Herz Quotes

We've searched our database for all the quotes and captions related to Herz. Here they are! All 200 of them:

Be careful about reading health books. Some fine day you'll die of a misprint.
Markus Herz
Was ich weiß, kann jeder wissen. Mein Herz hab' ich allein.
Johann Wolfgang von Goethe (The Sorrows of Young Werther)
Sein Herz zu verlieren, ist die schönste Art festzustellen, dass man eines hat.
Kerstin Gier (Für jede Lösung ein Problem)
Hatred eats the soul of the hater, not the hated.
Alice Herz Sommer
Manchmal lügen wir. Und manchmal lassen wir unser Herz im Stich, um unseren Kopf zu retten.
Nina Blazon (Ascheherz)
Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, Und leider auch Theologie Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor; Heiße Magister, heiße Doktor gar Und ziehe schon an die zehen Jahr Herauf, herab und quer und krumm Meine Schüler an der Nase herum- Und sehe, daß wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen. Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen, Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen; Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel, Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel- Dafür ist mir auch alle Freud entrissen, Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen, Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren, Die Menschen zu bessern und zu bekehren.
Johann Wolfgang von Goethe (Faust. Der Tragödie Erster Teil)
Aber ich habe sie gehabt, ich habe das Herz gefühlt, die große Seele, in deren Gegenwart ich mir schien mehr zu sein, als ich war, weil ich alles war, was ich sein konnte.
Johann Wolfgang von Goethe (Die Leiden des jungen Werther)
Ja, vergiß nur, daß es Menschen gibt, darbendes, angefochtenes, tausendfach geärgertes Herz! und kehre wieder dahin, wo du ausgingst, in die Arme der Natur, der wandellosen, stillen und schönen.
Friedrich Hölderlin (Hyperion oder Der Eremit in Griechenland)
Ganz war mein Herz an deiner Seite Und jeder Atemzug für dich.
Johann Wolfgang von Goethe
Du weißt doch, was ich von der Liebe halte. Wäre sie eine Fahne, ich würde sie erobern oder für sie fallen.
Else Lasker-Schüler (Mein Herz: Ein Liebesroman mit Bildern und wirklich lebenden Menschen. Mit Zeichnungen der Autorin aus der Ausgabe von 1912)
Trotz seiner Haltng konnte ich sehen, wie sehr sein gesamter Körper bebte. Der Anblick brach mir das Herz. Er brach mir das Herz.
Mona Kasten (Trust Again (Again, #2))
In dem erfrorenen, versteinerten Körper der Stadt fühlte er ganz zu innerst sein Herz schlagen.
Robert Musil (The Man Without Qualities)
Und wenn ich mal heirate, dann muss mein Mann zwei Bedingungen erfüllen: Er muss Bücher und Kinder lieben, alles andere ist nicht so wichtig. Ich meine, wie er aussieht und so. Obwohl es ja nicht schaden könnte, wenn er schöne Zähne hätte.
Astrid Lindgren (Britt-Mari erleichtert ihr Herz)
Every day in life is beautiful...every day!
Alice Herz Sommer
When you are optimistic, when you are not complaining, when you look at the good side of your life, everybody loves you.
Alice Herz Sommer
Wenn du sprichst, Wacht mein buntes Herz auf. Alle Vögel üben sich Auf deinen Lippen. Immerblau streut deine Stimme Über den Weg; Wo du erzählst, wird Himmel. Deine Worte sind aus Lied geformt, Ich traure, wenn du schweigst. Singen hängt überall an dir- Wie du wohl träumen magst?
Else Lasker-Schüler (Die Gedichte 1902–1943)
I felt that this is the only thing which helps me to have hope... a sort of religion, actually. Music is God.
Alice Herz Sommer
Only when we are so old, only, are we aware of the beauty of life.
Alice Herz Sommer
Nicht an die Güter hänge dein Herz, Die das Leben vergänglich zieren! Wer besitzt, der lerne verlieren, Wer im Glück ist, der lerne den Schmerz!
Friedrich Schiller (Die Braut von Messina)
Gott beurteilt die Menschen nach ihren Herzen und nicht nach ihrer Hautfarbe.
Harriet Ann Jacobs
Verzweifelt hatte er sie gefragt, wie sie sich so sicher sein konnte, dass sie ihn nicht liebte. Ihre Worte darauf hatten ihm das Herz aus dem Leib geschnitten. »Weil ich dich nie vermisst habe, nachdem du gegangen warst.«
Bernhard Hennen (Der Verfluchte (Die Chroniken von Azuhr, #1))
Lieb Liebchen, leg ‘s Händchen aufs Herze mein; - Ach, hörst du, wie’s pochet im Kämmerlein, Da hauset ein Zimmermann schlimm und arg, Der zimmert mir einen Totensarg. Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht; Es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht. Ach! sputet Euch, Meister Zimmermann, Damit ich balde schlafen kann.
Heinrich Heine (Das Buch der Lieder)
Besser vielleicht, du wärest in der Dunkelheit geblieben und dein unabgegrenztes Herz hätte versucht, all des Ununterscheidbaren schweres Herz zu sein.
Rainer Maria Rilke (Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (German Edition))
Wenn jemand starb, dem du dein Herz geschenkt hattest, nahm er es dann mit?
Jodi Picoult (Nineteen Minutes)
Mein Herz pumpte flüssiges Sonnenlicht.
Maggie Stiefvater (Sinner (The Wolves of Mercy Falls, #4))
Es ist sehr nett, verheiratet zu sein. Man muss nur wissen, dass zwei Menschen niemals ein Herz und eine Seele haben können. Sie bleiben immer zwei Leute, zwei Herzen. Es kommt nur darauf an, angenehm nebeneinander zu leben und doch nie allein zu sein.
Annemarie Selinko (Heut heiratet mein Mann)
Hatred breeds only hatred.
Alice Herz Sommer
Be ahead of all parting, as though it already were behind you, like the winter that has just gone by. For among these winters there is one so endlessly winter that only by wintering through it will your heart survive. (Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter dir, wie der Winter, der eben geht. Denn unter Wintern ist einer so endlos Winter, daß, überwinternd, dein Herz überhaupt übersteht.)
Rainer Maria Rilke
Harte Arbeit, spärliches Brot - doch die alte Sonne a Himmel. Und vielleicht spricht das Herz noch einmal. Was habe ich alles gehabt in meinem Leben - überreichlich!
Marta Hillers (A Woman in Berlin: Eight Weeks in the Conquered City: A Diary)
Die besten und schönsten Dinge auf dieser Welt kann man weder sehen noch berühren, sondern nur im Herzen spüren.
Helen Keller
„Das heißt, du willst dein Herz nie wieder für etwas Neues öffnen?“, fragte ich weich und wusste, wie zweideutig das klang. „Ich glaube, das wäre ein Fehler.
Lena Kiefer (Heavy & Light (Westwell, #1))
Immer wenn er daran dachte - und das war ziemlich oft -, sank sein Herz an einen lichtlosen, kalten Ort.
Haruki Murakami (Blind Willow, Sleeping Woman)
Menschen sterben an gebrochenem Herzen. Sie bekommen Herzinfarkte. Und es ist das Herz, das am meisten wehtut, wenn etwas schief geht und auseinander fällt.
Markus Zusak (I Am the Messenger)
Nichts war grausamer als ein Herz aus Fleisch und Blut, weil es wusste, was Schmerzen bereitet.
Cornelia Funke (Inkheart / Inkspell / Inkdeath (The Inkheart Trilogy, #1-3))
,,Du hast mir das Verdammte Herz rausgerissen und ich hasse dich dafür, aber ich liebe dich auch und das macht das ganze so viel schwerer"-Save You (Maxton Hall 2)
Mona Kasten (Save You (Maxton Hall, #2))
Manchmal denke ich, das Herz eines Menschen ist wie ein tiefer Brunnen. Niemand weiß, was auf seinem Grund ist. Man kann es sich nur anhand der Dinge vorstellen, die bisweilen an die Oberfläche treiben.
Haruki Murakami (Blind Willow, Sleeping Woman)
Oh, wär mein junges Leben doch ein Traum. Und würd doch mein Geist nicht wach, bis das der Strahl der Ewigkeit den Morgen brächte. Obwohl der Traum von schlimmen Kummer war, er war doch besser als die wirklichkeit des wachen Lebens für den, dessen herz gleich von Geburt an auf der Erde sein muss - Ein Chaos aus der tiefsten Leidenschaft.
Edgar Allan Poe (The Complete Poetry)
Wir Menschen beklagen uns oft, dass der guten Tage so wenig sind und der schlimmen so viel - meist mit Unrecht. Wenn wir immer ein offenes Herz hätten, das Gute zu genießen, das Gott für jeden Tag bereitet, wir würden alsdann auch Kraft genug haben, das Übel zu ertragen, wenn es kommt.
Johann Wolfgang von Goethe (Die Leiden des jungen Werther (German Edition))
Ich wünschte, ich könnte in der Zeit zurückreisen, nicht um mich jünger zu fühlen oder den Lauf der Geschichte zu ändern und uns wieder zusammenzubringen, sondern um jeden kostbaren Moment, den wir hatten, immer wieder neu zu erleben.
Mouloud Benzadi
Wie kannst du mir vertrauen, nach all dem, was dir dein eigener Bruder angetan hat? Weil er unehrlich war und du ehrlich bist. Ich habe niemals einen ehrlicheren Menschen als dich gekannt. Wenn ich dir mein Herz schenkte, würdest du sanft damit umgehen.
C.S. Pacat (Die Prinzen (The Captive Prince, #1-3))
Einem Scheich läuft eine Frau mit einem anderen Mann davon. Sie ist seine Lieblingsfrau, sein Augapfel, jung und schön wie der Morgen. Der Scheich ist traurig, aber obwohl er ein stolzer Mann ist, hat er ein großes Herz und versteht, dass eine Frau, die liebt, ihrer Liebe folgt. Jahre später tötet der neue Mann die Frau im Zorn. Der Scheich, der toleriert hat, dass sein Eigentum seiner eigenen Wege geht, toleriert nicht, dass jemand anderes sein Eigentum zerstört. Also lässt er den neuen Mann erschlagen.
Bernhard Schlink (Sommerlügen)
Nun liebe Kinder gebt fein Acht ich bin die Stimme aus dem Kissen ich hab euch etwas mitgebracht hab es aus meiner Brust gerissen mit diesem Herz hab ich die Macht die Augenlider zu erpressen ich singe bis der Tag erwacht ein heller Schein am Firmament Mein Herz brennt
Till Lindemann
Was macht dein Herz?" "Es schlägt noch.
Brittainy C. Cherry (Landon & Shay: Part One (L&S Duet, #1))
Das Herz ist ein Pfeil. Es braucht ein Ziel, um zu treffen.
Leigh Bardugo (Six of Crows (Six of Crows, #1))
Frühling ist, wenn du Sonne in dein Herz lässt.
Nina Hrusa
Erwach', mein Herz, erwach'. Hast wohl geschlafen: Erwach'." William Shakespeare
John Green (Turtles All the Way Down)
Wenn die Kinder klein sind, treten sie uns in den Schoß, und wenn sie groß sind, ins Herz!
Annette von Droste-Hülshoff (Die Judenbuche)
Gib Worte deinem Schmerz: Gram, der nicht spricht, / Presst das beladene Herz, bis dass es bricht.
William Shakespeare (Macbeth)
Durchatmen oder so was, oder ein stabiles Herz haben, das zwar Liebe empfinden kann, aber auch stabil genug ist, nicht auszuflippen, wenn sie wieder geht, die Liebe.
Dirk Bernemann (Trisomie so ich dir)
Mein gutes altes kroatisches Herz beschleunigte von Walzer zu Death Metal.
Hallgrímur Helgason (Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen)
(Bottlenose dolphins engage in more same-sexual behavior than any other known creature.) As Denise Herzing concluded, “Dolphins love to have sex and they have sex a lot.
Carl Safina (Beyond Words: What Animals Think and Feel)
Mein Herz ist voller Dankbarkeit, aber meine Armut an deutschen Worten zwingt mich zu großer Sparsamkeit des Ausdruckes.
Mark Twain (The Awful German Language / Die schreckliche deutsche Sprache)
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Antoine de Saint-Exupéry (Der Kleine Prinz. Franzosisch-Deutsch: Le Petit Prince. Francais-Allemand: Zweisprachig / Bilingue by Antoine De Saint-Exupery (March 01,2015))
Das Bewusstsein, dass manche Dinge, so wertlos oder unaufgeregt sie teilweise auch gewesen sein mögen, abgeschlossen und unwiderruflich vergangen sind, drückt mir das Herz zusammen.
Sarah Kuttner (Wachstumsschmerz)
Albert spricht es aus. "Der Krieg hat uns für alles verdorben." Er hat recht. Wir sind keine Jugend mehr. Wir wollen die Welt nicht mehr stürmen. Wir sind Flüchtende. Wir flüchten vor uns. Vor unserem Leben. Wir waren achtzehn Jahre und begannen die Welt und das Dasein zu lieben; wir mussten darauf schießen. Die erste Granate, die einschlug, traf in unser Herz. Wir sind abgeschlossen vom Tätigen, vom Streben, vom Fortschritt. Wir glauben nicht mehr daran; wir glauben an den Krieg.
