Gedanken Quotes

We've searched our database for all the quotes and captions related to Gedanken. Here they are! All 200 of them:

Liberty is not an end, but a means. Whoever mistakes it for an end does not know what to do once he attains it.
Nicolás Gómez Dávila (Notas: Unzeitgemäße Gedanken)
Wenn das, was einen Menschen ausmacht, Gedanken, Erinnerungen, Träume und Gefühle sind, dann hat mich das, was ich fühle, zu dem gemacht, der ich bin. Ich bin ein Junge … der dich liebt.
Jenny-Mai Nuyen (Nocturna - Die Nacht der gestohlenen Schatten)
Firnis lächelte gütig. "Bücher sind lebendige Wesen", sagte er, "und wenn man ganz in sie eintaucht, dann erwachen sie zum Leben. Und wie die Gedanken, so bekommen auch die Buchstaben Flügel verliehen. Sie lösen sich vom Papier und flattern im Raum herum.
Christoph Marzi (Das Geheimnis der singenden Stadt (Malfuria, #1))
Ist es nicht seltsam, wie viel dicker ein Buch wird, wenn man es mehrmals liest? [...] Als würde jedes Mal etwas zwischen den Seiten kleben bleiben. Gefühle, Gedanken, Geräusche, Gerüche ... Und wenn du dann nach vielen Jahren wieder in dem Buch blätterst, entdeckst du dich selbst darin, etwas jünger, etwas anders, als hätte das Buch dich aufbewahrt, wie eine gepresste Blüte, fremd und vertraut zugleich.
Cornelia Funke (Inkheart (Inkworld, #1))
Nur im Irrenhaus sind wir noch frei. Nur im Irrenhaus durfen wir noch denken. In der Freiheit sind unsere Gedanken Sprengstoff.
Friedrich Dürrenmatt
»Wovor hast du am meisten Angst?« Ich überlegte eine Weile, während er mich nicht aus den Augen ließ. »Vor dem Leben«, entschied ich schließlich. »Davor, dass es vorbei ist, bevor ich überhaupt richtig gelebt habe. Davor, dass ich alles verpasse, weil ich mit meinen Gedanken woanders bin. Davor, dass das Beste im Leben an mir vorbeizieht, weil ich die Chance es zu bekommen nicht ergriffen habe.«
Amelie Murmann (Liebe kennt keinen Plan (Living the Dream, #1))
Um von den trübseligen Gedanken loszukommen, stürzte ich mich in eine andere Welt, in ein fantastisches Reich voller Träume, Liebe und Hoffnung – in mein Lesezimmer.
Martina Riemer (Glasgow RAIN: Küsse im Regen)
Voll Blüten steht der Pfirsichbaum nicht jede wächst zur Frucht sie schimmern hell wie Rosenschaum durch Blau und Wolkenflucht. Wie Blüten geh'n Gedanken auf hundert an jedem Tag -- lass' blühen, lass' dem Ding den Lauf frag' nicht nach dem Ertrag! Es muss auch Spiel und Unschuld sein und Blütenüberfluss sonst wär' die Welt uns viel zu klein und Leben kein Genuss.
Hermann Hesse (Bäume: Betrachtungen und Gedichte)
Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise verschweigt sie.
Wilhelm Busch
Keiner der Namen kam mir auch nur im entferntesten bekannt vor. Gideon: ‘Keiner der Namen kommt ihr auch nur im entferntesten bekannt vor!’ Himmel! Konnte er etwa Gedanken lesen? Für den Fall, dass er es konnte, sah ich ihn an und dachte mit aller Kraft: Du. Blöder. Angeber.
Kerstin Gier
Einen einzigen Gedanken hatte er, eine einzige Liebe, eine einzige Leidenschaft: die Bücher! Und diese Liebe, diese Leidenschaft verbrannten sein Inneres, verdarben sein Leben, verschlangen sein Dasein.
Gustave Flaubert (Bibliomania)
[...] Das allerdings ist ein absurder Gedanke. Andererseits sind, wie ich im Laufe meines Lebens jetzt schon mit Entschiedenheit weiß, gerade die absurden Gedanken die klarsten Gedanken und die absurdesten die wichtigsten überhaupt.
Thomas Bernhard (Yes)
Seine Gedanken oder plötzlichen Wünsche flogen wie die Laune des Meeres über das Wasser, mal hierhin, mal dorthin, und er lebte ununterbrochen in einer stillen Spannung.
Tove Jansson (The Summer Book)
„Wir wissen nicht, was andere Menschen denken oder fühlen, wir interpretieren ihr Verhalten und sind dann wegen unserer eigenen Gedanken beleidigt.“ Ich
Michael Nast (Generation Beziehungsunfähig: Der Nr.1 SPIEGEL-Bestseller (German Edition))
Ich will keinen Autor mehr lesen, dem man anmerkt, er wollte ein Buch machen; sondern nur jene, deren Gedanken unversehens ein Buch werden.
Friedrich Nietzsche
Der Zweck der Philosophie ist die logische Klärung der Gedanken. Die Philosophie ist keine Lehre, sondern eine Tätigkeit. Ein philosophisches Werk besteht wesentlich aus Erläuterungen. Das Resultat der Philosophie sind nicht »philosophische Sätze«, sondern das Klarwerden von Sätzen. Die Philosophie soll die Gedanken, die sonst, gleichsam, trübe und verschwommen sind, klar machen und scharf abgrenzen. 4.112 The object of philosophy is the logical clarification of thoughts. Philosophy is not a theory but an activity. A philosophical work consists essentially of elucidations. The result of philosophy is not a number of "philosophical propositions", but to make propositions clear. Philosophy should make clear and delimit sharply the thoughts which otherwise are, as it were, opaque and blurred.
Ludwig Wittgenstein (Tractatus Logico-Philosophicus)
In dark ages people are best guided by religion, as in a pitch-black night a blind man is the best guide; he knows the roads and paths better than a man who can see. When daylight comes, however, it is foolish to use blind old men as guides. —HEINRICH HEINE, GEDANKEN UND EINFALLE
Christopher Hitchens (God Is Not Great: How Religion Poisons Everything)
Ich habe mir Gedanken gemacht," sagte Herr Grün. "Obwohl man das ja eigentlich gar nicht so sagen kann. Man macht sich keine Gedanken. Sie machen sich selber. Fressen sich durch den Kopf wie Holzwürmer durchs Holz.
Charles Lewinsky
Wer immer mit seinen Gedanken alleine ist, lernt sich selbst Geschichten zu erzaehlen.
Anne Helene Bubenzer (Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown)
Negative Gedanken sind wie Bakterien", hatte John ihr einmal erklärt. "Haben sie sich einmal in dir festgesetzt, vermehren sie sich und töten jeden Lebensmut in dir".
Sebastian Fitzek (Der Augenjäger (Der Augensammler, #2))
Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab, - wir sind sehr einsam. [...] Geh, wir haben grobe Sinne. Einander kennen? Wir müssten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren.
Georg Büchner (Dantons Tod)
Weißt du, was das Geheimnis ist?", raunte der Zwerg an SEINER Seite. "Es ist die Kraft positiver Gedanken. Du musst einfach an das Beste denken und nicht an alle möglichen Unglücke, die geschehen könnten. Unsere Gedanken formen unser Leben!
Bernhard Hennen (Drachenelfen (Drachenelfen, #1))
Wie ich heimschritt bemerkte ich mit einemmal vor mir meinen eigenen Schatten so wie ich den Schatten des anderen Krieges hinter dem jetzigen sah. Er ist durch all diese Zeit nicht mehr von mir gewichen dieser Schatten er überhing jeden meiner Gedanken bei Tag und bei Nacht vielleicht liegt sein dunkler Umriß auch auf manchen Blättern dieses Buches. Aber jeder Schatten ist im letzten doch auch Kind des Lichts und nur wer Helles und Dunkles Krieg und Frieden Aufstieg und Niedergang erfahren nur der hat wahrhaft gelebt.
Stefan Zweig (The World of Yesterday)
Jubads Gedanken machten eine Satz vorwärts, einen Salto rückwärts und dann einen Knoten.
Eschbach Andreas
Gedanken sind dafür da, dem Herzen den Weg zu bahnen. Nicht, um die Richtung zu bestimmen.
Oliver Bantle (A Rhinoceros Learns To Meditate - Kofi and The Art of Forgiveness)
Unnütz, jemandem einen Gedanken erklären zu wollen, dem eine Anspielung nicht genügt.
Nicolás Gómez Dávila
Ein geistreicher Mensch hat, in gänzlicher Einsamkeit, an seinen eigenen Gedanken und Phantasien vortreffliche Unterhaltung, während von einem Stumpfen die fortwährende Abwechslung von Gesellschaften, Schauspielen, Ausfahrten und Lustbarkeiten, die marternde Langeweile nicht abzuwenden vermag.
Arthur Schopenhauer
Im Grunde sind diese Gedanken ganz ohne Bedeutung. Die Dingen geschehen eben und ich suche, wie Millionen Menschen vor mir, in ihnen einen Sinn, weil meine Eitelkeit nicht gestatten will, zuzugeben, daß der ganze Sinn eines Geschehnisses in ihm selbst liegt. Kein Käfer, den ich achtlos zertrete, wird in diesem, für ihn traurigen Ereignis einen geheimnisvollen Zusammenhang von universeller Bedeutung sehen, Er war in dem Augenblick unter meinem Fuß, als ich niedertrat; Wohlbehagen im Licht, ein kurzer schriller Schmerz und Nichts. Nur wir sind dazu verurteilt, einer Bedeutung nachzujagen, die es nicht geben kann.
Marlen Haushofer (The Wall)
Alles, was uns wirklich ausmacht, ist unsichtbar, hat die junge Frau gesagt. Unsere Gedanken sind unsichtbar, unsere Gefühle, Erinnerungen, die Hoffnung, Liebe. Deshalb ist es nicht vorbei, wenn wir gehen müssen. Unser Körper stirbt, aber das andere, was wir wirklich sind, das Unsichtbare, das braucht keinen Körper, das bleibt.
Nicole Walter (Das Leben drehen)
Der Mensch soll um der Güte und der Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken.
Thomas Mann
Sich von sich selbst verabschieden müssen. Alle Gedanken, Hoffnungen und Erinnerungen ausgelöscht. Ein schwarzer Bildschirm für die Ewigkeit.
Benedict Wells (Vom Ende der Einsamkeit)
Aza, du gibts deinen Gedanken zu viel Macht. Gedanken sind bloß Gedanken. Sie sind nicht du. Du gehörst dir, auch wenn deine Gedanken nicht dir gehören.
John Green (Turtles All the Way Down)
[W]ieder stieg ein unbestimmtes Gefühl von Frustration und Sehnsucht in mir auf bei dem Gedanken, dass ich das falsche Leben führte.
Ian McEwan (Sweet Tooth)
Der Satz der Mathematik drückt keinen Gedanken aus.
Ludwig Wittgenstein
Es ist so heilsam, sich mit etwas recht Schwerem plagen zu müssen, um darüber die eigene Gedanken zu vergessen.
Kaiserin Elisabeth von Österreich
Ihr redet, wenn ihr aufhört mit euren Gedanken in Frieden zu sein.
Kahlil Gibran
Immer sind die Instinkte wissender als unsere wachen Gedanken.
Stefan Zweig (Ungeduld des Herzens (German Edition))
Berge sollte man mit möglichst wenig Anstrengung und ohne Ehrgeiz ersteigen. Unsere eigene Natur sollte das Tempo bestimmen. Wenn man unruhig wird, geht man schneller. Wenn man zu keuchen anfängt, geht man langsamer. Man steigt auf den Berg in einem Zustand, in dem sich Rastlosigkeit und Erschöpfung die Waage halten. Dann, wenn man nicht mehr in Gedanken vorauseilt, ist jeder Schritt nicht mehr bloß ein Mittel zum Zweck, sondern ein einmaliges Ereignis. Dieses Blatt ist gezähnt. Dieser Felsen scheint locker. Von dieser Stelle aus ist der Schnee nicht mehr so gut zu sehen, obwohl man ihm schon näher ist. Das sind Dinge, die man ohnehin wahrnehmen sollte. Nur auf irgendein zukünftiges Ziel hin zu leben ist seicht. Die Flanken des Berges sind es, auf denen Leben gedeiht, nicht der Gipfel. Hier wächst etwas.
