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Als Knabe trug ich auĂer Ruten, GestrĂ€uchen und BlĂŒten, die mich ergötzten, auch noch andere Dinge nach Hause, die mich fast noch mehr freuten, weil sie nicht so schnell Farbe und Bestand verloren wie die Pflanzen, nĂ€mlich allerlei Steine und Erddinge. Auf Feldern, an Rainen, auf Haiden und Hutweiden, ja sogar auf Wiesen, auf denen doch nur das hohe Gras steht, liegen die mannigfaltigsten dieser Dinge herum. Da ich nun viel im Freien herum schweifen durfte, konnte es nicht fehlen, daĂ ich bald die PlĂ€tze entdeckte, auf denen die Dinge zu treffen waren, und daĂ ich die, welche ich fand, mit nach Hause nahm.
Da ist an dem Wege, der von Oberplan nach Hossenreuth fĂŒhrt, ein gerĂ€umiges StĂŒck Rasen, welches in die Felder hinein geht und mit einer Mauer aus losen Steinen eingefaĂt ist. In diesen Steinen stecken kleine BlĂ€ttchen, die wie Silber und Diamanten funkeln, und die man mit einem Messer oder mit einer Ahle herausbrechen kann. Wir Kinder hieĂen diese BlĂ€ttchen Katzensilber, und hatten eine sehr groĂe Freude an ihnen.
Auf dem Berglein des Altrichters befindet sich ein Stein, der so fein und weich ist, daĂ man ihn mit einem Messer schneiden kann. Die Bewohner unserer Gegend nennen ihn Taufstein. Ich machte TĂ€felchen, WĂŒrfel, Ringe und Petschafte aus dem Steine, bis mir ein Mann, der Uhren, Barometer und StammbĂ€ume verfertigte und Bilder lackierte, zeigte, daĂ man den Stein mit einem zarten Firnisse anstreichen mĂŒsse, und daĂ dann die schönsten blauen, grĂŒnen und rötlichen Linien zum Vorscheine kĂ€men.
Wenn ich Zeit hatte, legte ich meine SchĂ€tze in eine Reihe, betrachtete sie, und hatte mein VergnĂŒgen an ihnen. Besonders hatte die Verwunderung kein Ende, wenn es auf einem Steine so geheimnisvoll glĂ€nzte und leuchtete und Ă€ugelte, daĂ man es gar nicht ergrĂŒnden konnte, woher denn das kĂ€me. Freilich war manchmal auch ein StĂŒck Glas darunter, das ich auf den Feldern gefunden hatte, und das in allerlei Regenbogenfarben schimmerte. Wenn sie dann sagten, das sei ja nur ein Glas, und noch dazu ein verwitterndes, wodurch es eben diese schimmernden Farben erhalten habe, so dachte ich: Ei, wenn es auch nur ein Glas ist, so hat es doch die schönen Farben, und es ist zum Staunen, wie es in der kĂŒhlen, feuchten Erde diese Farben empfangen konnte, und ich lieĂ es unter den Steinen liegen.
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