Erich Maria Remarque
Euer Schmerz ist das Zerbrechen der Schale, die euer Verstehen umschließt. Wie der Kern der Frucht zerbrechen muß, damit sein Herz die Sonne erblicken kann, so müßt auch ihr den Schmerz erleben.
Kahlil Gibran
‎"Und seid versichert, diese Frau hatte tatsächlich ein Herz, und zwar ein größeres, als die meisten Leute vermutet hätten. Da war eine Menge drin, aufgestapelt, meterhoch auf verborgenen Regalen.
Markus Zusak (The Book Thief)
Zu früh, befürcht ich; denn mein Herz erbangt Und ahnet ein Verhängnis, welches, noch Verborgen in den Sternen, heute Nacht Bei dieser Lustbarkeit den furchtbarn Zeitlauf Beginnen und das Ziel des läst'gen Lebens, Das meine Brust verschließt, mir kürzen wird Durch irgendeinen Frevel frühen Todes. Doch er, der mir zur Fahrt das Steuer lenkt, Richt' auch mein Segel! I fear, too early. For my mind misgives Some consequence, yet hanging in the stars, Shall bitterly begin his fearful date With this night's revels, and expire the term Of a despisèd life, closed in my breast, By some vile forfeit of untimely death. But He that hath the steerage of my course Direct my sail! Romeo: Act I, Scene 4
William Shakespeare (Romeo and Juliet)
Denn so, wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen, und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden oder das Lied eines Vogels für einen Tauben.
Michael Ende (Momo)
Worte taugen nichts. Ja, manchmal klangen sie wunderbar, aber sie liessen einen im Stich, sobald man sie wirklich brauchte. Nie fand man die richtigen, niemals, aber wo sollte man auch nach ihnen suchen? Das Herz ist stumm wie ein Fish, auch wenn die Zunge sich noch so viel Muehe gibt, ihm eine Stimme zu geben.
Cornelia Funke (Inkspell (Inkworld, #2))
We caught the tread of dancing feet, We loitered down the moonlit street, And stopped beneath the harlot's house. Inside, above the din and fray, We heard the loud musicians play The 'Treues Liebes Herz' of Strauss. Like strange mechanical grotesques, Making fantastic arabesques, The shadows raced across the blind. We watched the ghostly dancers spin To sound of horn and violin, Like black leaves wheeling in the wind. Like wire-pulled automatons, Slim silhouetted skeletons Went sidling through the slow quadrille, Then took each other by the hand, And danced a stately saraband; Their laughter echoed thin and shrill. Sometimes a clockwork puppet pressed A phantom lover to her breast, Sometimes they seemed to try to sing. Sometimes a horrible marionette Came out, and smoked its cigarette Upon the steps like a live thing. Then, turning to my love, I said, 'The dead are dancing with the dead, The dust is whirling with the dust.' But she--she heard the violin, And left my side, and entered in: Love passed into the house of lust. Then suddenly the tune went false, The dancers wearied of the waltz, The shadows ceased to wheel and whirl. And down the long and silent street, The dawn, with silver-sandalled feet, Crept like a frightened girl.
Oscar Wilde
Und wenn sich dann viele verschiedene Wege vor dir auftun werden, und du nicht weisst, welchen du einschlagen sollst, dann überlasse es nicht dem Zufall, sondern setz dich und warte. Warte, warte noch. Lausche still und schweigend auf dein Herz. Wenn es dann zu dir spricht, steh auf und geh, wohin es dich trägt. (Susanna Tamaro)
Guillaume Musso
When glance turns To a sky-blue clear day, When the purplr-red sun Sinks low at sirocco, Here nature bestows glory, Joy, sound to eye and heart, And we find in color lore, The universal truth. - - - GER: Wenn der Blick an heitern Tagen Sich zur Himmelsbläue lenkt, Beim Sirok der Sonnenwagen Purpurrot sich niedersenkt, Da gebt der Natur die Ehre, Froh, an Aug und Herz gesund, Und erkennt der Farbenlehre Allgemeinen, ewigen Grund. Zahme Xenien VI.
Johann Wolfgang von Goethe (Xenien)
one way or another change the world don't let it change you .
Nick Young (Robin Williams: Hollywoodstar mit Herz)
Beethoven... he is a miracle!
Alice Herz Sommer
Every day is a miracle. No matter how bad my circumstances, I have the freedom to choose my attitude to life, even to find joy. Evil is not new. It is up to us how we deal with both good and bad.
Caroline Stoessinger (A Century of Wisdom: Lessons from the Life of Alice Herz-Sommer, the World's Oldest Living Holocaust Survivor)
Und dann zerplatzt etwas in ihr. So etwas kennt man ja: Wenn plötzlich etwas zerplatzt, oben drinnen im Hirn oder unten drinnen im Herz, und sich ausbreitet im ganzen Körper, ganz heiß, bis in die Fingerspitzen und sogar auch bis in die Zehenspitzen hinein. Das ist die Wut.
Robert Seethaler (Die Biene und der Kurt)
Nur zwei Sorten von Menschen gehen keine Kompromisse ein: diejenigen, die über einen von Natur aus festen, meist mit mangelnder Einsicht in Unabänderlichkeiten gepaarten Willen verfügen. Und diejenigen, die so heftig verletzt wurden, dass sie ihr Herz in einen Panzer kleiden.
Andreas Steinhöfel (Die Mitte der Welt)
Lösch mir die Augen aus" Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehn, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören. Brich mir die Arme ab, ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand, halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, und wirfst du in mein Hirn den Brand, so werd ich dich auf meinem Blute tragen. "Put out my eyes, and I can see you still" Put out my eyes, and I can see you still, Slam my ears too, and I can hear you yet; And without any feet can go to you; And tongueless, I can conjure you at will. Break off my arms, I shall take hold of you And grasp you with my heart as with a hand; Arrest my heart, my brain will beat as true; And if you set this brain of mine afire, Then on my blood-stream I yet will carry you.
Rainer Maria Rilke (Rilke's Book of Hours: Love Poems to God)
Each time you give in like that, each time you back away from something you believe in, a piece of you dies that can never be brought back to life. Don't let anyone tell you not to care. It all matters. Everything.
Christopher Herz (The Last Block in Harlem)
Es gibt Stunden, in denen ich mich freue auf eine Zeit, in der es nichts mehr geben wird, woran ich mein Herz hängen könnte. Ich bin müde davon, daß mir doch alles wieder genommen wird. Es gibt keinen Ausweg, denn solange es im Wald ein Geschöpf gibt, das ich lieben könnte, werde ich es tun; und wenn es einmal wirklich nichts mehr gibt, werde ich aufhören zu leben. Wären alle Menschen von meiner Art gewesen, hätte es nie eine Wand gegeben, und der alte Mann müßte nicht versteinert vor seinem Brunnen liegen. Aber ich verstehe, warum die anderen immer in der Übermacht waren. Lieben und für ein anderes Wesen sorgen ist ein sehr mühsames Geschäft und viel schwerer, als zu töten und zu zerstören. Ein Kind aufzuziehen dauert zwanzig Jahre, es zu töten zehn Sekunden.
Marlen Haushofer (The Wall)
Neue Phaenomena zu erklären, dieses macht meine Sorgen aus, und wie froh ist der Forscher, wenn er das so fleissig Gesuche findet, eine Ergötzung wobei das Herz lacht. To explain new phenomena, that is my task; and how happy is the scientist when he finds what he so diligently sought, a pleasure that gladdens the heart.
Carl Wilhelm Scheele
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne, Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern In andre, neue Bindungen zu geben. [...] Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, An keinem wie an einer Heimat hängen, Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten. Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen; Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen. [...]
Hermann Hesse
All your mistakes, all your scars, everything you've done wrong, that's what makes us who we are.
Christopher Herz (The Last Block in Harlem)
Books are alive and, just like people, sometimes are welcome and sometimes shown the door and asked to come back later.
Christopher Herz
Wie oft lull' ich mein empörtes Blut zur Ruhe, denn so ungleich, so unstet hast du nichts gesehn als dieses Herz.
Johann Wolfgang von Goethe (Die Leiden des jungen Werther)
Meine Hände wandern zu meinen Haaren, den Augen, dem Kissen, das Zappeln hört nicht auf. Nervöse Hände, denke ich mir. Nervöses Herz. Nervöser Tariq.
Mehwish Sohail (Like water in your hands (Like This, #1))
Siddharta lernte Neues auf jedem Schritt seines Weges, denn die Welt war verwandelt, und sein Herz war bezaubert.
Hermann Hesse (Siddhartha)
Mein Herz hämmerte so laut, dass ich versucht war, eine Hand auf meine Brust zu drücken, um es zu beruhigen.
A. Kuralie (All die Worte zwischen uns)
Sie ist meine Augen. Sie ist meine Herz. Sie ist meine Lieb. Sie ist meine Schmerz.
Kirk Diedrich (Junk Shop Heart)
Lohnt es sich denn?", fragt der Kopf. "Nein, aber es tut so gut!", antwortet das Herz.
Erich Fried (Gedichte)
In der einzig erfolgreichen chemischen Reaktion, die ich je zu Stande gebracht habe, hatte er mir auf Anhieb das Herz gebrochen.
Andreas Steinhöfel (Defender : Geschichten aus der Mitte der Welt)
Ihr seid mein Ursprung, mein Vertrauen, meine Insel und mein Schatz, mein Mund formt euer Lachen, mein Herz schlägt euren Takt. - Für meine Eltern
Julia Engelmann (Eines Tages, Baby)
Be careful about reading health books. Some fine day you'll die of a misprint." Markus Herz
Joanna Penn (The Healthy Writer: Reduce your pain, improve your health, and build a writing career for the long term)
Sie spürte, wie ihr Herz auf Rock 'n' Roll umschaltete.
Christoph Marzi (Die wundersame Geschichte der Faye Archer)
Auch ist es kein Gedanke, den ich hinter mir lasse, sondern ein Herz, süß vor Hunger und Durst.
Kahlil Gibran
Worte sind wie Geschütze... Sie durchbohren das Herz deines Gegners.
Yun Kouga (Loveless, Volume 08)
... unser Rilke-Herz - ehe der Clown kräht - haben wir es dreimal verleugnet.
Wolfgang Borchert (Draußen vor der Tür)
Eine Närrin mit gutem Herzen und ohne Verstand ist eine ebenso unglückliche Närrin wie eine Närrin mit Verstand und ohne Herz.
Fyodor Dostoevsky (Der Idiot)
Alles, was ich wollte und was Neal wollte und was alle wollten, war, irgendwie ins Herz der Dinge vorzudringen,…
Jack Kerouac (On the Road: The Original Scroll)
Mein Herz schlägt laut, wenn er in meiner Nähe ist.
Katja Piel (Silberlicht (Schwanenzauber, #1))
Durch sein Auge lief Licht und Schatten, durch sein Herz lief Stern und Mond.
Hermann Hesse (Siddhartha)
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
Friedrich Schiller
Der nie versiegende Schmerz des Andersseins. Jede dieser Ängste glich einer spitzen Klaue, die sich tief in mein Herz bohrte.
Leigh Bardugo (Siege and Storm (The Shadow and Bone Trilogy, #2))
„Könnte es sein, dass das Herz, das Ihr sucht, mir nicht mehr gehört?“ (…) „Ich habe mein Herz jemanden geschenkt.
Neil Gaiman (Stardust)
Matt in Schoß liegt die Hand, Einst so tapfer am Schwert, War, wofür Du entbrannt, Kampfes wert? Geh schlagen, mein Herz, es ist Zeit. Kühl weht die Ewigkeit.
Ricarda Huch
[...] Decke über der Brust, Herz auf der Zunge. ,,Wes West?" [...] ,,Du bist meine Lieblingsalliteration." Sein Lächeln war alles.
Merit Niemeitz (No Longer Lost (Mulberry Mansion, #2))
Leiden und Schmerz sind für eine umfassende Erkenntnis und für ein tiefes Herz seit jeher unerläßlich.
Fyodor Dostoevsky (Crime and Punishment)
Gewissheit im Herzen oder ein gebrochenes Herz, macht das einen Unterschied?
Kéthévane Davrichewy (La mer noire)
Sei gefühllos! Ein leichtbewegtes Herz Ist ein elend Gut Auf der wankenden Erde.
Johann Wolfgang von Goethe (Gedichte)
Mit tausendfacher Liebeswonne Sich an mein Herz drängt Deiner ewigen Wärme Heilig Gefühl, Unendliche Schöne!
Johann Wolfgang von Goethe (Gedichte)
Ach, so viele tausend Menschen kennen, Dumpf sich treibend, kaum ihr eigen Herz, Schweben zwecklos hin und her und rennen Hoffnungslos in unversehnen Schmerz;
Johann Wolfgang von Goethe (Gedichte)
Gar manches Herz verschwebt im Allgemeinen, Doch widmet sich das edelste dem Einen.