Robert M. Pirsig (Zen and the Art of Motorcycle Maintenance: An Inquiry Into Values (Phaedrus, #1))
Was würde aus diesen unbedeutenden, aber für ihn so wichtigen Momenten werden? Niemand kannte seine Gedanken und Erinnerungen. Wenn er starb, würden sie vergessen werden, und ein paar Erdumdrehungen später würde es sein, als hätte es sie nie gegeben. Alles würde verlorengehen, auf dem Flug durchs All.
Benedict Wells (Fast genial)
Wenn oft der Himmel umwölkt und der Horizont kleiner war, fühlte er eine Art von Bangigkeit, daß die ganze Welt wiederum mit ebenso einer Decke umschlossen sei wie die Stube, worin er wohnte, und wenn er dann mit seinen Gedanken über diese gewölbte Decke hinausging, so kam ihm diese Welt an sich viel zu klein vor, und es deuchte ihm, als müsse sie wiederum in einer andern eingeschlossen sein, und das immer so fort.
Karl Philipp Moritz (Anton Reiser)
Die, welche schwierige, dunkle, verflochtene, zweideutige Reden zusammensetzen, wissen ganz gewiss nicht recht, was sie sagen wollen, sondern haben nur ein dumpfes, nach einem Gedanken erst ringendes Bewusstsein davon; oft aber wollen sie sich selber und anderen verbergen, dass sie eigentlich nichts zu sagen haben.
Arthur Schopenhauer (The Art of Literature and the Art of Controversy)
Die Nähe der Katze ist gut für den Menschen von ruhiger, betrachtender Lebensart. Dem musischen Menschen leistet die Katze besser Gesellschaft als der Hund. Sie stört die Gedanken, Traüme, Phantasien nicht. Sie ist ihnen sogar günstig durch eine sphinxhafte Ausstrahlung – sie sind dämonenfeindlich. Die Katze hängt nicht an der Person; sie ist treu wie der Hund. Die Katze ist nicht erwähnt in der Bibel.GES. WERKE. Band 11. 422.
Ernst Jünger
Ich stellte mir seine Gedanken als einen schnellen, schmalen Wasserstrom vor, der sich durch die Fugen eines gefliesten Bodens bewegte - erst vorwärts, dann nach links und rechts ausgreifend, an einem Punkt kurz innehaltend, in eine andere Richtung weiter vorstoßend, sich immer weiter ausbreitend und verzweigend und dabei in seiner schimmernden, flüssigen Bewegung all die kleinen Möglichkeiten, Kosequenzen und Wahrscheinlichkeiten bedenkend.
Robert Harris (Imperium (Cicero, #1))
Kristin hatte ihre Wahl an einem grauen Montagmorgen getroffen. Sie war vielleicht aufgewacht, erschöpft von dem neuen Tag, der noch nicht einmal richtig angebrochen war, hatte aus dem Fenster gesehen und sich entschlossen, dass es nun genug sei. Welche Gedanken sie sich gemacht hatte, wusste Harry nicht. Die menschliche Seele war ein tiefer, dunkler Wald, und alle Entscheidungen trifft man allein.
Jo Nesbø (Flaggermusmannen (Harry Hole, #1))
Nein, es ist auch Freude. Freude darüber, hier zu sein, frei zu sein und endlich mit Stolz und Würde als lesbische Frau inmitten all dieser lebensbejahenden Regenbogen umherzulaufen, ohne mir Gedanken darüber zu machen, wer mich sehen und möglicherweise verurteilen könnte.
Jutta Swietlinski (Heimkehr zu ihr (German Edition))
Wenn schon das ökonomische Terrorsystem in seinem Zerstörungs- und Selbstzerstörungsprozeß nicht mehr aufgehalten werden kann, so gilt doch immer noch die Devise der Kritischen Theorie, sich von der eigenen Ohnmacht nicht dumm machen zu lassen. Unter den gegebenen Umständen kann das nur heißen, jede Mitverantwortung für "Marktwirtschaft" und "Demokratie" zu verweigern, nur noch "Dienst nach Vorschrift" zu machen und den kapitalistischen Betrieb zu sabotieren, wo immer das möglich ist: Es ist immer noch besser, Emigrant im eigenen Land zu werden, als in den inhaltslosen Plastikdiskurs der demokratischen Politik einzustimmen. Die Gedanken sind frei, auch wenn sonst gar nichts mehr frei ist.
Robert Kurz
Mach dir keine Gedanken über den Weg, sondern widme dich dem ersten Schritt. Er ist das Schwierigste, nur von dir hängt er ab. Sobald der erste Schritt getan ist, lass alles geschehen, wie es geschieht, dann wird sich der Rest ergeben. Schwimm nicht mit dem Strom - sei der Strom!
Elif Shafak (The Forty Rules of Love)
Solange wir Kinder sind, denken wir nur selten an die Zukunft. Diese Unschuld ermöglicht es uns, uns zu vergnügen, wie nur wenige Erwachsene das können. Der Tag, an dem wir beginnen, uns Gedanken über die Zukunft zu machen, ist der Tag, an dem wir unsere Kindheit hinter uns lassen.
Patrick Rothfuss (The Name of the Wind (The Kingkiller Chronicle, #1))
Als die Schandweiber es endlich zuwege gebracht hatten, daß die Tore offenstehen und die Seele ihrer Schwester entblößt vor ihnen liegt, geben sie die Schlupfwinkel ihrer verborgenen Ranke auf und dringen mit den gezückten schwertern der Tücke in die ängltlichen Gedanken des arglosen Mädchens ein.
Apuleius (Das Märchen von Amor und Psyche)
Es war ihm beim Zustandekommen dieser unerwarteten Lösung einre jener außer der Regel liegenden Gedanken zu Hilfe gekommen, von denen man nicht sowohl sagen könnte, dass sie erst dann entstehen, wenn man sie nicht mehr erwartet, als vielmehr, dass ihr überraschendes Aufleuchten an das der Geliebten erinnert, die längst schon zwischen den anderen Freundinnen da war, ehe der bestürzte Freier zu verstehen aufhört, dass er ihr andere hat gleichstellen können.
Robert Musil (The Man Without Qualities)
Die Gedanken sind weder Dinge der Außenwelt noch Vorstellungen. Ein drittes Reich muß anerkannt werden. Was zu diesem gehört, stimmt mit den Vorstellungen darin überein, daß es nicht mit den Sinnen wahrgenommen werden kann, mit den Dingen aber darin, daß es keines Trägers bedarf, zu dessen Bewußtseinsinhalte es gehört.
Gottlob Frege (Logical Investigations (Library of Philosophy and Logic))
For it is not we who know, but at first it is only a certain state of mind of ours that knows.
Heinrich von Kleist (Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden)
Jeder Mensch ist heilig, wenn es ihm mit seinen Gedanken und Taten wirklich ernst ist.
Hermann Hesse (Knulp)
Aber eigentlich waren meine Gedanken nicht mehr als zusammenhanglose Fetzen.
Haruki Murakami (Killing Commendatore)
Ich wünschte, ihre Gedanken könnten wie die Tränen vorhin aus ihren Augen sickern, dann würde ich sie auffangen, um sie zu lesen.
Mehwish Sohail (Like water in your hands (Like This, #1))
Und als sich unser Blut miteinander verband, löschte es die Welt um uns herum aus. Alle Gedanken, Sorgen und Ängste waren wie weggewischt und uns konnte nichts mehr zurückhalten.
Sabine Schulter (Blutgefährten (Melody of Eden , #1))
Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.
Marcus Aurelius
Sie machte sich Gedanken darüber, wie man sich keine Gedanken macht.
Margaret Atwood (Der Report der Magd)
Vielleicht würde er jetzt ewig leben. Bei dem Gedanken war ihm wieder rundum nach Schreien zumute.
Stephen King (The Waste Lands (The Dark Tower, #3))
Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen
Friedrich Schiller (Wallenstein)
Mit Schreiben kann ich alles ausdrucken, meine Gedanken, meine Ideale und meine Phantasien.
Anne Frank
Man kam nämlich sehr schnell auf merkwürdige Gedanken, wenn man zu lange in dieselben Gesichter sah.
Stephen King (Night Shift)
(...), und wieder einmal staunte ich darüber, wie geschickt die menschliche Intelligenz darin sein kann, unintelligente Gedanken zu formulieren.
Stefan Moster (Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels)
Wörter sind wie Schachteln, in die man seine Gedanken einsortiert, um sie den anderen besser präsentieren und verkaufen zu können.
Marie-Sabine Roger (Das Labyrinth der Wörter)
Es gab einen, der ein halbes Leben an einem Gedanken saß - und die andere Hälfte für diesen Gedanken.
Stanisław Jerzy Lec (Unkempt Thoughts)
Mein Körper war zwar träge bis ins Mark aber meine Gedanken trotteten wie dressierte Zirkustiere immer weiter ziellos durch die Irrgänge des Bewusstseins.
Haruki Murakami (A Wild Sheep Chase (The Rat, #3))
Je älter man wird, desto schwerer wird es, Gedanken in die Tat umzusetzen, vielleicht liegt es daran, dass alles im Kopf eingesperrt bleibt und zur Last wird. (S.11, Joe Bell)
Truman Capote (Breakfast at Tiffany's)
Was aber der Mensch nicht kritisieren, korrigieren und in der Phantasie vollenden darf, dem kann er sich auch nicht nähern, weder in Gedanken noch mit dem Gefühl.
Juli Zeh (Spieltrieb)
Die grossen Gedanken entspringen im Herzen, und scheitern an der Welt. GESAMT WERKE. Band 17.
Ernst Jünger
Stille heilt Lärm zertrümmert Gedanken und Gefühle.
Zenta Mauriņa
Was wissen wir von unseren gegenseitigen Gedanken?
Anne Frank (Anne Frank Gesamtausgabe: Das Tagebuch | Die Kurzgeschichten (German Edition))
Gedanken sind die Schatten unserer Empfindungen, – immer dunkler, leerer, einfacher, als diese.
Friedrich Nietzsche (The Gay Science: With a Prelude in Rhymes and an Appendix of Songs)
Wer Meinungen von sich gibt, darf sich auf Widersprüchen nicht ertappen lassen. Wer Gedanken hat, denkt auch zwischen den Widersprüchen.
Karl Kraus
Er wollte sich nicht als alter Mann mit dem Gedanken herumquälen, dass er der Frau seiner Träume nie die Chance gegeben hatte, ihn zurückzuweisen - oder zu lieben.
Alberto Torres Blandina
Am Ende zerstören wir uns selbst, mit unseren eigenen Gedanken
Laura Chouette
Schlimme Gedanken kann man zurückschieben wie einen dunklen Vorhang, aber heller wird es dadurch nicht.
Isabel Abedi (Whisper)
Er war so anders als alle anderen und dachte Gedanken, die sonst keiner dachte.
Käthe Recheis (Wolfsaga)
Hätten Sie nicht den Glauben verloren, dann würde der Tod Sie nicht derart erschrecken", schrieben mir fromme Seelen mit hämischem Mitgefühl. Wohlwollende Leser redeten mir gut zu: "Verschwinden bedeutet nichts; Ihr Werk wird bleiben." Und in Gedanken antwortete ich ihnen allen, daß sie sich täuschten. Die Religion konnte für meine Mutter ebensowenig leisten wie für mich die Hoffnung auf einen Erfolg nach dem Tode. Ob man sich die Unsterblichkeit als eine himmlische oder eine irdische vorstellt – solange man am Leben hängt, tröstet sie nicht über den Tod hinweg.
