“
Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.
”
”
Franz Kafka
“
Wir sind verlassen wie Kinder und erfahren wie alte Leute, wir sind roh und traurig und oberflächlich - ich glaube, wir sind verloren.
”
”
Erich Maria Remarque (Im Westen Nichts Neues)
“
Es gibt zwei Arten sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles eines. Ich glaube an Letzteres.
”
”
Albert Einstein
“
Ich glaube das nicht: Menschen verzweifeln nicht wegen Büchern. Es ist umgekehrt. Wir suchen die Bücher, die für uns geschrieben sind.
”
”
Ferdinand von Schirach (Kaffee und Zigaretten)
“
Für Einen
Die Andern sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaube mir: kannst ruhig schlafen,
Ich steure immer wieder her.
Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.
Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern... das ist Wellenspiel,
Du aber bist der Hafen.
”
”
Mascha Kaléko
“
Manchmal scheitern wir in der Tat, und ich glaube fast, dieses prinzipielle Scheitern ist unser letztes Ziel.
”
”
Elfriede Jelinek (The Piano Teacher)
“
Nun, es gibt noch etwas anderes, an das ich glaube, William. Ich glaube, was ich sehe. Aus dem Grund bin ich ein relativ reicher Mann. Vor allem aber bin ich deshalb auch ein lebendiger Mann. Die meisten Menschen glauben einfach nicht, was sie sehen.
”
”
Richard Bachman
“
Ich glaube, dass die Angst die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehnsucht sich fallen zu lassen- oder die Arme auszubreiten und zu fliegen.
”
”
Isabel Abedi (Whisper)
“
Ich glaube, ich habe gelächelt. Trotzdem sagte sie: »Wir können nicht die Vergangenheit des anderen besitzen, Jan Olav. Die Frage ist, ob wir eine gemeinsame Zukunft haben.«
”
”
Jostein Gaarder (The Orange Girl)
“
Ich fühle, wie ich langsam zu einem Mörder werde. Mein Glaube an die Humanität ist machtlos. Und weil ich es weiß, bin ich ein Säufer geworden.
”
”
Friedrich Dürrenmatt (The Visit: A Tragi-Comedy)
“
Ich glaube, dass es wenig Schlimmeres gibt, als zu wissen, wo man hingehört, aber dort nicht sein zu können.
”
”
Saša Stanišić (Herkunft)
“
Als it is hard for America to fight wars in the name of freedom, if those people themselves choose for nonfreedom. Can America and England save India from communism, if they vote communist themselves.
”
”
Oswald Mosley (Ich glaube an Europa: Ein Weg aus der Krise, eine Einführung in das europäische Denken)
“
»Es war nur sein Austin-Healey. Ich glaube, an ihm selbst lag ihr nie sehr viel.« »Der neue hat ein U-Boot. Wahrscheinlich ist es damit das gleiche.«
”
”
Nevil Shute
“
Ich folge der Liebe,
Wohin auch ihre Karawane zieht,
Liebe ist meine Religion,
Liebe ist mein Glaube.
”
”
Ibn ʿArabi
“
„Ich glaube, man sollte überhaupt nur noch solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.
”
”
Franz Kafka
“
Ich würde dich gerne retten, aber ich glaube, dazu bist du noch nicht bereit. Man kann niemanden retten, der nicht gerettet werden will, oder?
”
”
Ava Reed
“
Aber vielleicht hast du Recht, vielleicht gibt es so etwas wie Schicksal gar nicht. Nur Gelegenheiten - und das, was wir aus ihnen machen. Ich glaube langsam, dass uns die große Liebe nicht einfach in den Schoß fällt. Wir müssen sie selbst gestalten.
”
”
Marissa Meyer (Cress (The Lunar Chronicles, #3))
“
Erwachsene erinnern sich nicht daran wie es war, ein Kind zu sein,
auch wenn sie es behaupten.
Sie wissen es nicht mehr. Glaub mir.
Sie haben alles vergessen. Wie viel größer ihnen die Welt damals erschien.
Das es mühsam sein konnte, auf einen Stuhl zu klettern. Wie fühlte es sich an, immer hoch zu blicken?
Vergessen. Sie wissen es nicht mehr. Du wirst es auch vergessen. Manchmal reden Erwachsene davon, wie schön es war, ein King zu sein. Sie träumen sogar davon, wieder eins zu sein. Doch was haben sie geträumt als sie Kinder waren?
Weißt du es? Ich glaube sie träumten davon, endlich erwachsen zu sein.
”
”
Cornelia Funke
“
Wir sind alle ein bisschen gestorben in diesem Krieg, glaube ich. Wie meine Mutter immer gesagt hat. Krieg tötet alle, auch die, die ihn überleben.
”
”
Hallgrímur Helgason
“
Manchmal glaube ich, es gibt Menschen, die wissen gar nicht, dass sie sterben müssen.
”
”
Benedict Wells (Vom Ende der Einsamkeit)
“
Manchmal glaube ich, dass die Monster, die früher unter meinem Bett gewohnt haben, irgendwann unbemerkt in meinen Kopf gezogen sind.
”
”
Anne Freytag (Den Mund voll ungesagter Dinge)
“
„Das heißt, du willst dein Herz nie wieder für etwas Neues öffnen?“, fragte ich weich und wusste, wie zweideutig das klang. „Ich glaube, das wäre ein Fehler.
”
”
Lena Kiefer (Heavy & Light (Westwell, #1))
“
Möcht' ich ein Komet seyn? Ich glaube. Denn sie haben die Schnelligkeit der Vögel; sie blühen an Feuer, und sind wie Kinder in Reinheit. Größeres zu wünschen, kann nicht des Menschen Natur sich vermessen.
”
”
Friedrich Hölderlin
“
Es dauerte einen Moment, bis er ihr antwortete:
Nein, ich spreche von... von eurer Freiheit, glaube ich. Von dem Glück, das ihr habt, für euch zu leben und auf alles andere zu pfeifen.
”
”
Anna Gavalda (Hunting and Gathering)
“
»Ich glaube nicht, dass er dich verachtet«, widersprach Furia, die in Liebesdingen auf die Erfahrungen zahlloser Romanheldinnen zurückgreifen konnte. Was sich in etwa so anfühlte, als läse man exotische Kochbücher, ohne je etwas anderes als Dinkelbrot zu essen.
”
”
Kai Meyer (Die Seiten der Welt (Die Seiten der Welt, #1))
“
Manchmal glaube ich, es lebt.
”
”
Ursula Poznanski (Erebos (Erebos, #1))
“
Ich glaube, daß jener Apparat, der die Aufnahme und Verarbeitung von Wirklichkeit zu tätigen hat, von Literatur geformt wird
”
”
Christa Wolf (Patterns of Childhood)
“
Ich glaube, dass keiner mich für grausam halten wird, weil ich nun eines der alten Richtschwerter in beide Hände nahm und die Katze in zwei Teile spaltete, während sie so dasaß.
”
”
Bram Stoker
“
Ich weiß, wer ich war, als ich heute morgen aufstand, aber ich glaube, daß ich mich seitdem mehrfach verwandelt habe.
”
”
Lewis Carroll
“
Ich glaube diese Zivilisation hat sich überlebt.
”
”
Marc-Uwe Kling (Die Känguru-Chroniken (Die Känguru-Chroniken, #1))
“
Ich glaube, daß fast alle unsere Traurigkeiten Momente der Spannung sind, die wir als Lähmung empfinden, weil wir unsere befremdeten Gefühle nicht mehr leben hören. Weil wir mit dem Fremden, das bei uns eingetreten ist, allein sind, weil uns alles Vertraute und Gewohnte für einen Augenblick fortgenommen ist; weil wir mitten in einem Übergang stehen, wo wir nicht stehen bleiben können.
”
”
Rainer Maria Rilke (Letters to a Young Poet)
“
Ich glaube, ich hab's jetzt verstanden... ich bin nicht nur eine Sache. Ich bin tausend Sachen. Ich bin eine Tochter und ich bin Alex' Freundin. Und eine Vertraute. Und eine Schwester. Ich bin launisch, und ich bin loyal. Und ich bin achtzehn. Und ich bin verliebt. Ich bin ein guter Mensch, der manchmal dumme Dinge tut. Ich mache Fehler, und manchmal mache ich sie wieder gut. Ich bin kompliziert, und ich bin einfach. Ich bin Sophie. Und das Flittchen. Und Papas Motte. Ich bin einfach ich. Und ich bin lesbisch. Und ich bin nicht lesbisch. Und ich bin unsicher. Und ich bin selbstsicher. All das bin ich. Ich bin nicht nur eine Sache. Ich bin das alles. Und das ist erst der Anfang.
”
”
Anne Freytag (Den Mund voll ungesagter Dinge)
“
Ich bin immer in einem Mann-Mannesverhältnis zu den sogenannten großen Ideen gestanden; vielleicht auch zu den mit Recht so genannten: Ich glaube mich nicht zur Unterordnung geboren, sie haben mich gereizt, sie zu stürzen und andere an ihrer Stelle zu setzen. Ja, vielleicht bin ich gerade von dieser Eifersucht zur Wissenschaft geführt worden, deren Gesetze man in Gemeinschaft sucht und auch nicht für unverbrüchlich ansieht.
”
”
Robert Musil (The Man Without Qualities)
“
Weißt du, Jimmy, ich glaube, es wird ganz lustig sein, ein Weilchen in einer Redaktion zu sitzen."
"Ich fände es schon sehr lustig, wenn ich _irgendwo_ sitzen dürfte... Na ja, da bleibe ich eben zu Haus und passe auf das Baby auf."
"Sei nicht so verbittert, Jimmy, es ist ja nur vorübergehend."
"Das ganze Leben ist nur vorübergehend." (S. 250)
”
”
John Dos Passos (Manhattan Transfer)
“
Alt ist, was man vergessen hat. Und das Unvergeßliche war gestern. Der Maßtab ist nicht die Uhr, sondern der Wert. Und das Wertvollste, ob lustig oder traurig, ist die Kindheit. Vergeß das Unverglißliche nicht! Diesen Rat kan man, glaub ich, nicht früh genug geben.
”
”
Erich Kästner (Als ich ein kleiner Junge war)
“
Ich bedauere dreißig Jahre der Kontaktarmut und glaube fast, dass man sich öfter berühren sollte, es gäbe weniger Elend.
”
”
Sibylle Berg (Ende gut)
“
Ich glaube an einen Fluss
der vom Meer zu den Bergen fließt
ich fordere nicht mehr von der Poesie
als diesen Fluss zu beschreiben.
”
”
Remco Campert (Vogels vliegen toch)
“
Ich glaube, dass Bücher nicht das Leben verändern, sondern dass man plötzlich ein Buch trifft, das einem unglaublich entspricht. Dass das ein großes Glückserlebnis ist.
”
”
Felicitas Hoppe
“
Ich glaube nicht an vergeudete Zeit. Alles, was wir erleben, ist irgendwie ein Gewinn für uns.
”
”
Sherin Nagib (Talking to the Moon)
“
Ich will dir sagen, woran ich glaube. Ich glaube an das unterschwellig Wahrnehmbare.
”
”
Stephen King (The Girl Who Loved Tom Gordon)
“
»Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?«, fragte der Revolvermann, während Brown ihm drei heiße Maiskolben auf den Teller legte.
Brown nickte. »Ich glaube, es ist das hiesige.«
”
”
Stephen King (The Gunslinger (The Dark Tower, #1))
“
Ich war nie an der Harvard Business School … aber ich glaub, dass ich einen Kerl so gut zwischen die Beine treten kann wie jeder andere.
”
”
Stephen King (The Dark Tower (The Dark Tower, #7))
“
Ich glaube, daß es geistig ungesunde Orte oder Gebäude gibt, wo die Milch des Kosmos sauer und ranzig geworden ist. Diese Kirche ist ein solcher Ort, darauf könnte ich schwören
”
”
Stephen King (Night Shift)
“
Ich glaube, daß die Umstände des Lebens, so zufällig wie sie sind, uns weniger dauerhafte Wahrheiten lehren als die Fiktionen, die sich auf diese Wahrheiten gründen.
”
”
Madame de Staël
“
Unsereins ist doch einmal unselig in der und der andern Welt, ich glaub´ wenn wir in Himmel kämen, so müssten wir donnern helfen.
”
”
Georg Büchner (Woyzeck)
“
»Ich glaube, es gib t in jedem Menschen eine Anlage zu irgend einem Übel, einem natürlichen Defekt, an dem auch die beste Erziehung nichts ändern kann.«
”
”
Jane Austen (Stolz und Vorurteil)
“
,,Ich beginne zu verstehen“, sagte der kleine Prinz. ,,Es gibt eine Blume . . . ich glaube, sie hat mich gezähmt . . .
