohte, zufällig nicht mir, sondern einem anderen Schüler, mit den Worten: "Ich werde dir deine Karriere schon verderben!" Am gleichen Tag las ich bei Storm den Spruch: "Was du immer kannst, zu werden, scheue Arbeit nicht und Wachen, aber hüte deine Seele vor dem Karrieremachen.
”
”
Thomas Mann (Über mich selbst: Autobiographische Schriften)
“
Menschen so zu bezeichnen, wie sie bezechnet werden wollen, ist keine Frage von Höflichkeit, auch kein Symbol politischer Korrektheit oder einer progressiven Haltung - es ist einfach eine Frage menschlichen Anstands. Ich verzichte darauf, andere trotz ihres Widerspruchs anders zu bennenen, als sie es wünschen. Ich verzichte darauf, ihre Perspektive zu unterdrücken, der ich stattdessen Raum gebe.
”
”
Kübra Gümüşay (Sprache und Sein)
“
Geschichten sind die Essenz des Lebens, Apolonia", sagte er, so ernst wie immer, und sie hatte das Gefühl, dass es auf der ganzen Welt keinen gescheiteren Menschen gab. "Menschen kommen und gehen. Aber Geschichten überdauern die Zeit, denn sie sind hier in den Büchern, sie sind wie Schätze eingeschlossen und leben ewig. Du, Apolonia, wirst all das hier erben und nach mir die Bücher kaufen, verkaufen und lieben, die die ganze Schönheit der Welt in sich tragen.
”
”
Jenny-Mai Nuyen (Nocturna - Die Nacht der gestohlenen Schatten)
“
Der Herdeninstinkt schätzt ja überhaupt das Mittlere hoch ein. Er preist es als wertvoll. Sie glauben, sie seien stark, weil sie die Mehrheit bilden. In der mittleren Schicht gibt es keinen Schrecken, keine Furcht. Aneinanderdrängen sie sich um der Illusion von Wärme willen. Mit nichts ist man im Mittleren allein, mit sich selbst schon gar nicht.
”
”
Elfriede Jelinek (The Piano Teacher)
“
Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich am liebsten bei einem Flugzeugabsturz sterben. Aber auf gar keinen Fall im Bett. Vielleicht mit Ines, oder mit Frau Sprengel, auf dem Linienflug nach Südamerika. Das rechte Triebwerk ist mit einem kaum hörbaren Knall explodiert und zieht eine endlose Feuerschleppe hinter sich her, als wir gerade über dem offenen Meer sind. Die Passagiere kreischen, einige ganz Doofe betteln die Stewardess um Fallschirme an. Ich lege meine Lektüre aus der Hand, beuge mich zu Ines, und sage, ich hatte noch gar nicht zu Ende gelesen. Und Ines sagt, gut, dass wir nicht das teure Hotel gebucht haben. Und wir schauen uns an und wissen, dass wir uns verstanden haben in diesem Leben. Durch das kleine runde Fenster rast die Wasseroberfläche auf uns zu, die bei dieser Geschwindigkeit härter ist als Beton, und ich halte Ines fest und flüstere ihr etwas in Ohr, solange ich noch flüstern kann und solange sie noch ein Ohr hat.
”
”
Wolfgang Herrndorf
“
Einerseits wird von Frauen immer wieder gefordert, sich doch bitte zu nehmen, was sie wollen: Jobs, faire Bezahlung, Männer. Andererseits gibt es aber eben das fast schon archetypische Bild der Feministin, die sich viel zu schnell aufregt, hysterisch wird und alles scheiße findet. Mädchen und Frauen sollen wollen und begehren und beanspruchen - aber sie sollen dabei bitte nicht anstrengend werden: ein unauflösbarer Widerspruch.
”
”
Margarete Stokowski (Untenrum frei)
“
Die Unterschiede sind so groß nicht, wir alle sind Schurken und Engel, Dummköpfe und Genies, und zwar das alles in einem: Die vier Dinge finden Platz genug in dem nämlichen Körper, sie sind nicht so breit, als man sich einbildet. Schlafen, Verdauen, Kinder machen - das treiben alle; die übrigen Dinge sind nur Variationen aus verschiedenen Tonarten über das nämliche Thema.
”
”
Georg Büchner (Dantons Tod)
“
Machtgier, Geltungsdrang und Habsucht”, sagte Maurice Micklewhite, “sind die Götter der neuen Zeit. Die Menschen huldigen den Dingen. Sie verehren die Götter der Zivilisation. Sie verkaufen ihre Seelen an die dunklen Träume von Reichtum und Macht. Die alten Götter nannten Tugenden ihr Eigen. Mitgefühl. Warmherzigkeit. Toleranz. Doch glaubt niemand mehr an die alten Götter, die den Menschen einst gezeigt haben, was Menschsein bedeutet.
