Bilder Mit Quotes

We've searched our database for all the quotes and captions related to Bilder Mit. Here they are! All 23 of them:

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„Wenn du ein Buch auf eine Reise mitnimmst“, hatte Mo gesagt, als er ihr das erste in die Kiste gelegt hatte, „dann geschieht etwas Seltsames: Das Buch wird anfangen, deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es spĂ€ter nur aufschlagen mĂŒssen und schon wirst du wieder dort sein, wo du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Wörtern wird alles zurĂŒckkommen: die Bilder, die GerĂŒche, das Eis, das du beim Lesen gegessen hast
 Glaub mir, BĂŒcher sind wie Fliegenpapier. An nichts haften Erinnerungen so gut wie an bedruckten Seiten.“ Vermutlich hatte er damit Recht. Doch Meggie nahm ihre BĂŒcher noch aus einem anderen Grund auf jede Reise mit. Sie waren ihr Zuhause in der Fremde – vertraute Stimmen, Freunde, die sich nie mit ihr stritten, kluge, mĂ€chtige Freunde, verwegen und mit allen Wassern der Welt gewaschen, weit gereist, abenteuererprobt.
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Cornelia Funke (Inkheart (Inkworld, #1))
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Mit Holzkohle Bilder zeichnen. Dies ist der Mondgott. Dies ist ein Baum. Dies ist ein Mac-Lastwagen, der einen JĂ€ger erlegt.
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Stephen King (Night Shift)
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Die Beobachtungen und Begegnisse des Einsam-Stummen sind zugleich verschwommener und eindringlicher als die des Geselligen, seine Gedanken schwerer, wunderlicher und nie ohne einen Anflug von Traurigkeit. Bilder und Wahrnehmungen, die mit einem Blick, einem Lachen, einem Urteilsaustausch leichthin abzutun wĂ€ren, beschĂ€ftigen ihn ĂŒber GebĂŒhr, vertiefen sich im Schweigen, werden bedeutsam, Erlebnis, Abenteuer, GefĂŒhl. Einsamkeit zeitigt das Originale, das gewagt und befremdend Schöne, das Gedicht. Einsamkeit zeitigt aber auch das Verkehrte, das UnverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige, das Absurde und Unerlaubte.
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Thomas Mann (Der Tod in Venedig)
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Daß Menschen glauben, ihrem Gott beispringen zu mĂŒssen, hat mit wahrer Frömmigkeit nichts zu tun. Im Gegenteil: Es ist eine Anmaßung ohnegleichen. Götter oder Propheten können durch Bilder unmöglich verunglimpft werden.
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Wolfgang Sofsky (Verteidigung des Privaten)
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Diese Bilder waren die Welt, und es brodelte in ihr, wĂ€hrend sie inmitten der schönen BĂŒcher mit ihren manikĂŒrten Titeln saß. Es kochte in ihr, wĂ€hrend sie die Seiten anschaute, die bis zum Erbrechen voll mit AbsĂ€tzen und Worten waren. Ihr Mistkerle, dachte sie. Ihr geliebten Mistkerle.
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Markus Zusak (The Book Thief)
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Das VergnĂŒgen einsamer SpaziergĂ€nge beruht gewiss auch darauf, dass man das Seine mit sich trĂ€gt. Unser Bewusstsein begleitet uns gleich einem Kugelspiegel, oder besser gleich einer Aura, deren Mittelpunkt wir sind. Die schönen Bilder dringen in diese Aura ein und erfahren in ihr eine atmosphĂ€rische VerĂ€nderung. So schreiten wir unter Zeichen wie unter Nordlichtern, Sonnenringen und Regenbögen dahin. Diese erlesene VermĂ€hlung und Zeugung mit der Welt gehört zu den höchsten GenĂŒssen, die uns beschieden sind.