”
”
Antoine de Saint-Exupéry (Der Kleine Prinz (Harvest Book) (German Edition))
“
Liebe, was ist Liebe? Ich glaube, daß Liebe etwas ist, was sich eigentlich nicht in Worte fassen lässt. (S.197)
”
”
Anne Frank (The Diary of a Young Girl)
“
Ich bin umgeben von
dummen Sprüchen,
blöden Anmachen,
ätzender Parties &
zu lauter Musik -
Ich glaub' ich befinde
mich in der besten Zeit
meines Lebens!
”
”
Various
“
Ich glaube, dass Literatur – ein Roman, eine Erzählung, sogar eine Zeile aus einem Gedicht – die Macht hat, Reiche zu zerstören.
(Schritte im Schatten)
”
”
Doris Lessing
“
Mort", sagte Gloria, "ich glaube, wenn wir manchmal ein bisschen besser wüssten, wie schlecht es den anderen wirklich geht, ginge es uns allen viel besser.
”
”
Oliver Plaschka (Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew)
“
„Ich war nur siebenmal verheiratet, und nie hat es sich auch nur halb so gut angefühlt wie jetzt. Ich glaube, dich zu lieben ist das Wahrhaftigste an mir.
”
”
Taylor Jenkins Reid (The Seven Husbands of Evelyn Hugo)
“
Meine Lebensgeschichte in fünf Sätzen. Ich glaube, ich war deprimiert.
”
”
Stephen King (Skeleton Crew)
“
Der ganze Unterschied liegt zwischen Wollen und Haben, und das glaube ich aus tiefster Seele. Ich glaube, es ist besser tief zu pflügen als breit.
”
”
Stephen King (Skeleton Crew)
“
Ich glaube, ich habe uns beiden inzwischen vergeben, obwohl, manchmal bei Nacht bringen mir meine Träume die Traurigkeit zurück, und dann muss ich aufwachen und uns von Neuem vergeben.
”
”
Sue Monk Kidd
“
»Ich glaub, das wär nix für mich.«
»Was, Frankie?«
»Na, so 'n Lebenssinn. Erst mal muss man ihn finden. Und dann muss man drauf aufpassen, damit man ihn nicht verliert. Und hat man ihn verloren, so wie du jetzt, dann denkt man die ganze Zeit darüber nach, wo er hin is'. So ein Lebenssinn macht nur Ärger. Meine Meinung. Und am Ende hat man kaum noch Zeit für andere Sachen.«
”
”
Jochen Gutsch (Frankie)
“
...und ich glaube, dass früher oder später jeder einmal diese Dunkelheit herausfordern will. Trotz des zerbrechlichen Körpers, in den irgendein Witzbold von Gott uns Menschen gesteckt hat.
”
”
Stephen King (Different Seasons)
“
aber niemand sieht mich. Dabei liege ich so malerisch. Das glaube ich, und ich fühle mich so wohl und so tot und wie ein aufgestauter Fluss, über den in der Nacht immer wieder einmal der Wind geht.
”
”
Wolfgang Herrndorf (Bilder deiner großen Liebe)
“
Kugelrund wirst du sicher nicht. Eher glücklich. In Schokolade sind Delfine, nein Endrophine drin. Ist wie Ecstasy, nur schlimmer. Glaub ich jedenfalls." Sunday lutschte genüßlich seine Schokolade.
”
”
She S. Rutan (Die Akte Daniel (German Edition))
“
Ich glaube, der Krieg hat uns verdorben. Gestehen wir, dass wir zu Unrecht zurückgekommen sind. Wir wissen so viel wie die Toten, wir müssen uns aber dumm stellen, weil wir zufällig am Leben geblieben sind.
”
”
Joseph Roth (Zipper und sein Vater: Roman (German Edition))
“
Glaubst du eigentlich an Seelenverwandtschaft?", fragt sie mich.
Ich zucke mit den Schultern. "Na ja…" Einem Menschen wie mir, ohne jegliche Seelenverwandten, ist so ein Konzept ziemlich suspekt.
"Ich schon", gesteht Maya. "Aber nicht nur auf romantische Art und Weise, sondern allgemein. Ich glaub, wir alle haben so ein Dutzend Seelenverwandte, mit denen es einfach klickt, weißt du, was ich meine?"
"Ich denke schon…
”
”
Mehwish Sohail (Like water in your hands (Like This, #1))
“
Manchmal glaube ich, es ist der Sinn des Lebens, uns mit seinem letzendlichen Verlust zu versöhnen, indem es uns zermürbt, uns beweist, auch wenn das eine Weile dauern kann, dass das Leben gar nicht so toll ist.
”
”
Julian Barnes (The Sense of an Ending)
“
Wann bist du in Aus-Wisch angekommen?" fragte Bruno.
[...]
"Ich glaube, ich war schon immer hier" sagte er schließlich leise.
"Bist du hier aufgewachsen?"
"Nein", sagte Pavel und schüttelte den Kopf. "Nein, das nicht.
”
”
John Boyne (The Boy in Striped Pyjamas)
“
Ich glaube, das ist es, was ich an Büchern immer gemocht habe. Dass sie unabänderlich sind. Man muss sie gar nicht lesen. Es reicht, sie zu besitzen, sie in die Hand zu nehmen und zu wissen, dass sie immer so bleiben, wie sie sind.
”
”
Peter Stamm (Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt)
“
Und dann umarmte ich sie einfach. Alvas Hände umfassten meinen Rücken, und mit einem Mal fiel mir auf, wie ausgehungert ich all die Jahre gewesen war. Sie ließ mich nicht los, oder ich nicht sie. Ich glaube, wir standen eine volle Minute regungslos, einander fest umarmend auf dem Bahnsteig, und mir wurde bewusst, dass wir uns nach diesem Abend nicht mehr wiedersehen würden. Weil meine Zeit mit ihr unweigerlich in der Vergangenheit lag und weil ich das nicht ertrug.
”
”
Benedict Wells (Vom Ende der Einsamkeit)
“
Man mag sich stellen, wie man will, und man denkt sich immer sehend. Ich glaube, der Mensch träumt nur, damit er nicht aufhöre zu sehen. Es könnte wohl sein, daß das innere Licht einmal aus uns herausträte, so daß wir keines andern mehr bedürften.
”
”
Johann Wolfgang von Goethe
“
KLAGE O wie ist alles fern und lange vergangen. Ich glaube, der Stern, von welchem ich Glanz empfange, ist seit Jahrtausenden tot. Ich glaube, im Boot, das vorüberfuhr, hörte ich etwas Banges sagen. Im Hause hat eine Uhr geschlagen … In welchem Haus? … Ich möchte aus meinem Herzen hinaus unter den großen Himmel treten. Ich möchte beten. Und einer von allen Sternen müßte wirklich noch sein. Ich glaube, ich wüßte, welcher allein gedauert hat,— welcher wie eine weiße Stadt am Ende des Strahls in den Himmeln steht …
”
”
Rainer Maria Rilke (The Selected Poetry of Rainer Maria Rilke)
“
Wohin mit all dem, wenn ich tot bin? Ich glaube, ich hätte lieber die Erinnerung eines Grashalms am Straßenrand, an dem alle vorübergehen, eines Grashalms, den nie wieder einer sieht, bis er eines Tages abgemäht oder ausgerupft wird. Oder einfach vertrocknet.
”
”
David Wagner (Leben)
“
Ich glaube, man sollte überhaupt nur noch solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.
”
”
Franz Kafka
“
Ich glaube, es gibt keinen wesentlichen Unterschied zwischen dem, was ein biologisches Gehirn leisten kann und dem, was ein Computer leisten kann...Künstliche Intelligenz könnte die grossartigste Idee der Menschheit werden. Aber sie könnte auch unserer letzte sein.
”
”
Stephen W. Hawking
“
Schwer, langsam, aber endgültig habe ich mich von dem Glauben gelöst, dass unsere menschlichen Geschicke an den Gang der Gestirne geknüpft sind. Daß dort Seelen wohnen, ähnlich den unseren, die unser Dasein betrifft, und sei es, indem sie die Fäden, die es halten, mißgünstig verwirren.
”
”
Christa Wolf (Medea)
“
Ich bin gern erlöst von meinem Spiegelbild, von der Frage, wie ich aussehe. Auch ohne Spiegel weiß ich, wie es mir geht, ich brauche diesen Umweg nicht. Es ist mir unangenehm: mich ständig einem Urteil unterwerfen, mit einem Idealbild vergleichen, mit früheren Fotos, mit dem Bild, das andere - wie ich glaube - von mir haben.
”
”
Pauline DeBok (Blankow oder Das Verlangen nach Heimat)
“
Hast du manchmal Angst?", fragt er. "Ich meine nicht Angst vor einer Prüfung. Oder dem Erzieher. Sondern so richtig Angst. So Angst vor dem Leben. Weißt du?" Troy schluckt. Er beugt sich nach vorn.
"Leben ist Angst haben", sage ich. Mir wird unangenehm. Eigentlich habe ich noch nie darüber nachgedacht. Aber ich glaube, es stimmt.
”
”
Benjamin Lebert (Crazy)
“
Ich sehe, wie die Welt allmählich in eine Wildnis verwandelt wird. Ich höre den nahenden Donner, der auch uns vernichten wird, ich kann das Leiden von Millionen spüren und dennoch glaube ich, wenn ich zum Himmel blicke, dass alles in Ordnung gehen und auch diese Grausamkeit ein Ende finden wird und dass Ruhe und Frieden wieder einkehren werden.
”
”
Anne Frank
“
Ich meine, wenn uns etwas nicht gelingt, bleibt uns noch genügend Zeit, es noch mal zu versuchen.
”
”
Elizabeth Jane Howard (Casting Off (Cazalet Chronicles, #4))
“
Wofür wir uns halten und wie wir wirklich sind, das hat selten viel miteinander gemein, glaube ich, aber ja – ich halte mich für unvoreingenommener.
”
”
Stephen King (The Drawing of the Three (The Dark Tower, #2))
“
Stolz ist, glaube ich, eine sehr verbreitete Schwäche. (S.24, Mary)
”
”
Jane Austen (Pride and Prejudice)
“
»Ich glaub, das wär nix für mich.«
»Was, Frankie?«
»Na, so 'n Lebenssinn. Erst mal muss man ihn finden. Und dann muss man drauf aufpassen, damit man ihn nicht verliert. Und hat man ihn verloren, so wie du jetzt, dann denkt man die ganze Zeit darüber nach, wo er hin is'. So ein Lebenssinn macht nur Ärger. Meine Meinung. Und am Ende hat man kaum noch Zeit für andere Sachen.«
”
”
Jochen Gutsch, Maxim Leo
“
Die Menschen? Es gibt, glaube ich, sechs oder sieben. Ich habe sie vor Jahren gesehen. Aber man kann nie wissen, wo sie zu finden sind. Es fehlen ihnen die Wurzeln, das ist sehr übel für sie.
”
”
Antoine de Saint-Exupéry (The Little Prince)
“
Ich glaube nicht, dass ich sie je wiedersehen werde. Ich werde sie nie wieder sehen, hören, berühren, in den Armen halten, ihr zuhören, mit ihr lachen; nie wieder auf ihre Schritte horchen, lächeln, wenn eine Tür aufgeht; nie wieder ihren Körper an meinen, meinen an ihren drücken. Ich glaube auch nicht, dass wir uns in entmaterialisierter Form wiedertreffen. Ich glaube, tot ist tot.
”
”
Julian Barnes (Levels of Life)
“
Die unglaubliche Reise des Smithy Ide – Ron McLarty
Lieblingszitat:
“Lieber Smithy, das hier ist mein Brief an dich, aber ich werde ihn nicht abschicken. Ich schreibe am Fenster in meinem Zimmer, und das Fenster ist offen. Der Ahorn draußen in unserem Garten raschelt, und ich lasse es vom Wind zu dir tragen, denn er kann das, und ich glaube wirklich, dass Worte fliegen können.” S. 249
”
”
Ron McLarty (The Memory of Running)
“
Ich glaube, dass fast alle unsere Traurigkeiten Momente der Spannung sind, die wir als Lähmung empfinden, weil wir unsere befremdeten Gefühle nicht mehr leben hören. Weil wir mit dem Fremden, das bei uns eingetreten ist, allein sind; weil uns alles Vertraute und Gewohnte für einen Augenblick fortgenommen ist; weil wir mitten in einem Übergang stehen, wo wir nicht stehen bleiben können.
”
”
Rainer Maria Rilke (Letters to a Young Poet)
“
Ich glaube, in den Schrecken des Dritten Reichs ein einzigartiges, exemplarisches, symbolisches Geschehen zu erkennen, dessen Bedeutung allerdings noch nicht erhellt wurde: die Vorankündigung einer noch größeren Katastrophe, die über der ganzen Menschheit schwebt und nur dann abgewendet werden kann, wenn wir alle es wirklich fertigbringen, Vergangenes zu begreifen, Drohendes zu bannen.
”
”
Primo Levi (Ist das ein Mensch?)