”
”
Christoph Marzi (Lycidas (Uralte Metropole, #1))
“
Die Abenteuer, in die ich von den entliehenen Büchern entführt wurde, mochten so bunt und so verschieden voneinander sein wie die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, doch sie hatten immer denselben Effekt: Sie umgaben mich wie ein schützender Mantel und verbargen mich so vor den Kleinen Leuten, vor der Welt da draußen. Deshalb liebte ich die Bibliothek. Für mich war sie die Mitte der Welt.
”
”
Andreas Steinhöfel (Die Mitte der Welt)
“
Die Einsamkeit des Künstlers, überhaupt des begabten Menschen, halte ich für unvermeidlich, einerlei, ob einer Glück und Erfolg hat oder nicht. Ebenso begreiflich und im Grund richtig scheint mir, daß der Begabte, der Mensch mit Phantasie, diese Einsamkeit möglichst dissimuliert. Denn so unvermeidlich es ist, daß der Mann mit Talent früher oder später die öde, traurige Beschränktheit des Durchschnittsmenschen bemerkt, so sehr muß er sich gegen diese Einsicht wehren, weil sie am Ende zu einer Lieblosigkeit und Menschenverachtung führen würde, die er auch nicht ertrüge. Aber die große, oft eisige Einsamkeit des Künstlers oder Denkers inmitten der Dutzendmenschen ist, ob verheimlicht oder nicht, immer da, sie ist der Preis, den wir dafür zahlen, daß wir vor jenen manches voraus haben.
”
”
Hermann Hesse
“
Im Geiste rückte Helen noch näher an das Liebespaar heran, obwohl sie längst wusste, wen die andere Helen gerade küsste. Lucas. Er hatte ein Schwert am Gürtel und war seltsam gekleidet. Er trug Sandalen und seien Hände waren mit abgewetzten Lederstreifen, über denen er Bronzehandschuhe trug. Doch es war eindeutig Lucas. Das bewies auch sein Lachen, als die andere Helen ihn mit Küssen überschüttete.
”
”
Josephine Angelini (Goddess (Starcrossed, #3))
“
Mit jedem neuen Tag verliert meine Realität an Wert. Sie ist laut und ohne Ordnung, unvorhersehbar und mühevoll.
Was kann sie denn, die Realität? Hungrig machen, durstig, unzufrieden. Sie verursacht Schmerzen, sie schlägt mit Krankheit um sich, sie gehorcht lächerlichen Gesetzen. Vor allem aber ist sie endlich. Immer führt sie zum Tod.
Was zählt und Kraft hat, sind andere Dinge: Ideen, Leidenschaften, sogar Wahnsinn. Alles, was sich über die Vernunft emporhebt.
Ich entziehe der Realität meine Zustimmung. Ich verweigere ihr meine Mithilfe. Ich verschreibe mich den Verlockungen der Weltenflucht und stürze mich mit ganzem Herzen in die Unendlichkeit des Irrealen.
”
”
Ursula Poznanski (Erebos (Erebos, #1))
“
Es wird nicht möglich sein, die kriegerischen Instinkte in einer einzigen Generation auszurotten. Es wäre nicht einmal wünschenswert, sie gänzlich auszurotten. Die Menschen müssen weiterhin kämpfen, aber nur, wofür zu kämpfen lohnt: und das sind nicht imaginäre Grenzen, Rassenvorurteile oder Bereicherungsgelüste, die sich die Fahne des Patriotismus umhängen. Unsere Waffen seien Waffen des Geistes, nicht Panzer und Geschosse.
”
”
Albert Einstein (Warum Krieg?)
“
Außerdem zeigte sich nach ein paar Jahrzehnten, in denen der Neoliberalismus die vorherrschende Denkart gewesen war, dass seine Behauptungen sehr offensichtlich nicht mit der Realität übereinstimmten. Da lag es nahe, aus der Ideologie eine Religion zu machen, ist es doch eines der hervorstechendsten Merkmale von Religionen, dass sie sehr offensichtlich nicht mit der Realität übereinstimmen. Was der Neoliberalismus verspricht, kann man mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehen. Das muss man schon glauben.