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Ernst JĂŒnger (Das abenteuerliche Herz: Zweite Fassung - Figuren und Capriccios)
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Nicht-Sein ist allerdings auch ein Sein, deshalb ist das bewusste Nicht-Kindesmissbrauchersein auch ein Kindesmissbrauchersein. So verstehe ich Logik. Und so habe ich es erlebt. Beim Vergewissern, was ich nicht bin, tauchten in meinem Kopf ĂŒberfallartig Bilder auf, die da nie waren. Ich sah das, was ich nicht mit meinen Kindern tat, nie getan hatte, nie tun wĂŒrde. Ich ergĂ€nze mein Bewusstsein um die Negation, ungewollt. Mein Kopf wurde zur Hölle, ich war nicht mehr ich, sondern minus-ich, mein iegenes Gegenteil.
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Dirk Kurbjuweit (Angst)
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Wenn die StĂŒrme kamen, bin ich durch die Olivenhaine gerannt, ich habe lange geglaubt, daß die StĂŒrme, der Regen und der Wind mit meinen HĂ€nden zu tun hatten. Ich weiß nicht, warum, aber jedesmal, wenn ich den Taubenposten berĂŒhrt habe, hat sich der Himmel verdunkelt, und der Regen ist unmittelbar danach gekommen, mit großen Stiefeln und einem langen Atem, als habe auch er eine Lunge. Über Stunden hat es geregnet, und ich habe alle meine Bilder beim Rennen verloren, auch das zĂ€rtliche GefĂŒhl in den Fingerkuppen ist mir aus der Haut gefallen, ganz plötzlich, so, wie ein Stein aus der Hand fallen kann, wenn das Werfen sich erĂŒbrigt.
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Marica BodroĆŸić (Der Windsammler: ErzĂ€hlungen)
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Dutzende von HaremsgemĂ€lden, dicke Frauen, die sich auf Diwanen rĂ€keln, mit Turbanen auf dem Kopf oder Samtkappen; sie wurden mit Pfauenfedern gefĂ€chelt, wĂ€hrend ein Eunuch im Hintergrund Wache stand. Studien sitzenden Fleisches, von MĂ€nnern gemalt, die nie im Orient gewesen waren. Solche Bilder galten als erotisch, und ich dachte damals auch, daß sie es seien; doch jetzt verstehe ich, worum es auf diesen Bildern wirklich ging. Es waren GemĂ€lde ĂŒber das aufgeschobene Leben, ĂŒber das Warten, ĂŒber GegenstĂ€nde, die nicht in Gebrauch waren. Es waren GemĂ€lde ĂŒber die Langeweile. Aber vielleicht ist Langeweile erotisch - wenn Frauen sich langweilen - fĂŒr MĂ€nner.
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Margaret Atwood (Der Report der Magd)
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‎GelĂ€hmt schon vom Morgengrauen, treibt ein BĂŒndel Elend, im Augenblick des Auslaufs gekentert sein Schiff mit dem Namen 'Abenteuer des Tages', in den Wassern des Vormittags, kommt zum Bewußtsein nicht einmal der Stille des Mittags und liegt, von der Zwischenzeit zu schweigen, am Ende, an eben der Stelle, von welcher unser Held 'in aller HerrgottsfrĂŒhe' eigentlich hĂ€tte aufbrechen sollen, fest in der Nacht - und auch die Wörter und Bilder, sein Scheitern am Tag weiterzugeben, gibt es nicht, es sei denn die schalgewordenen und ausgeschöpften Allegorien wie gerade eben." Peter Handke: Versuch ĂŒber den geglĂŒckten Tag. Ein Wintertagtraum. Frankfurt am Main 1991, S. 32.
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Peter Handke (Versuch ĂŒber den geglĂŒckten Tag. Ein Wintertagtraum.)