Simone de Beauvoir (A Very Easy Death)
Ich begann eine große Schelte gegen mein Gehirn, das einen Gedanken von solcher Abwegigkeit produziert hatte. Ich beruhigte mich damit, dass es gar keine Grundlage gibt, bodenloses Denken also.
Dirk Kurbjuweit (Angst)
Ein Sadhu hat mir einmal etwas Interessantes gesagt. Ich weiss nicht, ob es stimmt, aber mir kam es sinnvoll vor. Er meinte, achtundneunzig von hundert Gedanken hat man schon mal gehabt. Auch die Gedanken wiederholen sich. Deshalb kann man sie genauso gut anhalten, also ganz zum Schweigen bringen. In der Stille findet man dann vielleicht einen oder zwei Gedanken, die wirklich neu sind.
Tiziano Terzani (La fine è il mio inizio)
Nicht, dass er sonderlich fand, ein religiöser Spinner zu sein. Durchaus nicht. Diese Gedanken an Gott und den Himmel behielt er strikt für sich. Für den Rest der Welt war er ein ganz gewöhnlicher Kerl, der seine Arbeit tat, eine Arbeit, die er bis zum bitteren Ende gut verrichten wollte. Er sah sich bestimmt nicht als Schurken, aber das hat noch kein wirklich gefährlicher Mann jemals getan.
Stephen King (The Dark Tower (The Dark Tower, #7))
Etwas Einmaliges, etwas Unvergängliches formte sich in meinem Kopf. Ein kunstvolles Gebilde aus Worten und Sätzen, das sich wie eine außerirdische Kreatur von fremdartiger Schönheit in meinem Denken materialisierte - und zu mir sprach, in makellosen Versen! Es was ein Gedicht. Es hatte nicht das Geringste mit meinem eigenen Denken zu tun, es waren Gedanken aus dem All! Ein Geschenk der Sterne!
Walter Moers (Das Labyrinth der Träumenden Bücher (Zamonien, #6) (Träumende Bücher, #2))
Die Beobachtungen und Begegnisse des Einsam-Stummen sind zugleich verschwommener und eindringlicher als die des Geselligen, seine Gedanken schwerer, wunderlicher und nie ohne einen Anflug von Traurigkeit. Bilder und Wahrnehmungen, die mit einem Blick, einem Lachen, einem Urteilsaustausch leichthin abzutun wären, beschäftigen ihn über Gebühr, vertiefen sich im Schweigen, werden bedeutsam, Erlebnis, Abenteuer, Gefühl. Einsamkeit zeitigt das Originale, das gewagt und befremdend Schöne, das Gedicht. Einsamkeit zeitigt aber auch das Verkehrte, das Unverhältnismäßige, das Absurde und Unerlaubte.
Thomas Mann (Der Tod in Venedig)
Die Pflege deiner Gedanken ist mindestens ebenso wichtig wie die Pflege deines Körpers, wenn nicht sogar noch wichtiger. Schließlich führen gepflegte Gedanken zu einer deutlich höheren Lebensqualität.
Felix Brocker
Was man sich lange und oft genug denkt, verliert allen Schrecken. Gedanken nutzen sich ab wie Münzen, die von Hand zu Hand gehn, oder wie Vorstellungen, die man sich immer wieder vors innere Auge ruft.
Christa Wolf
Ich war damals froh über alles, über meine Liebe zu Nino, über meine Traurigkeit, über die Zuneigung, die mich umgab, und über meine Fähigkeit zu lesen, nachzudenken und allein tiefsinnige Gedanken zu wälzen.
Elena Ferrante (My Brilliant Friend (Neapolitan Novels, #1))
Während ich mich in den Jahren davor im Innersten sicher gefühlt hatte, gab es nun Momente, in denen ich bemerkte, wie mattes Abendlicht in einen schummrigen Flur fiel oder wie die Bäume in der Dämmerung einen gespenstischen Schatten über die Landschaft breiteten, und dann zog sich plötzlich etwas in mir zusammen. Dass ich auf einem Planeten war, der mit unglaublicher Geschwindigkeit durchs All schoss, kam mir ebenso erschreckend vor wie der neue, verstörende Gedanke, dass es unvermeidlich war zu sterben. Wie ein sich ausbreitender Riss nahmen meine Ängste zu. Ich begann, mich vor dem Dunklen zu fürchten, vor dem Tod, vor der Ewigkeit. Diese Gedanken trieben einen Stachel in meine Welt, und je häufiger ich über all das nachdachte, desto mehr entfernte ich mich von meinen oft unbeschwerten, gutgelaunten Mitschülern. Ich war allein.
Benedict Wells (Vom Ende der Einsamkeit)
Zweifel?" rief das Ungeheuer. "Wir reden hier nicht von gesunder Skepsis, mein junger Freund! Nein, ich zweifelte nicht - ich sorgte mich, und das ist ein Unterschied wie... wie zwischen denken und träumen. Ich fing an, mir um alles Gedanken zu machen - um restlos alles! Ich kann mir Sorgen um die Gesundheit machen, um die Zukunft, um die Gegenwart - sogar um die Vergangenheit, was eine besonders sinnlose Variante ist.
Walter Moers (A Wild Ride Through the Night)
Ich würde immer Angst haben: Angst davor, einen falschen Satz zu sagen, einen übertriebenen Ton anzuschlagen, unpassend gekleidet zu sein, kleinliche Gefühle zu offenbaren, keine interessanten Gedanken zu haben.
Elena Ferrante (The Story of a New Name (Neapolitan Novels, #2))
Denken ist einfach, handeln ist schwer, und die eigenen Gedanken in die Tat umzusetzen ist die schwierigste Sache auf der Welt. To think is easy. To act is difficult. To act as one thinks is the most difficult.
Johann Wolfgang von Goethe
Bevor wir schreiben, planen wir unseren Text auf Papier. Wir bringen unsere Gedanken in eine Reihenfolge. Diese Gedanken bündeln wir zu etwa gleich langen Absätzen - so gewichten wir unsere Gedanken gleichmässig.
Thilo Baum (30 Minuten Gutes Schreiben)
Wenn ich seinen Namen flüstere, spüre ich Scherben im Mund. Wenn ich sein Bild vor mich befehle, legt sich Eis auf meine Gedanken. Wenn ich mir vorstelle, ihn zu streicheln, öffnen Skalpelle mir Finger und Hände.
Andreas Steinhöfel
Er liebte mich nicht, er liebte das Bild, das er von sich hatte, und er wollte, daß ihn jemand darin bestätigte, jede wäre ihm recht, ich war nicht wichtig, also brauchte ich mir um ihn auch keine Gedanken zu machen.
Margaret Atwood (Surfacing)
Sie warten also, wenn auch unbewusst, auf den Augenblick, in dem Sie erkennen, dass Sie tatsächlich anders sind; dass dort draußen Menschen sind wie Madame, die ihnen weder Übles wollen noch Hass gegen Sie empfinden, und doch schon beim Gedanken an Ihre Existenz, an die Art und Weise, wie Sie zur Welt kamen, erschaudern und sich vor der Vorstellung fürchten, sie könnten von Ihnen berührt werden. Wenn Sie sich das erste Mal mit den Augen einer solchen Person sehen, wird Ihnen kalt ums Herz. Es ist, als sähen Sie einen Spiegel, an dem Sie jeden Tag Ihres Lebens vorbeigegangen sind, und auf einmal zeigt er Ihnen etwas anderes, etwas Fremdes, Verstörendes.
Kazuo Ishiguro (Never Let Me Go)
Ich fürchte ebenfalls, dass am Ende gar nichts zu Ende sein wird. Die Dinge gehen einfach weiter, solange die Erinnerung das Sagen hat und immer eine weiche Stelle in deinen Gedanken findet, um an die Oberfläche zu schlüpfen.
Markus Zusak (I Am the Messenger)
1. Lesen ist ein bloßes Surrogat des eigenen Denkens. Man läßt dabei seine Gedanken von dem Andern am Gängelbande führen. [...] Lesen soll man nur dann, wann auch die Quelle der eigenen Gedanken stockt; was auch beim besten Kopfe oft genug der Fall seyn wird. Hingegen die eigenen, urkräftigen Gedanken verscheuchen, um ein Buch zur Hand zu nehmen, ist Sünde wider den heiligen Geist. Man gleicht alsdann Dem, der aus der freien Natur flieht, um ein Herbarium zu besehn, oder um schöne Gegenden im Kupferstiche zu betrachten. 2. Wann wir lesen, denkt ein Anderer für uns: wir wiederholen bloß den mentalen Prozeß. Es ist damit, wie wenn beim Schreibenlernen der Schüler die vom Lehrer mit Bleistift geschriebenen Züge mit der Feder nachzieht. Demnach ist beim Lesen die Arbeit des Denkens un zum großen Theile abgenommen. Daher die fühlbare Erleichterung, wenn wir von der Beschäftigung mit unseren eigenen Gedanken zum Lesen übergehn. Eben daher kommt es auch, daß wer sehr viel und fast den ganzen Tag liest, dazwischen aber sich in gedankenlosem Zeitvertreibe erholt, die Fähigkeit, selbst zu denken, allmälig verliert, - wie Einer, der immer reitet, zuletzt das Gehn verlernt. Solches aber ist der Fall sehr vieler Gelehrten: sie haben sich dumm gelesen. Denn beständiges, in jedem freien Augenblicke sogleich wieder aufgenommenes Lesen ist noch geisteslähmender, als beständige Handarbeit; da man bei dieser doch den eigenen Gedanken nachhängen kann. Aber wie eine Springfeder durch den anhaltenden Druck eines fremden Körpers ihre Elasticität endlich einbüßt; so der Geist die seine, durch fortwährendes Aufdringen fremder Gedanken. Und wie man durch zu viele Nahrung den Magen verdirbt und dadurch dem ganzen Leibe schadet; so kann man auch durch zu viele Geistesnahrung den Geist überfüllen und ersticken. Denn selbst das Gelesene eignet man sich erst durch späteres Nachdenken darüber an, durch Rumination. Liest man hingegen immerfort, ohne späterhin weiter daran zu denken; so faßt es nichtWurzel und geht meistens verloren: Ueberhaupt aber geht es mit der geistigen Nahrung nicht anders, als mit der leibichen: kaum der funfzigste Theil von dem, was man zu sich nimmt, wird assimilirt: das Uebrige geht durch Evaporation, Respiration, oder sonst ab.
Arthur Schopenhauer (Περί ανάγνωσης και βιβλίων - Η τέχνη της αποχής από την ανάγνωση)
In den ersten Tagen nach der Diagnose sehr beharrlich durch meine Gedanken ziehende Vorstellung, ob ich ein anderer sein, mit jemanden tauschen wollte, jemanden mit längerer Lebenszeit. Aber ich fand niemanden geeignet. (S 437)
Wolfgang Herrndorf (Arbeit und Struktur)
Und es gibt auch Dinge, wo zwischen Erleben und Erfassen diese Unvergleichkeit herrscht. Immer aber ist es so, dass das, was wir in einem Augenblick ungeteilt und ohne Fragen erleben, unverständlich und verwirrt wird, wenn wir es mit den Ketten der Gedanken zu unserem bleibenden Besitze fesseln wollen. Und was groß und menscenfremd aussieht, solange unsere Worte von ferne danach langen, wird einfach und verliert das Beunruhigende, sobald es in den Tatkreis unseres Lebens eintritt.
Robert Musil (The Confusions of Young Törless)
Der Einzelfall ist nie gewöhnlich: das Allergewöhnlichste für den Gedanken und die Aussage sind Geburt und Tod: wohne aber einer Geburt bei oder einem Sterben und frage dich, frage die Kreißende oder den Abscheidenden, ob das etwas Gewöhnliches ist!