”
”
Marc-Uwe Kling (QualityLand 2.0 (QualityLand, #2))
“
Sie hält nicht, was sie verspricht. Weder ist die ihre eingeschriebene soziale Verpflichtung des Eigentums Wirklichkeit geworden, noch ist jeder Bürger vor dem Gesetz gleich. Als sich nach dem Zerfall des anderen deutschen Staates Aussicht auf Einheit bot, wurde der Schlußartikel des Grundgesetzes, der im Fall möglicher Vereinigung beider Staaten vorschrieb, der gesamtdeutschen Bevölkerung eine neue Verfassung vorzulegen, gebeugt und später getilgt. Und seitdem das Verfassungsrecht auf Asyl beschnitten, nur noch Fragment ist, sind Abschiebehaft und gewaltsames Abschieben von Flüchtlingen tagtägliche Praxis; beschämend nicht nur für jeden, der sich noch immer Verfassungspatriot nennt
”
”
Günter Grass (Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung)
“
It is entirely conceivable that life's splendour forever lies in wait about each one of us in all its fullness, but veiled from our view, deep down, invisible, far off. It is there, though, not hostile, not reluctant, not deaf. If you summon it by the right word, by its right name, it will come. This is the essence of magic, which does not create but summons
Franz Kafka, 18 October 1921
Es ist sehr gut denkbar, dass die Herrlichkeit des Lebes um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereitliegt, aber verhängt, in der Tiefe, unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim richtigen Namen, dann kommt sie. Das ist das Wesen der Zauberei, die nicht schafft, sondern ruft.
Kafkas Tagebücher,18 Oktober 1921
”
”
Franz Kafka (The Diaries of Franz Kafka: 1914-1923)
“
... ich kann kein Volk mir denken, das zerißner wäre, wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Jungenudn gesetzte Leute, aber keine Menschen - ist das nicht wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und Gleider zerstückelt untereinander liegen ... ? Ein jeder treibt das Seine, wirst du sagen, und ich sage es auch. Nur muß er es mit ganzer Seele treiben, muß nicht jede Kraft in sich ersticken, wenn sie nicht gerade sich zu seinem Titel paßt ... und ist er in ein Fach gedrückt, wo gar der Geist nicht leben darf, so stoß ers mit Verachtung weg und lerne pflügen!
”
”
Friedrich Hölderlin
“
Die älteste Sprache, sagt man, sei das Indogermanische, Indo-europäische, das Sanskrit. Aber es ist so gut wie gewiß, daß das ein "Ur" ist, so vorschnell wie manches andere, und daß es eine wieder ältere Muttersprache gegeben hat, welche die Wurzeln der arischen sowohl wie auch der semitischen und chamitischen Mundarten in sich beschloß. Wahrscheinlich ist sie auf Atlantis gesprochen worden, dessen Silhouette die letzte im Fernendunst undeutlich noch sichtbare Vorbirgskulisse der Vergangenheit bildet, das aber selbst wohl kaum die Ur-Heimat des sprechenden Menschen ist.
”
”
Thomas Mann (Joseph and His Brothers)
“
Dr. Kevorkian has just unstrapped me from the gurney after yet another controlled near-death experience. I was lucky enough on this trip to interview none other than the late Adolf Hitler.
I was gratified to learn that he now feels remorse for any actions of his, however indirectly, which might have had anything to do with the violent deaths suffered by thirty-five million people during World War II. He and his mistress Eva Braun, of course, were among those casualties, along with four million other Germans, six million Jews, eighteen million members of the Soviet Union, and so on.
I paid my dues along with everybody else,” he said.
It is his hope that a modest monument, possibly a stone cross, since he was a Christian, will be erected somewhere in his memory, possibly on the grounds of the United Nations headquarters in New York. It should be incised, he said, with his name and dates 1889-1945. Underneath should be a two-word sentence in German: “Entschuldigen Sie.”
Roughly translated into English, this comes out, “I Beg Your Pardon,” or “Excuse Me.
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Kurt Vonnegut Jr. (God Bless You, Dr. Kevorkian)
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Odd, the words: ‘while away the time’.
How to hold it fast the harder thing.
Who is not fearful: where is there a staying,
where in all this is there any being?
Look, as the day slows towards the space
that draws it into dusk: rising became
upstanding, standing a laying down, and then
that which accepts its lying blurs to darkness.
Mountains rest, outgloried be the stars -
but even there, time’s transition glimmers.
Ah, nightly refuged in my wild heart,
roofless, the imperishable lingers.
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Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? -
Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt -
Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.
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Rainer Maria Rilke
“
I am in a chaos of principles—groping in the dark—acting by instinct and not after example. Eight or nine years ago when I came here first, I had a neat stock of fixed opinions, but they dropped away one by one; and the further I get the less sure I am. I doubt if I have anything more for my present rule of life than following inclinations which do me and nobody else any harm, and actually give pleasure to those I love best. There, gentlemen, since you wanted to know how I was getting on, I have told you. Much good may it do you! I cannot explain further here. I perceive there is something wrong somewhere in our social formulas: what it is can only be discovered by men or women with greater insight than mine—if, indeed, they ever discover it—at least in our time.