Johann Wolfgang von Goethe (Gedichte)
Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehn, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören. Brich mir die Arme ab, ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand, halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, und wirfst du in mein Hirn den Brand, so werd ich dich auf meinem Blute tragen.
Rainer Maria Rilke
Mein Leben war ein Vogelzug ohne Ziel, und das an sich ist schon ein Widerspruch. Ich breche auf, ohne Grund, nur um in Bewegung zu bleiben, und es bricht mir tausendfach, millionenfach das Herz.
Charlotte McConaghy (Migrations)
Es gibt im Leben nur drei große Ereignisse: den Tod, die Berühmtheit oder die Liebe. Mein lieber blauer Leutnant, welches von den dreien wird mir wohl als erstes auf den Kopf oder ins Herz fallen?
Colette (Mitsou (French Edition))
When we think of the Berlin salons in the Romantic period, of the role played in them by a Henrietta Herz or a Rachel Levin, of the friendship between the latter and Crown Prince Louis-Ferdinand; and when we then think that if such women had lived in this century they would have died in some gas chamber, we cannot help considering the belief in progress as the falsest and stupidest of superstitions.
Emil M. Cioran (The Trouble With Being Born)
I once was the guest of the week on a British radio show called Desert Island Discs. You have to choose the eight records you would take with you if marooned on a desert island. Among my choices was Mache dich mein Herze rein from Bach’s St Matthew Passion. The interviewer was unable to understand how I could choose religious music without being religious. You might as well say, how can you enjoy Wuthering Heights when you know perfectly well that Cathy and Heathcliff never really existed? But there is an additional point that I might have made, and which needs to be made whenever religion is given credit for, say, the Sistine Chapel or Raphael’s Annunciation. Even great artists have to earn a living, and they will take commissions where they are to be had. I have no reason to doubt that Raphael and Michelangelo were Christians—it was pretty much the only option in their time—but the fact is almost incidental. Its enormous wealth had made the Church the dominant patron of the arts. If history had worked out differently, and Michelangelo had been commissioned to paint a ceiling for a giant Museum of Science, mightn’t he have produced something at least as inspirational as the Sistine Chapel? How sad that we shall never hear Beethoven’s Mesozoic Symphony, or Mozart’s opera The Expanding Universe. And what a shame that we are deprived of Haydn’s Evolution Oratorio—but that does not stop us from enjoying his Creation.
Richard Dawkins (The God Delusion)
Sie warten also, wenn auch unbewusst, auf den Augenblick, in dem Sie erkennen, dass Sie tatsächlich anders sind; dass dort draußen Menschen sind wie Madame, die ihnen weder Übles wollen noch Hass gegen Sie empfinden, und doch schon beim Gedanken an Ihre Existenz, an die Art und Weise, wie Sie zur Welt kamen, erschaudern und sich vor der Vorstellung fürchten, sie könnten von Ihnen berührt werden. Wenn Sie sich das erste Mal mit den Augen einer solchen Person sehen, wird Ihnen kalt ums Herz. Es ist, als sähen Sie einen Spiegel, an dem Sie jeden Tag Ihres Lebens vorbeigegangen sind, und auf einmal zeigt er Ihnen etwas anderes, etwas Fremdes, Verstörendes.
Kazuo Ishiguro (Never Let Me Go)
Kann ich Armeen aus der Erde stampfen? Wächst mir ein Kornfeld in der flachen Hand? Reißt mich in Stücken, reißt das Herz mir aus, Und münzet es statt Goldes! Blut hab' ich Für euch, nicht Silber hab' ich, noch Soldaten!
Friedrich Schiller (Die Jungfrau von Orleans)
[...] aber alles trat in den Hintergrund vor diesem rauen, zögerlichen »Danke…«, das sich immer wieder in meinem Kopf abspielte. So leise, dass man es kaum gehört hatte. Und daneben mein hämmerndes Herz. Laut und deutlich.
A. Kuralie (All die Worte zwischen uns)
Lucas beobachtete, wie Helen aus dem Haus rannte und in Claires Wagen sprang. Sie sah erschöpft und ausgezehrt aus, aber das Lächeln, mit dem sie Claire begrüßte, was leuchtend und wunderschön und voller Liebe. So war Helen eben. Auch wenn sie selbst litt, hatte sie diese beinahe magische Fähigkeit, anderen ihr Herz zu öffnen. Nur in ihrer Nähe zu sein, reichte bereits aus, dass er sich geliebt fühlte, auch wenn er wusste, dass ihre Liebe nicht mehr ihm galt. An diesem Morgen hatte sie ihn wieder beinahe erwischt, und er hatte mittlerweile den Verdacht, dass er ihr Angst machte. Irgendwie konnte sie ihn immer noch spüren. Lucas musste herausfinden, woran das lag, denn er würde ganz sicher nicht aufhören, sie zu bewachen. Nicht, bis er sicher war, dass Automedon endgültig verschwunden war. Claire und Helen fingen beim Losfahren an, zu singen und verunstalteten einen seiner Lieblingssongs von Bob Marley. Helen sang wirklich grauenhaft. Das war eines der Dinge, die er besonders an ihr mochte. Jedes Mal, wenn sie losjaulte, wie eine getretene Katze, wollte er sie am liebsten in den Arm nehmen und küssen.
Josephine Angelini (Dreamless (Starcrossed, #2))
Seit meiner Kindheit in den Trubel der Welt geworfen, habe ich durch Erfahrung früh gelernt, dass ich nicht dafür geschaffen war, in ihr zu leben, und dass ich nie zu dem Zustand gelangen würde, wonach mein Herz sich sehnte.
Jean-Jacques Rousseau
Cardan hätte der Junge aus dem Herzen aus Stein aus Aslogs Geschichte sein sollen, doch irgendwie hatte er es zugelassen, dass sein Herz zu Glas geworden war. Mit jedem Atemzug spürte er die zerbrochenen Scherben in seiner Lunge.
Holly Black (How the King of Elfhame Learned to Hate Stories (The Folk of the Air, #3.5))
Darum können junge Menschen, die Anfänger in allem sind, die Liebe noch nicht: sie müssen sie lernen. Mit dem ganzen Wesen, mit allen Kräften, versammelt um ihr einsames, banges, aufwärts schlagendes Herz, müssen sie lieben lernen.
Rainer Maria Rilke (Letters to a Young Poet)
Seele im Raum Hier bin ich, hier bin ich, Entrungene, taumelnd. Wag ichs denn? Werf ich mich? Fähige waren schon viel dort, wo ich drängte. Nun wo auch noch die Mindesten restlos Macht vollziehn, schweigend vor Meisterschaft —: Wag ichs denn ? Werf ich mich? Zwar ich ertrug, vom befangenen Körper aus, Nächte; ja, ich befreundete ihn, den irdenen, mit der Unendlichkeit; schluchzend überfloß, das ich hob, sein schmuckloses Herz. Aber nun, wem zeig ichs, daß ich die Seele bin? Wen wunderts? Plötzlich soll ich die Ewige sein, nicht mehr am Gegensatz haftend, nicht mehr Trösterin; fühlend mit nichts als Himmeln. Kaum noch geheim; denn unter den offenen allen Geheimnissen eines, ein ängstliches. O wie durchgehn sich die großen Umarmungen. Welche wird mich umfangen, welche mich weiter geben, mich, linkisch Umarmende? Oder vergaß ich und kanns? Vergaß den erschöpflichen Aufruhr jener Schwerliebenden? Staun', stürze aufwärts und kanns?
Rainer Maria Rilke (Fünfzig Gedichte)
Iqbal, in seinem Poem "Die Moschee von Cordoba"- ein paar Verse daraus: Stein sei es, Farbe, sei's Ton: Wort sei es, Stimme, sei's Ton - Jegliches Wunder der Kunst wächst nur aus Herzensblut - seht! Ja, durch den Tropfen von Blut wird selbst der Felsen zum Herz; Ja, aus dem Herzblut, dem Leid, Lied, Sang und Klang erst entsteht. [aus "Nimm eine Rose und nenne sie Lieder" übersetzte Poesie der islamischen Völker von Annemarie Schimmel, insel Taschenbuch Ausgabe, S. 168]
Muhammad Iqbal
[...] und in diesem Moment verpürte ich nichts als Dankbarkeit dafür, dass die Schatten mich nervös machten. Sie boten mir eine Ausrede für mein klopfendes Herz, das beinahe zersprang, wenn ich daran dachte, dass Lukas etwas zustoßen könnte.
A. Kuralie (All die Worte zwischen uns)
... Noch hatte keine Schuld ihre Helligkeit getrübt, keine Ahnung, dass das Herz unter dem Druck des Lebens sich auf allerlei einlassen muss, was es dann später vorgibt, nicht begriffen zu haben- aber warum hat es dann so bang und hastig geschlagen?-, [...]
Anna Seghers (Das siebte Kreuz)
Das Ende meiner ersten Liebe lässt sich mit dem Tod eines alten Freundes und der Trauer einer alten Freundin nicht vergleichen, aber es folgte dem gleichen Muster. Ganz genau sogar. Und wenn es mir so vorkam wie das Ende der Welt, angefangen mit den Selbstmordgedanken - so albern und halbherzig sie auch gewesen sein mochten - und dann einer grundlegenden Veränderung meines Weltbildes, so muss man sich vor Augen halten, dass ich keinen Maßstab hatte, an dem ich meine Gefühle hätte messen können. Das nennt man 'jung sein
Stephen King (Joyland)
Nein, Momo,' erwiderte Meister Hora, 'diese Uhren sind nur eine Liebhaberei von mir. Sie sind nur höchst unvolkommene Nachbildungen von etwas, das jeder Mensch in seiner Brust hat. Denn so, wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen, und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen. Un alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren wie die Farben des Regenbogens für einen Tauben. Aber es gibt leider blinde und taube Herzen, die nichts wahrnehmen, obwohl sie schlagen.
Michael Ende (Momo)
Sie glaubten an ihn. Sie hatten ihn in seinen Segelschuhen angesehen, hatten zugehoert, was er sagte, und hatten mit Herz und Verstand beschlossen, das Offensichtliche zu ignorieren und an etwas Groesseres und unendlich Schoeneres als das real Sichtbare zu glauben.
Rachel Joyce (The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry (Harold Fry, #1))
Das Auenland?", fragte Takeo, als sie wieder draußen vor der Konditorei in der Gothaer Straße standen. "Ja", sagte Schmunk. "Tolkien. >Der Herr der Ringe<." Mit gespielter Empörung fügte er hinzu: "Haben Sie das etwa nicht gelesen? Das ist doch Weltliteratur." "Mit einer sehr eigenen regionalspezifischen Auslegung, wie mir scheint." "Manche nennen Thüringen das Auenland. Weil hier alles so schön grün und beschaulich ist. Hier schlägt das grüne Herz von Deutschland." "Und weil die Thüringer so behäbig sind wie die Hobbits?" "Behäbig? Nun erlauben Sie mal! Wir sind doch nicht behäbig! Gemütlich ja, warmherzig, heimat- und naturverbunden - das sind wir!" "Ach so? Ich dachte eher kauzig, leichtgläubig und weltfremd." "Papperlapapp." Schmunk schnappte nach Luft. "Also haben Sie Tolkien doch gelesen.
Katharina Schendel (Tod an der Gera (Thüringen Krimi) (German Edition))
Lebt wohl, Güte, Menschenfreundlichkeit, Dankbarkeit... lebt wohl, ihr sämtlichen Gefühle, die das Herz aufgehen lassen! Ich habe mich an die Stelle der Vorsehung gesetzt, um die Guten zu belohnen... Jetzt möge der Gott der Rache mir sein Amt abtreten, um die Bösen zu bestrafen!
Alexandre Dumas (Der Graf von Monte Christo)
Denk ich an Deutschland in der Nacht, Dann bin ich um den Schlaf gebracht, Ich kann nicht mehr die Augen schließen, Und meine heißen Tränen fließen. Die Jahre kommen und vergehn! Seit ich die Mutter nicht gesehn, Zwölf Jahre sind schon hingegangen; Es wächst mein Sehnen und Verlangen. Mein Sehnen und Verlangen wächst. Die alte Frau hat mich behext, Ich denke immer an die alte, Die alte Frau, die Gott erhalte! Die alte Frau hat mich so lieb, Und in den Briefen, die sie schrieb, Seh ich, wie ihre Hand gezittert, Wie tief das Mutterherz erschüttert. Die Mutter liegt mir stets im Sinn. Zwölf lange Jahre flossen hin, Zwölf lange Jahre sind verflossen, Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen. Deutschland hat ewigen Bestand, Es ist ein kerngesundes Land, Mit seinen Eichen, seinen Linden, Werd' ich es immer wiederfinden. Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr, Wenn nicht die Mutter dorten wär; Das Vaterland wird nie verderben, Jedoch die alte Frau kann sterben. Seit ich das Land verlassen hab, So viele sanken dort ins Grab, Die ich geliebt -- wenn ich sie zähle, So will verbluten meine Seele. Und zählen muß ich -- Mit der Zahl Schwillt immer höher meine Qual; Mir ist, als wälzten sich die Leichen, Auf meine Brust -- Gottlob! Sie weichen! Gottlob! Durch meine Fenster bricht Französisch heitres Tageslicht; Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen Und lächelt fort die deutschen Sorgen.