Thomas Mann (Death in Venice and Other Tales)
Wir glauben an einen Sinn, weil wir den Gedanken nicht ertragen können, dass alles dem blinden Zufall unterliegt. Wir glauben an Zeichen, aber glauben Sie mir, es gibt keine Zeichen. Beethoven schuf einige seiner größten Kompositionen, nachdem er ertaubt war: Bedeutende Dinge vollziehen sich im Stillen. Katastrophen ereignen sich, ohne dass sich zuvor der Himmel verdunkelt. Kinder, aus denen einst historische Persönlichkeiten werden, die der Welt ihren Stempel aufdrücken, werden nicht bei Blitz und Donner geboren. Bahnbrechende Entdeckungen werden gemacht, und an keinem Ort der Welt blüht im selben Moment eine besonders schöne Blume auf. Es gibt kein Zeichen, meine Damen und Herren. Es gibt bestenfalls Zufälle. Alles andere ist Aberglaube.
Andreas Steinhöfel (Die Mitte der Welt)
Du zerkaust in deinem Kopf ständig, was andere von dir denken könnten, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verlieren, was du eigentlich willst. Dabei ist es manchmal ganz schön wichtig, das zu tun, was für einen selbst das Beste ist. (S.236, Kaden)
Mona Kasten (Begin Again (Again, #1))
Ich kenne das schon bei mir, aber auf Reisen wird es mir um so deutlicher bewusst, weil man ja im allgemeinen davon ausgeht, dass Reisen nicht zuletzt unternommen werden, um sich andere Landschaften und Städte anzusehen: Bei mir funktioniert dieses Sehen sehr schlecht. Panoramen, Wüsten, Hügellandschaften, malerische kleine Dörfer und Plätze, Meere, Flüsse und Seen, ich bewahre immer nur bruchstückhafte Erinnerungen an ihre Schönheit im Gedächtnis. An was ich mich erinnere, das sind Gedanken, Gespräche, Stimmungen, und die sind allesamt mit demjenigen verknüpft, mit dem ich die Reise gemacht habe, mit der Person, die neben mir herging, die mit mir gegessen und geschlafen und immer mehr gesehen hat als ich, die sich gewissermaßen für mich die Landschaft angesehen hat.
Connie Palmen (I.M.: Ischa Meijer. In Margine. In Memoriam)
Viele seiner kriminellen Bekannten [...] verlachten Depressionen als Weiberkrankheiten, Wohlstandswehwehchen, die nur Schwule und Frauen bekamen. Er beneidete sie darum, dass sie die Wahrheit nicht kannten. Eine echte Depression war wie ein Schwamm, den man unter der Brust trägt, der sich mit rußgeschwärzten Gedanken vollsaugt und immer schwerer wird bis man sein Gewicht körperlich spürt. Zuerst beim Atmen und Schlucken, später lähmt er jede Bewegung bis es sogar unmöglich wird die Bettdecke vom Kopf zurückzuziehen.
Sebastian Fitzek (Splitter)
Die Wirklichkeit ist das, was ihr fühlt, was ihr seht und hört, was ihr schmeckt, riecht und anfasst. Wenn ihr euch mit allen Sinnen an das, was geschah, erinnert, dann ist es für euch wirklich geschehen. Über alles Weitere braucht ihr euch keine Gedanken zu machen.
Jorgos Canacakis (Auf der Suche nach den Regenbogentränen. Heilsamer Umgang mit Abschied und Trennung.)
Auf diesem Platz hat schon mancher gedacht, hier wäre der Ort für ein tüchtiges Stück Leben und Freude, hier müßte etwas Lebendiges, Beglückendes wachsen können, hier müßten reife und gute Menschen ihre freudigen Gedanken denken und schöne und heitere Werke schaffen.
Hermann Hesse (Beneath the Wheel)
It cannot be overstated that the emphasis on visual thinking among German-speaking scientists and engineers circa 1900 was widespread. Yet in 1905 it was Einstein who combined visual thinking with Gedanken experiments and quasiaesthetic notions with dazzling results.
Howard Gardner (Creating Minds: An Anatomy of Creativity as Seen Through the Lives of Freud, Einstein, Picasso, Stravinsky, Eliot, Graham, and Gandhi)
Abraxas hat gegen keinen Ihrer Gedanken, gegen keinen Ihrer Träume etwas einzuwenden. Vergessen Sie das nie. Aber er verläßt Sie, wenn Sie einmal tadellos und normal geworden sind. Dann verläßt er Sie und sucht sich einen neuen Topf, um seine Gedanken drin zu kochen.
Hermann Hesse (Demian)
Dans les périodes obscures, la religion est le meilleur guide des hommes, de même que par une nuit noire un aveugle connait mieux les routes et les chemins qu'un voyant. Quand la lumière paraît, en revanche, il est insensé de se laisser conduire par de vieux aveugles.
Heinrich Heine (Gedanken und Einfälle)
Wer sich einmal anschaulich macht, wie nach Sokrates, dem Mystagogen der Wissenschaft, eine Philosophenschule nach der anderen, wie Welle auf Welle, sich ablöst, wie eine nie geahnte Universalität der Wissensgier in dem weitesten Bereich der gebildeten Welt und als eigentliche Aufgabe für jeden höher Befähigten die Wissenschaft auf die hohe See führte, von der sie niemals seitdem wieder völlig vertrieben werden konnte, wie durch diese Universalität erst ein gemeinsames Netz des Gedankens über den gesammten Erdball, ja mit Ausblicken auf die Gesetzlichkeit eines ganzen Sonnensystems, gespannt wurde; wer dies Alles, sammt der erstaunlich hohen Wissenspyramide der Gegenwart, sich vergegenwärtigt, der kann sich nicht entbrechen, in Sokrates den einen Wendepunkt und Wirbel der sogenannten Weltgeschichte zu sehen.
Friedrich Nietzsche (Die Geburt der Tragödie. Unzeitgemäße Betrachtungen I - IV. Nachgelassene Schriften 1870 - 1873)
Ich versuche mir vorzustellen, wie es wäre, wenn mir dies Erleben zum ersten Mal auf solche Art zuteil geworden wäre. Ich muß den Gedanken abbremsen, so was ist nicht vorstellbar. Eines ist klar: Wäre an dem Mädchen irgendwann in Friedenszeiten durch einen herumstreunenden Kerl die Notzucht verübt worden, wäre hinterher das übliche Friedensbrimborium von Anzeige, Protokoll, Vernehmung, ja von Verhaftung und Gegenüberstellung, Zeitungsbericht und Nachbarngetue gewesen – das Mädel hätte anders reagiert, hätte einen anderen Schock davongetragen. Hier aber handelt es sich um ein Kollektiv-Erlebnis, vorausgewußt, viele Male vorausbefürchtet – um etwas, das den Frauen links und rechts und nebenan zustieß, das gewissermaßen dazu gehörte. Diese kollektive Massenform der Vergewaltigung wird auch kollektiv überwunden werden. Jede hilft jeder, indem sie darüber spricht, sich Luft macht, der anderen Gelegenheit gibt sich Luft zu machen, das Erlittene auszuspeien. Was natürlich nicht ausschließt, das feinere Organismen als diese abgebrühte Berliner Göre daran zerbrechen oder doch auf Lebenszeit einen Knacks davontragen.
Marta Hillers (A Woman in Berlin: Eight Weeks in the Conquered City: A Diary)
Wenn wir uns der Verfolgung des freien Geistes während der Diktatur besinnen, werden wir die Freiheit jedes Gedankens und jeder Kritik schützen, so sehr sie sich auch gegen uns selbst richten mag." [Ansprache am 8. Mai 1985 in der Gedenkstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages]
Richard von Weizsäcker
Ich bin ein Träumer: ich habe so wenig vom wirklichen Leben, und Augenblicke, wie die eben erlebten, sind für mich etwas so Seltenes, daß ich sie in meinen Träumen und Gedanken immer von neuem durchkosten muß. Ich werde diese ganze Nacht an Sie denken, eine ganze Woche, ein ganzes Jahr.
Fjodor Dostojewski (Weiße Nächte)
Leise nippe ich an meinem Kaffee, sitze auf der Terrasse, eingekuschelt in meinem kleinen Dschungel von Kräutern und summenden Bienen, lasse meine Gedanken wandern, durchtränkt von der Wärme der aufgehenden Sonne. Atme die weiche Luft ein und aus fülle den Moment mit Fluids von Frieden.
Anna Asche
Seine Gedanken als Spinne dagegen waren gar keine richtigen Gedanken, zumindest nicht im menschlichen Sinn; sie waren finstere, brüllende Dinge, die aus irgendeinem inneren Sumpf aufzusteigen schienen. „Sie handelten von (FRESSEN) und (UMHERSTREIFEN) und (VERGEWALTIGEN) und (TÖTEN!)
Stephen King (The Dark Tower (The Dark Tower, #7))
Wenn Vernunft wirklich feurige Materie wäre, wie von Diogenes als Erstem angenommen wurde, so sähe man es doch am besten daran, wie über die Jahrhunderte hinweg der eine Nachdenkende die Gedanken eines anderen aufnimmt und versucht, ihnen das Eigene hinzuzufügen und sie so am Leben zu halten.
Jenny Erpenbeck (Gehen, ging, gegangen)
Ein Nachteil der maschinellen Aufschreibesysteme ist natürlich der sinkende Respekt vor dem einzelnen Wort. Früher, als man noch auf Marmor angewiesen war, um seine Gedanken zu verewigen, ging man sparsamer damit um. Um einen Roman in Marmor zu meißeln, müßte man schon ein Heer von Sklaven beschäftigen.
Jochen Schmidt
If you’re not prepared to perform the experiment yourself, at least think about the implications. Imagine that you’ve modified the way in which you’re computed – and imagine what the consequences would be. A gedanken experiment – is that too much to ask for? In a sense, that’s all I ever performed myself.
Greg Egan (Permutation City)
Unter ihrer Verwirrung und dem Grauen nahm Tiffany aber auch noch etwas anderes wahr: einen Pesthauch in ihrem Kopf, der sie mit unversöhnlicher Gehässigkeit besudelte, einen Misthaufen schauerlicher Ideen und verrotteter Gedanken, der so ekelerregend war, dass sie am liebsten ihr Gehirn herausgenommen und gewaschen hätte.
Terry Pratchett
Frau Lindner war eine scharfkantige Frau mit dicken Brillengläsern und einem ruchlosen Blick. Sie hatte sich diesen Blick zugelegt, um jeden Gedanken an Diebstahl in ihrem Laden im Keim zu ersticken. Sie hütete ihr Geschäft mit einer soldatesken Haltung, einer unterkühlten Stimme, und selbst ihr Atem roch nach "Heil Hitler".
Markus Zusak (The Book Thief)
Wer schon mal im Traum in sein Lieblingsbuch oder seinen Lieblingsfilm oder seine Lieblingsfernsehserie hineinspaziert ist, kann sich vielleicht ungefähr vorstellen, was das für ein Gefühl war: wenn alles um dich herum lebendig wird, seltsam und neu und ungemein vertraut zugleich;dein stolpernder Herzschlag, wenn du dich durch die Räume bewegst, die in deinen Gedanken ein so plastisches, unberührbares Leben hatten, wenn deine Füße den Teppichboden tatsächlich berühren, wenn du diese Luft atmest. Das sonderbare, heimliche warme Gefühl, wenn diese Leute, die du so lange und aus so großer Ferne beobachtet hast, ihren Kreis öffnen und dich hereinziehen.