“
Ich weiß nicht, was mich so beharrlich und so lange schweigen ließ…, aber ich glaube, es war nicht Angst oder Schuld oder ein schlechtes Gewissen. Es war die Erinnerung an jenes Stöhnen im Wald, an jene zitternde Lippe im Regen, an jenen flehenden Satz: „Ja so lasst mich doch endlich in Frieden!“ - dieselbe Erinnerung, die mich schweigen ließ, als ich Herrn Sommer im Wasser versinken sah.
”
”
Patrick Süskind (The Story of Mr Sommer)
“
Ich weiß, Frauen haben Dir, dem Verwöhnten, oft dieses Wort gesagt. Aber glaube mir, niemand hat Dich so sklavisch, so hündisch, so hingebungsvoll geliebt wie dieses Wesen, das ich war und das ich für Dich immer geblieben bin.
”
”
Stefan Zweig (Brief einer Unbekannten)
“
»Hör mal zu, Manuela. Das alles darf ich mir gar nicht anhören, was du mir da erzählst. Ich glaube, du übertreibst das jetzt, ohne es vielleicht selber zu wollen. So schlimm kann das alles nicht sein. Du mußt dich zusammennehmen. Man muß sich beherrschen können. Verstehst du? Jeder Mensch muß sich beherrschen können, Manuela. Ich beherrsche mich auch!«
Groß schlägt Manuela die Augen auf. Sie ist zu kindlich, um auch nur zu ahnen, welch schweres Geständnis die Frau da drüben ihr eben gemacht hat.
”
”
Christa Winsloe (The Child Manuela)
“
Keines verbleibt in derselben Gestalt, und Veränderung liebend
Schafft die Natur stets neu aus anderen andere Formen,
Und in der Weite der Welt geht nichts - das glaubt mir - verloren;
Wechsel und Tausch ist nur in der Form. Entstehen und Werden
Heißt nur anders als sonst anfangen zu sein, und Vergehen
Nicht mehr sein wie zuvor. Sei hierhin jenes versetzet,
Dieses vielleicht dorthin: im Ganzen ist alles beständig.
Unter dem selbigen Bild - so glaub’ ich - beharrt auf die Dauer
Nichts in der Welt.
”
”
Ovid (Metamorphosen: Bücher der Verwandlungen (Vollständige deutsche Ausgabe): Mythologie: Entstehung und Geschichte der Welt von Publius Ovidius Naso (German Edition))
“
Für jeden, der einsam oder unglücklich ist oder in Sorge, ist das beste Mittel, hinauszugehen, irgendwohin, wo er allein ist, allein mit dem Himmel, mit der Natur und Gott. Dann, nur dann fühlt man, dass alles ist wie es sein soll und das Gott die Menschen in seiner einfachen, schönen Natur glücklich sehen will. Solange es so ist - und es wird wohl immer so sein-, weiß ich, dass es unter allen Umständen einen Trost gibt für jeden Kummer, und ich glaube bestimmt, dass die Natur so vieles Leid erleichtert.
”
”
Anne Frank (Anne Frank Tagebuch)
“
Das war alles ein wenig viel für mich heute: Anstatt zu schlafen, eine Feuerleiter hinaufzuklettern, zu saufen, was das Zeug hält, mal eben ein bisschen zu vögeln und nebenbei erwachsen zu werden. Das reicht für eine Nacht. Da würde jeder kotzen, glaube ich.
”
”
Benjamin Lebert (Crazy)
“
Treffen sich zwei Autor:innen. Sagt die eine: «Schreiben hat für mich etwas von einem bewölkten Himmel bei Nacht: Man sieht maximal eine Handvoll Sterne, ansonsten ist alles schwarz. Die Lichtpunkte, das sind die wenigen wirklich inspirierten, guten Momente. Das Dunkle, das ist der ganze Rest: die Zweifel, Rückschläge und unzähligen Jahre, in denen man einfach nur hart am Text arbeitet.» Sagt der andere: «Aber wieso machen wir es dann?» Antwortet die eine: «Keine Ahnung ... Ich glaube, ich sehe einfach gern in den Himmel.»
”
”
Benedict Wells (Die Geschichten in uns: Vom Schreiben und vom Leben)
“
- Ich gehöre einfach nicht richtig hierher.
- Ich glaube, ich muss dir was erklären: Das tut eigentlich keiner. Ich garantiere dir, dass jedem Einzelnen auf diesem Ball nicht ganz wohl in seiner Haut ist. Sie haben alle ihre Geheimnisse und zittern davor, dass die anderen ihnen auf die Schliche kommen.
- Das muss ja großen Spaß machen. - bemerkte Ryan und dachte an die Geheimnisse, von denen er wusste. Luke und Nikki. Marisas Vater.
- Die haben einen der schönsten Plätze der Welt genommen und ein richtiges Gefängnis daraus gemacht.
”
”
Cory Martin (The Outsider (The OC, #1))
“
Wir sind nicht fertig geworden miteinander. Und darum, glaube ich, haben wir uns trotz allem nicht trennen können. Der arme Monsieur Dmitritsch! Er könnte alle ersinnbaren Qualitäten eines Mannes haben, vergeblich, er würde nie aufkommen gegen das Vakuum, das uns verbindet.
”
”
Max Frisch (Stiller)
“
Ein großer Mann", sagte er, "den Sie nicht leiden können, ich übrigens auch nicht, er heißt Karl Marx, meinte: Die Philosophen haben die Welt erklärt, es kommt darauf an, sie zu ändern. Ich für meine Persin glaube, das einzige Mittel, sie zu ändern, ist, sie zu erklären. Erklärt man sie plausibel, so ändert man sie auf stille Art, durch fortwirkende Vernunft. Sie mit Gewalt zu ändern, versuchen nur diejenigen, die sie nicht plausibel erklären können. Diese lauten Versuche halten nicht vor, ich glaube mehr an die leisen. Große Reiche vergehen, ein gutes Buch bleibt. Ich glaube an gutbeschriebenes Papier mehr als an Maschinengewehre.
”
”
Lion Feuchtwanger (Erfolg: Lesung mit Musik von Biermösl Blosn (2 CDs))
“
Der Nazismus wurde von Millionen als Evangelium hingenommen, weil er sich der Sprache des Evangeliums bediente. Wurde? - Ich habe das "Ich glaube an ihn" nur bis in die letzten Tage des Hitlerreiches verfolgt. Ich habe jetzt Tag für Tag mit Rehabilitierten zu tun und solchen, die rehabilitiert sein wollen. Diesen Leute, so verschieden sie auch sonst untereinander sein mögen, ist eines gemeinsam: Sie behaupten alle, eine Sondergruppe der "Opfer des Faschismus" zu bilden, sie sind alle gegen ihre Überzeugung durch irgendwelche Gewaltanwendung zum Eintritt in die ihnen von jeher verhaßte gezwungen worden, sie haben nie an den Führer, nie an das Dritte Reich geglaubt.
”
”
Victor Klemperer (The Language of the Third Reich)
“
Eine Viertelstunde später fragte Conseil, der unterdessen hinzugetreten war:
"Liest Monsieur etwas interessantes?"
"Ja, das ist sehr interessant", antwortete ich.
"Das glaube ich gern. Monsieur liest im Buch von Monsieur!"
"In meinem Buch?"
Tatsächlich hielt ich das Werk über 'Die Tiefsee' in den Händen. Ich hatte es nicht einmal bemerkt.
”
”
Jules Verne (20000 Meilen unter den Meeren / Eine Idee des Dr. Ox)
“
Ich weiß nicht, was [soll es]1 bedeuten
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.
Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet
Sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit [goldenem]2 Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame
Gewaltige Melodei.
Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh,
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei getan.
”
”
Heinrich Heine
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Warum macht es mich so traurig, wenn ich an damals denke? [...] Ist es das Wissen, was danach kam und daß danach nur ans Licht kam, was schon da war?
Warum? Warum wird uns, was schön war, im Rückblick dadurch brüchig, daß es häßliche Wahrheiten verbarg? [...] Weil Glück nur stimmt, wenn es ewig hält? Weil schmerzlich nur enden kann, was schmerzlich gewesen ist, unbewußt und unerkannt?
[...] Ist es das, was mich traurig macht? Der Eifer und Glaube, der mich damals erfüllte und dem Leben ein Versprechen entnahm, das es nie und nimmer halten konnte? [...] Ist diese Traurigkeit die Traurigkeit schlechthin? Ist sie es, die uns befällt, wenn schöne Erinnerungen im Rückblick brüchig werden, weil das erinnerte Glück nicht nur aus der Situation, sondern aus einem Versprechen lebte, das nicht gehalten wurde? (SS.38-39)
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Bernhard Schlink (The Reader)
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Und endlich, glaube ich, sind wir schon äußerlich so verschieden...aus vielen Gründen...daß wir am Ende nicht allzuviel Berührungspunkte haben können; aber wissen Sie, an diesen letzten Gedanken glaube ich selbst nicht recht, denn sehr oft scheint es nur so, als wären keine Berührungspunkte vorhanden, in Wirklichkeit sind sie aber da...Das kommt von der Trägheit der Menschen, weil sie sich gegenseitig nach dem bloßen Augenschein einordnen und nichts finden können...
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Fyodor Dostoevsky (Der Idiot)
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Ein solches Glück hatte ich stets bis zu meinem fünfzigsten Lebensjahr, wenn ich in Bedrängnis geriet. Sobald ich rechtschaffene Leute fand, die sich für die Geschichte des Unglücks interessierten, das mich bedrückte, und ich sie ihnen erzählte, flösste ich ihnen jene Freundschaft ein, die nötig war, um sie mir günstig und hilfreich zu stimmen. Der Kunstgriff, den ich dabei anwandte, bestand darin, dass ich die Sache wahrheitsgetreu erzählte, ohne gewisse Einzelheiten auszulassen, zu deren Erwähnung man Mut braucht. Darin liegt das ganze Geheimnis, und wenige wissen es anzuwenden, weil die Menschheit zum grössten Teil aus Feiglingen besteht; ich weiss aus Erfahrung, dass die Wahrheit ein Talisman ist, dessen Zauberkräfte nie versagen, vorausgesetzt, dass man sie nicht an Spitzbuben verschwendet. Ich glaube, wer seine Schuld einem gerechten Richter zu gestehen wagt, wird leichter freigesprochen als ein Unschuldiger, der Ausflüchte sucht.
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Giacomo Casanova (The Story of My Life)
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Sosehr ich mich auch bemühte, diesen Vorstellungen zu entfliehen, gelang es mir doch nie wirklich. Ich glaube auch nicht, daß sie wahnhaften Charakter hatten, denn es war viel unwahrscheinlicher, daß ich mitten im Wald die Tiere durchbringen würde, als daß sie starben. Ich habe an derartigen Ängsten gelitten, solange ich mich zurückerinnere, und ich werde darunter leiden, solange irgendein Geschöpf lebt, das mir anvertraut ist. Manchmal, schon lange ehe es die Wand gab, habe ich gewünscht, tot zu sein, um meine Bürde endlich abwerfen zu können. Über diese schwere Last habe ich immer geschwiegen; ein Mann hätte mich nicht verstanden, und die Frauen, denen ging es doch genau wie mir. Und so tratschten wir lieber über Kleider, Freundinnen und Theater und lachten, die heimliche verzehrende Sorge in den Augen. Jede von uns wußte darum, und deshalb redeten wir nie darüber. Es war eben der Preis, den man für die Fähigkeit bezahlte, lieben zu können.
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Marlen Haushofer (The Wall)
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Einst, wenn die Menschheit ihre völlige Gesundheit wieder erlangt, wenn der Friede zwischen Leib und Seele wieder hergestellt, und sie wieder in ursprünglicher Harmonie sich durchdringen: dann wird man den künstlichen Hader, den das Christentum zwischen beiden gestiftet, kaum begreifen können. Die glücklicheren und schöneren Generationen, die, gezeugt durch freie Wahlumarmung, in einer Religion der Freude emporblühen, werden wehmütig lächeln über ihre armen Vorfahren, die sich aller Genüsse dieser schönen Erde trübsinnig enthielten, und, durch Abtötung der warmen farbigen Sinnlichkeit, fast zu kalten Gespenstern verblichen sind! Ja, ich sage es bestimmt, unsere Nachkommen werden schöner und glücklicher sein als wir. Denn ich glaube an den Fortschritt, ich glaube, die Menschheit ist zur Glückseligkeit bestimmt, und ich hege also eine größere Meinung von der Gottheit als jene frommen Leute, die da wähnen, sie habe den Menschen nur zum Leiden erschaffen.