Gekürzt:
Meine Grundsätze sind in Wirrwarr geraten – ich taste im dunkeln -, handle aus Instinkt und nicht nach Vorbildern. Vor acht oder neun Jahren, […] hatte ich einen schönen Vorrat feststehender Meinungen; aber die sind mir eine nach der andern abhanden gekommen; je älter ich werde , um so weniger sicher bin ich. Eigentlich befolge ich jetzt keine andere Lebensregel, als dass ich Neigungen nachgehe, die weder mir noch sonst jemandem schaden, sondern denen, die ich liebe, wirklich Freude machen. […] Ich spüre, dass etwas in unserem sozialen Gefüge nicht stimmt: aber was es ist, das können nur Männer und Frauen mit besserer Einsicht als ich herausfinden – wenn sie es überhaupt herausfinden können – wenigstens in unserer Zeit.
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Thomas Hardy (Jude: The Shooting Script (Shooting Scripts))
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Stell dir dein Leben vor wie ein großes Haus mit vielen Zimmern, Phil. Einige dieser Zimmer sind leer, andere voller Gerümpel. Manche sind groß und voller Licht und wieder andere sind dunkel, sie verbergen Schrecken und Kummer. Und ab und zu - nur ab und zu, hörst du ? - öffnet sich zu einem dieser schrecklichen Zimmer und du musst hineinsehen, ob du willst oder nicht. Dann bekommst du große Angst, so wie jetzt. Weißt du, was du dann tust?" Ich schüttelte den Kopf. Tereza "Dann denkst du daran, dass es dein Leben ist - dein Haus, mit deinen Zimmer. Du hast die Schlüssel, Phil. Also schließt du die Tür zu diesem schrecklichen Zimmer einfach zu" Phil "Und dann werfe ich den Schlüssel weg" Tereza "Nein, das darfst du nicht tun, niemals! Denn eines Tages spürst du vielleicht, dass nur durch dieses schreckliche Zimmer der Weg in einen größeren, schöneren Teil des Hauses führt. Und dann brauchst du den Schlüssel. Du kannst deine Angst für eine Weile aussperren, aber irgendwann musst du dich ihr stellen" Phil "Wenn ich größer bin?" Tereza "Größer und mutiger, mein Kleiner. Und vielleicht auch nicht mehr allein.
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Andreas Steinhöfel
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The doctor says there are such boys springing up amongst us—boys of a sort unknown in the last generation—the outcome of new views of life. They seem to see all its terrors before they are old enough to have staying power to resist them. He says it is the beginning of the coming universal wish not to live.
Der Arzt sagte, solche Kinder kämen jetzt manchmal vor – Kinder, wie sie die vorige Generation nicht gekannt habe -, das Ergebnis neuer Anschauungen vom Leben. Es ist, als sähen diese Kinder alle seine Schrecknisse, ehe sie alt genug sind, die nötige Widerstandskraft dagegen aufzubringen. Er sagt, es wäre der Anfang des kommenden allgemeinen Wunsches, nicht zu leben.
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Thomas Hardy (Jude: The Shooting Script (Shooting Scripts))
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Irgendwann mal würde ich gern mit ein paar Freunden auf einer kleinen Insel leben, sie müßte ja nicht zu den Bahamas gehören. Vielleicht eine Bar betreiben, nichts Mondänes, ein kühles Plätzchen am Hafen, durchs Fenster kann man die Boote sehen. Vielleicht ein paar Stühle draußen unter der Markise, für die Touristen. Ein Tagesgericht, sonst nur Sandwiches und Drinks, aber die besten der Gegend. Man könnte fischen gehen, ab und zu auf die Nachbarinsel, wo es ein Spielkasino gibt. Jeder macht in aller Ruhe das, was er will. Einmal in der Woche ginge ich mit dem Vizekonsul und dem englischen Romanschriftsteller und dem Schnapsschmuggler ins Bordell, der Geschichten wegen. Ich weiß, du magst keine Geschichten, aber vielleicht brauchst du keine. Erinnerungen sind ja Scheiße, aber Geschichten halten das Leben zusammen. Manchmal, wenn du den großen Horror hast, ist eine gute Geschichte das einzige, was noch hilft.