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Vis-Ă -vis vom Club >Leon&Eddis< ... Der reinste Wahnsinn! Ich vernehme in der Tiefe der Nacht das monotone Schlagen der Tamburins, sinnlich und suggestiv, tĂ€towierte Körper und Visionen von Orgien spuken mir im Hirn. Geruch nach Gin und Bier fĂŒr neunzig Cent, ich fĂŒhle eine schmerzhafte Starre in mir. Ich höre, wie das Publikum tobt und einer TĂ€nzerin zujubelt, die es mit ihren aufreizenden lasziven Bewegungen in ihren Bann zieht.. Schweiß rinnt ĂŒberall an ihr herunter und die schicke Gesellschaft in den ersten Reihen lĂ€sst sich keinen Tropfen davon entgehen. Der Gipfel des WiderwĂ€rtigen. Es ist halb sieben Uhr frĂŒh... Die zweite Schublade von unten, zu meiner Linken, birgt eine Kollektion suggestiver Bilder. Zeichnungen und Fotos. Das ist meine Comedia Divida... Ich wĂŒrde dir gerne von schöneren Dingen erzĂ€hlen. Aber man muss die RealitĂ€t ohne Illusion sehen, nicht? Alles, was ich hier geschrieben habe, ist wahr. Es ist schwierig fĂŒr mich. Ich fĂŒhle mich allein. Entschuldige. Ich fĂŒhle mich allein.
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James Dean
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Progress And again my inmost life rushes louder, as if it moved now between steeper banks. Objects become ever more related to me, and all pictures ever more perused. I feel myself more trusting in the nameless: with my senses, as with birds, I reach into the windy heavens from the oak, and into the small ponds' broken-off day my feeling sinks, as if it stood on fishes. (Fortschritt Und wieder rauscht mein tiefes Leben lauter, als ob es jetzt in breitern Ufern ginge. Immer verwandter werden mir die Dinge und alle Bilder immer angeschauter. Dem Namenlosen fĂŒhl ich mich vertrauter: Mit meinen Sinnen, wie mit Vögeln, reiche ich in die windigen Himmel aus der Eiche, und in den abgebrochnen Tag der Teiche sinkt, wie auf Fischen stehend, mein GefĂŒhl.)
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Rainer Maria Rilke (The Book of Images)
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EnttĂ€uschung und Frustration werden [...] alle erleben, die sich wie im MĂ€rchen danach sehnen, GlĂŒck in einem Schlaraffenland zu finden ... Nur, dass unser Schlaraffenland nicht ein großer Berg von sĂŒĂŸem Brei ist ... wir haben andere Fantasien und Bilder von FĂŒlle und ErfĂŒlltheit in einem imaginĂ€ren Schlaraffenland, das nur eben unglĂŒcklicherweise niemals dort ist, wo wir tatsĂ€chlich leben. Vielmehr leben wir mit der Hoffnung auf ein GlĂŒck, das uns das Schicksal irgenwann einmal gewĂ€hren mĂŒsse. [...] So können wir das Schlaraffenland je nach unserer eigenen Fasson ausgestalten - und wir tun es. Privat und auch gesellschaftlich. Doch sobald wir anfangen, uns mit diesem GlĂŒcksmodell anzufreunden, und gespannt darauf warten, wie im Lotto das große Los zu ziehen, werden wir auf einem Weg sein, wo das GlĂŒck ganz bestimmt nicht zu uns findet! Wir bleiben hungrig und ungesĂ€ttigt. Denn geheimnisvollerweise ist das GlĂŒck dort, wo wir Bezogenheit leben - selbst in dem unspektatulĂ€rsten Tun des Alltags.