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Heinrich Heine (Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland)
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Nur selten soll es geschehen, dass einer der Fischer Kontakt aufnimmt mit seinem Nebenmann, denn obgleich sie allesamt unverwandt nach Osten blicken und am Horizont die Abenddämmerung und das Morgengrauen aufsteigen sehen, und obgleich sie, wie ich glaube, dabei bewegt werden von denselben unbegreiflichen Gefühlen, ist ein jeder von ihnen doch für sich ganz allein und hat Verlass nur auf sich selber und auf sein paar wenigen Ausrüstungsgegenstände, auf das Federmesserchen beispielsweise, den Thermosbehälter oder das kleine Transistorradio, aus dem kaum hörbar ein scharrendes Geräusch dringt, so als redeten untereinander die mit den Wellen zurückrollenden Steine. Ich denke nicht, dass diese Männer tage- und nächtelang am Meer sitzen, um, wie sie behaupten, die Stunde nicht zu versäumen, zu der die Wittlinge vorbeiziehen, die Flundern steigen oder der Kabeljau gegen die Küste schwimmt, sondern sie werden sich einfach aufhalten wollen an einem Ort, an dem sie die Welt hinter sich haben und voraus nichts mehr als Leere.
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W.G. Sebald (The Rings of Saturn)
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Und so gern ich an eine Wahrheit jenseits der Illusion glauben würde, glaube ich doch inzwischen, dass es sie nicht gibt, denn zwischen der Realität auf der einen Seite und dem Punkt, an dem der Geist die Realität trifft, gibt es eine mittlere Zone, einen Regenbogenrand, wo die Schönheit ins Dasein kommt, wo zwei sehr unterschiedliche Oberflächen sich mischen und verwischen und bereitstellen, was das Leben nicht bietet. Und das ist der Raum, in dem alle Kunst existiert und alle Magie, und - das würde ich noch behaupten - alle Liebe.
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Donna Tartt (The Goldfinch)
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Er ist nicht von ihrer Art. Ich glaube, er ist von meiner Art; ich bin mir sicher, dass er es ist - ich fühle mich ihm verwandt -, ich verstehe die Sprache seiner Miene und seiner Bewegungen; obwohl Rang und Vermögen eine tiefe Kluft zwischen uns schaffen, ist etwas in meinem Hirn und meinem Herzen, in meinem Blut und meinen Nerven, das mich im geistig gleich macht. Sagte ich vor wenigen Tagen, ich hätte nichts weiter mit ihm zu tun, als mein Salär von ihm zu erhalten? Habe ich mir verboten, ihm in jeglichem anderen Licht zu sehen als dem eines Brotherrn? Welche Blasphemie gegenüber der Menschennatur! Jedes gute, wahre kraftvolle Gefühl, das ich hege, sammelt sich aus freien Stücken um ihn herum. Ich weiß, dass ich meine Gefühle verbergen muss, jede Hoffnungs im Keim ersticken muss, nie vergessen darf, wie wenig ich ihm bedeute. Denn wenn ich sagen, ich sei von seiner Art, will ich damit nicht sagen, ich besäße seine Kraft der Beeinflussung oder seine Zaubermacht der Anziehung; ich will nur sagen, dass ich gewisse Vorlieben und Empfindungen mit ihm teile. Ich darf also nie vergessen, dass wir für alle Zeiten voneinander getrennt sind - und dennoch muss ich ihn lieben, so lange ich atme und denke.
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Charlotte Brontë (Jane Eyre)
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Auf diese Weise gelang es uns tatsächlich, unversehrt den Mustang zu erreichen. Die drei Fast-Stürze, weil ich beim Kuscheln immer wieder die Augen geschlossen hatte, mussten ja nicht zwingend erwähnt werden.
»Darf isch fahren?«, fragte ich, als mir Elyas die Tür aufhielt.
»Klar, Süße«, sagte er und half mir beim Einsteigen auf der Beifahrerseite.
Nachdem ich saß, beugte er sich über mich und hantierte mit dem Gurt, um mich anzuschnallen.
»Bin biologisch betrachted nich isch diejenige von uns, die sich nach vorne büggen müsste?« Ich kicherte, während Elyas mit geweiteten Augen in mein nahes Gesicht starrte.
»Fräulein Winter«, sagte er und räusperte sich. »Die anzüglichen Witze mache immer noch ich!«
»Schulligung, isch wollt auch ma wissen, wie des is.« Ich hob die Schultern, und Elyas widmete sich kopfschüttelnd wieder dem Gurt. Kurz darauf klickte es.
»So«, sagte er und richtete sich auf. »Er ist drin.«
»Bissu sicher?«, fragte ich grinsend. »Ich spür nix.«
Bis zu diesem Moment hatte ich ja keine Ahnung gehabt, zu welch doofem Gesichtsausdruck Elyas fähig war. Leider war dieser köstliche Anblick nicht von langer Dauer. Seine Lippen formten ein Schmunzeln und mit einem verheißungsvollen Glanz in den Augen beugte er sich dicht zu mir hinunter. »Glaub mir, Schatz«, flüsterte er. »Den würdest du spüren.«
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Carina Bartsch (Türkisgrüner Winter (Kirschroter Sommer, #2))
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Der Glaube an das Absurde [läuft] darauf hinaus, die Qualität der Erfahrungen durch deren Quantität zu ersetzen. Wenn ich mich davon überzeuge, dass das Leben einzig das Gesicht des Absurden hat, wenn ich erfahre, dass sein einziges Gleichgewicht auf diesem ständigen Gegensatz beruht zwischen meiner bewussten Auflehnung und der Dunkelheit, in der diese sich abmüht, wenn ich einräume, dass meine Freiheit nur in Beziehung auf ihr begrenztes Schicksal sinnvoll ist - dann muss ich sagen, worauf es ankommt, ist nicht, so gut wie möglich, sondern so viel wie möglich zu leben. Ich habe nicht zu fragen, ob das gewöhnlich oder widerwärtig, fein oder bedauerlich ist.
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Albert Camus (Der Mythos des Sisyphos (German Edition))
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Nichts lieben die Deutschen so von ganzem Herzen wie die Oper. Sie werden durch Gewohnheit und Erziehung dahin geleitet. Auch wir Amerikaner können es ohne Zweifel eines Tages noch zu solcher Liebe bringen. Bis jetzt findet aber vielleicht unter fünfzig Besuchern der Oper einer wirklich Gefallen daran; von den übrigen neunundvierzig gehen viele, glaube ich, hin, weil sie sich daran gewöhnen möchten, und die andern, um mit Sachkenntnis davon reden zu können. Letztere summen gewöhnlich die Melodien vor sich hin, während sie auf der Bühne gesungen werden, um ihren Nachbarn zu zeigen, daß sie nicht zum erstenmal in der Oper sind. Sie verdienten dafür gehängt zu werden.
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Mark Twain (Meistererzählungen)
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Du fragst, wann ich meinen nächsten Abstecher in die zivilisierte Welt machen werde. Nun, ich glaube nicht, dass dies sehr bald sein wird. Ich bin der Wildnis noch lange nicht überdrüssig, genieße vielmehr ihre Schönheit und das Wanderleben, das ich führe, mit jedem neuen Tag mehr. Ich sitze tausendmal lieber im Sattel als in der Trambahn, und auf ein Dach über dem Kopf verzichte ich gern, wenn ich nur unter einem besternten Himmel sitzen darf; der einsame, unwegsame Trail, der mich an einen unbekannten Ort führt, reizt mich mehr als jeder asphaltierte Highway, und auch bin ich lieber vom tiefen Frieden der Wildnis umgeben als von der Unzufriedenheit, die in den Städten herrscht. Kannst du es mir verübeln, wenn ich bleibe, wo ich m ich heimisch fühle, wo ich eins bin mit der Welt um mich herum? Es ist wahr, mir fehlt zuweilen der gute Freund, das geistreiche Gespräch. Doch es gibt kaum jemanden, mit dem ich mich über die Erlebnisse, die mir soviel bedeuten, austauschen könnte. Ich habe daher längst gelernt, darauf verzichten. Es reicht mir vollkommen, von Schönheit umgeben zu sein…
Auch wenn du’s mir nur flüchtig geschildert hast, weiß ich, dass ich den Trott und die Eintönigkeit des Lebens, das du zu führen gezwungen bist, nicht einen Tag aushalten könnte. Ich kann mir nicht vorstellen, meinem Wanderleben jemals abzuschwören. Ich bin zu tief in die Geheimnisse des Lebens vorgedrungen und würde so ziemlich alles einer Rückkehr ins Leben der Mittelmäßigkeit vorziehen.
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Everett Ruess (Everett Ruess: A Vagabond for Beauty & Wilderness Journals)
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Bald sind sie allein auf der Tanzfläche, und Pierre führt seine Partnerin schon viel sicherer.
“Was haben sie mir denn da vorgemacht?” sagt Ève. “Sie tanzen doch sehr gut.”
“Das ist das erste Mal, dass man mir das sagt.”
“Sie brauchten eben mich als Tänzerin.”
“Ich glaube es fast …”
Sie sehen sich an und tanzen eine Weile schweigend.
“Sagen Sie”, fragte Pierre plötzlich, “was geht hier eigentlich vor? Vorhin dachte ich nur an meine Sorgen, und jetzt bin ich hier … Ich tanze und sehe nur Ihr Lächeln … Wenn das der Tod … wäre …”
“Das?”
“Ja. Mit Ihnen tanzen, immer, nichts sehen als Sie, alles andere vergessen …”
“Ja, und?”
“Der Tod wäre besser als das Leben. Finden sie nicht auch?”
“Halten Sie mich fester”, haucht sie.
Ihre Gesichter sind einander ganz nahe. Sie tanzen noch einen Augenblick weiter, und sie wiederholt:
“Halten sie mich fester…”
Plötzlich wird Pierres Gesicht traurig. Er hört auf zu tanzen, rückt ein wenig von Ève ab und murmelt:
“Es ist ja alles Theater. Ich habe Ihre Taille nicht einmal berührt …”
Ève begreift nun ebenfalls:
“Wahrhaftig”, sagt sie langsam, “wir tanzen jeder für sich …”
Sie bleiben voreinander stehen.
Dann streckt Pierre die Hände aus, als wolle er sie auf die Schultern der jungen Frau legen, dann zieht er sie unwillig wieder zurück:
“Mein Gott”, sagt er, “wie süß wäre es, Ihre Schultern zu berühren. Ich möchte so gerne Ihren Atem spüren, wenn Sie mich anlächeln. Aber auch das habe ich verpasst. Ich bin ihnen zu spät begegnet …”
Ève legt Pierre die Hand auf die Schulter.
Sie sieht ihn liebevoll an:
“Ich gäbe meine Seele dafür hin, einen Augenblick lang wieder zu leben und mit Ihnen zu tanzen.”
“Ihre Seele?”
“Das ist alles, was wir noch besitzen.”
Pierre nähert sich seiner Begleiterin und umfasst sie von neuem. Sie beginnen wieder zu tanzen, sehr zart, Wange an Wange, mit geschlossenen Augen.
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Jean-Paul Sartre (Les jeux sont faits)
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Der Glaube an Gott ist ein Sichöffnen, ein Loslassen, ein tiefes Vertrauen, eine bedingungslose Liebe – aber manchmal war es so schwer zu lieben. Manchmal sank mein Herz vor Wut, Verzagtheit und Erschöpfung so tief, dass ich befürchtete, es würde bis ganz hinab auf den Grund des Pazifiks sinken und ich würde es nie wieder heraufziehen können. In solchen Augenblicken versuchte ich mir Mut zu machen.
Ich fasste mir an den Turban, den ich mir aus den Überresten meines Hemds gewunden hatte und rief: „DAS IST GOTTES HUT!“
Ich fuhr mir über meine Hosen und rief: „DAS SIND GOTTES KLEIDER!“
Ich wies auf Richard Parker und rief: „DAS IST GOTTES KATZE!“
Ich wies auf das Rettungsboot und rief: „DAS IST GOTTES ARCHE!“
Ich breitete meine Arme weit und rief: „DAS SIND DIE GÖTTLICHEN GEFILDE!“
Ich hob den Finger zum Himmel und rief: „DAS IST GOTTES OHR!“
Auf diese Weise rief ich mir ins Gedächtnis, was die Schöpfung war und wo ich meinen Platz darin hatte.
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Yann Martel (Life of Pi)
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Und glaube mir nur, Freund Höllenlärm! Die grössten Ereignisse – das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.
Nicht um die Erfinder von neuem Lärme: um die Erfinder von neuen Werthen dreht sich die Welt; unhörbar dreht sie sich.
Und gesteh es nur! Wenig war immer nur geschehn, wenn dein Lärm und Rauch sich verzog. Was liegt daran, dass eine Stadt zur Mumie wurde, und eine Bildsäule im Schlamme liegt!
Und diess Wort sage ich noch den Umstürzern von Bildsäulen. Das ist wohl die grösste Thorheit, Salz in's Meer und Bildsäulen in den Schlamm zu werfen. Im Schlamme eurer Verachtung lag die Bildsäule: aber das ist gerade ihr Gesetz, dass ihr aus der Verachtung wieder Leben und lebende Schönheit wächst!
Mit göttlicheren Zügen steht sie nun auf und leidendverführerisch; und wahrlich! sie wird euch noch Dank sagen, dass ihr sie umstürztet, ihr Umstürzer!