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Jörg Fauser (The Snowman)
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Schon die Vorbereitungen unserer Eltern auf die Berge hatten uns gegen sie und dadurch gegen die Berge aufgebracht, gegen die frische Luft und gegen die von unseren Eltern ununterbrochen herbeigesehnte Ruhe, die sie in den Bergen zu finden glaubten, aber doch nie als in ihnen, wie wir wissen, gefunden haben; schon wie sie von dem neuerlichen bevorstehenden Hochgebirgsaufenthalt gesprochen haben, wie sie ihre Hochgebirgshabseligkeiten eingepackt und uns mit diesem Einpacken ihrer Hochgebirgshabseligkeiten konfrontiert haben, hatte uns gegen ihre Hochgebirgsabsicht und gegen ihre Hochgebirgsleidenschaft und schließlich gegen ihren Hochgebirgswahnsinn aufgebracht und wir waren von dieser ihrer Hochgebirgsabsicht und -leidenschaft, wie von ihrem Hochgebirgswahnsinn abgestoßen gewesen.
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Thomas Bernhard (Goethe schtirbt: Erzählungen)
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Es ist noch keine zwei Jahre her, da konnte Sylvie auch mit ihrem Armen aufwarten, dem Mann ihrer Putzfrau, der seit Jahren zu Hause saß und keinen Finger rührte, aber alle Tricks kannte, um Kohle vom Staat abzuzocken. Inzwischen hat sie keine Putzfrau mehr, und seit sie selbst alle Schritte unternehmen musste, um Sozialhilfe und andere Zuschüsse zu erhalten, auf die sie ein Anrecht hat, ist sie nie auf die legendären Beträge gekommen, von denen die Reichen beim Abendessen erzählen. Sie ist nicht mehr verschwenderisch, seit jede Rechnung ein Schlag ins Kontor ist. Sie traut sich nicht, auf den Tisch zu schlagen und zu sagen, Herrgott, hört endlich auf, solchen Schwachsinn zu erzählen, versucht ihr mal, Geld vom Staat zu bekommen, geht mal zu euren Armen, euren Faulpelzen... probiert selbst aus, wie einfach es ist, mit weniger als tausend Euro im Monat zurande zu kommen. Aber sie schweigt. Sie, die immer so ein großes Maul hatte, entdeckt die Scham.
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Virginie Despentes (Vernon Subutex 3 (Vernon Subutex, #3))
“
Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben,
Sie hat so lange [von mir nichts]1 vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben.
Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält,
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.
Ich bin gestorben dem [Weltgewimmel]2,
Und ruh' in einem stillen Gebiet.
Ich leb' allein [in mir und meinem]3 Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied.
I am lost to the world
with which I used to waste so much time,
It has heard nothing from me for so long
that it may very well believe that I am dead!
It is of no consequence to me
Whether it thinks me dead;
I cannot deny it,
for I really am dead to the world.
I am dead to the world's tumult,
And I rest in a quiet realm!
I live alone in my heaven,
In my love and in my song.
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Gustav Mahler
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Hören Sie, ich weiß sehr gut, dass ich so klein und unbedeutend bin, dass man eine Lupe braucht, um mich wahrzunehmen. Das war schon immer so. Suchen Sie mich mal auf einem Klassenfoto heraus, das dauert! Ich habe keine Familie, wenn ich jetzt von der Bildfläche verschwinde, gerät niemand in Not. Ich habe keine Freunde, keiner wird trauern, wenn ich nicht mehr da bin. Das weiß ich alles. Trotzdem, es hört sich vielleicht komisch an, aber ich war mit der Welt, wie sie ist, zufrieden. Warum, weiß ich nicht. Vielleicht war ich auch zwei und hab mich köstlich mit mir selbst amüsiert. Ich weiß es nicht. Jedenfalls fühle ich mich in dieser Welt sehr wohl. Vieles darin gefällt mir nicht, und manchen scheine ich nicht zu gefallen, doch anderes gefällt mir, und was mir gefällt, gefällt mir -sehr-. Ob ich der Welt gefalle, ist mir scheißegal. Das ist mein Leben. Ich will nicht woanders hin. Unsterblichkeit brauche ich nicht. Alt werden ist nicht einfach, doch es betrifft mich ja nicht allein. Alle werden alt. Einhörner will ich nicht, ich will auch keinen Zaun!