Heinrich Heine
Manchmal sag’ ich mir: dein Schicksal ist einzig; preise die übrigen glücklich—so ist noch keiner gequält worden.—dann lese ich einen Dichter der Vorzeit, und es ist mir, als säh’ ich in mein eignes Herz. Ich habe so viel auszustehen! Ach, sind denn Menschen vor mir schon so elend gewesen?
Johann Wolfgang von Goethe
Wäre die Welt ein Meer', sagte dein Herz, 'ich würde mit dir meine Segel setzen und durch die Wellen der Träume gleiten. Ich würde den frischen Wind des Lebens in deinem Gesicht spüren und die Insel der Liebe ansteuern, um im Hafen der Leidenschaft den Anker auszuwerfen, um an Land zu gehen.
Ricarda Peter (Traum deines Herzens)
Was für ein Schlag, wenn das Herz eines Menschen mit so etwas fertig werden muss! Wer einen Bruder verliert, der verliert jemanden, mit dem er gemeinsam alt werden konnte, jemanden, der ihm eine Schwägerin, Nichten und Neffen bescheren sollte, Menschen, die den Baum eines Lebens bevölkern und ihm neue Zweige geben sollen. Den Vater zu verlieren heißt den zu verlieren, der dem Leben die Richtung gibt, denjenigen, zu dem man geht, wenn man in Not ist, der einen trägt und erhält, wie ein Stamm die Äste eines Baumes trägt. Und wenn man die Mutter verliert, das ist, als verlöre man die Sonne am Himmel.
Yann Martel (Life of Pi)
Lebe so, wie du es für richtig hältst. Und gehe, wohin dein Herz dich führt. Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Theaterproben. Darum: Singe, lache, tanze und ... liebe! Und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens... bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht.
Charlie Chaplin
Wir sind uns unbekannt, wir Erkennenden, wir selbst uns selbst: das hat seinen guten Grund. Wir haben nie nach uns gesucht ― wie sollte es geschehn, daß wir eines Tages uns fänden? Mit Recht hat man gesagt: »wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz«; unser Schatz ist, wo die Bienenkörbe unsrer Erkenntnis stehn.
Friedrich Nietzsche (On the Genealogy of Morals)
Wehe denen die sich der Gewalt bedienen, die sie über ein Herz haben, um ihm die einfachen Freuden zu rauben, die aus ihm selbst hervorkeimen. Alle Geschenke, alle Gefälligkeiten der Welt ersetzen nicht einen Augenblick Vergnügen an sich selbst, den uns eine neidische Unbehaglichkeit unsers Tyrannen vergällt hat.
Johann Wolfgang von Goethe (The Sorrows of Young Werther)
Denn nur Ehrgeiz entzündet sich am Zufall des Erfolges und leichten Gelingens, nichts aber erhebt dermaßen herrlich das Herz als der Untergang eines Menschen im Kampf gegen die unbesiegbare Übermacht des Geschicks, diese allezeit großartigste aller Tragödien, die manchmal ein Dichter und tausendmal das Leben gestaltet.
Stefan Zweig (Schachnovelle / Sternstunden der Menschheit)
Es gibt Augenblicke, in denen ich mich wie ein kleiner Vogel in einer großen schützenden Hand geborgen fühle. Gestern war mein Herz ein in der Falle gefangener Vogel. Jetzt ist der Vogel wieder frei und fliegt ungehindert über alles hinweg. Heute scheint die Sonne. Und jetzt packe ich mein Brot ein und mache mich auf den Weg.
Etty Hillesum
Ach, daß die Freundin meiner Jugend dahin ist, ach, daß ich sie je gekannt habe!—ich würde sagen: du bist ein Tor! Du suchst, was hienieden nicht zu finden ist! Aber ich habe sie gehabt, ich habe das Herz gefühlt, die große Seele, in deren Gegenwart ich mir schien mehr zu sein, als ich war, weil ich alles war, was ich sein konnte.
Johann Wolfgang von Goethe (Die Leiden Des Jungen Werthers)
Immer noch wehte der Wind herein und zerrte und riss am Vorhang. Die Tür klapperte, und das Rattern des Zuges klang hell und aufgeregt, wie ein unermüdlich vorwärtstreibendes pochendes Herz. Da ergriff mich, ja überwältigte mich, eine Aufbruchsstimmung wie noch nie. Eine Gier nach Neuem: neuen Orten, Gesichtern, ach egal, Hauptsache anders, als es war!
Joachim Meyerhoff (Alle Toten fliegen hoch: Amerika)
Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten, Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten? Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt? Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten, Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt; Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert.
Johann Wolfgang von Goethe (Faust I und II)
Der Westen ist bunt und spannend. Er riecht nach Kaffee und Kaugummi.
Maxim Leo (Haltet euer Herz bereit: Eine ostdeutsche Familiengeschichte)
Be wary of people who go out of their way in charity. They're usually compensating for some evil they're trying to erase.
Christopher Herz (Pharmacology)
Aware that hatred eats the soul of the hater rather than the hated, Alice reasons, “I am still grateful for life. Life is a present.
Caroline Stoessinger (A Century of Wisdom: Lessons from the Life of Alice Herz-Sommer, the World's Oldest Living Holocaust Survivor)
Ob du einsam bist, erkennst du am besten daran, dass du zwar zweihundertvier Freunde bei Facebook hast, aber im wirklichen Leben keinen einzigen.
Wulf Dorn (Mein böses Herz)
Wenn die Welt dich ärgert, sing ein Lied
Wulf Dorn (Mein böses Herz)
Wat boffen we toch. We zijn de rijkste mensen op aarde. Veel rijker dan miljonairs. Mensen die geen muziek in hun leven hebben zijn heel, heel arm.
Alice Herz-Sommer (Alice's Piano: The Life of Alice Herz-Sommer)
Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort Der Frauen weit geführt.
Johann Wolfgang von Goethe
Stark und weich, entschieden und sanft, robust und liebevoll - all das sind keine Gegensätze, sondern Eigenschaften von Menschen, die Großes bewegt haben.
Madeleine Darya Alizadeh (Starkes weiches Herz)
In gewisser Weise sind auch wir Bücherjäger", sagte Gofid. "Obwohl wir uns natürlich nicht der barbarischen Methoden dieser professionellen Mörder bedienen. Wir suchen aus Liebe, nicht aus Gier. Wir suchen mit Herz und Verstand, nicht mit Axt und Schwert. Wir suchen, um zu lernen, und nicht, um uns zu bereichern. Und wir suchen besser! Wir finden die wertvolleren Bücher.
Walter Moers
Und dann, wie die Tränen, die, wenn sie rund, stark und authentisch sind, bisweilen einen langen, von Zwietracht gewaschenen Strand hinter sich lassen, ist der Regen im Sommer, wenn er den unbewegten Staub fortspült, für die Seelen der Menschen wie ein endloser Atemzug. So sind gewisse Sommerregen in uns verankert wie ein neues Herz, das im Gleichklang mit dem anderen schlägt.
Muriel Barbery (The Elegance of the Hedgehog)
Een van de grootste geneugten van muziek is ervoor zorgen dat anderen ernaar luisteren, zodat je even het gevoel hebt dat je deel uitmaakt van een volmaakte wereld waarin alles goed is en mooi.
Alice Herz-Sommer (Alice's Piano: The Life of Alice Herz-Sommer)
Übrigens befinde ich mich hier gar wohl. Die Einsamkeit ist meinem Herzen köstlicher Balsam in dieser paradiesischen Gegend, und diese Jahreszeit der Jugend wärmt mit aller Fülle mein oft schauderndes Herz. Jeder Baum, jede Hecke ist ein Strauß von Blüten, und man möchte zum Maienkäfer werden, um in dem Meer von Wohlgerüchen herumschweben und alle seine Nahrung darin finden zu können.
Johann Wolfgang von Goethe (The Sorrows of Young Werther)
Und Schönheit ist kein Bedürfnis, sondern eine Verzückung. Sie ist weder ein dürstender Mund noch eine leere ausgestreckte Hand, Sondern ein entflammtes Herz und eine verzauberte Seele. Sie ist weder das Bild, das ihr sehen möchtet, noch das Lied, das ihr hören möchtet, Sondern ein Bild, das ihr seht, obwohl ihr eure Augen zumacht, und ein Lied, das ihr hört, obwohl ihr eure Ohren verschließt.
Kahlil Gibran
The thing you dread should be your first priority. Because if you’re not willing to find the chink in your armor, the Hopper, the Unknown and Unknowable, the randomness of life, will find it for you.
J.C. Herz (Learning to Breathe Fire: The Rise of CrossFit and the Primal Future of Fitness)
Und wer hat sein Versprechen dir gegenüber gebrochen?“, wollte Simon wissen und fragte sich selbst, wie er darauf kam. Aber da war etwas, worauf er den Finger nicht legen konnte. Cecil entzog sich ganz sicher nicht nur ihm. Er war davon überzeugt, dass es keinen Menschen gab, der sein Herz zu berühren vermochte. Und wenn, dann würde er wahrscheinlich über kurz oder lang auf Abstand gebracht werden.
Alex R. Crane (No Control ((Non)Consensual acts 1))
Was ist, wenn einer zufällig von einem Herzen besessen ist, dem nicht zu trauen ist? Wenn dein tiefstes Inneres dich singend zum Scheiterhaufen lockt, sollst du dich dann lieber abwenden, dir die Ohren mit Wachs verstopfen, den perversen Glanz ignorieren, von dem dein Herz dir zubrüllt? [...] Oder ist es besser, dich - wie Boris - kopfüber und lachend in das heilige Wüten zu stürzen, das deinen Namen ruft?
Donna Tartt (The Goldfinch)
CrossFit firebreather eventually discovers: the chief competitive advantage in this sport is the ability to endure discomfort. The willingness to sacrifice comfort is what makes all the other gains possible.
J.C. Herz (Learning to Breathe Fire: The Rise of CrossFit and the Primal Future of Fitness)
Sein Grinsen verschwand. »Sie müssen das verstehen, Gnädigste.« Er beugte sich zu ihr hin und sah sie mit ernstem Ausdruck an. »Das ist eine einmalige Gelegenheit. Ich konnte nicht widerstehen. Sie haben selbst gesagt, damit ginge mein sehnlichster Wunsch in Erfüllung.« Seine dunklen Augen glitzerten hinterlistig. Ein verschlagener Unterton schwang in seiner Stimme mit. »Sicherlich macht es denen nichts aus, wenn Sie sie den lieben langen Tag mit Ihren nervtötenden Fragen löchern.« Katherine fühlte, wie ihr das Blut aus den Wangen wich. Eiskalte Furcht kroch in ihr Herz, schien in jeden Winkel ihres Körpers zu dringen, während ihr Blick zwischen Joes höhnisch grinsender Miene und den näherkommenden Arapaho hin und her ruckte. Nein! Die Indianer würden sie nicht bekommen! Ein erbitterter Überlebenswille erwachte in ihr, packte sie mit Macht.
Melanie Nova (Die Avantgardistin: Westwärts (German Edition))
Benutze dieses Wort nicht", verlangte sie und sah endlich von dem Automaten auf. "Welches Wort?" "Rostfresser, Fingerschnipser... es fängt immer mit Worten an, und genau dort sollte es auch enden", verlangte Mathilda.
Sarah Stoffers (Rostiges Herz (Berlin, #1))
Einen Moment spricht niemand. Stille schwebt durch die Luft wie ein fauliger Gestank, der in Loreen einen Brechreiz auszulösen droht. Slash springt auf und für einen Sekundenbruchteil kann Loreen wieder atmen. Doch dann hört sie ihn »Ja, das tue ich.« antworten. Hinter ihr läuft er stürmisch vorbei, nimmt auf dem Weg ihr Herz mit, verlässt das Gebäude und zerschmettert es unachtsam am Ausgang, als die schwere Tür ins Schloss kracht.
Martina Riemer (Essenz der Götter I (Essenz der Götter, #1))
You need to be careful of people who tell you that adventure exists at the next turn--because it turns out that they are not really walking into a story, but running away from a history that chases them throughout time.
Christopher Herz (Pharmacology)
Deine Knie seien mein einziger Stuhl. Dein Rücken mein Tisch. Deine Augen meine Fenster. Dein Mund sei das Glas, aus dem ich trinke. Dein Herz meine Nahrung, dein Puls meine Uhr, dein Leben meine Zeit. Dein Atem sei meine Luft. Dein Gesicht mein Mond, wenn du dich bei Nacht über mich beugst, und meine Sonne, wenn du bei Tag für mich lachst. Deine Stimme sei mein einziges Geräusch. Dein Puls meine Uhr, dein Leben meine Zeit. Dein Tod sei meiner.