Diesen Rath aber rathe ich Königen und Kirchen und Allem, was alters- und tugendschwach ist – lasst euch nur umstürzen! Dass ihr wieder zum Leben kommt, und zu euch – die Tugend!
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Friedrich Nietzsche (Also sprach Zarathustra und andere Schriften)
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Mach dir keinen Kummer, ich werde dich lieben und dir die schrecklichen Sachen ersparen, von denen dir deine Schulfreundinnen erzählen: Sachen, wie sie angeblich in Hochzeitsnächten passieren; glaub dem Geflüster dieser Närrinnen nicht; wir werden lachen, wenn es soweit ist, bestimmt, ich verspreche es dir, aber du mußt noch warten, ein paar Wochen, höchstens einen Monat, bis ich den Blumenstrauß kaufen, die Droschke mieten, vor eurem Haus vorfahren kann. Wir werden reisen, uns die Welt anschauen, du wirst mir Kinder schenken, fünf, sechs, sieben; die Kinder werden mir Enkel schenken, fünfmal, sechsmal, siebenmal sieben; du wirst nie merken, daß ich arbeite; ich werde dir den Männerschweiß ersparen, Muskelernst und Uniformernst; alles geht mir leicht von der Hand, ich hab's gelernt, ein bißchen studiert, hab den Schweiß im voraus bezahlt; ich bin kein Künstler; mach dir keine Illusionen; ich werde dir weder falsche noch echte Dämonie bieten können, das wovon dir deine Freundinnen Gruselmärchen erzählen, werden wir nicht im Schlafzimmer tun, sondern im Freien: du sollst den Himmel über dir sehen. Blätter oder Gräser sollen dir ins Gesicht fallen, du sollst den Geruch eines Herbstabends schmecken und nicht das Gefühl haben, an einer widerwärtigen Turnübung teilzunehmen, zu der du verpflichtet bist; du sollst herbstliches Gras riechen, wir werden im Sand liegen, unten am Flußufer, zwischen den Weidenbüschen, gleich oberhalb der Spur, die das Hochwasser hinterließ; Schlifstengel, Korken, Schuhkremdosen, eine Rosenkranzperle, die einer Schifferfrau über Bord fiel, und in einer Limonadenflasche eine Post; in der Luft der bittere Rauch der Schiffsschornsteine; rasselnde Ankerketten; wir werden keinen blutigen Ernst draus machen, obwohl's natürlich ernst und blutig ist".
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Heinrich Böll (Billard um halbzehn / Ansichten eines Clowns / Ende einer Dienstfahrt)
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Archer pfiff leise, und als sie sich umdrehte, stand er grinsend vor ihr und schüttelte langsam den Kopf. "Ich glaube, 'atemberaubend', 'wunderschön' und 'umwerfend' sind die Wörter, nach denen du suchst", sagte sie.
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Sarah J. Maas (Crown of Midnight (Throne of Glass, #2))
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Aber ich weiß, dass deine Maßstäbe unglaublich hoch sind. Ich glaube, die meisten Menschen könnten ihnen nicht genügen. Nicht ständig. Und genauso kann ich kritisch sein und dich trotzdem sehr gern haben. Ich kann nicht anders, als es zu bemerken, aber das ändert nichts an meinen wirklichen Gefühlen.
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Elizabeth Jane Howard (Marking Time (Cazalet Chronicles, #2))
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Oft saß ich, wie vor einem Jahr, auf der Hausbank und sah über die Wiese hin. Sie war nicht anders als damals, und sie roch ebenso süß, aber ich geriet nie mehr in das alte Entzücken darüber. Ich sägte fleißig mein Fallholz, und es blieb mir viel Zeit, um mit Luchs in den Wald zu gehen. Ich unternahm aber keine großen Ausflüge mehr, denn ich hatte schon im letzten Sommer meine Grenzen gezogen. Es war mir gleichgültig geworden, wo die Wand verlief, und ich hatte keine Lust, noch zehn weitere verfallene Holzknechthütten zu finden, in denen es nach Mäusen roch. Die Brennesseln würden jetzt auch schon durch die geborstenen Türen in die Hütten eingedrungen sein und in jeder Ritze wuchern. Lieber ging ich nur so zu meiner Freude mit Luchs durch den Wald. Es war besser für mich, als untätig auf der Bank zu sitzen und über die Wiese hinzuschauen. Das gleichmäßige Dahingehen auf den alten Pfaden, die schon anfingen zuzuwachsen, besänftige mich immer aufs neue, und vor allem war es eine tägliche Freude für Luchs. Jeder Ausflug war für ihn ein großes Abenteuer. Ich redete damals sehr viel mit ihm, un er verstand fast alles, was ich sagte, dem Sinn nach. Wer weiß, vielleicht verstand er auch schon mehr Wörter als ich dachte. In jenem Sommer vergaß ich ganz, daß Luchs ein Hund war und ich ein Mensch. Ich wußte es, aber es hatte jede trennende Bedeutung verloren. Auch Luchs hatte sich verändert. Seit ich mich soviel mit ihm befaßte, war er ruhiger geworden und schien nicht dauernd zu befürchten, ich könnte mich, sobald er fünf Minuten wegging, in Luft auflösen. Wenn ich heute darüber nachdenke, glaube ich, daß dies die einzige große Angst seines Hundelebens war, allein zurückgelassen zu werden. Ich hatte auch eine Menge dazugelernt und verstand fast jede seiner Bewegungen und Laute. Jetzt endlich herrschte zwischen uns ein stillschweigendes Verstehen.
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Marlen Haushofer (The Wall)
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Die Asche von Millionen von Menschen verschwindet ja nicht einfach so. Weisst du, dass es zweieinhalb bis viereinhalb Kilogramm Asche pro Mensch sind? Also durchschnittlich dreieinhalb Kilogramm Asche pro ermordeten Juden. Es wurden ja nicht alle Juden verbrannt. Lass es die Hälfte sein. Drei Millionen verbrannte Juden. Das sind, meine Güte, zehneinhalb Millionen Kilogramm Asche. Zehntausendfünfhundert Tonnen Asche. Ich glaube, dass jeder Baum, jeder Grashalm, jede Blume in Deutschland diese Asche aufgenommen hat. Nicht nur die Pflanzen haben die Asche dieser Millionen Menschen über ihrer Wurzeln aufgenommen, auch die Tiere. Sie haben sie mit dem Grass gefressen und beim Trinken aus Bächen runtergeschluckt. Und die Deutschen nehmen die Asche dieser drei Millionen Juden mit jedem Schnitzel, in das sie beissen, mit jedem Schluck Käse, das sie zerkauen, in sich auf. Die Judenvernichtung hat die Juden zu einem Teil der Deutschen gemacht.
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Mirna Funk
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Es werden viele Geschichten erzählt in Londra. Und nicht alle sind wahr.
Aber ich glaube, diese ist es.
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Cornelia Funke (Palast aus Glas: eine Reise durch die Spiegelwelt)
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Selbst wenn es geschehen ist, selbst wenn etwas geschehen ist, was dem gleicht, selbst wenn es nachprüfbare Fakten sind, bleibt es immer noch eine Geschichte, die man sich erzählt. Wir spielen uns gegenseitig etwas vor. Und im Grunde ist vielleicht das das Entscheidende. Diese winzigen Dinge, die nicht an der Wirklichkeit kleben, sondern sie verändern. Diese Stellen an den Rändern und Ecken, wo sich das Pauspapier ablöst. Denn was man auch tut, es wellt und krümmt sich und es täuscht. Und vielleicht hat das Buch Sie gerade deshalb berührt.Wir alle sind Voyeure, da stimme ich Ihnen zu, aber was uns im Grunde interessiert, fasziniert, ist vielleicht nicht so sehr die Realität wie die Art, in der sie von denjenigen verändert wird, die sie uns zu zeigen oder zu erzählen versuchen. Es ist der Filter vor dem Objektiv. Ein Realitätszertifikat macht den Roman nicht besser. Das glaube jedenfalls ich.
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Delphine de Vigan (D'après une histoire vraie)
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Ich glaube nicht an diesen Klang der Wahrheit, Monsieur. Ganz und gar nicht. Ich bin fast sicher, dass Sie, wir, wir Leser einer wie der andere, völlig auf ein Buch hereinfallen könnten, das sich als Wahrheit ausgäbe und doch nur Erfindung, Verzerrung, Einbildung wäre. Ein Maximum an Realitätseffekten, damit man glaubt, das, was er erzählt, habe stattgefunden.
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Delphine de Vigan (D'après une histoire vraie)
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Ja, ihretwegen", antwortete der Fürst leise, indem er sinnend und traurig den Kopf neigte und dabei nicht ahnte, mit welch flammendem Blick Aglaja ihn betrachtete, "ihretwegen, nur um zu erfahren... ich glaube nicht, an ihr Glück mit Rogoshin, obwohl... ich weiß, mit einem Wort, nicht, was ich hier für sie tun und wie ich ihr helfen könnte, ich bin aber doch gekommen."
Er zuckte zusammen und blickte Aglaja an; diese hörte ihm haßerfüllt zu.
"Wenn Sie, ohne zu wissen weshalb, gekommen sind, lieben Sie sie also nicht sehr?" sagte sie endlich.
"Nein", antwortete der Fürst, "nein, ich liebe sie nicht. Oh, wenn Sie wüßten, mit welchem Entsetzen ich an die mit ihr verlebte Zeit zurückdenke!"
Ein Zittern überlief bei diesen Worten seinen ganzen Körper.
"Erzählen Sie alles", sagte Aglaja.
"Es ist nichts dabei, dass Sie nicht mit anhören könnten. Ich weiß nicht, weshalb ich das alles Ihnen und nur Ihnen allein erzählen wollte; vielleicht weil ich sie wirklich lieb hatte. Diese unglückliche Frau ist tief davon überzeugt, dass sie das lasterhafteste, am tiefsten gefallene Geschöpf von der Welt sei. Oh, schänden Sie sie nicht, werfen Sie keinen Sinn auf sie. Sie hat sich selbst mit dem Bewußtsein ihrer unverdienten Schande nur zu sehr gequält! Und was hat sie denn verschuldet, o mein Gott! Sie ruft jeden Augenblick erregt aus, dass sie sich nicht für schuldig hält, dass sie ein Opfer der Menschen, ein Opfer eines Wüstlings und Schuftes ist; Sie müssen aber trotz aller dieser Worte wissen, dass sie die erste ist, die sich selbst nicht glaubt und dass sie im Gegenteil mit ihrem ganzen Gewissen davon überzeugt ist, dass... sie selbst schuldig ist. Wenn ich diese Trostlosigkeit zu verscheuchen versuchte, hatte sie so furchtbar darunter zu leiden, dass mein Herz niemals heilen wird, solange ich noch an diese furchtbare Zeit zurückdenken werde. Mir ist so, als hätte man mein Herz ein für allemal durchbohrt. Wissen Sie, weshalb sie von mir geflohen ist? Nur um mir zu beweisen, dass sie gemein ist. Das Furchtbarste daran ist aber, dass sie vielleicht selbst nicht wusste, dass sie mir das beweisen wollte, sondern deshalb floh, weil sie in ihrem Innern durchaus irgend etwas Schändliches begehen wollte, um sich dabei sagen zu können: Du hast eine neue Gemeinheit begangen, folglich bist du ein niedriges Geschöpf! Sie werden das vielleicht nicht begreifen, Aglaja! Wissen Sie denn, dass in diesem ununterbrochen Bewusstsein der Schande für sie vielleicht ein großes, unnatürliches Vergnügen enthalten ist, eine Art Rache an jemand! Ich brachte sie manchmal so weit, dass sie wieder Licht um sich sah; dann war sie aber gleich darüber entrüstet und ging so weit, dass sie mich voll Bitterkeit beschuldigte, ich stelle mich hoch über sie - ich dachte nicht im entferntesten daran - und mir endlich, als ich ihr vorschlug, sie zu heiraten, geradeaus erklärte, sie verlange von niemand hochmütiges Mitleiden, Hilfe oder ihre Erhebung. Sie haben sie gestern gesehen; glauben Sie denn wirklich, dass sie in dieser Gesellschaft glücklich ist, dass es ihr Kreis ist? Sie wissen nicht, wie intelligent sie ist und was sie alles zu begreifen imstande ist!
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Fyodor Dostoevsky (The Idiot)
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Optimismus ist eine Entscheidung. Mich selbst würde ich als kritisch-optimistisch bezeichnen: Ich glaube fest daran, dass es in Zukunft besser werden kann – ansonsten könnte ich mir gleich die Kugel geben –, aber ich lebe nicht in dem Irrglauben, dass es von allein besser wird. Uns steht immer noch harte Arbeit bevor.