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Haruki Murakami (Hard-Boiled Wonderland and the End of the World)
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Si quedaba alguna esperanza, debía estar en los proles, porque solo en esas masas despreciadas, que constituían el ochenta y cinco por ciento de la población de Oceanía, podía generarse la fuerza necesaria para destruir al Partido. Este no podía derrocarse desde dentro. Sus enemigos, si es que los había, no tenían forma de unirse o siquiera de reconocerse mutuamente. Incluso en caso de que existiera la legendaria Hermandad —lo cual no era del todo imposible— resultaba inconcebible que sus miembros pudieran reunirse en grupos de más de dos o tres. La rebelión se limitaba a un cruce de miradas, una inflexión de la voz o, como mucho, una palabra susurrada ocasionalmente. En cambio los proles, si pudieran ser conscientes de su fuerza, no tendrían necesidad de conspirar. Bastaría con que se encabritaran como un caballo que se sacude las moscas. Si quisieran, podrían volar el Partido en pedazos a la mañana siguiente. Tarde o temprano tenía que ocurrírseles. Y sin embargo…
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George Orwell (1984)
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Die großartigste Fähigkeit des menschlichen Geistes ist vielleicht die, mit Schmerzen fertig zu werden. Die klassische Philosophie spricht hier von den vier Pforten des Geistes, die man durchschreiten kann.
Die erste Pforte ist die des Schlafs. Der Schlaf beitet uns Zuflucht vor der Welt und all ihrem Leid. Im Schlaf vergeht die Zeit, und das verschafft uns Abstand zu den Dingen, die uns Schmerz zugefügt haben. Wenn Menschen Verletzungen erleiden, werden sie oft bewusstlos, und jemand, der eine furchtbare Nachricht erhält, fällt vielleicht in Ohnmacht. Der Geist schützt sich also vor dem Schmerz, indem er diese erste Pforte durchschreitet.
Die zweite Pforte ist die des Vergessens. Manche Wunden sind zu tief, um wieder verheilen zu können, oder zumindest zu tief für eine schnelle Heilung. Hinzu kommt, dass manche Erinnerungen ausschließlich schmerzlich sind und sich da nicht heilen lässt. Das Sprichwort "Die Zeit heilt alle Wunden" entspricht nicht der Wahrheit. Die Zeit heilt die meisten Wunden. Die übrigen sind hinter dieser Pforte verborgen.
Die dritte Pforte ist die des Wahnsinns. Manchmal erhält der Geist einen so verheerenden Schlag, dass er sich in den Wahnsinn flüchtet. Das ist nützlicher, als es zunächst scheint. Manchmal besteht die Wirklichkeit nur noch aus Schmerz, und um diesem Schmerz zu entrinnen, muss der Geist die Wirklichkeit hinter sich lassen.
Die vierte und letzte Pforte ist die des Todes. Der letzte Ausweg. Wenn wir erst einmal tot wären, könne uns nichts mehr etwas anhaben - heißt es jedenfalls.
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Patrick Rothfuss (The Name of the Wind (The Kingkiller Chronicle, #1))
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Du hast recht, wir werden es nicht schaffen. Es ist besser, du verschwindest. Aber lass mich noch zwei Sachen sagen, bevor ich dir alles Gute wünsche: Erstens, das mit den Intellektuellen. Es ist leicht, sich über sie lustig zu machen. Ja, sehr leicht. Häufig sind sie nicht besonders muskulös, und sie prügeln sich auch nicht gern. Das Stampfen von Stiefeln, Medaillen, große Limousinen kann sie nicht groß bewegen, es ist also nicht sehr schwer. Es genügt, ihnen ihr Buch zu entreißen, ihre Gitarre, ihren Stift oder ihren Fotoapparat, und schon sind sie zu nichts mehr zu gebrauchen, diese unbeholfenen Tolpatsche. Übrigens, das ist das erste, was die meisten Diktatoren machen: Brillen kaputttreten, Bücher verbrennen oder Konzerte verbieten, das kostet sie nicht viel und kann ihnen in der Folge viele Unannehmlichkeiten ersparen. Aber du siehst, wenn intellektuell sein heißt, sich zu bilden, neugierig zu sein und aufmerksam, zu bewundern, erschüttert zu sein, verstehen zu wollen, wie alles zusammenhängt, damit man etwas weniger dumm ins Bett geht als am Abend zuvor, dann fordere ich dies für mich ein: Nicht nur bin ich dann eine Intellektuelle, ich bin auch noch stolz darauf. Sehr stolz sogar.