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Joachim Gauck (Freiheit. Ein PlÀdoyer)
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In der Folge entspinnt sich die merkwĂŒrdige Beziehung des Bibliomanen zu seinen Abertausenden von BĂŒchern. Dies ist dieselbe Beziehung, wie der GĂ€rtner sie zu einer wuchernden Kletterpflanze hat: Die Pflanze entwickelt sich von selbst, fĂŒr das bloße Auge zunĂ€chst unsichtbar, aber doch mit einer Energie, deren Ergebnis nach wenigen Wochen deutlich sichtbar ist; dem Menschen bleibt, so er sie nicht zurechtstutzen will, nur die Möglichkeit, sie in die eine oder andere Richtung zu lenken, in die sie seiner Ansicht nach wachsen sollte. Auf diese Weise vermehren sich auch krĂ€ftig treibende Bibliotheken, aus sich heraus, wie lebende Wesen. („Wer sich eine Bibliothek aufbaut, der baut sich ein ganzes Leben auf. Sie ist nĂ€mlich nie die Summe ihrer einzelnen Exemplare.“) Wir haben die Themen vorgegeben, die Leittriebe, entlang deren sie sich entwickeln, ansonsten aber bleiben wir Beobachter und sehen zu, wie sie zuerst alle WĂ€nde eines Zimmers ĂŒberzieht, bis zur Decke hinaufklettert, ein anderes Zimmer annektiert, dann ein weiteres und so fort, bis sie alles verdrĂ€ngt hat, was ihr im Wege war. Sie verscheucht alle Bilder, die etwa noch an den WĂ€nden hingen, jeden anderen Einrichtungsgegenstand, der ihrer Konsultation im Wege steht. Sie verschiebt ihr GefĂŒge mitsamt ihren unentbehrlichen, raumgreifenden Adjutanten wie Tritthockern oder Stehleitern. Sie zwingt uns zu stĂ€ndigem UmrĂ€umen, da ihre Entwicklung nie eindimensional verlĂ€uft und stets neue Unterabteilungen verlangt. Auf diese Weise wird sie gleichzeitig und unleugbar zur Widerspiegelung, zum DoppelgĂ€nger ihres Besitzers. FĂŒr den, der ihre subtilen BauplĂ€ne zu lesen versteht, entsteht aus den Regalen ein Charakterbild ihres Bibliothekars. Im Übrigen Ă€hnelt keine ernstzunehmende Bibliothek einer anderen, keine besitzt je dieselbe Persönlichkeit.
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Jacques Bonnet
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Obwohl ihn immer wieder die Bilder verfolgen, als sie vor ein paar Wochen halbnackt, nur mit diesem losen Kimono bekleidet, vor ihm stand. Damals war er wie ein Feigling geflohen, aber nicht, weil er nicht gewusst hatte, was er sagen sollte, sondern, weil er seinen HĂ€nden nicht getraut hatte. ZusĂ€tzlich wollte er nicht, dass sie sah, wie eindeutig sein Körper auf sie reagierte. Zum GlĂŒck hatte er auch damals eine gutsitzende, verstĂ€rkte Lederhose getragen, die seinem verrĂ€terischen Judas in den sĂŒdlichen Gefilden wenig Spielraum ließ.