Tana French (The Likeness)
Die Bücher habe ich nach und nach gekauft von dem Geld, das ich mir Stundengeben verdiente. Viele davon antiquarisch, alle Klassiker zum Beispiel, ein Band kostete eine Mark und zwanzig Pfennig in steifem, blauem Leinen. Ich habe sie vollständig gekauft, denn ich war gründlich, bei ausgewählten Werken traute ich den Herausgebern nicht, ob sie auch das Beste genommen hatten. Deshalb kaufte ich mir "Sämtliche Werke". Gelesen habe ich sie mit ehrlichem Eifer, aber die meisten sagten mir nicht recht zu. Um so mehr hielt ich von den anderen Büchern, den moderneren, die natürlich auch viel teurer waren. Einige davon habe ich nicht ganz ehrlich erworben, ich habe sie ausgeliehen und nicht zurückgegeben, weil ich mich von ihnen nicht trennen mochte. […] Ich bin aufgeregt; aber ich möchte es nicht sein, denn das ist nicht richtig. Ich will wieder diese stille Hingerissenheit, das Gefühl dieses heftigen, unbenennbaren Dranges verspüren, wie früher, wenn ich vor meine Bücher trat. Der Wind der Wünsche, der aus den bunten Bücherrücken aufstieg, soll mich wieder erfassen, er soll den schweren, toten Bleiblock, der irgendwo in mir liegt, schmelzen und mir wieder die Ungeduld der Zukunft, die beschwingte Freude an der Welt der Gedanken wecken; – er soll mir das verlorene Bereitsein meiner Jugend zurückbringen.
Erich Maria Remarque (All Quiet on the Western Front)
Er kommt sich wie ein Alkoholiker vor, der nicht versteht, wie er zu einem geworden ist und nun eine Flasche besten Weines vor der Nase hat. Würde der Alkoholiker die Flasche verfluchen und in den Tartaros schicken oder sich ihr ergeben und dabei glücklich vergehen? Denn eines ist für Slash sicher; Loreen wäre für ihn genauso Untergang wie Erlösung. Er weiß, dass sein Verhalten und emotionaler Zustand einfach nur lächerlich sind. Wie lange habe ich sie gekannt – ein paar Tage? Vor vier Jahren? Und trotzdem hat sie ihn in Gedanken nie losgelassen - er kann seine Gefühle nicht ändern. Manchmal zählt wohl nicht die Dauer einer Bekanntschaft, um deren Wert zu messen. (Slash)
Martina Riemer (Essenz der Götter I (Essenz der Götter, #1))
Angesichts der Schwierigkeiten, vor die uns die reale Welt stellte, war es wohl ganz verständlich, daß wir ihr so oft es ging den Rücken kehrten.
Paul Auster (Mond über Manhattan. Leviathan)
Man geht auf ein Loch zu, weiß, dass man hineinfallen wird, und fällt hinein.
Martin Walser (Meßmers Gedanken)
Ich weiß es nicht genau. Umwerfend - aber auch etwas unwirklich. Als wäre ich gleichzeitig zwei Personen: Eine, der es passiert, und eine, der es unmöglich passieren kann.
Elizabeth Jane Howard (Confusion (Cazalet Chronicles, #3))
Lebe so wie du denkst. Sonst wirst du irgendwann so denken, wie du lebst.
José Mujica (Worte des "ärmsten Präsidenten der Welt" José "Pepe" Mujica (German Edition))
Wenn man zu viel nachdenkt, schnürt man den Kopf von der Weisheit der Gefühle ab. Klingt esoterisch, ist es aber nicht, denn Emotionen entstehen genauso im Hirn wie glasklare, rationale Gedanken. Sie sind bloß eine andere Art der Informationsverarbeitung als das rationale Denken - eine ursprünglichere, aber nicht notwendigerweise schlechtere, Oft eben sogar die bessere.
Rolf Dobelli (Die Kunst des klugen Handelns. 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen)
Die Bibliothek von Alexandria war verbrannt. Es verbrannten auch Klosterchroniken, ohne ausgeliefert worden zu sein. Und der Ruß der Lubjanka-Öfen, der Ruß von verbranntem Papier, senkte sich auf die Häftlinge, die zum Spaziergang in ihrem Laufkäfig auf das Gefängnisdach hinaufgeführt wurden. Vielleicht waren mehr bedeutende Gedanken verbrannt als veröffentlicht worden...
Aleksandr Solzhenitsyn (The First Circle)
Mein erster Gedanke, als ich eine Woche später das Auto auf dem Parkplatz eines unscheinbaren Eventhauses abstelle, ist Arwa. Einfach Arwa, nicht etwas Bestimmtes an ihr, sondern ihr Name, der wie ein Blatt von den Bäumen runtersegelt und vor meinen Füßen zum Liegen kommt. Es knirscht, als ich den Gedanken an ihr zertrete und den Ort betrete, an dem die Hennafeier stattfindet.
Mehwish Sohail (Like water in your hands (Like This, #1))
Ich saß auf den Felsen und dachte an die Geschichten von Nymphen, die so lange weinten, bis sie zu Felsgestein wurden oder zu Kranichen, zu dümmlichen Kühen und zu dürren Bäumen, ihre Gedanken bis in alle Ewigkeit eingesperrt unter der Rinde. Doch wie es schien, gelang mir noch nicht einmal das. Ich war mein Leben eingesperrt, umschlossen von granitenen Wänden, die immer näher rückten.
Madeline Miller (Circe)
Der Morgen ist die Stunde des Erwachens, die bedeutungsvollste Zeit des Tages, in der wir am wenigsten schlafbedürftig sind, in der zumindest eine Stunde lang ein Teil von uns wach ist, der alle übrige Tages- und Nachtzeit schlummert. [...] Und für den, dessen elastische, lebhafte Gedanken mit der Sonne Schritt halten, ist der Tag ein immerwährender Morgen, unabhängig vom Stundenschlag, vom Tun und Gehaben der Menschen. [...] Wach sein heißt leben. [...] Wir müssen lernen, wieder zu erwachen und wach zu bleiben. Nicht auf mechanischem Wege, sondern durch ein ständiges Erwarten der Morgendämmerung, die uns auch in unserem tiefsten Schlaf nicht verläßt. Ich weiß nichts, das ermutigender wäre als die Fähigkeit des Menschen, sein Leben durch bewußtes Bemühen auf eine höhere Stufe zu bringen.
Henry David Thoreau (Walden or, Life in the Woods)
Ich finde es einen wunderschönen Gedanken, dass etwas, das ein Mensch vor über hundert Jahren niedergeschrieben hat, noch immer da ist. Der Mensch selbst ist schon lange verschwunden, und vielleicht sogar schon vergessen, aber seine Gedanken sind immer noch da. Bücher sind Boten aus der Vergangenheit, weißt du? Botschaften aus der Vergangenheit für die Menschen der Zukunft. Wie kleine Zeitmaschinen.
Wolfgang Hohlbein (Das Buch)
Viele fragen sich, ob leben, sterben oder nie leben das größte Leid ist. Aber alle Antworten sind in dem Gefühl selbst enthalten; denn viele leiden, aber nicht jeder lebt. Und derjenige, der nie Schmerz empfunden hat, ist für den Gedanken verloren. Wenn es also eine Wahrheit für alles gibt – dann, dass jeder auf seine Weise leidet. Denn die Wahrheit kann leben oder sterben, aber am Ende leidet sie nur.
Laura Chouette
Was für eine vorzügliche Einrichtung, daß die Gedanken nicht als sichtbare Schrift über unsre Stirnen laufen! Leicht würde jedes Beisammensein, selbst ein harmloses wie dieses, zum Mördertreffen. Oder wir lernten es, uns über uns selbst zu erheben, ohne Haß in die Zerrspiegel zu blicken, welche die andern uns sind. Und ohne Trieb, die Spiegel zu zerschlagen. Dazu aber, sie weiß es ja, sind wir nicht gemacht.
Christa Wolf (No Place on Earth)
Ein ohnmächtiges Wesen, dem es für nichts gerechnet wird, nur so zu Hause zu sitzen, und das Himmel und Erde, Menschen und Vieh, wider sich hätte, wenn es weg wollte (und das Gedanken hat wie ein anderer Mensch), und richtig zu Hause bleiben muß, die man ihm mit raison macht; weil es wirklich nicht raison ist zu schüttlen, denn fallen die Gläser, die Spinnrocken, die Flore, die Nähzeuge weg, so haut alles ein.
Carola Stern (Der Text meines Herzens: Das Leben der Rahel Varnhagen (German Edition))
In jenem ursprünglichen Gedanken-Kreis bestimmt der anfängliche starke Gedanke den Fortschritt jeder Sache! Und wie ein lebender Baum trägt er trägt er nur Früchte, wenn er sich natürlich entwickeln kann. Bücher und fremde Meinungen sind wie eine Schere, die den Lebensfaden des Gedankens durchschneidet. Zuerst muss man selbst den Gedanken finden! - Und dann kann man ihn mit dem, was in Büchern geschrieben steht, vergleichen.
Aleksandr Solzhenitsyn (The First Circle)
Es ist nicht so einfach, jemanden zu verlassen, wenn er in jede Zelle eingedrungen ist, wenn er jeden Gedanken übernommen hat und er für die besten und schlimmsten Gefühle verantwortlich ist, die ich je hatte. Niemand, nicht einmal der zweifelnde Teil von mir, kann mir ein schlechtes Gewissen machen, weil ich leidenschaftlich liebe und verzweifelt hoffe, dass ich diese große Liebe haben könnte, von der ich in Romanen gelesen habe.
Anna Todd (Extrait offert - After Saison 4)
Und endlich, glaube ich, sind wir schon äußerlich so verschieden...aus vielen Gründen...daß wir am Ende nicht allzuviel Berührungspunkte haben können; aber wissen Sie, an diesen letzten Gedanken glaube ich selbst nicht recht, denn sehr oft scheint es nur so, als wären keine Berührungspunkte vorhanden, in Wirklichkeit sind sie aber da...Das kommt von der Trägheit der Menschen, weil sie sich gegenseitig nach dem bloßen Augenschein einordnen und nichts finden können...
Fyodor Dostoevsky (Der Idiot)
Aller Wahrscheinlichkeit nach bin ich ein missglücktes Probe-Exemplar, das man trotzdem auf die Erde geschickt und auf die Menschheit losgelassen hat. Warum? Ich denke, um zu zeigen, dass es immer noch schlimmer geht. Ja, ich bin wohl sowas wie ein Worst-Case-Szenario.
Michaela Weiß (Seelenfall (German Edition))
Die Wahrheit wäre um so vieles fairer als jede dumme Lüge dieser Welt. Doch die Wahrheit ist Wahnsinn. Die Wahrheit wird dir niemand glauben. Die Wahrheit lässt dich aussehen wie eine Wahnsinnige. Und falls dir doch jemand die Wahrheit glaubt, dann bringt sie dich in große Schwierigkeiten.
Michaela Weiß (Seelenfall (German Edition))
Dies alles, tausendfalt und bunt, war immer dagewesen, immer hatten Sonne und Mond geschienen, immer Flüsse gerauscht und Bienen gesummt, aber es war in den früheren Zeiten für Siddharta dies alles nichts gewesen als ein flüchtiger und trügerischer Schleier vor seinem Auge, mit Mißtrauen betrachtet, dazu bestimmt, vom Gedanken durchdrungen und vernichtet zu werden, da es nicht Wwesen war, da das Wesen jenseits der Sichtbarkeit lag. Nun aber weilte sein befreites Auge diesseits, er sah und erkannte die Sichtbarkeit, suchte Heimat in dieser Welt, suchte nicht das Wesen, zielte in kein Jenseits.
Hermann Hesse (Siddharta)
Die grössten Ereignisse und Gedanken—aber die grössten Gedanken sind die grössten Ereignisse—werden am spätesten begriffen: die Geschlechter, welche mit ihnen gleichzeitig sind, erleben solche Ereignisse nicht,—sie leben daran vorbei. Es geschieht da Etwas, wie im Reich der Sterne. Das Licht der fernsten Sterne kommt am spätesten zu den Menschen; und bevor es nicht angekommen ist, leugnet der Mensch, dass es dort—Sterne giebt. "Wie viel Jahrhunderte braucht ein Geist, um begriffen zu werden?"—das ist auch ein Maassstab, damit schafft man auch eine Rangordnung und Etiquette, wie sie noth thut: für Geist und Stern. —
Friedrich Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse/Zur Geneologie der Moral)
Es ist ein trauriger Augenblick, wenn ein junger Mann seine süßesten Träume, seine schönsten Hoffnungen in nichts zerrinnen sieht,- wenn der Rosenschleier vor ihm zerreißt, durch welche er die Gedanken und das Treiben der Menschen beobachtete, und doch bleibt ihm in diesem schmerzlichen Augenblick noch eine Hoffnung, die Hoffnung, die Träume, die er verloren, durch neue Illusionen zu ersetzen, die zwar nicht weniger flüchtig, aber dafür auch nicht weniger verführerisch sind... Aber womit soll man diese Gaben der Jugend in den Jahren eines Maxim Maximitsch ersetzen? Die Seele verschließt sich, das Herz verhärtet sich...