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Christine Figgener (Meine Reise mit den Meeresschildkröten: Wie ich als Meeresbiologin für unsere Ozeane kämpfe)
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Nein, das ist es nicht... eigentlich glaube ich, dass die Unsterblichen uns beneiden. Sie wissen nicht, wie es sich anfühlt, jeden Moment so zu geniessen wie wir. Erinnerst du dich, als wir vor ein paar Monaten einen Spaziergang bei Sonnenuntergang am Brighton Beach gemacht haben und wie wunderschön das Meer an diesem Tag geschimmert hat, wie es in der untergehenden Sonne getanzt hat? Atemberaubend! Und erinnerst du dich, was du gesagt hast? 'Aber solange wir alle Freundlichkeit üben, wo immer wir auch hingehen, und nicht aufhören, uns über diese so wunderbare und atemberaubende Welt zu wundern, wird unsere Existenz keineswegs verschwendet sein. Keineswegs! Also lasst uns einen schönen Drink nehmen, uns umarmen und vor dem wunderschönen Sonnenuntergang weinen, den wir gerade erleben werden! Und dann nach Hause gehen, zusammen schlafen und alles morgen genauso wiederholen!
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Ryan Gelpke (Die Howl Gang Legende (German Edition))
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»Und ich glaube, dass die Mächte da oben uns absichtlich solche Prüfungen auferlegen, um unser Bewusstsein zu schärfen. Nur wir selbst können unser Leben gestalten.«
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Lucinda Riley (Die sieben Schwestern)
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Abgang Nr. 1
...sollten Sie warten, bis Sie selbst gerade etwas gesagt haben, was als Schlußpunkt dienten könnte. Dann lächeln Sie freundlich, strecken den Arm für einen abschließenden Händedruck aus und sagen: "Entschuldigen Sie mich bitte, es war nett, Sie zu treffen." Sie könnten noch hinzufügen: "Ich glaube, dort hinten steht mein Chef (Kunde, Partner, Mann etc.)." ... Wenn Sie sich einmal gelöst haben, sollten Sie sich sichtbar in einen anderen Teil des Raumes bewegen. Sie machen damit deutlich, dass Sie wirklich jemand anderen gesehen haben oder etwas Bestimmtes tun mußten und dass Sie Ihren bisherigen Gesprächspartner nicht einfach verlassen haben, weil Sie gelangweilt waren.
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Susan RoAne (How to Work a Room: The Ultimate Guide to Making Lasting Connections--In Person and Online)
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Ich glaube, Größeres entsteht in uns selbst, und es liegt allein an uns, sie einzusperren oder freizulassen.
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Kerri Maniscalco (Hunting Prince Dracula (Stalking Jack the Ripper, #2))
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Ich bin Mensch (Das Sonett)
Du hast gefragt: Was ist meine Nationalität?
Ich sage, meine Nationalität ist die Menschheit.
Du hast gefragt: Was ist meine Sprache?
Ich sage, meine Sprache ist Freundlichkeit.
Du hast gefragt: Was ist meine Kultur?
Ich sage, Mensch zu sein ist meine Kultur.
Du hast gefragt: Was ist meine Tradition?
Ich sage, meine Tradition ist Demut.
Du hast gefragt: Woran glaube ich?
Ich sage, Integration ist der größte Glaube.
Du hast gefragt: Was ist meine Religion?
Dienst ist meine Religion - Liebe, mein Glaube.
Ich existiere, wenn du existierst,
Meine Identität ist Liebenswürdigkeit.
Ich bin die Welt, die Welt bin ich,
Ich bin das Spiegelbild der Menschheit.
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Abhijit Naskar (Meine Welt, Meine Verantwortung: Hundert Sonette für Meine Weltfamilie (German Edition))
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Du hast gefragt: Woran glaube ich?
Ich sage, Integration ist der größte Glaube.
Du hast gefragt: Was ist meine Religion?
Dienst ist meine Religion - Liebe, mein Glaube.
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Abhijit Naskar (Meine Welt, Meine Verantwortung: Hundert Sonette für Meine Weltfamilie (German Edition))
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Manchmal glaube ich, es ist nicht normal, das Schreiben so sehr zu lieben. Denn ich liebe das Schreiben, liebe es, mehr als alles andere. Und ich meine wirklich alles andere. Noch mehr als dunkle Schokolade, mehr als meine liebsten Fernsehserien, sogar mehr, als versteckt in den Dünen Abenteuerromane zu lesen und vor mich hin zu träumen. Auch wenn das vielleicht nicht zählt, denn in den Dünen mit Blick aufs Meer schreibe ich am liebsten.
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Jutta Swietlinski (Die Wellen brechen)
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Ich glaube du warst mein Spiegel. Ich habe dich angeschaut und gesehen, wie stark du bist und dann ist mir aufgefallen, dass ich kein Gramm deiner Stärke habe.
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Erin Watt (Broken Prince (The Royals, #2))
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Glaub mir, Annemarie, ich weiß nicht viel, aber wenn es annähernd stimmt, wovon ich gehört und gelesen habe, und man alles zusammennimmt, dann ist es riesig. Diese unglaubliche Dimension unserer Zerstörung und Vernichtung wird uns retten. Sie ist so groß, dass sie niemand wird fassen können.
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Andreas Pavlic (Die Erinnerten)
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„Glaub es oder glaub es nicht!«, sagte sie. »In einem der letzten Bücher, die ich gekauft habe, einer wunderschönen Erstausgabe aus dem neunzehnten Jahrhundert, habe ich doch tatsächlich eine eingetrocknete Salamischeibe als Lesezeichen gefunden.
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Cornelia Funke
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Daß es sich hier um die lange Logik einer ganz bestimmten philosophischen Sensibilität handelt und nicht um ein Durcheinander von hundert beliebigen Paradoxien und Heterodoxien, ich glaube, davon ist auch meinen wohlwollendsten Lesern nichts aufgegangen.
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Friedrich Nietzsche
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Bei Durchblättern von Büchern, die ich immer wieder zur Hand nehme, stoße ich auf Unterstreichungen wie diese: »Heute, so scheint es ihm, schreibt er mehr aus einer freien Position heraus. … Er sagt das ohne den Dünkel, der solche Unabhängigkeitserklärungen begleiten kann, und ohne die Pose des Traurigseins, mit der man eine Einsamkeit zugibt«. Die Sätze stammen aus Roland Barthes’ autobiographischem Buch Über mich selbst. Ich muss die Unterstreichung vor langer Zeit gemacht haben. Trotzdem habe ich das Gefühl, sie zum ersten Mal zu lesen.
Wenn ich in Maggie Nelsons Bluets blättere, ihren Reflexionen über das Ende einer Liebesaffäre und die Anziehungskraft der Farbe Blau, wartet, in verblassendem Neonrosa markiert, folgender Satz auf mich: »Ich habe schon seit einiger Zeit versucht, in meiner Einsamkeit Würde zu finden. Ich habe festgestellt, dass ich damit Schwierigkeiten habe.«Drei Ausrufezeichen stehen neben der Anstreichung. Es muss eine Zeit gegeben haben, in der ich mich mit Nelsons Lakonie identifizieren konnte. Tue ich das jetzt auch noch?
Und schließlich, beim Blick in Marguerite Duras’ Écrire, ihren Essay über die Einsamkeit von Schreibenden: »Sobald der Mensch allein ist, stürzt er in die Unvernunft. Ich glaube Folgendes: Ich glaube, dass eine auf sich allein gestellte Person immer schon vom Wahnsinn gezeichnet ist, da sie nichts vor dem Einbruch des eigenen Deliriums schützt.«1 Wenn ich diese Zeilen lese, schlägt mein Herz etwas schneller. Unfreiwillige Wellen des Erkennens unter Regungen des Widerstands. Haltung bewahren, den Blick nach vorn.
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Daniel Schreiber (Allein)
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Ich glaube, dass Schriftstellerinnen und Schriftsteller so gerne wandern gehen, weil es ein gutes Mittel gegen die dunklen Zustände ist, die einen, ob man es will oder nicht, bei der einsamen Arbeit am Schreibtisch einholen. Nicht selten waren die größten Depressiven der Literaturgeschichte auch die begeistertsten Wandernden. Die Liste der Schreibenden, die mithilfe des Gehens in der Natur ihre Stimmung aufbesserten, ist lang: William und Dorothy Wordsworth, Henry David Thoreau, Robert Louis Stevenson, Goethe natürlich, Rousseau, Nietzsche und viele mehr. Michel de Montaigne liebte es, ziellos durch die idyllische Landschaft des Périgord zu streifen, anderen Menschen begegnete er eher mit Vorsicht. Für Virginia Woolf, die begabteste Romanautorin, die begabteste Wanderin und leider auch die begabteste Depressive von allen, lag die Rettung in den Hügeln von Sussex und an der Steilküste von Cornwall. »Nach der Einsamkeit des eigenen Zimmers« konnte sie nur beim Wandern das »Ich« abwerfen, wie sie einmal sagte. Ich wusste, was sie meinte. Es ging ihr nicht um Selbstfindung. Wenn man wandert, weil es einem nicht gut geht, will man sich nicht finden, oder zumindest zunächst nicht, erst einmal möchte man vor sich weglaufen.
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Daniel Schreiber (Allein)
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Sei mir nicht böse, wenn ich nicht glaube, dass sich Vernunft und Macht jemals heiraten werden. Es handelt sich leider um eine Antinomie. Ich bin der Überzeugung, dass es für die Menschheit, so wie sie ist, nur zwei Möglichkeiten gibt. Entweder ist man mit seinem Los unzufrieden, und dann schlägt man einander tot. um die Lage zu verbessern. oder man ist, und das ist eine rein theoretische Situation, im Gegenteil mit sich und der Welt einverstanden, dann bringt man sich aus Langeweile um. Der Effekt ist derselbe. Was nützt das göttliche System, solange der Mensch ein Schwein ist?
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Erich Kästner (Fabian: die Geschichte eines Moralisten)
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Ich glaube, wir brauchen erdachte Geschichten, um die Wirklichkeit schärfer zu sehen.
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Gérard Salem (Tu deviens adulte le jour où tu pardonnes à tes parents (French Edition))
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Ich sage, Integration ist der größte Glaube. Dienst ist meine Religion - Liebe, mein Glaube.
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Abhijit Naskar (Meine Welt, Meine Verantwortung: Hundert Sonette für Meine Weltfamilie (German Edition))
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Mein Anblick bist du (Das Sonett)
Mein Anblick bist du,
Mein Glaube bist du.
Ich gebe dir alles,
Mein Leben bist Du.
In meinem Herzen bist du,
In meiner Seele bist du.
Ich kann ohne Luft leben,
Denn mein Atem bist du.
Mein Himmel bist du,
Mein Schatz bist du.
Ich brauche keinen Palast,
Alles was ich will bist du.
Meine Wissenschaft bist du,
meine Kunst bist du.
Der Morgen meines Geistes bist du.
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Abhijit Naskar (Meine Welt, Meine Verantwortung: Hundert Sonette für Meine Weltfamilie (German Edition))
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Was der Mensch auch ist ist oder was er auch vorgibt, er hat ein friedloses Herz, das nach Frieden schreit. Es ist so viel Schmutz und Schuld da - wie aber werde ich frei, wie komme ich ins Licht? Hier ist ein Herz, das schreit nach Jesus. Das habe ich immer wieder gelernt. Ich habe gelernt, den Menschen ihr "Lametta" nicht zu glauben und ihre steifen Mützen und was sie sonst noch so tun, um sich wichtig zu machen. Oder Orden und Fracks oder immer wieder Neues, was Menschen erfinden, um sich wie Paradiesvögel zu kleiden. Das glaube ich ihnen nicht mehr, sondern ich glaube, dass der Mensch von heute, genau wie vor 2000 Jahren, ein armer Mensch ist, der nichts nötiger braucht, als den Heiland, den Sohn Gottes, der ihm Frieden mit Gott schenkt.
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Wilhelm Busch
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Ich glaube nicht, dass es jemals einen Mann gegeben hat, der eine Frau als gleichwertig behandelt hat, und das ist alles, was ich mir je gewünscht hätte.
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Berthe Morisot
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Ich glaube an die «Unschärferelation» in der Literatur: dass Texte sich allein dadurch verändern, dass andere Menschen darauf geblickt haben, obwohl die Worte selbst gleichgeblieben sind. Im besten Fall fühlt man sich in der Geschichte von anderen verstanden, so wie diese sich umgekehrt von einem gesehen fühlen. Wir reden von uns und meinen die anderen, wir sehen die anderen und erkennen uns selbst.
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Benedict Wells (Die Geschichten in uns: Vom Schreiben und vom Leben)
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Ich schreibe dies mit der Hand auf einem Block aus Recyclingpapier. Ich bin so ein Mensch, der seinen CO2-Fußabdruck reduziert, obwohl wir bereits dem Untergang geweiht sind. Ich tue so, als ob ich viel vom Homo Sapiens halte und glaube, dass wir es schaffen sollten.
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A.L. Kennedy (Als lebten wir in einem barmherzigen Land)
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Mein Anblick bist du,
Mein Glaube bist du.
Ich gebe dir alles,
Mein Leben bist Du.
In meinem Herzen bist du,
In meiner Seele bist du.