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Martina Riemer (Essenz der Götter I (Essenz der Götter, #1))
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Als Knabe trug ich außer Ruten, GestrĂ€uchen und BlĂŒten, die mich ergötzten, auch noch andere Dinge nach Hause, die mich fast noch mehr freuten, weil sie nicht so schnell Farbe und Bestand verloren wie die Pflanzen, nĂ€mlich allerlei Steine und Erddinge. Auf Feldern, an Rainen, auf Haiden und Hutweiden, ja sogar auf Wiesen, auf denen doch nur das hohe Gras steht, liegen die mannigfaltigsten dieser Dinge herum. Da ich nun viel im Freien herum schweifen durfte, konnte es nicht fehlen, daß ich bald die PlĂ€tze entdeckte, auf denen die Dinge zu treffen waren, und daß ich die, welche ich fand, mit nach Hause nahm. Da ist an dem Wege, der von Oberplan nach Hossenreuth fĂŒhrt, ein gerĂ€umiges StĂŒck Rasen, welches in die Felder hinein geht und mit einer Mauer aus losen Steinen eingefaßt ist. In diesen Steinen stecken kleine BlĂ€ttchen, die wie Silber und Diamanten funkeln, und die man mit einem Messer oder mit einer Ahle herausbrechen kann. Wir Kinder hießen diese BlĂ€ttchen Katzensilber, und hatten eine sehr große Freude an ihnen. Auf dem Berglein des Altrichters befindet sich ein Stein, der so fein und weich ist, daß man ihn mit einem Messer schneiden kann. Die Bewohner unserer Gegend nennen ihn Taufstein. Ich machte TĂ€felchen, WĂŒrfel, Ringe und Petschafte aus dem Steine, bis mir ein Mann, der Uhren, Barometer und StammbĂ€ume verfertigte und Bilder lackierte, zeigte, daß man den Stein mit einem zarten Firnisse anstreichen mĂŒsse, und daß dann die schönsten blauen, grĂŒnen und rötlichen Linien zum Vorscheine kĂ€men. Wenn ich Zeit hatte, legte ich meine SchĂ€tze in eine Reihe, betrachtete sie, und hatte mein VergnĂŒgen an ihnen. Besonders hatte die Verwunderung kein Ende, wenn es auf einem Steine so geheimnisvoll glĂ€nzte und leuchtete und Ă€ugelte, daß man es gar nicht ergrĂŒnden konnte, woher denn das kĂ€me. Freilich war manchmal auch ein StĂŒck Glas darunter, das ich auf den Feldern gefunden hatte, und das in allerlei Regenbogenfarben schimmerte. Wenn sie dann sagten, das sei ja nur ein Glas, und noch dazu ein verwitterndes, wodurch es eben diese schimmernden Farben erhalten habe, so dachte ich: Ei, wenn es auch nur ein Glas ist, so hat es doch die schönen Farben, und es ist zum Staunen, wie es in der kĂŒhlen, feuchten Erde diese Farben empfangen konnte, und ich ließ es unter den Steinen liegen.
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Adalbert Stifter
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Tolle WĂ€nde haben Sie", sagte Sibel damals, als sie Platz nahmen auf der schwarzen Couch, "da könnte man super Kunst aufhĂ€ngen." "Nein, nein, auf keinen Fall", sagte Michael Keplin, "ich habe mich mal viel mit KĂŒnstlern beschĂ€ftigt. Da könnte ich lange VortrĂ€ge drĂŒber halten. Was malen sie alle fĂŒr Bilder? Sie verarbeiten damit ihre eigenen Probleme. Und warum bitte soll ich mir die Probleme anderer Menschen an die Wand hĂ€ngen?
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Anna Friedrich (Holly. Die verschwundene Chefredakteurin (Holly #1))