Juli Zeh (Corpus Delicti: Ein Prozess)
Nicht die große, seltne Not der Welt, diese Fluten, die eure Dörfer wegspülen, diese Erdbeben, die eure Städte verschlingen, rühren mich; mir untergräbt das Herz die verzehrende Kraft, die in dem All der Natur verborgen liegt; die nichts gebildet hat, das nicht seinen Nachbar, nicht sich selbst zerstörte. Und so taumle ich beängstigt. Himmel und Erde und ihre webenden Kräfte um mich her: ich sehe nichts als ein ewig verschlingendes, ewig wiederkäuendes Ungeheuer.
Johann Wolfgang von Goethe (The Sorrows of Young Werther)
Jeder von uns hat zweierlei Geist. Einen wachen Geist und einen schlafenden Geist. Unser wacher Geist ist der, der denkt und spricht. Unser schlafender Geist aber ist viel mächtiger. Er schaut tief in das Herz der Dinge hinein. Das ist der Teil von uns, der träumt. Er erinnert sich an alles. Er verleiht uns die Intuition. Dein wacher Geist versteht das Wesen der Namen nicht. Dein schlafender Geister versteht es durchaus. Er weiß bereits vieles, was dein wacher Geist nicht weiß.
Patrick Rothfuss (The Name of the Wind (The Kingkiller Chronicle, #1))
Hero WODs are meant to take an athlete outside himself. They’re supposed to put you in the Hurt Locker. They put you on the ground. You feel like you’re about to die. Then you get up, and remember some incredibly strong, brave young guy who didn’t.
J.C. Herz (Learning to Breathe Fire: The Rise of CrossFit and the Primal Future of Fitness)
Das Herz ist das Unbegrenzte am Menschen, der Geist ist begrenzt. Man liebt Gott von ganzem Herzen, nicht aber mit ganzem Geist. Ich habe beobachtet, dass die Herzlosen, deren Zahl bedeutender ist, als man glaubt, einen ausgesprochenen Egoismus mit einer gewissen Geistesarmut paaren, denn erst das Herz gibt allem im Menschen das rechte Mass. Solche Menschen sind eifersuechtig und undankbar, und man braucht ihnen nur Gutes zu erweisen, wenn man sie zu Feinden haben will.” GESAMT WERKE. Band 14
Ernst Jünger
Mein Herz stolpert, ich kann mich nicht regen. Ich muss an Arwas Worte denken, dass sie sich kein Mitgefühl erlauben, sich nicht das Recht zusprechen kann, unglücklich zu sein. Es ist schwer für uns, unsere Position nicht mit der von unseren Eltern zu vergleichen und uns für unsere Privilegien nicht schuldig zu fühlen. Ich kann die Ängste und Sorgen meiner Eltern nachempfinden, aber die Linie zwischen Dankbarkeit und Selbstaufopferung ist fein. Gefühlt mein Leben lang habe ich versucht, den Ausgleich zu finden.
Mehwish Sohail (Like water in your hands (Like This, #1))
Mondschein Wie eine seltne Gegend ist dein Herz, Wo Masken, die mit Bergamasken schreiten, Zum Tanze spielen voll geheimem Schmerz Im Truggewand, mit dem sie bunt sich kleiden. Obgleich in weichem Ton sie singen, wie Der Liebe Sieg dem Lebensglück sich eine, So glauben doch nicht an die Freude sie, Und ihr Gesang fliesst hin im Mondenscheine. Im kalten Mondenschein, des trübe Pracht Die Vögel träumen lässt auf ihren Zweigen, Und der die Wasserstrahlen weinen macht, Die schlank aus weissen Marmorschalen steigen.
Paul Verlaine (Selected Poems)
Du kannst darüber weinen, dass er/sie gegangen ist, oder du kannst lächeln, weil er gelebt hat. Du kannst die Augen schliessen und beten, dass er wiederkommt oder du kannst sie öffnen und sehen, was er/sie zurückgelassen hat. Dein Herz kann leer sein, weil du ihn/sie nicht sehen kannst, oder es kann voll der Liebe sein, die er für dich und andere hatte. Du kannst weinen und ganz leer sein oder du kannst tun, was er/sie von dir wollte, dass du lächelst, deine Augen öffnest, Liebe gibst und weiterlebst. (Verfasser Unbekannt)
Pascal Voggenhuber (Kinder in der Geistigen Welt)
Ich denke, dass es möglich ist, viele Menschen gleichzeitig zu lieben. Aber ich halte es nicht für möglich zwei Menschen auf genau dieselbe Art und Weise zu lieben. (...) Es gibt Menschen, die kommen in unser Leben und nehmen ein kleines Stück unseres Herzens mit, wenn sie wieder gehen. Diese Liebe behalten sie also für immer bei sich. Aber das Herz ist robust und heilt sich irgendwann selbst. Das neue Herz ist also nicht das gleiche wie das alte. Und deshalb können wir zwei Menschen nicht auf die gleiche Art und Weise lieben.
Vi Keeland (Park Avenue Player)
I look at the good. When you are relaxed, your body is always relaxed. When you are pessimistic, your body behaves in an unnatural way. It is up to us whether we look at the good or the bad. When you are nice to others, they are nice to you. When you give, you receive.
Alice Herz-Sommer
Du hast dich also schon entschieden", sagt er schließlich. "Was möchtest du jetzt noch von uns hören?" Ja, was denn, Tariq? Was willst du? Du weißt doch, woran sie glauben, wie sie zu alldem stehen. Du kennst sie. Und dennoch sage ich: "Ich will eure Erlaubnis." Es ist etwas zutiefst Kulturelles und womöglich unmöglich für andere zu verstehen, aber es ist das, was ich am Ende brauche, um mit einem möglichst leichten Herz auszuziehen. Die Antwort meiner Eltern entscheidet nicht darüber, was ich machen werde, aber ich möchte sie dennoch haben.
Mehwish Sohail (Like water in your hands (Like This, #1))
Die Sache mit den Außenseitern ist folgende: Die Sadeem-Geschwister sind bekannt dafür, immer und überall verlorene Seelen aufzuklauben und unter ihre Fittiche zu nehmen. Nuh, der ständig streunende Katzen oder verletzte Vögel nach Hause bringt. Abi und seine absolut skurrilen, über ganz Wien verteilten Bekanntschaften. Maya und ihre überbemutternde Fürsorge, Uzair, der mit seinen zwölf Jahren bereits das Herz seiner ganzen Schule erobert hat – wir haben in unserem Leben für jeden Platz, aber besonders für jene, die sonst nirgends einen Ort für sich finden.
Mehwish Sohail (Like water in your hands (Like This, #1))
Sie braucht ewig lange, um eine Antwort zu schicken. Tausendzweihundert Sekunden, um es genau zu nehmen. Nicht dass ich mitzähle, das ist nur mein Herz, das zu heftig schlägt. Vielleicht ist es sogar ein Donnern. Ich weiß es nicht. Ich hör eh nur Rauschen. Ihre Antwort besteht aus einem einzigen Wort. Hi. Ich kann vor mir sehen, wie sie ihren Blick senkt. Wie sie das Wort viel zu schnell, viel zu hastig sagt und dann so tut, als hätte sie es nicht so gemeint. Als würde sie darauf hoffen, dass man sie gar nicht erst hört. Aber ich höre dich, ich höre dich immer.
Mehwish Sohail (Like water in your hands (Like This, #1))
On the woman's arm, walking her proudly down the street, was a tall man who, although old in physical age, walked with the pride of a king because he knew that the most valuable thing in his life was not in his wallet or his book of accomplishments, but was walking right next to him.
Christopher Herz (The Last Block in Harlem)
Ist es nicht genug, daß wir einander nicht glücklich machen können, müssen wir auch noch einander das Vergnügen rauben, das jedes Herz sich noch manchmal selbst gewähren kann? Und nennen Sie mir den Menschen, der übler Laune ist und so brav dabei, sie zu verbergen, sie allein zu tragen, ohne die Freude um sich her zu zerstören! Oder ist sie nicht vielmehr ein innerer Unmut über unsere eigene Unwürdigkeit, ein Mißfallen an uns selbst, das immer mit einem Neide verknüpft ist, der durch eine törichte Eitelkeit aufgehetzt wird? Wir sehen glückliche Menschen, die wir nicht glücklich machen, und das ist unerträglich.
Johann Wolfgang von Goethe (The Sorrows of Young Werther)
Mariann bekam keine schlechten Geschenke. Herr und Frau Direktor hatten ihr Äußerstes getan, um den fünfzehnten Geburtstag ihrer Tochter würdig zu feiern. Hör zu: einen kleinen Reisekoffer aus Schweinsleder, zwei Pyjamas aus der herrlichsten Japanseide, ein rotes Maniküre-Etui, ein allerliebstes silbernes Armband, fünfundzwanzig Kronen in bar und drei Paar Nylons. Aber kein einziges Buch! Ich müßte mindestens fünfmal Geburtstag haben, um so viele Dinge einzuheimsen wie Mariann an einem einzigen — und trotzdem! Hätte ich Geburtstag und bekäme kein Buch, ich würde anfangen, in allem Ernst an der Weltordnung zu zweifeln.
Astrid Lindgren (Britt-Mari erleichtert ihr Herz)
Es ist ein trauriger Augenblick, wenn ein junger Mann seine süßesten Träume, seine schönsten Hoffnungen in nichts zerrinnen sieht,- wenn der Rosenschleier vor ihm zerreißt, durch welche er die Gedanken und das Treiben der Menschen beobachtete, und doch bleibt ihm in diesem schmerzlichen Augenblick noch eine Hoffnung, die Hoffnung, die Träume, die er verloren, durch neue Illusionen zu ersetzen, die zwar nicht weniger flüchtig, aber dafür auch nicht weniger verführerisch sind... Aber womit soll man diese Gaben der Jugend in den Jahren eines Maxim Maximitsch ersetzen? Die Seele verschließt sich, das Herz verhärtet sich...
Mikhail Lermontov (A Hero of Our Time)
The Harlot’s House. We caught the tread of dancing feet, We loitered down the moonlit street, And stopped beneath the harlot’s house. Inside, above the din and fray, We heard the loud musicians play The ‘Treues Liebes Herz’ of Strauss. Like strange mechanical grotesques, Making fantastic arabesques, The shadows raced across the blind. We watched the ghostly dancers spin To sound of horn and violin, Like black leaves wheeling in the wind. Like wire-pulled automatons, Slim silhouetted skeletons Went sidling through the slow quadrille. They took each other by the hand, And danced a stately saraband; Their laughter echoed thin and shrill. Sometimes a clockwork puppet pressed A phantom lover to her breast, Sometimes they seemed to try to sing. Sometimes a horrible marionette Came out, and smoked its cigarette Upon the steps like a live thing. Then, turning to my love, I said, ‘The dead are dancing with the dead, The dust is whirling with the dust.’ But she—she heard the violin, And left my side, and entered in: Love passed into the house of lust. Then suddenly the tune went false, The dancers wearied of the waltz, The shadows ceased to wheel and whirl. And down the long and silent street, The dawn, with silver-sandalled feet, Crept like a frightened girl.
Oscar Wilde (Complete Works Of Oscar Wilde (ShandonPress))
Ich bat ihn derart inständig darum, daß er nicht umhin konnte, entweder sein Wort zu halten oder zu brechen, trotzdem er alles aufbot und auch seiner Mutter Vermittlung brauchte, um meinen Entschluß zu ändern. Der ganze Grund lag in mir, denn mein Herz hatte sich ganz von ihm abgewandt. Ich hatte Abscheu mit ihm zu Bette zu gehen und fand tausend Vorwände als Krankheit, Unmut und dergleichen, damit er mich nicht berühren sollte, weil ich nichts so sehr fürchtete als wieder schwanger zu werden, und dadurch wäre meine Reise nach England, wenn auch nicht aufgehoben, so doch wieder hinausgeschoben worden. Indes reizte ich ihn dadurch
Daniel Defoe (Moll Flanders)
Sein ganzes Leben eine unausgesetzte Schwächung, immer entwich irgendwas, ohne dass mal was hinzugekommen wäre. Nie ist etwas in Schwingung geraten, dabei hätte man nur mal eine Saite anzupfen müssen, früher, und gleich hätte das ganze Orchester mit eingestimmt. Er ist erfüllt, von oben bis unten ausgegossen mit diesem brennenden Schmerz, sein Herz ein blutender, schwerer Klumpen, der langsam nach unten durchsackt. Er steht auf und schleicht nach draußen, um sich dem Strom derer anzuschließen, die unverdaut wieder ausgespuckt wurden und nun verglühen in den Feuern der Einsamkeit. Wie lange erträgt man es, zu wissen, dass nichts mehr kommt?
Heinz Strunk (Die Zunge Europas)
Sadly, the failure rate of diets is a whopping 95 percent. After a major weight plunge, most people gain back all the weight they have lost within five years, and many gain it back with interest. Indeed, in a study of 19,000 healthy men the best predictor for weight gain over a four-year period was having been on a weight-loss diet beforehand.