Ich kann ohne Luft leben,
Denn mein Atem bist du.
Meine Wissenschaft bist du,
meine Kunst bist du.
Mein Himmel bist du,
Der Morgen meines Geistes bist du.
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Abhijit Naskar (Meine Welt, Meine Verantwortung: Hundert Sonette für Meine Weltfamilie (German Edition))
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Ich glaube nicht, dass wir geboren werden mit einem vorherbestimmten Weg und einem bekannten Ende. Vielmehr sind wir das Ergebnis unserer eigenen Handlungen, die wiederum beeinflußt werden von dem, was das Leben gegen uns unternimmt. Die Summe all dessen macht uns zu dem, was wir sind.
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Cody McFadyen (Die Stille vor dem Tod (Smoky Barrett, #5))
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Ich bin nie ein frommer Mensch gewesen. Ich zweifle eher, als dass ich glaube oder nicht glaube. Mein Glaube ist der Zweifel.
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Carlos Ruiz Zafón (The Angel's Game (The Cemetery of Forgotten Books, #2))
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In jedem normalen Menschen liegt ein Irrer auf der Lauer", sagte der Ladeninhaber. "Das glaube ich schon seit Jahren. Niemand schnappt schneller über als ein ganz gewöhnlicher Bürger.
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Terry Pratchett (The Light Fantastic (Discworld, #2; Rincewind, #2))
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Ich glaube an die künftige Auflösung dieser scheinbar so gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit in einer Art absoluter Realität, wenn man so sagen kann: Surrealität. Nach ihrer Eroberung strebe ich, sicher, sie nicht zu erreichen, zu unbekümmert jedoch um meinen Tod, um nicht zumindest die Freuden eines solchen Besitzes abzuwägen.
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André Breton
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Ich fragte nicht weiter. Die Menschen reagieren empfindlich, wenn man ihren Glauben mit der Ökonomie verknüpft. Es gibt aber nichts, was die Welt bewegt, als allein das Gold. Selbst die Liebe entzündet sich am Gold. Und der Glaube erst recht. Ihr senkt die Knie vor eurer Göttin, wenn sie vors Portal tritt, juwelenüberrieselt der reine Leib. Würdet ihr sie auch lieben, wenn sie im Keller die Asche versorgte, Krätzeflecken auf der Haut?
Nur eine Macht habe ich gefunden in der Welt, die kümmert sich nicht ums Gold: die Geilheit. Aber die ist schnell verraucht, und ohne Folgen. Vornehme Frauen habe ich gesehen, die Spreize machend unter einem Stallknecht, der stank nach Mist. Ergraute Männer habe ich gesehen, schwer von Würde, die rannten eine Hure zu ficken, die die ganze Stadt schon hatte.
Ich sprach davon zu meinem alten Lehrer, und er sah mich an und sagte: Man soll nicht davon reden.
Ich war schon ein junger Mann damals, war auf Reisen gewesen, und mein alter Lehrer erhielt sein Gnadenbrot auf meines Vaters Gut, wie es den Pferden und den Sklaven zusteht. Ich war enttäuscht über seine Antwort und verachtete ihn. Heute weiß ich, dass ich ein Kind war und dumm und hochfahrend. Er hatte recht. In seinen Worten lag die einzige Weisheit, zu der einer kommen kann. Man soll nicht darüber reden.
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Peter von Mundenheim (An der Mauer)
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grauen Anzügen. Ich glaube, die Männer und
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André Klein (Learn German With Stories: Ferien in Frankfurt - 10 German Short Stories for Beginners (Dino lernt Deutsch 2))
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Nein, meine liebe Mutter, laß uns endlich einen heiteren Frieden schließen für immer. Wenn ich wirklich Dein liebes Kind bin, das geliebteste wäre ein Unrecht gegen meine Geschwister, so glaub auch, daß ich dieser Liebe wert ist, sonst entzieh sie mir lieber, denn ich kann sie nicht freudig besitzen, wenn Du an mir zweifelst oder Dich ewig um mich grämst. [...] Die Freiheit, die Du Deinen anderen Kindern gönnst, ihre Wege zu gehen, die mußt Du auch mir zuerkennen, denn ich suche nach meiner Überzeugung das Rechte und Edle wie sie.
Malwida von Meysenbug (36) an die Mutter
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Angela Hopf, Andreas Hopf (Geliebte Eltern. Kinderbriefe aus sechs Jahrhunderten)
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Ich bin kein Held, Herr."
"Und warum nicht, wenn ich fragen darf?"
"Ich glaube, ich habe eine zu lebhafte Phantasie.
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Terry Pratchett (The Last Hero (Discworld, #27; Rincewind, #7))
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Ich glaube nicht an die »böse« Natur des Menschen, ich glaube, daß er das Schrecklichste tut aus Mangel an Phantasie, aus Trägheit des Herzens.
Habe ich nicht selbst, wenn ich von Hungersnöten in China, von Massakres in Armenien, von gefolterten Gefangenen auf dem Balkan las, die Zeitung aus den Händen gelegt und, ohne innezuhalten, mein gewohntes Tagwerk fortgesetzt? Zehntausend Verhungerte, tausend Erschossene, was bedeuteten mir diese Zahlen, ich las sie und hatte sie eine Stunde später vergessen. Aus Mangel an Phantasie. Wie oft habe ich Hilfesuchenden nicht geholfen. Aus der Trägheit meines Herzens.
Würden Täter und Tatlose sinnlich begreifen, was sie tun und was sie unterlassen, der Mensch wäre nicht des Menschen ärgster Feind.
Die wichtigste Aufgabe künftiger Schulen ist, die menschliche Phantasie des Kindes, sein Einfühlungsvermögen zu entwickeln, die Trägheit seines Herzens zu bekämpfen und zu überwinden.
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Ernst Toller (Eine Jugend in Deutschland)
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Musk saß in der Reihe vor ihnen und tippte auf seinem Computer herum. "Verdammter Nerd", dachten wir, "was macht er wohl jetzt?". Genau da drehte sich Musk auf seinem Sitz um und zeigte eine Tabelle, die er angelegt hatte. "Hey, Leute", sagte er, "ich glaube, wir können die Rakete selbst bauen
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Ashlee Vance (Elon Musk: Tesla, SpaceX, and the Quest for a Fantastic Future)
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Ich glaube, nichts geschieht aus Zufall. Im Grunde hat alles seinen geheimen Plan, auch wenn wir ihn nicht verstehen.
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Carlos Ruiz Zafón (The Shadow of the Wind (The Cemetery of Forgotten Books, #1))
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Mir fällt es nicht ganz leicht, Ihre Schlussfolgerungen nachzuvollziehen. Ich glaube ehrlich gesagt nicht daran, dass mich eine Waldfee mit einem Todesfluch belegt hat, weil ich ihr nicht beim Blumenpflücken geholfen habe. Mein Tag war voller Rückschläge und unglücklicher Zufälle, aber das hat weder mit meinem Karma noch mit irgendwelchen Flüchen oder den Sternkonstellationen am Himmel zu tun. An manchen Tagen läuft es eben schlechter als an anderen. So einfach ist das.
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Lars Vasa Johansson (Den stora verklighetsflykten)
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Ich glaube, der alte Ferdinand las so viel, damit er nicht mit seiner Frau reden mußte. Immerhin hatten Männer damals noch soviel Autorität, daß niemand ihr Studierzimmer zu betreten wagte. Auf diese Weise wurde mein lieber Schwiegervater ein Gelehrter.
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Marlen Haushofer (Die Mansarde)
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„Ich hab’s nicht so mit den Toten. Lebend sind mir die Menschen lieber.“
„Du kennst nicht genug Menschen, glaube ich.
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Sebastian Niedlich (Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens)
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Ich glaube fest daran, dass jede Generation ihre eigene Aufgabe hat.
Die Generation unserer Eltern hatte die Aufgabe die Perle des indischen Ozeans, die wunderschöne Insel Sri Lanka zu verlassen, um sich, und gerade uns, ein Leben in Sicherheit zu schenken. Dafür sollten wir Ihnen unendlich dankbar sein.
Und die einzige Möglichkeit die ich sehe, wie wir dies zurückzahlen können, ist jede Chance die uns gegeben wird, zu nutzen, alles aus unserem Leben zu machen.
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Akilnathan Logeswaran
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»Ich glaube, Sie nehmen mich nicht ernst.«
»Mal abgesehen davon, dass ich dachte, es wäre offensichtlich, ist das durchaus korrekt
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Sebastian Niedlich (Dicker Teufel umständehalber in liebevolle Hände abzugeben)
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Ich glaube, dass das Buch für uns Europäer die Erde ist, das Wasser, das Vaterland und auch unser Heim, das Haus, in dem wir wohnen.
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Emilio Isgrò
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Ab und zu glaube ich, dass nicht die Stärke des Kummers von Bedeutung ist, sondern wie sehr er sich festsetzen kann.
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Katarina Bivald (Läsarna i Broken Wheel rekommenderar)
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Ich bin ein Optimist. Ob das angeboren oder anerzogen ist, kann ich nicht sagen. Zum optimistisch sein gehört, das Gesicht der Sonne zuzuwenden und immer vorwärts zu gehen. Es gab viele dunkle Stunden, in denen mein Glaube an das Gute auf eine fürchterliche Probe gestellt wurde, aber ich wollte und konnte ihn (mich) nicht aufgeben. Dann hat man verloren. (Und stirbt)
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Nelson Mandela
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Rätselhafterweise ist Schriftsteller trotzdem der schönste Beruf der Welt. Mehr als das. Schriftsteller zu sein, ist eine Auszeichnung. Ein Privileg. Das hat mit Freiheit zu tun und mit drei Dingen, an die ich glaube: Liebe, Literatur und Liebe zur Literatur.
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Juli Zeh
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Ich glaube, ich würde mich gerade lieber aufs Klo verziehen und ein bisschen sterben.
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Isabel Shtar (Froschprinz - Band 1 (German Edition))
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»In jedem Wesen – glaub' es mir, wenn es auch wohlfeil klingen mag –, in jedem Wesen, das ich zu lieben meinte, habe ich immer nur dich gesucht. Das weiß ich besser, als du es verstehen kannst, Albertine.«
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Arthur Schnitzler
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Für Menschen, die das Glück haben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ist es oft kaum vorstellbar, dass Männer und Frauen zu einer Ehe gezwungen werden können. So geht es auch vielen, die mit zwangsverheirateten Personen aus beruflichen Gründen zu tun haben. Ein Richter fuhr mal eine Mandantin von mir sehr schroff an und sagte sinngemäß: »Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Sie in Deutschland aufgewachsen sind, ein Gymnasium besucht haben und keine Möglichkeit sahen, sich gegen die Verheiratung zur Wehr zu setzen.« Ich glaube ihm, dass das Phänomen Zwangsheirat außerhalb seiner Vorstellungskraft liegt. Aber ich verstehe nicht, dass er und mit ihm so viele andere Menschen meinen, es würde reichen, in einem demokratischen Land zu leben, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie begreifen meiner Ansicht nach nicht die Macht der Parallelgesellschaft. Sie begreifen nicht, dass in Deutschland tatsächlich Menschen leben, die ihre eigenen Kinder gegen deren Willen verheiraten und sogar im Namen der Ehre töten oder töten lassen.
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Seyran Ateş (Der Multikulti-Irrtum)
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Die Leute machen immer die Umstände für das verantwortlich, was sie sind. Ich glaube nicht an Umstände. Die Menschen, die in dieser Welt vorankommen, stehen auf und suchen die Umstände, die sie wollen, und falls Sie diese nicht finden können, erschaffen Sie sie.
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Bernhard Shaw
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Der zweite russische Gast ist ein junger Kerl, siebzehn Jahre alt, Partisan gewesen und dann mit der kämpfenden Truppe westwärts gezogen. Er sieht mich mit streng gerunzelter Stirn an und fordert mich auf, zu übersetzen, daß deutsche Militärs in seinem Heimatdorf Kinder erstochen hätten und Kinder bei den Füßen gefaßt, um ihre Schädel an der Mauer zu zertrümmern. Ehe ich das übersetze frage ich: ‘Gehört? Oder selbst mit angesehen?’ Er, streng, vor sich hin: ‘Zweimal selber gesehen.’ Ich übersetze.
‘Glaub ich nicht’, erwidert Frau Lehmann. ‘Unsere Soldaten? Mein Mann? Niemals!’ Und Fräulein Behn fordert mich auf, den Russen zu fragen, ob die Betreffenden ‘Vogel hier’ (am Arm) oder ‘Vogel da’ (an der Mütze) hatten, das heißt, ob sie Wehrmacht waren oder SS. Der Russe begreift den Sinn der Frage sofort: den Unterschied zu machen, haben sie wohl in den russischen Dörfern gelernt. Doch selbst wenn es, wie in diesem Fall und ähnlichen Fällen, SS-Leute waren: Jetzt werden unsere Sieger sie zum ‘Volk’ rechnen und uns allen diese Rechnung vorhalten. Schon geht solches Gerede; ich hörte an der Pumpe mehrfach den Satz: ‘Unsere haben’s wohl drüben nicht viel anders gemacht.’