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Ihr alle kennt die wilde Schwermut, die uns bei der Erinnerung an Zeiten des GlĂŒcks ergreift. Wie unwiderruflich sind sie doch dahin, und unbarmherziger sind wir von ihnen getrennt, als durch alle Entfernungen. Auch treten im Nachglanz die Bilder lockender hervor; wir denken an sie wie an den Körper einer toten Geliebten zurĂŒck, der tief in der Erde ruht und der uns nun gleich einer WĂŒstenspiegelung in einer höheren und geistigeren Pracht erschauern lĂ€sst. Und immer wieder tasten wir in unseren durstigen TrĂ€umen dem Vergangenen in jeder Einzelheit, in jeder Falte nach. Dann will es uns scheinen, als hĂ€tten wir das Maß des Lebens und der Liebe nicht bis zum Rande gefĂŒllt gehabt, doch keine Reue bringt das VersĂ€umte zurĂŒck. O möchte dieses GefĂŒhl uns doch fĂŒr jeden Augenblick des GlĂŒckes eine Lehre sein! Und sĂŒĂŸer noch wird die Erinnerung an unsere Mond- und Sonnenjahre, wenn jĂ€her Schrecken sie beendete. Dann erst begreifen wir, wie sehr es schon ein GlĂŒcksfall fĂŒr uns Menschen ist, wenn wir in unseren kleinen Gemeinschaften dahinleben, unter friedlichem Dach, bei guten GesprĂ€chen und mit liebevollem Gruß am Morgen und zur Nacht. Ach, stets zu spĂ€t erkennen wir, dass damit schon das FĂŒllhorn reich fĂŒr uns geöffnet war. Wisst Ihr, nicht die Schmerzen dieses Lebens, doch sein Übermut und seine wilde FĂŒlle bringen, wenn wir uns an sie erinnern, uns den TrĂ€nen nah. Wenn wir zufrieden sind, genĂŒgen unseren Sinnen auch die kargsten Spenden dieser Welt. Und doch kommt alles Köstliche uns nur durch Zufall - das Beste geben die Götter uns umsonst. Leider kommt es, dass auf unbekannten Bahnen uns das Maß verlorengeht. Die Menschenordnung gleicht dem Kosmos darin, dass sie von Zeit zu Zeiten, um sich von neuem zu gebĂ€ren, ins Feuer tauchen muss. Die NĂ€he des guten Lehrers gibt uns ein, was wir im Grunde wollen, und sie befĂ€higt uns, wir selbst zu sein. Daher lebt uns das edle Vorbild tief im Herzen, weil wir an ihm erahnen, wessen wir fĂ€hig sind. Dies sei der Sinn des Lebens - die Schöpfung im VergĂ€nglichen zu wiederholen, so wie das Kind im Spiel das Werk des Vaters wiederholt. Das sei der Sinn von Saat und Zeugung, von Bau und Ordnung, von Bild und Dichtung, dass in ihnen das große Werk sich kĂŒnde wie in Spiegeln aus buntem Glase, das gar bald zerbricht. So leerten wir das Glas auf alte und ferne Freunde und auf die LĂ€nder dieser Welt. Uns alle fasst ja ein Bangen, wenn die LĂŒfte des Todes wehen. Dann essen und trinken wir im Sinnen, wie lange an diesen Tafeln noch Platz fĂŒr uns bereitet ist. Denn die Erde ist schön. Und sollte die Erde wie ein Geschoss zerspringen Ist unsere Wandlung Feuer und weiße Glut. Doch mĂŒssen wir ja von jeder StĂ€tte weichen, die uns auf Erden Herberge gab. Und doch dĂŒrfen wir auf dieser Erde nicht auf Vollendung rechnen, und glĂŒcklich ist der zu preisen, dessen Wille nicht allzu schmerzhaft in seinem Streben lebt. Es wird kein Haus gebaut, kein Plan geschaffen, in welchem nicht der Untergang als Grundstein steht, und nicht in unseren Werken ruht, was unvergĂ€nglich in uns lebt.
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Ernst JĂŒnger
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Haben Sie schon einmal im Fernsehen Bilder einer KĂŒstenstadt gesehen, die von einem Hurrikan heimgesucht worden ist? Die Kraft des Sturmes und der Wellen ist ĂŒber sie hinweggefegt, hat BĂ€ume entwurzelt, HĂ€user und Straßen zerstört und einen einzigen TrĂŒmmerhaufen zurĂŒckgelassen. Nachdem der Sturm und die See sch beruhigt haben, hat die Stadt noch monatelang mit Zerstörung und VerwĂŒstung zu kĂ€mpfen. Der Hurrikan dauert vielleicht nur einen Tag, aber die Folgen sind noch Wochen und Monate spĂ€ter zu spĂŒren. So Ă€hnlich ist es auch mit Panik.