Rachel Herz (Why You Eat What You Eat: The Science Behind Our Relationship with Food)
Sammelten heute wir Tapfersten uns im Lager zum Handstreich, wo man besonders deutlich erkennt, was der einzelne leistet - wo sich der Feigling genauso entpuppt wie der mutige Streiter; denn der Jämmerling wechselt ununterbrochen die Farbe, ruhig zu sitzen, verwehrt ihm die Aufregung, unstet nur hockt er, stützt sich bald auf den rechten Fuß und bald auf den linken; ungestüm schlägt ihm das Herz in der Brust, wenn er schaudernd sich ausmalt, wie ihn vielerlei Keren bedrohen, ihm klappern die Zähne; aber der Tapfere kennt kein Wechseln der Farbe, kein Zittern, hat er die Ausgangsstellung zum Handstreich einmal bezogen, wünscht nur möglichst schnell in den bitteren Kampf sich zu stürzen -, schwerlich träfe dann Tadel deine kraftvollen Fäuste!
Homer (The Iliad)
»Marie, was bedeutet denn das? Da ist ja ein Herz draufgezeichnet und ein Pfeil und drei Buchstaben: E. v. B.?« Die Alte kam plötzlich ganz nahe an Manuela heran, so daß diese ihren Atem, der nach Kaffee roch, im Gesicht spürte. Eine ihrer braunen runzligen Hände legte sich auf Manuelas Arm, und lüstern sah sie ihr ins Gesicht, um die Wirkung ihrer Worte zu beobachten. »Was das heißt? Das heißt Elisabeth von Bernburg. Eine von den ›Damen‹. Die Damen, das sind die Erzieherinnen, müssen Sie wissen.« Und da Manuela noch kein Verständnis zeigte, flüsterte sie, als sei es ein tiefes Geheimnis: »Das junge Fräulein, dem diese Kokarde früher gehört hat, die hat eben wahrscheinlich für Fräulein von Bernburg was übriggehabt.« Manuela blickt etwas ratlos die Alte an. Diese reißt ihre Augen auf und, tausend Falten auf der Stirn, bohrt sie ihren unsauberen Blick in den des Kindes: »Geliebt – geliebt hat sie sie.«
Christa Winsloe (The Child Manuela)
Der Glaube an Gott ist ein Sichöffnen, ein Loslassen, ein tiefes Vertrauen, eine bedingungslose Liebe – aber manchmal war es so schwer zu lieben. Manchmal sank mein Herz vor Wut, Verzagtheit und Erschöpfung so tief, dass ich befürchtete, es würde bis ganz hinab auf den Grund des Pazifiks sinken und ich würde es nie wieder heraufziehen können. In solchen Augenblicken versuchte ich mir Mut zu machen. Ich fasste mir an den Turban, den ich mir aus den Überresten meines Hemds gewunden hatte und rief: „DAS IST GOTTES HUT!“ Ich fuhr mir über meine Hosen und rief: „DAS SIND GOTTES KLEIDER!“ Ich wies auf Richard Parker und rief: „DAS IST GOTTES KATZE!“ Ich wies auf das Rettungsboot und rief: „DAS IST GOTTES ARCHE!“ Ich breitete meine Arme weit und rief: „DAS SIND DIE GÖTTLICHEN GEFILDE!“ Ich hob den Finger zum Himmel und rief: „DAS IST GOTTES OHR!“ Auf diese Weise rief ich mir ins Gedächtnis, was die Schöpfung war und wo ich meinen Platz darin hatte.
Yann Martel (Life of Pi)
Weißt du, welchen Fehler man immer wieder macht? Den, zu glauben, das Leben sei unwandelbar und wenn man einmal einen Weg eingeschlagen habe, müsse man ihn auch bis zum Ende gehen. Das Schicksal hat viel mehr Fantasie als wir. Gerade, wenn du glaubst, du befändest dich in einer ausweglosen Situation, wenn du den Gipfel höchster Verzweiflung erreichst, verändert sich mit der Geschwindigkeit eines Windstoßes alles, dreht sich und plötzlich lebst du unvermutet ein neues Leben
Susanna Tamaro (Follow Your Heart)
Das Vergnügen einsamer Spaziergänge beruht gewiss auch darauf, dass man das Seine mit sich trägt. Unser Bewusstsein begleitet uns gleich einem Kugelspiegel, oder besser gleich einer Aura, deren Mittelpunkt wir sind. Die schönen Bilder dringen in diese Aura ein und erfahren in ihr eine atmosphärische Veränderung. So schreiten wir unter Zeichen wie unter Nordlichtern, Sonnenringen und Regenbögen dahin. Diese erlesene Vermählung und Zeugung mit der Welt gehört zu den höchsten Genüssen, die uns beschieden sind.
Ernst Jünger (Das abenteuerliche Herz: Zweite Fassung - Figuren und Capriccios)
„Wenn man einen Dieb darstellt, eine gefallene Frau oder einen aufgeblasenen Dummkopf, darf man doch den Menschen nicht vergessen. Wo ist sie denn die Menschlichkeit? Sie wollen alleine mit dem Kopf schreiben. (..) Glaubt ihr denn man braucht zum Denken kein Herz? Durch die Liebe trägt es ja erst Früchte. Reicht ihm die Hand, dem fallenden Menschen, um ihn aufzurichten oder weint bitterlich, wenn er zu Grunde geht. Aber verhöhnt ihn nicht! Liebt ihn, seht euch selber in ihm und geht mit ihm um wie euresgleichen. Dann werde ich euch lesen und das Haupt vor euch neigen. (..) Diebe und gefallene Frauen stellt ihr da, aber den Menschen vergesst ihr. Oder ihr seid unfähig ihn darzustellen. Von welcher Kunst ist denn hier die Rede? Welche poetischen Fragen habt ihr denn gefunden? Entlarvt das Laster und den Schmutz, aber bitte ohne den Anspruch poetisch zu sein. (..) Sie vergessen, dass diesem unwürdigen Gefäss ein höherer Ursprung inne wohnt. Das es zwar ein verdorbener Mensch ist, aber immerhin immer noch ein Mensch ist.
Ivan Gontcharoff (Oblomov)
Es ist eine rätselhafte Sache um die menschlichen Leidenschaften und Kindern geht es damit nicht anders als Erwachsenen. Diejenigen, die davon befallen werden, können sie nicht erklären und diejenigen, die nichts dergleichen je erlebt haben, können sie nicht begreifen. Es gibt Menschen, die setzen ihr Leben aufs Spiel, um einen Berggipfel zu bezwingen. Niemand, nicht einmal sie selbst, könnten wirklich erklären warum. Andere ruinieren sich, um das Herz einer bestimmten Person zu erobern, die nichts von ihnen wissen will. Wieder andere richten sich zugrunde, weil sie den Genüssen des Gaumens nicht widerstehen können - oder denen der Flasche. Manche geben all ihr Hab und Gut hin, um im Glücksspiel zu gewinnen, oder opfern alles einer fixen Idee, die niemals Wirklichkeit werden kann. Einige glauben, nur dann glücklich sein zu können, wenn sie woanders wären, als sie sind, und reisen ihr Leben lang durch die Welt. Und ein paar finden keine Ruhe, ehe sie nicht mächtig geworden sind. Kurzum, es gibt so viele verschiedene Leidenschaften, wie es verschiedene Menschen gibt.
Michael Ende (Die unendliche Geschichte)
Mein Sein hat sich ein Leben lang weiterentwickelt. Schritt für Schritt taste ich mich, detailverliebt und horizontsüchtig, so weiter ins Ungewisse hinein. Es waren immer schon Träume, die mich getragen haben. Das Glück kam mit dem jeweiligen Weg, wenn er richtig war, hinzu. Erfolg hatte ich, weil ich die kühnsten Ideen zugelassen habe. Ich bin weder mutiger noch stärker als andere, auch nicht gescheiter. Meine Lungen haben ein bescheidenes Fassungsvermögen, mein Herz ist schon einmal operiert worden und mein Gehwerkzeug häufiger geflickt. Ich bin immer wieder aufgestanden, häufiger als andere. Auch wenn ich am Boden lag, habe ich nie zu träumen aufgehört. Ich habe meine Träume wahr gemacht, tausendundeine Idee umgesetzt. Meine Kunst zu leben – den Kopf in den Wolken, die Füße fest auf der Erde, den Tod im Blick – steckt in der Identifikation mit meinen Zielen. Weder mit meinen handwerklichen Fähigkeiten noch mit der Stimme oder der Sprache fähig, Kunstwerke zu schaffen, habe ich mich in der Kunst des Überlebens geübt. Wo immer ich dabei hinging, am Ende ging es nur noch zu Fuß weiter. Wie zu all meinen Museen auch.
Reinhold Messner (Über Leben)
Es hat sich vor meiner Seele wie ein Vorhang weggezogen, und der Schauplatz des unendlichen Lebens verwandelt sich vor mir in den Abgrund des ewig offenen Grabes. Kannst du sagen: Das ist! Da alles vorübergeht? Da alles mit der Wetterschnelle vorüberrollt, so selten die ganze Kraft seines Daseins ausdauert, ach, in den Strom fortgerissen, untergetaucht und an Felsen zerschmettert wird? Da ist kein Augenblick, der nicht dich verzehrte und die Deinigen um dich her, kein Augenblick, da du nicht ein Zerstörer bist, sein musst; der harmloseste Spaziergang kostet tausend armen Würmchen das Leben, es zerrüttet ein Fußtritt die mühseligen Gebäude der Ameisen und stampft eine kleine Welt in ein schmähliches Grab. Ha! Nicht die große, seltne Not der Welt, diese Fluten, die eure Dörfer wegspülen, diese Erdbeben, die eure Städte verschlingen, rühren mich; mir untergräbt das Herz die verzehrende Kraft, die in dem All der Natur verborgen liegt; die nichts gebildet hat, das nicht seinen Nachbar, nicht sich selbst zerstörte. Und so taumle ich beängstigt. Himmel und Erde und ihre webenden Kräfte um mich her: ich sehe nichts als ein ewig verschlingendes, ewig wiederkäuendes Ungeheuer.
Johann Wolfgang von Goethe (The Sorrows of Young Werther)
Social science now tells us that if we can take indigent girls between the ages of 10 and 14 and give them a basic education, we can change the fabric of an entire community. If we can capture them in that fleeting window, great social advances can be achieved. Give enough young girls an education and per capita income will go up; infant mortality will go down; the rate of economic growth will increase; the rate of HIV/AIDS infection will fall. Child marriages will be less common; child labor, too. Better farming practices will be put into place, which means better nutrition will follow, and overall family health in that community will climb. Educated girls, as former World Bank official Barbara Herz has written, tend to insist that their children be educated. And when a nation has smaller, healthier, better-educated families, economic productivity shoots up, environmental pressures ease, and everyone is better-off. As Lawrence Summers, a former Harvard University president, put it: “Educating girls may be the single highest return investment available in the developing world.” Why is that? Well, you can make all the interpretations you like; you can posit the gendered arguments; but the numbers do not lie.