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Anna Gavalda (Hunting and Gathering)
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Nur hat der Paul dieses sein Denkvermögen genauso ununterbrochen beim Fenster hinausgeworfen, wie sein Geldvermögen, aber während sein Geldvermögen sehr bald endgültig zum Fenster hinausgeworfen und erschöpft gewesen war, war sein Denkvermögen tatsächlich unerschöpflich; er warf es ununterbrochen zum Fenster hinaus und es vermehrte sich (gleichzeitig) ununterbrochen, je mehr er von seinem Denkvermögen aus dem Fenster (seines Kopfes) hinauswarf, desto mehr vergrößerte es sich, das ist ja das Kennzeichen solcher Menschen, die zuerst verrückt sind und schließlich als wahnsinnig bezeichnet werden, dass sie immer mehr und immer ununterbrochen ihr Geistesvermögen zum Fenster (ihres Kopfes) hinauswerfen und sich gleichzeitig in diesem ihrem Kopf ihr Geistesvermögen mit derselben Geschwindigkeit, mit welcher sie es zum Fenster (ihres Kopfes) hinauswerfen, vermehrt. Sie werfen immer mehr Geistesvermögen zum Fenster (ihres Kopfes) hinaus und es wird gleichzeitig in ihrem Kopf immer mehr und naturgemäß immer bedrohlicher und schließlich kommen sie mit dem Hinauswerfen ihres Geistesvermögens (aus ihrem Kopf) nicht mehr nach und der Kopf hält das sich fortwährend in ihrem Kopf vermehrende und in diesem ihrem Kopf angestaute Geistesvermögen nicht mehr aus und explodiert.
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Thomas Bernhard (Wittgenstein’s Nephew)
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1.
Lesen ist ein bloßes Surrogat des eigenen Denkens. Man läßt dabei seine Gedanken von dem Andern am Gängelbande führen. [...] Lesen soll man nur dann, wann auch die Quelle der eigenen Gedanken stockt; was auch beim besten Kopfe oft genug der Fall seyn wird. Hingegen die eigenen, urkräftigen Gedanken verscheuchen, um ein Buch zur Hand zu nehmen, ist Sünde wider den heiligen Geist. Man gleicht alsdann Dem, der aus der freien Natur flieht, um ein Herbarium zu besehn, oder um schöne Gegenden im Kupferstiche zu betrachten.
2.
Wann wir lesen, denkt ein Anderer für uns: wir wiederholen bloß den mentalen Prozeß. Es ist damit, wie wenn beim Schreibenlernen der Schüler die vom Lehrer mit Bleistift geschriebenen Züge mit der Feder nachzieht. Demnach ist beim Lesen die Arbeit des Denkens un zum großen Theile abgenommen. Daher die fühlbare Erleichterung, wenn wir von der Beschäftigung mit unseren eigenen Gedanken zum Lesen übergehn. Eben daher kommt es auch, daß wer sehr viel und fast den ganzen Tag liest, dazwischen aber sich in gedankenlosem Zeitvertreibe erholt, die Fähigkeit, selbst zu denken, allmälig verliert, - wie Einer, der immer reitet, zuletzt das Gehn verlernt. Solches aber ist der Fall sehr vieler Gelehrten: sie haben sich dumm gelesen. Denn beständiges, in jedem freien Augenblicke sogleich wieder aufgenommenes Lesen ist noch geisteslähmender, als beständige Handarbeit; da man bei dieser doch den eigenen Gedanken nachhängen kann. Aber wie eine Springfeder durch den anhaltenden Druck eines fremden Körpers ihre Elasticität endlich einbüßt; so der Geist die seine, durch fortwährendes Aufdringen fremder Gedanken. Und wie man durch zu viele Nahrung den Magen verdirbt und dadurch dem ganzen Leibe schadet; so kann man auch durch zu viele Geistesnahrung den Geist überfüllen und ersticken. Denn selbst das Gelesene eignet man sich erst durch späteres Nachdenken darüber an, durch Rumination. Liest man hingegen immerfort, ohne späterhin weiter daran zu denken; so faßt es nichtWurzel und geht meistens verloren: Ueberhaupt aber geht es mit der geistigen Nahrung nicht anders, als mit der leibichen: kaum der funfzigste Theil von dem, was man zu sich nimmt, wird assimilirt: das Uebrige geht durch Evaporation, Respiration, oder sonst ab.
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Arthur Schopenhauer (Περί ανάγνωσης και βιβλίων - Η τέχνη της αποχής από την ανάγνωση)
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One night, around the campfire after a dinner of bully-beef stew, someone opened an extra bottle of rum. ‘As it grew
darker, the men began to sing, at first slightly self-conscious and shy, but picking up confidence as the song spread.’