Mikhail Lermontov (A Hero of Our Time)
Sie sollten uns Achtzehnjährigen Vermittler und Führer zur Welt des Erwachsenseins werden, zur Welt der Arbeit, der Pflicht, der Kultur und des Fortschritts, zur Zukunft. [...] Mit dem Begriff der Autorität, dessen Träger sie waren, verband sich in unseren Gedanken größere Einsicht und menschlicheres Wissen. Doch der erste Tote, den wir sahen, zertrümmerte diese Überzeugung. Wir mußten erkennen, daß unser Alter ehrlicher war als das ihre; sie hatten vor uns nur die Phrase und die Geschicklichkeit voraus. Das erste Trommelfeuer zeigte uns unseren Irrtum, und unter ihm stürzte die Weltanschauung zusammen, die sie uns gelehrt hatten.
Erich Maria Remarque (Im Westen nichts Neues)
Klarkommen war ihre Formulierung, und sie fragten mich, ob und nicht wie ich klarkäme, und deshalb konnte ich einfach immer Ja sagen. Ich wollte nicht reden, konnte den Schmerz und die dunklen, durcheinanderwirbelnden, ziellosen Gedanken nicht in Worte fassen, sosehr ich es auch versuchte. Nachts saß ich manchmal auf dem Fensterbrett, starrte in den Himmel und versuchte alles aufzuschreiben, aber es gab die Worte nicht. Schmerzen hatte man auch, wenn man sich in den Finger schnitt, Schwärze konnte schön sein, eine Leere konnte man füllen, und damit war alles zu wenig, zu oft benutzte Wörter, die nicht für das Schlimmste stehen konnten, das mir passiert war.
Boris Koch (Vier Beutel Asche)
Die Logik ist insofern die schwerste Wissenschaft, als sie es nicht mit Anschauungen, nicht einmal wie die Geometrie mit abstrakten sinnlichen Vorstellungen, sondern mit reinen Abstraktionen zu tun hat und eine Kraft und Geübtheit erfordert, sich in den reinen Gedanken zurückzuziehen, ihn festzuhalten und in solchem sich zu bewegen. Auf der andern Seite könnte sie als die leichteste angesehen werden, weil der Inhalt nichts als das eigene Denken und dessen geläufige Bestimmungen und diese zugleich die einfachsten und das Elementarische sind. Sie sind auch das Bekannteste, Sein, Nichts usf., Bestimmtheit, Größe usw., Ansichsein, Fürsichsein, Eines, Vieles usw.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse. Zweiter Teil. Die Philosophie der Natur)
Dies Buch trägt die Ergüsse deiner Seele. Mein Sohn, du bist poetisch angehaucht. Zwar sind die Reime ohne Fehle, Doch die Gedanken sind in Finsternis getaucht. Auch scheint es mir, da du noch jung an Jahren, Daß dein Erleben in der Liebe nur erträumt. Ich fürcht', du bist darin noch reichlich unerfahren. Beeile dich, du hast schon viel versäumt. Ein Mädel wird sich schön bedanken, Wenn deine Glut nur aus Gedichten spricht. Was nützt die Liebe in Gedanken? Kommt die Gelegenheit, dann kannst du's nicht. Doch ist das noch kein Grund, sich zu erschießen. Die Kugel spare Dir zu anderm Zweck. Auch würden viele Tränen fließen, Das lohnt sich nicht, für solchen Dreck.
Arno Meyer zu Küingdorf (Was nützt die Liebe in Gedanken)
Weißt du, welche Gedanken mir gerade kommen? Dass ich einfach nicht das Recht habe, so unglücklich zu sein. Ich bin nicht diejenige, die solche Dinge durchmachen musste wie meine Mutter. Ich hab eigentlich nie direkt irgendwas Schlimmes erfahren. Und dann taucht sie plötzlich bei mir auf und sagt mir so Sachen wie die, dass sie stolz auf mich ist und wie leid ihr alles tut. Als wäre sie schuld. Dabei wäre sie eigentlich so viel besser dran ohne mich. Und ich weiß nicht –" "Es geht aber nicht um Schuld", unterbreche ich sie. "Es fühlt sich so an, aber es geht nicht darum, Arwa. Du hast es auch gesagt, dass eine Beziehung zwischen Kindern und Eltern nicht so sein sollte.
Mehwish Sohail (Like water in your hands (Like This, #1))
Mancher, der jemandem eine Gefälligkeit erwiesen hat, ist sogleich bei der Hand, sie ihm in Rechnung zu stellen; ein anderer ist zwar dazu nicht sogleich bereit, denkt sich aber doch denselben in anderer Hinsicht als seinen Schuldner und hat den geleisteten Dienst immer in Gedanken. Ein dritter dagegen weiß gewissermaßen nicht einmal, was er geleistet hat; er ist dem Weinstocke gleich, der Trauben trägt und nichts weiter will, zufrieden, daß er seine Frucht gegeben hat. Wie ein Pferd, das dahin rennt, ein Hund nach der Jagd und eine Biene, die ihren Honig bereitet: so der Mensch, der Gutes getan hat; er posaunt es nicht aus, sondern schreitet zu einem andern guten Werke, wie der Weinstock sich berankt, um zu seiner Zeit wieder Trauben zu tragen.
Marcus Aurelius
All diese Sterne mit ihren Planeten sind mein. Dieser ganze unfassbare Roman ist der Bereich, in dem mein Wille geschieht und mein Wort Gesetz ist. Aber Macht, wirkliche Macht ist niemals Macht über Dinge, nicht einmal über Sonnen und Planeten. Macht ist immer nur Macht über Menschen. Und meine Macht ist nicht nur die Macht der Waffen und der Gewalt; ich habe auch Macht über die Herzen und die Gedanken der Menschen. Billionen und aberbillionen von Menschen leben auf diesen Planeten, und sie gehören alle mir. Keiner von ihnen verbringt einen Tag ohne einen Gedanken an mich. Sie verehren mich, sie lieben mich; ich bin der Mittelpunkt ihrer aller Leben. Er sah Jubad an. Niemals zuvor war ein Reich größer als das meine. Niemals zuvor hat ein Mensch mehr Macht gehabt als ich.
Eschbach Andreas
Und das Leben ist nun einmal nichts weiter als eine Abfolge von Momenten, und Momente ändern sich ständig, genau wie unsere Gedanken, negative wie positive. Und obgleich es in der menschlichen Natur liegt, sie festhalten zu wollen, ist es - wie viele andere natürliche Dinge auch - vollkommen sinnlos. Es ist sinnlos, sich an einen Gedanken zu klammern, denn Gedanken sind wie Gäste oder Schönwetterfreunde. Sie kommen und gehen, und selbst diejenigen, die lange brauchen, um sich vollständig zu entwickeln, können im Handumdrehen wieder verschwinden. Momente sind kostbar; manchmal verweilen sie, manchmal sind sie flüchtig wie der Wind, und doch kann in einem einzigen Moment so viel geschehen. Mann kann seine Meinung ändern, man kann ein Leben retten - und man kann sich sogar verlieben.
Cecelia Ahern
Mann kann Kantorek natürlich nicht damit in Zusamenhang bringen; - wo bliebe die Welt sonst, wenn man das schon Schuld nennen wollte. Es gab ja Tausende von Kantoreks, die alle überzeugt waren, auf eine für sie bequeme Weise das Beste zu tun. Darin liegt aber gerade für uns ihr Bankerott. Sie sollten uns Achtzehnjährigen Vermittler und Führer zur Welt des Erwachsenseins werden, zur Welt der Arbeit, der Pflicht, der Kultur und des Fortschritts, zur Zukunft. Wir verspotteten sie manchmal und spielten ihnen kleine Streiche, aber im Grunde glaubten wir ihnen. Mit dem Begriff der Autorität, dessen Träger sie waren, verband sich in unseren Gedanken größere Einsicht und menschlicheres Wissen. Doch der erste Tote, den wir sahen, zertrümmerte diese Überzeugung. Wir mußten erkennen, daß unser Alter ehrlicher war als das ihre; sie hatten vor uns nur die Phrase und die Geschicklichkeit voraus. Das erste Trommelfeuer zeigte uns unseren Irrtum, und unter ihm stürzte die Weltanschauung zusammen, die sie uns gelehrt hatten. Während sie noch schrieben und redeten, sahen wir Lazarette und Sterbende; - während sie den Dienst am Staate als das Größte bezeichneten, wußten wir bereits, daß die Todesangst stärker ist. Wir wurden darum keine Meuterer, keine Deserteure, keine Feiglinge – alle diese Ausdrücke waren ihnen ja so leicht zur Hand -, wir liebten unsere Heimat genau so wie sie, und wir gingen bei jedem Angriff mutig vor; - aber wir unterschieden jetzt, wir hatten mit einem Male sehen gelernt. Und wir sahen, daß nichts von ihrer Welt übrigblieb. Wir waren plötzlich auf furchtbare Weise allein; - und wir mußten allein damit fertig werden.
Erich Maria Remarque
Sie sagen, die Frau müsse ihre Zierden verbergen, damit der Mann nicht auf unmoralische Gedanken komme. So steht es geschrieben, und das scheint auch niemanden zu stören. Er ist es, der unmoralische Gedanken hat, und ich bin es, die sich verstecken muss. Das ergibt keinen Sinn. Nach welchem Recht soll ich zur Geisel eines Mannes werden, der sich nicht unter Kontrolle hat? Es ist am Mann, sich zu disziplinieren, nicht an mir, sich zu verstecken. Und wenn er sich nicht disziplinieren will, weiß ich nur ein Mittel: die kalte Dusche. Ich kenne sonst nichts, was eure unmoralischen Gedanken lindern kann, meine Herren. Mich aber lasst ihr zufrieden, mich und meine Zierden, mich und meine Haare, mich uns meine Keuschheit! Wenn ihr beim Anblick von Knöcheln einen Ständer kriegt, dann ist es höchste Zeit euch professionelle Hilfe zu holen.
Saphia Azzedine Zorngebete
Der Musik kann – wenigstens von uns – kein größeres Lob als dieses ausgesprochen werden. Denn was findest du wirksamer als die Musik, die Traurigen zu trösten, die Fröhlichen zu er­schrecken, die Verzweifelnden zu ermutigen, die Überheblichen zu demütigen, die Leidenschaften zu beschwichtigen? Wer kann alle die Herren des mensch­lichen Herzens aufzählen, nämlich die Leidenschaften und Begierden und Gedanken, die zu allen guten und bösen Taten antreiben? Selbst der Heilige Geist ehrt, die Musik als Werkzeug seiner eigentlichen Aufgabe. Er bezeugt in seiner Heiligen Schrift, dass er den Propheten seine Gaben, d. h. die Neigung zu allen guten Taten, durch sie [182] eingegossen hat, wie bei Elisa zu sehen ist (2. Kön. 3,15). Um­gekehrt wird durch die Musik der Satan, d. h. der Antreiber zu allen bösen Taten, ausgetrieben, wie bei Saul, dem König von Israel, gezeigt wird (1. Sam. 16,23).