Elizabeth Gilbert (The Best American Travel Writing 2013: A Collection of Lush Literary Essays from Far-Flung Locales)
Der aufgeregte Ausruf lenkte die Aufmerksamkeit aller jäh auf Elam, Mrs Langstons Sohn, der auf einen dunklen Punkt in der Nähe eines entfernten Hügelkamms deutete. Ein Reiter war dort von den Rauchwolken ausgespuckt worden und jagte, den Oberkörper tief über den Hals seines grauen Pferdes gebeugt, in halsbrecherischem Tempo auf die Ranch zu. Katherine verspürte ein mulmiges Flattern in der Magengegend. Angst erfasste sie. Brachte er schlechte Neuigkeiten? Waren ihre Männer und die Rinderherde etwa dem Feuer zum Opfer gefallen? »Das is’ Danny!« Grouch hatte die Augen mit der Hand beschattet, um den Reiter besser erkennen zu können. Katherines Herz setzte einen Schlag aus. Ohne nachzudenken, sprang sie von der Veranda und lief ihrem Stiefbruder mit gerafften Röcken entgegen. Ihre Beine schienen sich wie von selbst zu bewegen. Das trockene Gras knisterte unter ihren Stiefeln, während sie an Beifußsträuchern und Feigenkakteen vorbeirannte; mit jedem Tritt wirbelten ihre Absätze kleine Staubfontänen auf. Schweiß rann ihr den Rücken hinunter, ihre Rippen schmerzten unter dem geschnürten Korsett. Die Hitze ließ die Luft flirren. Sie hörte, wie Willie, der sich offensichtlich an ihre Fersen geheftet hatte, Dannys Namen rief, doch sie hielt ihn nicht davon ab, ihr zu folgen. Einige Minuten vergingen, während sie keuchend über die Grasebene hetzte, dann hatte Danny sie erreicht und brachte sein Pferd schlitternd vor ihr zum Stehen. Mit einer hastigen Bewegung riss er sich das Halstuch vom Gesicht, das von Schweiß und Ruß dunkel verschmiert war. »Habt ihr den Verstand verloren?«, fuhr er sie an, während er seinen nervösen, schweißbedeckten Wallach zu zügeln versuchte. »Habt ihr den ganzen Rauch nicht gesehen? Ihr müsst so schnell wie möglich fort von hier, verdammt!« Katherine rang mühsam nach Atem, nicht in der Lage, ihm zu antworten. Wegen der drückenden Hitze und des engen Korsetts war ihr ganz schwindelig. Hektisch sprang Danny aus dem Sattel und streckte Willie die Zügel hin. »Los, rauf mit dir und sag den anderen, sie sollen sich beeilen!«, befahl er dem Jungen. Ohne Umschweife hob er Willie in den Sattel und gab dem Wallach einen kräftigen Klaps auf die Hinterhand. Augenblicklich preschte der Schimmel los. »W–Was ist mit den Männern und der Herde?«, brachte Katherine keuchend hervor. Ihr Puls raste so sehr in ihrer Brust, dass es wehtat. »Sorg dich lieber um dich selbst, Mädel!« Danny packte sie am Arm und zog sie grob mit sich, als er sich in Richtung Ranch in Bewegung setzte. »Du musst mit den anderen schnellstmöglich zum Fort. Starke Windböen heizen das Feuer an, so dass es sich rasch ausbreitet. Ich weiß nicht, ob die Brandschneise es aufhalten wird.«
Melanie Nova (Die Avantgardistin: Westwärts (German Edition))
O lieb', solang du lieben kannst! O lieb', solang du lieben kannst! O lieb', solang du lieben magst! Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Wo du an Gräbern stehst und klagst! Und sorge, daß dein Herze glüht Und Liebe hegt und Liebe trägt, Solang ihm noch ein ander Herz In Liebe warm entgegenschlägt! Und wer dir seine Brust erschließt, O tu ihm, was du kannst, zulieb'! Und mach' ihm jede Stunde froh, Und mach ihm keine Stunde trüb! Und hüte deine Zunge wohl, Bald ist ein böses Wort gesagt! O Gott, es war nicht bös gemeint, - Der andre aber geht und klagt. O lieb', solang du lieben kannst! O lieb', solang du lieben magst! Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Wo du an Gräbern stehst und klagst! Dann kniest du nieder an der Gruft Und birgst die Augen, trüb und naß, - Sie sehn den andern nimmermehr - Ins lange, feuchte Kirchhofsgras. Und sprichst: O schau' auf mich herab, Der hier an deinem Grabe weint! Vergib, daß ich gekränkt dich hab'! O Gott, es war nicht bös gemeint! Er aber sieht und hört dich nicht, Kommt nicht, daß du ihn froh umfängst; Der Mund, der oft dich küßte, spricht Nie wieder: Ich vergab dir längst! Er tat's, vergab dir lange schon, Doch manche heiße Träne fiel Um dich und um dein herbes Wort - Doch still - er ruht, er ist am Ziel! O lieb', solang du lieben kannst! O lieb', solang du lieben magst! Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Wo du an Gräbern stehst und klagst!
Ferdinand Freiligrath
»O du Gott im Himmel, vergib mir, was ich getan; ich war ein Kind ... Aber nein, nein, ich war kein Kind, ich war alt genug, um zu wissen, was ich tat. Ich hab es auch gewußt, und ich will meine Schuld nicht kleiner machen, ... aber das ist zuviel. Denn das hier, mit dem Kinde, das bist nicht du, Gott, der mich strafen will, das ist er, bloß er! Ich habe geglaubt, daß er ein edles Herz habe, und habe mich immer klein neben ihm gefühlt; aber jetzt weiß ich, daß er es ist, er ist klein. Und weil er klein ist, ist er grausam. Alles, was klein ist, ist grausam. Das hat er dem Kinde beigebracht, ein Schulmeister war er immer, Crampas hat ihn so genannt, spöttisch damals, aber er hat recht gehabt. '0 gewiß, wenn ich darf.' Du brauchst nicht zu dürfen; ich will euch nicht mehr, ich hasse euch, auch mein eigen Kind. Was zuviel ist, ist zuviel. Ein Streber war er, weiter nichts. – Ehre, Ehre, Ehre ... und dann hat er den armen Kerl totgeschossen, den ich nicht einmal liebte und den ich vergessen hatte, weil ich ihn nicht liebte. Dummheit war alles, und nun Blut und Mord. Und ich schuld. Und nun schickt er mir das Kind, weil er einer Ministerin nichts abschlagen kann, und ehe er das Kind schickt, richtet er's ab wie einen Papagei und bringt ihm die Phrase bei 'wenn ich darf'. Mich ekelt, was ich getan; aber was mich noch mehr ekelt, das ist eure Tugend. Weg mit euch. Ich muß leben, aber ewig wird es ja wohl nicht dauern.«
Theodor Fontane (Effi Briest)
Mitbürger! Freunde! Römer! hört mich an: Begraben will ich Cäsarn, nicht ihn preisen. Was Menschen Übles tun, das überlebt sie, Das Gute wird mit ihnen oft begraben. So sei es auch mit Cäsarn! Der edle Brutus Hat euch gesagt, daß er voll Herrschsucht war; Und war er das, so war's ein schwer Vergehen, Und schwer hat Cäsar auch dafür gebüßt. Hier, mit des Brutus Willen und der andern (Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann, Das sind sie alle, alle ehrenwert), Komm ich, bei Cäsars Leichenzug zu reden. Er war mein Freund, war mir gerecht und treu; Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war, Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann. Er brachte viel Gefangne heim nach Rom, Wofür das Lösegeld den Schatz gefüllt. Sah das der Herrschsucht wohl am Cäsar gleich? Wenn Arme zu ihm schrien, so weinte Cäsar; Die Herrschsucht sollt aus härterm Stoff bestehn. Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war, Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann. Ihr alle saht, wie am Lupercusfest Ich dreimal ihm die Königskrone bot, Die dreimal er geweigert. War das Herrschsucht? Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war, Und ist gewiß ein ehrenwerter Mann. Ich will, was Brutus sprach, nicht widerlegen; Ich spreche hier von dem nur, was ich weiß. Ihr liebtet all ihn einst nicht ohne Grund; Was für ein Grund wehrt euch, um ihn zu trauern? O Urteil, du entflohst zum blöden Vieh, Der Mensch ward unvernünftig! – Habt Geduld! Mein Herz ist in dem Sarge hier beim Cäsar, Und ich muß schweigen, bis es mir zurückkommt.
William Shakespeare (Julius Caesar)
It is difficult to be a saint, because even a patient and long-suffering nature will not readily endure such a high degree of differentiation and defends itself in its own way. The constant companion of sanctity is temptation, without which no true saint can live. We know that these temptations can pass off unconsciously, so that only their equivalents reach consciousness in the form of symptoms. We know, too, that Herz traditionally rhymes with Schmerz.38 It is a well-known fact that hysterics substitute a physical pain for a psychic pain which is not felt because repressed. Catherina Emmerich’s biographer has understood this more or less correctly, but her own interpretation of the pain is based, as usual, on a projection: it is always the others who secretly say all sorts of wicked things about her, and this is the cause of her pains. The facts of the matter are rather different: the renunciation of all life’s joys, this fading before the flower, is always painful, and especially painful are the unfulfilled desires and the attempts of nature to break through the barrier of repression, without which no such differentiation would be possible. The gossip and sarcastic gibes of the sisters very naturally pick on these painful things, so that it must seem to the saint as if her difficulties came from there. She could hardly know that gossip is very apt to take over the role of the unconscious, and, like a skilled adversary, always aims at the chinks in our armour of which we know nothing.
C.G. Jung (Collected Works of C. G. Jung, Volume 5: Symbols of Transformation (The Collected Works of C. G. Jung))
Von der Freundschaft Und ein junger Mann sagte: Sprich uns von der Freundschaft. Und er antwortete und sagte: Euer Freund ist die Antwort auf eure Nöte. Er ist das Feld, das ihr mit Liebe besät und mit Dankbarkeit erntet. Und er ist euer Tisch und euer Herd. Denn ihr kommt zu ihm mit eurem Hunger, und ihr sucht euren Frieden bei ihm. Wenn euer Freund frei heraus spricht, fürchtet ihr weder das "Nein" in euren Gedanken, noch haltet ihr mit dem "Ja" zurück. Und wenn er schweigt, hört euer Herz nicht auf, dem seinen zu lauschen; Denn in der Freundschaft werden alle Gedanken, alle Wünsche, alle Erwartungen ohne Worte geboren und geteilt, mit Freude, die keinen Beifall braucht. Wenn ihr von eurem Freund weggeht, trauert ihr nicht; Denn was ihr am meisten an ihm liebt, ist vielleicht in seiner Abwesenheit klarer, wie der Berg dem Bergsteiger von der Ebene aus klarer erscheint. Und die Freundschaft soll keinen anderen Zweck haben, als den Geist zu vertiefen. Denn Liebe, die etwas anderes sucht als die Offenbarung ihres eigenen Mysteriums, ist nicht Liebe, sondern ein ausgeworfenes Netz: und nur das Nutzlose wird gefangen. Und laßt euer Bestes für euren Freund sein. Wenn er die Ebbe eurer Gezeiten kennen muß, laßt ihn auch das Hochwasser kennen. Denn was ist ein Freund, wenn ihr ihn nur aufsucht, um die Stunden totzuschlagen? Sucht ihn auf, um die Stunden mit ihm zu erleben. Denn er ist da, eure Bedürfnisse zu befriedigen, nicht aber eure Leere auszufüllen. Und in der Süße der Freundschaft laßt Lachen sein und geteilte Freude. Denn im Tau kleiner Dinge findet das Herz seinen Morgen und wird erfrischt.
Kahlil Gibran
… Das verschlug mir für einen Moment die Sprache, ich hatte nicht gedacht, dass es so schlimm um sie stand. »Das tut mir leid … Kann ich irgendetwas tun?« Nat lächelte schwach. »Hast du das nicht schon? Danke. Hau dich lieber ins Bett. Du musst früh raus. Oder hast du morgen keine Schicht?« Während ich die restliche Soße in einen Behälter füllte und in den Kühlschrank stellte, nickte ich bejahend. »Stimmt, Punkt fünf muss ich dort sein, um bei den Vorbereitungen zu helfen.« Seit ich vor sechs Monaten aus Amerika zurückgekommen war, jobbte ich als Frühstückskellner im Radisson Blu Palais Hotel, direkt am Parkring. Eine feine Adresse in Wien, vollgestopft mit gut betuchten Damen, die gerne zu viel Trinkgeld gaben. Mir konnte das mehr als Recht sein. Nur das Aufstehen war die Hölle. »Du weißt, wie streng meine Chefin ist, da gibt es kein Zuspätkommen.« Bei meinen Worten prustete Nat los: »Ja klar, als ob du sie nicht schon längst um den Finger gewickelt hättest mit deinen tiefblauen Augen«, wobei er das Wort tiefblau mit den Fingern in Anführungszeichen setzte und zu quietschen versuchte, wie es eine Bekannte von uns letzten Samstag auf einer Party getan hatte. Verspielt klimperte ich mit den Wimpern und lehnte mich an die Küchenzeile. Wieder musste Nat schmunzeln, wobei er dieses Mal schluckte, bevor er weiterredete: »Hör auf mit dem Scheiß. Verdammt, wenn ich eine Braut wäre, würde ich auch auf dich stehen. Aber weißt du was?« Nun tippte er mit der leeren Gabel in meine Richtung. »Ich würde nie mit dir ins Bett gehen, weil ich Angst vor Syphilis hätte.« Theatralisch griff ich mir mit der Hand an die Brust und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. »Das tut weh! Dabei wärst du so eine geile Schnitte, mit deinen blonden Locken und braunen Augen. Du brichst mir das Herz.« Endlich erreichte Nats Lächeln auch wieder seine Augen und ich atmete innerlich erleichtert auf, bevor ich weiter blödelte. »Du bräuchtest dir gar keine Sorgen darum zu machen, Schatz. Ich nehme doch immer ein Kondom.« »Zum Glück«, betonte er laut, »für die ganze Stadt, sonst würden drei Viertel der Frauen bereits krank im Spital liegen.« Damit brachte er auch mich zum Lachen. »Du bist ein Idiot.« Anstatt mir eine schnelle Retourkutsche zu verpassen, zwinkerte er mir zu und stopfte sich genüsslich den nächsten Happen in den Mund. »Deshalb ist es auch keine schlechte Idee, wenn du wieder losziehst, um die Frauen anderer Städte zu beglücken, damit unsere in Frieden weiterleben können. Weißt du schon, wann es soweit ist?« Eigentlich hatte ich vorgehabt, spätestens im Herbst aufzubrechen und wieder für einige Zeit in Amerika herumzustreunen. Doch so wie mich Nat jetzt anguckte, wie ein zurückgelassener Welpe, meldete sich mein schlechtes Gewissen. Daher zuckte ich mit den Schultern. »Keine Ahnung. In den nächsten Monaten vielleicht. Warum?« Er fragte nicht grundlos, etwas in seinem Blick machte mich unruhig, aber ich konnte nicht sagen was oder warum. Wir hatten die letzten Wochen schon einige Male darüber geredet. Bisher hatte er noch nie Probleme damit gehabt, dass ich manchmal für drei, vier Monate aus dem Land verschwand. Nat leckte die Gabel ab und stellte das Geschirr in die Spüle. »Nichts. Nur so.« … (Bildquelle: pinterest) ‪
Martina Riemer
Das bestärkte mich in meinem Vorsatze, mich künftig allein an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler. Man kann zum Vorteile der Regeln viel sagen, ungefähr was man zum Lobe der bürgerlichen Gesellschaft sagen kann. Ein Mensch, der sich nach ihnen bildet, wird nie etwas Abgeschmacktes und Schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann; dagegen wird aber auch alle Regel, man rede was man wolle, das wahre Gefühl von Natur und den wahren Ausdruck derselben zerstören! Sag’ du: ‘das ist zu hart! Sie schränkt nur ein, beschneidet die geilen Reben’ etc. — guter Freund, soll ich dir ein Gleichnis geben? Es ist damit wie mit der Liebe. Ein junges Herz hängt ganz an einem Mädchen, bringt alle Stunden seines Tages bei ihr zu, verschwendet alle seine Kräfte, all sein Vermögen, um ihr jeden Augenblick auszudrücken, daß er sich ganz ihr hingibt. Und da käme ein Philister, ein Mann, der in einem öffentlichen Amte steht, und sagte zu ihm: ‘feiner junger Herr! Lieben ist menschlich, nur müßt Ihr menschlich lieben! Teilet Eure Stunden ein, die einen zur Arbeit, und die Erholungsstunden widmet Eurem Mädchen. Berechnet Euer Vermögen, und was Euch von Eurer Notdurft übrig bleibt, davon verwehr’ ich Euch nicht, ihr ein Geschenk, nur nicht zu oft, zu machen, etwa zu ihrem Geburts- und Namenstage ‘ etc. — folgt der Mensch, so gibt’s einen brauchbaren jungen Menschen, und ich will selbst jedem Fürsten raten, ihn in ein Kollegium zu setzen; nur mit seiner Liebe ist’s am Ende und, wenn er ein Künstler ist, mit seiner Kunst.