Schweigen. Wir starren alle vor uns hin. Ein Schatten steht im Raum. Das Baby weiß nichts davon. Es beißt in den fremden Zeigefinger, es kräht und quietscht. Mir steigt ein Klumpen in die Kehle. Das Kind kommt mir wie ein Wunder vor, rosa und weiß mit Kupferlöckchen blüht es in diesem wüsten, halb ausgeräumten Zimmer, zwischen uns verdreckten Menschen. Auf einmal weiß ich, warum es den Krieger zum Kindchen zieht.
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Marta Hillers (A Woman in Berlin: Eight Weeks in the Conquered City: A Diary)
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Natürlich möchte ich das Angebot wiederholen, daß ich Ihnen über eine Übersetzung gemacht habe. Aus vielen Gründen. Erstens glaube ich, daß Sie es könnten [...], zum andern weil ich felsenfest davon überzeugt bin, daß man für die eigene Sprache jedes Mal etwas lernt, wenn man einen bedeuten fremdsprachlichen Schriftsteller übersetzt, schließlich, weil ich möchte, daß große Bücher von Leuten übersetzt werden, denen die eigene Sprache mehr als nur ein kommerzielles Verständigungsmittel ist.
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Walter Boehlich (»Ich habe meine Skepsis, meine Kenntnisse und mein Gewissen.«: Briefe 1994 bis 2000: Briefe 1944 bis 2000)
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Menschen verhalten sich öfter mal dumm und meistens aus total dämlichen Gründen. Ich weiß, wovon ich rede, ich habe drei Söhne. Ich glaube, manchmal lassen die sich einfach vom Augenblick mitreißen und dann sitzen sie fest wie eine Fliege im Spinnennetz. Kommen einfach nicht wieder raus.
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Robert Dugoni, Vor deinen Augen
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Doch jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, und rückblickend glaube ich, dass ich ebendiese Zeit gebraucht habe.
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Heinz Strunk (Fleisch ist mein Gemüse)
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Sie behaupten gern'
dass alles endet
doch daran glaube ich nicht
Nichts endet –
es wandelt sich nur
und wir haben die Macht
dieser Wandlung ein Gesicht zu geben
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Dahi Tamara Koch (Wanderherzen)
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Ich glaube, ich habe Muskelkater im Kopf.
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Sebastian Schlösser (Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise)
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Grenzt hier ein Wort an mich, so lass ich's grenzen.
Liegt Böhmen noch am Meer, glaub ich den Meeren wieder.
Und glaub ich noch ans Meer, so hoffe ich auf Land.
Bin ich's, so ist's ein jeder, der ist soviel wie ich.
Ich will nichts mehr für mich. Ich will zugrunde gehen.
Zugrund - das heisst zum Meer, dort find ich Böhmen wieder.
Zugrund gerichtet, wach ich ruhig auf.
Von Grund auf weiss ich jetzt, und ich bin unverloren.
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Ingeborg Bachmann
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Ich bleibe. Ich bin verliebt, Rick... Jedenfalls weiß ich nicht, ob ich je wieder einer Frau wie Maggie begegnen werde. [...] Ich glaube einer der Gründe, wieso ich so sorglos in Atlanta rumgerannt bin, um nach Vorräten zu suchen, war, dass es mir ziemlich egal war, ob ich dabei drauf gehe. Ich hatte Angst, aber es war mir egal. Ich habe es fast schon drauf angelegt zu sterben. Das ist jetzt nicht mehr so. Nicht mit Maggie.
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Robert Kirkman (The Walking Dead, Vol. 2: Miles Behind Us)
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Ich glaube, dass die katholische Kirche zu gebrochnen ist, um durch die Hoffnung gerettet zu werden - es würde wahren Glauben benötigten um zumindest etwas von ihr wieder aufzubauen.
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Laura Chouette
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Ich bleibe. Ich bin verliebt, Rick... Jedenfalls weiß ich nicht, ob ich je wieder einer Frau wie Maggie begegnen werde. [... ] Ich glaube einer der Gründe, wieso ich so sorglos in Atlanta rum gerannt bin, um nach Vorräten zu suchen, war, dass es mir ziemlich egal war, ob ich dabei drauf gehe. Ich hatte Angst, aber es war mir egal. Ich habe es fast schon drauf angelegt zu sterben. Das ist jetzt nicht mehr so. Nicht mit Maggie.
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Robert Kirkman (The Walking Dead, Vol. 3: Safety Behind Bars)
“
Jedes Mal, wenn ich dich sehe, geht die Sonne auf und durchbricht das Dunkel. Ich glaube, es gibt nichts, was dich so gut beschreibt wie die Sonne.
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Maren Vivien Haase (Lights of Darkness (Golden Oaks, #2))
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Ich glaube, so ist es, wenn man verliebt ist. Nichts erscheint einem zu groß oder zu beängstigend, weil man weiß, was immer auch passiert, man muss es nicht allein durchstehen.
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Emma Chase (Royally Matched (Royally, #2))
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Ich glaube die direktesten Menschen, sind nicht unbedingt auch die Ehrlichsten, sie trauen sich nur mehr zu sagen, als die anderen.
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Spencer Hill, Krieg zwischen den Welten - Das zweite Gesicht
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»Okay, ich glaube dir. Ich musste nur daran denken, dass alle so versessen darauf sind, sich selbst und andere mit Labels zu bestücken, dass sie ganz vergessen, worum es wirklich geht: ums Verliebtsein.«
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Inka Lindberg (we fell in love in october)
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Die Liebe ist nicht da, um uns glücklich zu machen. Ich glaube sie ist da, um uns zu zeigen, wie stark wir im Leiden und im Tragen sein können.
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Hermann Hesse
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Ich glaube, ich werde älter; so jung schon fängt das an.
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Max Frisch (Bin oder Die Reise nach Peking)
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Ich liebe Astrid Lindgren und glaube fest an Nangijala – oder zumindest eine artähnliche Variante eines Weiterlebens ohne Drachen. An eine Wiedergeburt unserer Seele in einem anderen Körper, irgendwo auf dieser Welt. So, dass sich das Leben unserer Seele gewissermaßen in einem neuen Körper fortsetzt – vielleicht sogar in einem anderen Kulturkreis.
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Ronja Maue (Koks im Zuckerstreuer und Kakerlaken in der Wand)
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Von bösen Menschen geht Böses aus, von Guten Gutes. Ich glaube fest daran, dass wir in der Hand haben, wer wir sein wollen. Lügen, betrügen und nicht fair spielen hätten mein Leben an unzähligen Stellen einfacher gemacht – aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Das kann echt jeder. Man braucht nur Anstand und Mut.
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Ronja Maue (Koks im Zuckerstreuer und Kakerlaken in der Wand)
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Ich glaube, du solltest damit anfangen, dich für dich selbst zu entscheiden.
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Brittainy C. Cherry
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Du hast Angst, dass man dir wehtut, aber ich glaube, du hast noch immer nicht verstanden, dass du alle Trümpfe in der Hand hältst, Süße. Wirklich alle!
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Abbi Glines (Take a Chance (Rosemary Beach, #7; Chance, #1))
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Und deshalb glaube ich, dass Wunder, wie unerklärlich, wie unglaublich sie auch sind, wirklich geschehen können, ungeachtet der natürlichen Ordnung der Dinge.
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Nicholas Sparks (Wie Ein Einziger Tag: Eig Tag Wie Ein Leben)
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Die Dichterin Anja Saleh hat mir dazu einmal folgendes gesagt:
Man kann nicht alles verstehen. Ich verstehe auch nicht, warum Leute bergsteigen. Ich muss es aber auch nicht unbedingt verstehen. Und ich glaube, genau darin liegt die Kunst: Menschen nicht zu drängen, ihnen Dinge so verständlich zu machen, dass sie es auf sich übertragen können. Wenn jemand verstehen möchte, warum ich ein Kopftuch trage, dann denke ich mir: Da ist so viel im Hintergrund. Du kannst das nicht einfach verstehen, denn da steht ein Prozess, ein Leben dahinter: Wie willst du das verstehen?
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Kübra Gümüşay (Sprache und Sein)
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Wenn es wehtut, ist es wenigstens echt. Und ich glaube, ein echtes Leben ist doch schöner als ein leichtes.
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Merit Niemeitz (No Longer Lost (Mulberry Mansion, #2))
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Ich glaube nicht, dass es so ist,
dass ein Mensch Fragen hat, sondern so, dass Fragen einen Menschen
haben.
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Lilian Peter (Mutter geht aus. Essays)
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Ich glaube nicht, dass es so ist, dass ein Mensch Fragen hat, sondern so, dass Fragen einen Menschen haben.
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Lilian Peter (Mutter geht aus. Essays)
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Mit Mädchen war bei mir noch nicht viel gelaufen. Und mit nicht viel meine ich: gar nichts. In der Elementary School hatte ich mal eine Freundin gehabt. Allerdings nur für zwei Tage, ich glaube, wir haben nicht mal Händchen gehalten. Wenn die First Base Küssen war und der Home Run Sex, dann saß ich noch in der Umkleidekabine und band meine Schuhe.
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Benedict Wells (Hard Land)
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Es heißt, es gebe zwei Kategorien von Leuten auf der Welt. Wenn man den einen ein Glas zeigt, das genau halb voll ist, so sagen sie: Dieses Glas ist halb voll. Die anderen hingegen meinen, das Glas sei halb leer.
Allerdings gehört die Welt jenen, die das Glas ansehen und sagen: »Was ist mit diesem Glas? Entschuldigung! Dies ist mein Glas? Nein, das glaube ich nicht. Mein Glas war voll! Und es war größer!
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Terry Pratchett (The Truth: Stage Adaptation)
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Wir waren ganz steif und durchgefroren, als wir in der Bereitschaftssiedlung ankamen. [...] Wir waren allein in der Wohnung. Wir kochten Kaffee und tauten langsam auf, und wir wollten, glaube ich, vernünftig sein. Aber dann [...] lagen wir auf seinem Bett, das Radio brachte alberne Schlagermusik, aber die hörten wir nicht mehr, und ich weiß nur noch, daß wir uns streichelten und quälten, und Jon wickelte mein Haar um die Hand und sagte: "Du bist ein großes Glück" (und er schämte sich nicht einmal dafür, mein Gott, wie herrlich), und ich schrie und schluchzte, und Jon küßte meine Hüften und die Rippenbögen [...]. Haben wir nur deshalb nicht miteinander geschlafen, weil wir es uns aufsparen wollten?
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Brigitte Reimann (Ich bedaure nichts. Tagebücher 1955 - 1963.)
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Ja, er ist ein guter Mensch, auch wenn er diese Seite vor anderen versteckt. Für mich ist er aber noch viel mehr als das. Er ist derjenige, der mich fand, kurz bevor ich aufgeben wollte. Derjenige, der mir dabei hilft, irgendwann ein entspannteres Leben zu führen, weit weg von Ängsten, Albträumen und dem Glauben, nichts ändern zu können. Und dafür bin ich ihm unglaublich dankbar.
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Sabrina Milazzo (Aus Asche und Nacht)
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»Ich glaube, ich könnte Euch den Mond vom Himmel holen, nur um Euch weitere Tränen zu ersparen.«
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Tahereh Mafi (This Woven Kingdom (This Woven Kingdom, #1))
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Ich glaube, ich könnte Euch den Mond vom Himmel holen, nur um Euch weitere Tränen zu ersparen.
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Tahereh Mafi (This Woven Kingdom (This Woven Kingdom, #1))
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Wer ist mutiger: Derjenige, der ständig ein Abenteuer nach dem anderen erlebt, immer auf Achse ist? Oder die Person, die ihre gewohnte Umgebung und Routine liebt und es plötzlich wagt, aus ihr auszubrechen?
Ich glaube, wir Menschen sind alle Gewohnheitstiere. Es kommt einfach nur darauf an, was deine Gewohnheit ist. Die zu durchbrechen, das ist mutig. - Breakaway, Away-Reihe,
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”
Anabelle Stehl
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Glaube an was auch immer du möchtest,
jedoch glaube an das Gute.
Nenn es Gott,
nenn es das Universum,
nenn es wie auch immer du möchtest,
jedoch glaube, dass es Gut ist.
In einer Welt voller Gut und Böse
musst du mit deinem Herzen für das Beste glauben,
jedoch mit deinem Gehirn verstehen,
dass auch das schlimmste existiert.
Du bist mit einem Herzen und einem Verstand gesegnet,
auf dass du begreifen magst,
dass Balance der Schlüssel ist.
Als Mensch
hast du die Wahl alles mögliche zu glauben.
Ich hoffe nur,
dass du an das Gute glaubst,
auf dass du dich entscheidest,
selbst gut zu sein.
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Elisa Kyzu (Schmerz und Sinn (German Edition))