Martin Luther
Mag dein Leben noch so armselig sein, nimm es auf dich und lebe es; versuche nicht, dich darum zu drücken, und beschimpfe es nicht. Es ist nicht so schlecht wie du. Es sieht am ärmsten aus, wenn du am reichsten bist. [...] Liebe dein Leben, arm wie es ist. Selbst im Armenhaus kann man vergnügte, ergreifende und erhebende Stunden erleben. Die untergehende Sonne spiegelt sich in seinen Fenstern genau wie in denen eines Palastes, und der Schnee davor schmilzt zur gleichen Zeit. [...] Die Dinge ändern sich nicht; wir ändern uns. Verkaufe deine Kleider und behalte deine Gedanken. Gott wird dafür sorgen, daß es dir an Gesellschaft nicht mangelt. [...] Demut wie auch Dunkelheit enthüllen das himmlische Licht. Die Schatten von Armut und Niedrigkeit umgeben uns, >> doch siehe! die Schöpfung dehnt sich vor unseren Augen aus <<. [...] Mit überflüssigem Reichtum kann man nur Überflüssiges kaufen. Um den Erfordernissen der Seele gerecht zu werden, braucht man kein Geld.
Henry David Thoreau
Sein braungebrannter Oberkörper war noch ein wenig feucht und Wasser tropfte von seinen langen dunklen Haaren auf seine Haut. Ich biss mir auf die Unterlippe, was die einzige Bewegung war, zu der ich fähig war. Mir war klar, dass ich ihn peinlicherweise jetzt genau wie die Schlampen im Club wollüstig anschmachtete, aber ich konnte nichts dagegen tun. Eigentlich sollte ich wirklich gehen, aber ich konnte nicht. Außerdem, hatte er mich nicht schon einmal genau so im Badezimmer beobachtet? Also war es nur fair. Er war so verdammt gut anzusehen und mein Körper reagierte wie der jeder Frau bei diesem Anblick. Mir wurde heiß, nicht nur im Gesicht, sondern überall, vor allem weiter unten. Dabei hatte ich ihn schon in seinen Badeshorts gesehen, aber dennoch, das hier war etwas komplett anderes. Was noch schlimmer wurde, als er das Tuch von der Hüfte löste und begann, damit seine Haare zu rubbeln. Unter der Haut bewegten sich die Muskeln seines Rückens, die hinunter zur schmalen Hüfte verliefen. Mein Blick ging noch tiefer und ich hatte keine Spucke mehr im Mund, als ich seinen Po betrachtete. Unwillkürlich krallte ich die Finger in meine Shorts, was zur Folge hatte, dass mir das Handy aus der Hand rutschte und auf den Boden fiel. Der Teppich war dick und dämpfte das Geräusch, aber man konnte es dennoch deutlich hören. Instinktiv wollte ich die Augen zusammenpressen, so wie kleine Kinder, die sich nur mit dem Gesicht hinter einem Vorhang versteckten, und glauben, wenn sie den anderen nicht sehen konnten, dann würden sie auch nicht gesehen werden. Was natürlich nicht der Fall war. Daher schluckte ich und sah wieder hoch und – wie erwartet – in Johnnys Gesicht, als er über die Schulter blickte. Und was ich in seinen tiefblauen Augen lodern sah, erregte mich stärker und machte mir gleichzeitig mehr Angst, als alles zuvor. Meine Augen blieben an seinen haften, auch als ich aus den Augenwinkeln bemerkte, wie er das Handtuch wieder um die Hüfte legte. Langsam drehte er sich um und beinahe raubtierhaft zielstrebig kam er auf mich zu, wie ein geschmeidiger Panther, den nichts stoppen konnte. Kurz vor mir blieb er stehen, als würde er warten, ob ich davonlief oder nicht. Auf keinen Fall, jetzt nicht mehr. Zu keinem Zeitpunkt hatte er den Blickkontakt zu mir unterbrochen, er musste meine Gedanken darin gelesen haben. Seine Hände umfassten mein Gesicht, strichen mir halbfeuchte Haare aus der Stirn und dann beugte er sich zu mir hinab. Ich hielt den Atem an, wartete auf seine Lippen, die sich aber nicht auf meine legten, sondern einen Zentimeter vorher verharrten. Als würde er noch immer auf meine Entscheidung warten. Mir wurde klar, dass ich diese schon lange getroffen hatte, nur viel zu feige und engstirnig gewesen war, sie mir auch einzugestehen. Ich griff in seine nassen Haare und zog ihn das verbleibende Stück zu mir hinunter. Ein Blitzschlag fuhr von meinen Lippen ausgehend durch meinen Körper, zwischen meine Beine – dann war es um mich und meine Selbstbeherrschung geschehen. Und wie es aussah, auch um seine. Denn statt weiterhin so sanft mein Gesicht zu halten, rutschten seine Hände meinen Rücken entlang bis er an meiner Hüfte angelangt war und sie fest drückte. Wie von selbst bog sich ihm mein Körper entgegen und ich strich mit der Zunge über seine Lippen, dann öffnete ich den Mund für seine und unser Kuss wurde fordernder. Seine Hände glitten noch weiter hinunter, umfassten meinen Po und während wir uns keuchend küssten, hob er mich mit einem Ruck hoch. Meine Beine schlang ich um seine Hüfte und unter dem Tuch konnte ich ihn spüren, was mir ein Stöhnen entlockte, das mir noch nie über die Lippen gekommen war. Daraufhin gab Johnny einen erstickten Laut von sich, küsste mein Kinn, meinen Hals und knabberte am Ohr, an dem er heiser flüsterte: »Sag mir, dass ich aufhören soll.« »Hör nicht auf«, bat ich leise und drückte mich nur noch fester an ihn.
Martina Riemer (Road to Hallelujah (Herzenswege #1))
Und plötzlich bemerke ich zum ersten Mal, dass das hier vermutlich einfach die erste Ruhe nach einem etwa zehnjährigen Sturm ist. Ein Sturm, der mit Ende der Schulzeit plötzlich laut und alles verschlingend losbricht. Ein Sturm der Hysterie, ausgelöst von dem Gedanken, nun endlich erwachsen zu sein, unabhängig, frei! Die Schule ist die letzte Kette, die uns an ein scheinbar fremdbestimmtes Leben bindet. Und wenn man das hinter sich lässt, das Abschlusszeugnis noch in den vor Erregung feuchten Händen, tobt plötzlich alles los. Alles rast, alles dreht sich, das ganze Leben explodiert in irren , leuchtenden Farben und regnet in Form unendlicher Möglichkeiten auf uns herab. Und wirklich nichts macht uns Angst! Alles ist aufregend und neu und so sexy, weil wir selbst bestimmen dürfen, ja sollen, was von diesem enormen Buffet der Chancen in unsere Mägen wandern soll und was nicht. Und so stopfen wir uns voll und schwärmen aus und suchen uns erste eigene Wohnungen, erste Jobs, verdienen unser erstes Geld und geben es mit wirren Augen und unkontrolliert schleudernden Armen aus und kaufen billige, aber eigene Autos, tanzen und ficken, mit wem wir wollen, wir verhüten nur unzureichend, aber wir werden nicht schwanger und AIDS ist so 90er, und wir tanzen noch mehr und trinken und kiffen und ficken und sind ganz erregt von unserer Reife. Wir spielen erwachsen, wie die Großen, und es fetzt, und wir haben doch noch so viel Zeit!
Sarah Kuttner (Wachstumsschmerz)
Hast du, Geneigtester! wohl jemals etwas erlebt, das deine Brust, Sinn und Gedanken ganz und gar erfüllte, alles andere daraus verdrängend? Es gärte und kochte in dir, zur siedenden Glut entzündet sprang das Blut durch die Adern und färbte höher deine Wangen. Dein Blick war so seltsam als wolle er Gestalten, keinem andern Auge sichtbar, im leeren Raum erfassen und die Rede zerfloß in dunkle Seufzer. Da frugen dich die Freunde: »Wie ist Ihnen, Verehrter? - Was haben Sie, Teurer?« Und nun wolltest du das innere Gebilde mit allen glühenden Farben und Schatten und Lichtern aussprechen und mühtest dich ab, Worte zu finden, um nur anzufangen. Aber es war dir, als müßtest du nun gleich im ersten Wort alles Wunderbare, Herrliche, Entsetzliche, Lustige, Grauenhafte, das sich zugetragen, recht zusammengreifen, so daß es, wie ein elektrischer Schlag, alle treffe. Doch jedes Wort, alles was Rede vermag, schien dir farblos und frostig und tot. Du suchst und suchst, und stotterst und stammelst, und die nüchternen Fragen der Freunde schlagen, wie eisige Windeshauche, hinein in deine innere Glut, bis sie verlöschen will. Hattest du aber, wie ein kecker Maler, erst mit einigen verwegenen Strichen, den Umriß deines innern Bildes hingeworfen, so trugst du mit leichter Mühe immer glühender und glühender die Farben auf und das lebendige Gewühl mannigfacher Gestalten riß die Freunde fort und sie sahen, wie du, sich selbst mitten im Bilde, das aus deinem Gemüt hervorgegangen!
E.T.A. Hoffmann (The Sandman)
Von der Freundschaft Und ein junger Mann sagte: Sprich uns von der Freundschaft. Und er antwortete und sagte: Euer Freund ist die Antwort auf eure Nöte. Er ist das Feld, das ihr mit Liebe besät und mit Dankbarkeit erntet. Und er ist euer Tisch und euer Herd. Denn ihr kommt zu ihm mit eurem Hunger, und ihr sucht euren Frieden bei ihm. Wenn euer Freund frei heraus spricht, fürchtet ihr weder das "Nein" in euren Gedanken, noch haltet ihr mit dem "Ja" zurück. Und wenn er schweigt, hört euer Herz nicht auf, dem seinen zu lauschen; Denn in der Freundschaft werden alle Gedanken, alle Wünsche, alle Erwartungen ohne Worte geboren und geteilt, mit Freude, die keinen Beifall braucht. Wenn ihr von eurem Freund weggeht, trauert ihr nicht; Denn was ihr am meisten an ihm liebt, ist vielleicht in seiner Abwesenheit klarer, wie der Berg dem Bergsteiger von der Ebene aus klarer erscheint. Und die Freundschaft soll keinen anderen Zweck haben, als den Geist zu vertiefen. Denn Liebe, die etwas anderes sucht als die Offenbarung ihres eigenen Mysteriums, ist nicht Liebe, sondern ein ausgeworfenes Netz: und nur das Nutzlose wird gefangen. Und laßt euer Bestes für euren Freund sein. Wenn er die Ebbe eurer Gezeiten kennen muß, laßt ihn auch das Hochwasser kennen. Denn was ist ein Freund, wenn ihr ihn nur aufsucht, um die Stunden totzuschlagen? Sucht ihn auf, um die Stunden mit ihm zu erleben. Denn er ist da, eure Bedürfnisse zu befriedigen, nicht aber eure Leere auszufüllen. Und in der Süße der Freundschaft laßt Lachen sein und geteilte Freude. Denn im Tau kleiner Dinge findet das Herz seinen Morgen und wird erfrischt.