Johann Wolfgang von Goethe (The Sorrows of Young Werther)
Was ein südliches Meer an Geheimnissen birgt, ist für die an härtere Farben gewöhnten Augen des Norddeutschen von unerschöpflichem Reiz. Auch die Farben der Landtiere, etwa der Insekten, nehmen in heißeren Ländern an Reichtum und Mannigfaltigkeit zu; sie werden greller, metallischer, schärfer gegeneinander abgesetzt und herausfordernder. Aber nur das Meer gibt seinen Bewohnern jene spielende Eleganz und Weichheit der Töne, den irisierenden, bewegten Fluß seltener Gläser, die Harmonie der Übergänge, die wunderbare Zartheit und Innigkeit des Vergänglichen. Diese Farben sind traumhafter, sie gehören eher der Nacht als dem Tage an; sie bedürfen des dunkelblauen Abgrundes zum Schutz. Zuweilen klingen sie in ihren satten, violetten und dunkelroten Flecken, die sich in ein Fleisch brennen, das feinen weißen, rosa oder gelblichen Porzellanarten gleicht, an gewisse Orchideen, wie die Stanhopea, an; aber auch diese suchen ja die gleichmäßige, dunkelgrün dampfende Nacht der dichtesten Wälder auf. Es hat etwas Wunderbares, daß dieser magische Glanz gerade den feinsten, feuchtesten Strukturen des Lebens eigentümlich ist, und so bricht er denn auch aus dem kostbarsten und gefährdetsten Organ des menschlichen Körpers, aus dem Auge, hervor. So ein Arbeitsraum, in dem das Leben in vielen Formen versammelt ist, drängt den Vergleich mit der Werkstatt eines Uhrmachers auf, in der große und kleine Zeiger über hundert bemalte Ziffernblätter gehen. Das Auge erblickt ein ungemein sinnreiches Werk, gleichviel auf welchem seiner Räder es ruht, ob auf dem Schirm der Meduse, der sich im Rhythmus des Atems öffnet und schließt, oder auf dem winzigen Bläschen im Leib eines einzelligen Tieres, das im Takt des Herzschlages pulsiert. Jedes dieser Pendel, ob es nun lang ausholt oder kurz, schwingt in dem Punkte, der das Zentrum aller Zeiten ist.
Ernst Jünger (Das abenteuerliche Herz: Zweite Fassung - Figuren und Capriccios)
One potential solution for maintaining pleasure while limiting intake comes from recent evidence that a reduction in the motivation to eat a specific food can be induced without ever going near the real thing. Imagine that you are really craving buffalo wings. Now imagine a plate of twenty wings in front of you, all hot and crispy and dripping with buttery hot sauce. Now imagine eating the wings one at a time. Go through the whole sequence in your mind—picking up a drumette or a wingette and biting into it, going through your personal routine for stripping every juicy piece of meat off the bone—and then imagine doing this another nineteen times. By the time you’ve finished this mental exercise, your buffalo wing craving should have severely dissipated, and if a basket of buffalo wings were offered to you right now, you’d eat fewer than if that basket had been plopped in front of you the minute you started wishing for them. What you’ve just experienced is how you can make food less appealing using only your imagination.
Rachel Herz (Why You Eat What You Eat: The Science Behind Our Relationship with Food)
Ehre und Scham vor dem Schlafe! Das ist das Erste! Und Allen aus dem Wege gehn, die schlecht schlafen und Nachts wachen! Schamhaft ist noch der Dieb vor dem Schlafe: stets stiehlt er sich leise durch die Nacht. Schamlos aber ist der Wächter der Nacht, schamlos trägt er sein Horn. Keine geringe Kunst ist schlafen: es thut schon Noth, den ganzen Tag darauf hin zu wachen. Zehn Mal musst du des Tages dich selber überwinden: das macht eine gute Müdigkeit und ist Mohn der Seele. Zehn Mal musst du dich wieder dir selber versöhnen; denn Überwindung ist Bitterniss, und schlecht schläft der Unversöhnte. Zehn Wahrheiten musst du des Tages finden: sonst suchst du noch des Nachts nach Wahrheit, und deine Seele blieb hungrig. Zehn Mal musst du lachen am Tage und heiter sein: sonst stört dich der Magen in der Nacht, dieser Vater der Trübsal. Wenige wissen das: aber man muss alle Tugenden haben, um gut zu schlafen. Werde ich falsch Zeugniss reden? Werde ich ehebrechen? Werde ich mich gelüsten lassen meines Nächsten Magd? Das Alles vertrüge sich schlecht mit gutem Schlafe. Und selbst wenn man alle Tugenden hat, muss man sich noch auf Eins verstehn: selber die Tugenden zur rechten Zeit schlafen schicken. Dass sie sich nicht mit einander zanken, die artigen Weiblein! Und über dich, du Unglückseliger! Friede mit Gott und dem Nachbar: so will es der gute Schlaf. Und Friede auch noch mit des Nachbars Teufel! Sonst geht er bei dir des Nachts um. Ehre der Obrigkeit und Gehorsam, und auch der krummen Obrigkeit! So will es der gute Schlaf. Was kann ich dafür, dass die Macht gerne auf krummen Beinen Wandelt? Der soll mir immer der beste Hirt heissen, der sein Schaf auf die grünste Aue führt: so verträgt es sich mit dem gutem Schlafe. Viel Ehren will ich nicht, noch grosse Schätze: das entzündet die Milz. Aber schlecht schläft es sich ohne einen guten Namen und einen kleinen Schatz. Eine kleine Gesellschaft ist mir willkommener als eine böse: doch muss sie gehn und kommen zur rechten Zeit. So verträgt es sich mit gutem Schlafe. Sehr gefallen mir auch die Geistig-Armen: sie fördern den Schlaf. Selig sind die, sonderlich, wenn man ihnen immer Recht giebt. Also läuft der Tag dem Tugendsamen. Kommt nun die Nacht, so hüte ich mich wohl, den Schlaf zu rufen! Nicht will er gerufen sein, der Schlaf, der der Herr der Tugenden ist! Sondern ich denke, was ich des Tages gethan und gedacht. Wiederkäuend frage ich mich, geduldsam gleich einer Kuh: welches waren doch deine zehn Überwindungen? Und welches waren die zehn Versöhnungen und die zehn Wahrheiten und die zehn Gelächter, mit denen sich mein Herz gütlich that? Solcherlei erwägend und gewiegt von vierzig Gedanken, überfällt mich auf einmal der Schlaf, der Ungerufne, der Herr der Tugenden. Der Schlaf klopft mir auf meine Auge: da wird es schwer. Der Schlaf berührt mir den Mund: da bleibt er offen. Wahrlich, auf weichen Sohlen kommt er mir, der liebste der Diebe, und stiehlt mir meine Gedanken: dumm stehe ich da wie dieser Lehrstuhl. Aber nicht lange mehr stehe ich dann: da liege ich schon.
Friedrich Nietzsche (Thus Spoke Zarathustra)
Aber bald hatte ich das eine, bald das andere der Zimmer wiedergesehen, die ich im Laufe meines Lebens bewohnt hatte, und das führte dazu, dass ich sie mir alle während der langen Gedankenspiele, die meinem Erwachen folgten, vergegenwärtigte; – winterliche Zimmer, in denen man, sobald man sich hingelegt hat, den Kopf in einem Nest birgt, das man sich aus den verschiedensten Dingen zusammengeklaubt hat: einem Zipfel des Kopfkissens, dem Rand der Bettdecke, dem Ende eines Schals, der Bettkante, und einer Ausgabe der Débats roses*, die man schließlich nach Art der Vögel* zusammenfügt, indem man sich unablässig gegen sie drückt; in denen man in Frostzeiten ein Vergnügen darin findet, sich von der Außenwelt abgeschnitten zu fühlen (wie die Seeschwalbe, die ihr Nest am Boden einer Senke in der Erdwärme anlegt), und in denen man, da das Kaminfeuer die ganze Nacht hindurch brennt, in einer weiten Umhüllung aus warmer und rauchiger Luft schläft, die das Flackern der feuerfangenden Scheite durchzuckt, in einer Art von nicht greifbarem Alkoven, einer warmen Höhle, ausgehoben aus dem Schoße des Zimmers, einer glühenden Zone unsteter Temperaturen, durchweht von Luftzügen, die uns das Antlitz erfrischen und aus den Ecken kommen, aus Stellen in der Nähe der Fenster oder aus solchen, die vom Feuer entfernt sind und schon erkaltet; – sommerliche Zimmer, in denen man mit der lauen Nacht verschmelzen möchte, in denen das Mondlicht, auf den halbgeöffneten Läden ruhend, an das Fußende des Bettes seine Zauberleiter wirft, in denen man so gut wie unter freiem Himmel schläft wie eine Meise, die auf der Spitze eines Halmes von der Brise gewiegt wird; – manchmal auch das Louis-Seize-Zimmer*, so heiter, dass ich dort sogar am ersten Abend nicht allzu unglücklich gewesen war, und in dem die kleinen Säulen, die graziös die Decke trugen, mit so viel Anmut [16] auseinanderwichen, um den Platz des Bettes zu bezeichnen und freizugeben; manchmal dagegen auch jenes kleine Zimmer mit zu hoher Decke, in Form einer Pyramide ausgehoben über zwei Stockwerke hinweg und teilweise mit Mahagoni verkleidet, in dem ich vom ersten Augenblick an von dem unbekannten Geruch des Vetiver seelisch vergiftet wurde, überzeugt wurde von der Feindseligkeit der violetten Vorhänge und der anmaßenden Gleichgültigkeit der Pendeluhr, die lauthals vor sich hin plapperte als sei ich gar nicht vorhanden; – in dem ein sonderbarer und gnadenloser rechteckiger Standspiegel, schräg in eine der Ecken des Zimmers gelehnt, sich unverfroren aus dem kostbaren Ganzen meines gewohnten Gesichtsfeldes ein nicht vorgesehenes Quartier aushob; – in dem mein Denken, nachdem es sich stundenlang bemüht hatte, sich zu verrenken, sich zu strecken, um die genaue Gestalt dieses Zimmers anzunehmen und schließlich seinen ungeheuren Trichter bis zu ganzer Höhe auszufüllen, eine Reihe zäher Nächte durchlitten hatte, während ich auf meinem Bett ausgestreckt dalag, die Augen emporgewandt, die Ohren verängstigt, die Nase widerwillig, das Herz klopfend: bis dann schließlich die Gewohnheit die Farbe der Vorhänge verändert, die Uhr zum Schweigen gebracht, den schrägen und grausamen Spiegel Mitleid gelehrt, den Geruch des Vetiver* wenn auch nicht gänzlich vertrieben, so doch gemildert, und vor allem die offenkundige Höhe der Decke verringert haben würde.
Marcel Proust (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Band 1: Auf dem Weg zu Swann)