Their songs were not the martial chants of warriors, but the schmaltzy romantic popular tunes of the time: ‘I’ll Never
Smile Again’, ‘My Melancholy Baby’, ‘I’m Dancing with Tears in My Eyes’. The bigger and burlier the singer, Pleydell
noted, the more passionate and heartfelt the singing. Now the French contingent struck up, with a warbling rendition
of ‘Madeleine’, the bittersweet song of a man whose lilacs for his lover have been left to wilt in the rain. Then it was
the turn of the German prisoners who, after some debate, belted out ‘Lili Marleen’, the unofficial anthem of the Afrika
Korps, complete with harmonies: ‘Vor der Kaserne / Vor dem grossen Tor / Stand eine Laterne / Und steht sie noch
davor …’ (Usually rendered in English as: Underneath the lantern, by the barrack gate, darling I remember, how you
used to wait.) As the last verse died away, the audience broke into loud whistles and applause.
To his own astonishment, Pleydell was profoundly moved. ‘There was something special about that night,’ he wrote
years later. ‘We had formed a small solitary island of voices; voices which faded and were caught up in the wilderness.
A little cluster of men singing in the desert. An expression of feeling that defied the vastness of its surroundings … a
strange body of men thrown together for a few days by the fortunes of war.’
The doctor from Lewisham had come in search of authenticity, and he had found it deep in the desert, among hard
soldiers singing sentimental songs to imaginary sweethearts in three languages.
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Ben Macintyre (Rogue Heroes: The History of the SAS, Britain's Secret Special Forces Unit That Sabotaged the Nazis and Changed the Nature of War)
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Alltäglichkeit deckt sich nicht mit Primitivität. Alltäglichkeit ist vielmehr ein Seinsmodus des Daseins auch dann und gerade dann, wenn sich das Dasein in einer hochentwickelten und differenzierten Kultur bewegt. [s. 50]
Das Seiende sind wir je selbst. Das Sein dieses Seienden ist je meines. Im Seienden verhält sich dieses selbst zu seinem Sein. Als Seiendes dieses Seins ist es seinem eigenen Sein überantwortet. Das Sein ist es, darum es diesem Seienden je selbst geht. [s. 41]
Das Seiende, dem es in seinem Sein um dieses selbst geht, verhält sich zu seinem Sein als seiner eigensten Möglichkeit. Dasein ist je seine Möglichkeit und es »hat« sie nicht nur noch eigenschaftlich als ein Vorhandenes. Und weil Dasein wesenhaft je seine Möglichkeit ist, kann dieses Seiende in seinem Sein sich selbst »wählen«, gewinnen, es kann sich verlieren, nie und nur »scheinbar« gewinnen. Verloren haben kann es sich nur und noch nicht sich gewonnen haben kann es nur, sofern es seinem Wesen nach mögliches eigentliches, das heißt sich zueigen ist. [s. 42]
Das Dasein ist ein Seiendes, das nicht nur unter anderem Seienden vorkommt. Dasein versteht sich in irgendeiner Weise und Ausdrücklichkeit in seinem Sein. Seinsverständnis ist selbst eine Seinsbestimmheit des Daseins. [s. 12]
Seiendes kann ein innerhalb der Welt vorhandenes Seiendes nur berühren, wenn es von Hause aus die Seinsart des In-Seins hat – wenn mit seinem Da-sein schon so etwas wie Welt ihm entdeckt ist, aus der her Seiendes in der Berührung sich offenbaren kann, um so in seinem Vorhandensein zugänglich zu werden. Zwei Seiende, die innerhalb der Welt vorhanden und überdies an ihnen selbst weltlos sind, können sich nie »berühren«, keines kann »bei« dem andern »sein«. Mit dieser möglichen Auffassung des »Daseins« als eines Vorhandenen und nur noch Vorhandenen darf aber nicht eine dem Dasein eigene Weise von »Vorhandenheit« zusammengeworfen werden. [s. 55]
…das vorthematische Seiende das angesetzt, das im umweltlichen Besorgen sich zeigt. [s. 67]
Zeichen ist ein Zeug, das ein Zeugganzes ausdrücklich in die Umsicht hebt, so daß sich in eins damit die Weltmäßigkeit des Zuhandenen meldet. Im Anzeichen und Vorzeichen »zeigt sich«, was kommt, aber nicht im Sinne eines nur Vorkommenden, das zu dem schon Vorhandenen hinzukommt,. das »was kommt« ist solches, darauf wir uns gefaßt machen, »nicht gefaßt waren«, sofern wir uns mit anderem befaßten. Am Rückzeichen wird umsichtig zugänglich, was sich zugetragen und abgespielt. Das Merkzeichen zeigt, »woran« man jeweils ist. Die Zeichen zeigen primär immer das, »worin« man lebt, wobei das Besorgen sich aufhält, welche Bewandtnis es damit hat. [s. 80]
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Martin Heidegger