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Roger Baker (Understanding Panic Attacks and Overcoming Fear)
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Wenn du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, hatte Mo gesagt, als er ihr das erste in die Kist gelegt hatte, dann geschieht etwas Seltsames: Das Buch wird anfangen, deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es spĂ€ter nur aufschlagen mĂŒssen und schon wirst du wieder dort sein, wo du zuerst darin gelesen hast. Schon mit den ersten Wörtern wird alles zurĂŒckkommen: die Bilder, die GerĂŒche, das Eis, das du beim Lesen gegessen hast... Glaub mir, BĂŒcher sind wie Fliegenpapier. An nichts haften Erinnerungen so gut wie an bedruckten Seiten.
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Cornelia Funke
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Nicht nur bei den Flat Earthlern, sondern auch bei anderen Communitys spielt YouTube als Verbreitungsweg eine zunehmend wichtige Rolle. Das ist wenig verwunderlich, schließlich tun sich viele Menschen deutlich schwerer mit dem Lesen langer Texte als mit dem Konsumieren kurzweiliger Videoformate. Aus psychologischer Sicht ist die Wahl des Verbreitungskanals nicht unerheblich. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass Menschen sich in der Regel besser an Bilder erinnern.14, 15 Texte geben dem Leser außerdem eher die Möglichkeit, Informationen in einem eigenen Tempo aufzunehmen, einzelne Annahmen zu hinterfragen und Belege zu recherchieren.
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Katharina Nocun (Fake Facts: Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen)
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Ich wusste nicht gaz genau, wie ich seine Worte auffassen sollte. Ich wusste, dass Mum und Dad den Eltern anderer Kinder schon damals Rede und Antwort stehen mussten und ihnen erklĂ€rt hatten, dass es auch kleine Jungen gab, die lieber Bilder malten,BĂŒcher lasen und drau?en im Garten Blumen pflĂŒckten. WĂ€re es nach ihnen gegangen, dann hĂ€tte ich mit Autos spielen und mich mit den anderen Jungs auf dem Ascheplatz wĂ€lzen sollen. Solche Dinge hatten mich allerdings nie im Geringsten interessiert.
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Liam Erpenbach (In Love with Adam)
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Wenn ich heute an die Jahre damals denke, fĂ€llt mir auf, wie wenig Anschauung es eigentlich gab, wie wenig Bilder, die das Leben und Morden in den Lagern vergegenwĂ€rtigten. Wir kannten von Auschwitz das Tor mit seiner Inschrift, die mehrstöckigen Holzpritschen, die Haufen von Haar und Brillen und Koffern, von Birkenau den Eingangsbau mit Turm, SeitenflĂŒgeln und Durchfahrt fĂŒr die ZĂŒge und aus Bergen-Belsen die Leichenberge, die die Alliierten bei der Befreiung vorgefunden und photographiert hatten. Wir kannten einige Berichte von HĂ€ftlingen, aber viele Berichte sind bald nach dem Krieg erschienen und dann erst wieder in den achtziger Jahren aufgelegt worden und gehörten dazwischen nicht in die Programme der Verlage. Heute sind so viele BĂŒcher und Filme vorhanden, daß die Welt der Lager ein Teil der gemeinsamen vorgestellten Welt ist, die die gemeinsame wirkliche vervollstĂ€ndigt. Die Phantasie kennt sich in ihr aus, und seit der Fernsehserie »Holocaust« und Spielfilmen wie »Sophies Wahl« und besonders »Schindlers Liste« bewegt sie sich auch in ihr, nimmt nicht nur wahr, sondern ergĂ€nzt und schmĂŒckt aus. Damals hat die Phantasie sich kaum bewegt; sie hat gemeint, zu der ErschĂŒtterung, die der Welt der Lager geschuldet werde, passe die Bewegung der Phantasie nicht. Die paar Bilder, die sie alliierten Photographien und HĂ€ftlingsberichten verdankte, betrachtete sie wieder und wieder, bis sie zu Klischees erstarrten. (SS.142-143)
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Bernhard Schlink (The Reader)