Kahlil Gibran
verligen-Szene Êrec was biderbe unde guot, ritterlîche stuont sîn muot ê er wîp genaeme und hin heim kaeme: nû sô er heim komen ist, dô kêrte er allen sînen list an vrouwen Ênîten minne. sich vlizzen sîne sinne wie er alle sîne sache wante zuo gemache. sîn site er wandeln began. als er nie würde der man, alsô vertreip er den tac. des morgens er nider lac, daz er sîn wîp trûte unz daz man messe lûte. sô stuonden si ûf gelîche vil unmüezeclîche. ze handen si sich viengen, zer kappeln si giengen: dâ was ir tweln alsô lanc unz daz man messe gesanc. diz was sîn meistiu arbeit: sô was der imbîz bereit. swie schiere man die tische ûf zôch, mit sînem wîbe er dô vlôch ze bette von den liuten. dâ huop sich aber triuten. von danne enkam er aber nie unz er ze naht ze tische gie. (Erec war rechtschaffen und gut, sein Geist war ritterlich gewesen, bevor er eine Frau genommen hatte und nach Hause zurückgekehrt war. Nachdem er jetzt zu Hause ist, wendete er alle seine Gedanken an die Liebe Enites. Sein Verstand richtete sich nur darauf, wie er alles zu seiner Bequemlichkeit einrichten könne. Er änderte seine Gewohnheiten. Als sei er nie ein Mann geworden, so vertrieb er den Tag. Morgens legte er sich nieder, um seine Frau zu lieben, bis man zur Messe läutete. Dann standen sie beide eilig auf. Sie nahmen sich bei der Hand und gingen zur Kapelle; dort blieben sie gerade so lange wie man die Messe sang. Das war seine größte Mühe; dann war schon das Essen fertig. Sobald man die Tische hochgezogen hatte, eilte er mit seiner Frau von den Leuten weg ins Bett. Da ging die Liebe von neuem an. Von dort kam er nicht mehr weg, bis er zum Abendessen ging.)
Hartmann von Aue (Erec (Middle Ages Series))
Wer sich einmal anschaulich macht, wie nach Sokrates, dem Mystagogen der Wissenschaft, eine Philosophenschule nach der anderen, wie Welle auf Welle, sich ablöst, wie eine nie geahnte Universalität der Wissensgier in dem weitesten Bereich der gebildeten Welt und als eigentliche Aufgabe für jeden höher Befähigten die Wissenschaft auf die hohe See führte, von der sie niemals seitdem wieder völlig vertrieben werden konnte, wie durch diese Universalität erst ein gemeinsames Netz des Gedankens über den gesammten Erdball, ja mit Ausblicken auf die Gesetzlichkeit eines ganzen Sonnensystems, gespannt wurde; wer dies Alles, sammt der erstaunlich hohen Wissenspyramide der Gegenwart, sich vergegenwärtigt, der kann sich nicht entbrechen, in Sokrates den einen Wendepunkt und Wirbel der sogenannten Weltgeschichte zu sehen. Denn dächte man sich einmal diese ganze unbezifferbare Summe von Kraft, die für jene Welttendenz verbraucht worden ist, nicht im Dienste des Erkennens, sondern auf die praktischen d.h. egoistischen Ziele der Individuen und Völker verwendet, so wäre wahrscheinlich in allgemeinen Vernichtungskämpfen und fortdauernden Völkerwanderungen die instinctive Lust zum Leben so abgeschwächt, dass, bei der Gewohnheit des Selbstmordes, der Einzelne vielleicht den letzten Rest von Pflichtgefühl empfinden müsste, wenn er, wie der Bewohner der Fidschiinseln, als Sohn seine Eltern, als Freund seinen Freund erdrosselt: ein praktischer Pessimismus, der selbst eine grausenhafte Ethik des Völkermordes aus Mitleid erzeugen könnte – der übrigens überall in der Welt vorhanden ist und vorhanden war, wo nicht die Kunst in irgend welchen Formen, besonders als Religion und Wissenschaft, zum Heilmittel und zur Abwehr jenes Pesthauchs erschienen ist.
Friedrich Nietzsche (Die Geburt der Tragodie, Unzeitgemasse Betrachtungen I-III: (1872-74), Aus: Werke: Kritische Gesamtausgabe, Abt. 3, Bd. 1)
Ehre und Scham vor dem Schlafe! Das ist das Erste! Und Allen aus dem Wege gehn, die schlecht schlafen und Nachts wachen! Schamhaft ist noch der Dieb vor dem Schlafe: stets stiehlt er sich leise durch die Nacht. Schamlos aber ist der Wächter der Nacht, schamlos trägt er sein Horn. Keine geringe Kunst ist schlafen: es thut schon Noth, den ganzen Tag darauf hin zu wachen. Zehn Mal musst du des Tages dich selber überwinden: das macht eine gute Müdigkeit und ist Mohn der Seele. Zehn Mal musst du dich wieder dir selber versöhnen; denn Überwindung ist Bitterniss, und schlecht schläft der Unversöhnte. Zehn Wahrheiten musst du des Tages finden: sonst suchst du noch des Nachts nach Wahrheit, und deine Seele blieb hungrig. Zehn Mal musst du lachen am Tage und heiter sein: sonst stört dich der Magen in der Nacht, dieser Vater der Trübsal. Wenige wissen das: aber man muss alle Tugenden haben, um gut zu schlafen. Werde ich falsch Zeugniss reden? Werde ich ehebrechen? Werde ich mich gelüsten lassen meines Nächsten Magd? Das Alles vertrüge sich schlecht mit gutem Schlafe. Und selbst wenn man alle Tugenden hat, muss man sich noch auf Eins verstehn: selber die Tugenden zur rechten Zeit schlafen schicken. Dass sie sich nicht mit einander zanken, die artigen Weiblein! Und über dich, du Unglückseliger! Friede mit Gott und dem Nachbar: so will es der gute Schlaf. Und Friede auch noch mit des Nachbars Teufel! Sonst geht er bei dir des Nachts um. Ehre der Obrigkeit und Gehorsam, und auch der krummen Obrigkeit! So will es der gute Schlaf. Was kann ich dafür, dass die Macht gerne auf krummen Beinen Wandelt? Der soll mir immer der beste Hirt heissen, der sein Schaf auf die grünste Aue führt: so verträgt es sich mit dem gutem Schlafe. Viel Ehren will ich nicht, noch grosse Schätze: das entzündet die Milz. Aber schlecht schläft es sich ohne einen guten Namen und einen kleinen Schatz. Eine kleine Gesellschaft ist mir willkommener als eine böse: doch muss sie gehn und kommen zur rechten Zeit. So verträgt es sich mit gutem Schlafe. Sehr gefallen mir auch die Geistig-Armen: sie fördern den Schlaf. Selig sind die, sonderlich, wenn man ihnen immer Recht giebt. Also läuft der Tag dem Tugendsamen. Kommt nun die Nacht, so hüte ich mich wohl, den Schlaf zu rufen! Nicht will er gerufen sein, der Schlaf, der der Herr der Tugenden ist! Sondern ich denke, was ich des Tages gethan und gedacht. Wiederkäuend frage ich mich, geduldsam gleich einer Kuh: welches waren doch deine zehn Überwindungen? Und welches waren die zehn Versöhnungen und die zehn Wahrheiten und die zehn Gelächter, mit denen sich mein Herz gütlich that? Solcherlei erwägend und gewiegt von vierzig Gedanken, überfällt mich auf einmal der Schlaf, der Ungerufne, der Herr der Tugenden. Der Schlaf klopft mir auf meine Auge: da wird es schwer. Der Schlaf berührt mir den Mund: da bleibt er offen. Wahrlich, auf weichen Sohlen kommt er mir, der liebste der Diebe, und stiehlt mir meine Gedanken: dumm stehe ich da wie dieser Lehrstuhl. Aber nicht lange mehr stehe ich dann: da liege ich schon.
Friedrich Nietzsche (Thus Spoke Zarathustra)
Versuche die Tatsache zu würdigen, dass du immer alleine bist, auch wenn du mit anderen zusammen bist. Es gibt nur einen von uns. Wir leben im Bewusstsein als Bewusstsein. Zu denken, dass du getrennt bist, erzeugt den Wunsch nach Gesellschaft in Dir. Wenn du mit jemandem scheinbar zusammen bist, bist du eigentlich nur mit dem Gedanken über diese Person in deinem Geist zusammen. Sie sind nie „da draußen“ in dem Körper, den sie zu bewohnen scheinen. Sie sind in dir. Und der Gedanke über sie wird aus dir, aus der reinen Liebe heraus erzeugt. Wenn du daher ein Objekt liebst, dann liebst du nur dich selbst.
James Swartz (Yoga der Liebe: Naradas Bhakti Sutra aus der Perspektive des Vedanta)
Wenn jemand wirklich wissen möchte, warum er hier ist, muss er die Antwort selbst herausfinden." [...] "Und die Menschen tun das auf unterschiedliche Weise. Manche meditieren darüber, andere hören ihre Lieblingsmusik und beobachten, wohin Sie ihre Gedanken sie führen. Viele Menschen verbringen Zeit in der Natur, und andere wiederum unterhalten sich mit Freunden oder Fremden über dieses Thema. Manche Menschen finden die Antwort auch durch Ideen und Geschichten, die sie in Büchern lesen.
John P. Strelecky
Wörter sind wie Schachteln, in die man seine Gedanken einsortiert, um sie den anderen besser präsentieren und verkaufen zu können. [...] Wobei eigentlich nicht die Verpackung zählen sollte, sondern das, was man reinsteckt. Es gitb wunderschöne Päckchen, wo nichts als Dreck drin ist, und andere, die ungeschickt verschnürt sind, aber wahre Schätze enthalten. Deshalb traue ich den Wörtern nicht, verstehen Sie?
Marie-Sabine Roger (Das Labyrinth der Wörter)
Euren Feind sollt ihr suchen, euren Krieg sollt ihr führen und für eure Gedanken! Und wenn euer Gedanke unterliegt, so soll eure Redlichkeit darüber noch Triumph rufen!
Friedrich Nietzsche
Emanio zuckte schuldbewusst zusammen, als er sich an seine Pflichten erinnerte. Die Stunden, die er mit dem Luchs verbracht hatte, waren die glücklichsten seit seiner Verwandlung gewesen. Ihm war es gelungen, alle Sorgen und Gedanken an den Fluch, den Attentäter und die Hexe zu vergessen. Doch seine Feinde verschwanden nicht, nur weil er nicht an sie dachte. Ich bin dumm gewesen. Leichtsinnig.
Nicole Gozdek (Emanio - Der Schöne und das Biest)
Auch ich hatte mich zu gedulden, um den Sinn im Schmerz zu finden. Ja, manch ein Gedanke muss eben gefühlt werden und nicht gedacht, damit er verstanden werden kann.
Marcel Anthony Alber (Am Ende der Gezeiten (Anachroniken des Weltenuntergangs 1) (German Edition))
So oft vom Augiasstall die Rede ist, [...]denke ich weit weniger an Hercules als an Alpheus. Ich frage mich dann: wie wenn dieser Fluß zufälligerweise nun nicht ein rasches und strömendes Waffer gewesen wäre, sondern ein träges und schleichendes? [...] auch Hercules hätte nichts ausgerichtet, wenn nicht die Wasserkraft, mit welcher er operirte, von einem starken Gefälle kam, ein paar Zoll weniger — und das Gefäll stagnirte, und der ganze Ruhm dieser Herculesarbeit war fort, und der ganze Augiasstall mit all seinem Miste blieb da! Es liegt eine peinliche Spannung in diesem Gedanken.
Ferdinand Kürnberger (Feuilletons (German Edition))
Aber wir dürfen die Tonbandaufnahmen […] nicht verwerten, weil die Gedanken eines Menschen frei sein müssen. Sie dürfen niemals der Überprüfung durch den Staat unterliegen.
Ferdinand von Schirach (Strafe)
So müde, genervt und geheilt von nationalistischer Emphase jeder Art die Nachkriegsdeutschen auch waren, ihr Zusammenhalt hatte auch in dieser Hinsicht Bestand und Konsistenz: Man verzieh sich die Naziverbrechen. Dass die Deutschen nicht miteinander abrechnen wollten, war das zweite Phänomen, das die Alliierten verblüffte. Wenn sie sich schon als Opfer fühlten, warum rächten sie sich dann nicht an ihren Peinigern? Die Alliierten hatten zunächst mit inneren Unruhen gerechnet, mit einer Welle der Gewalt, mit der die Nazigegner es ihren Verfolgern heimzahlen würden. Auch viele Widerständler hatten sich darauf vorbereitet. Aber der Überlebenskampf nach dem Zusammenbruch hatte ihnen «den Wind aus den Segeln genommen», notierte Ruth Andreas-Friedrich im Oktober 1945 in ihr Tagebuch: «Der Blockwart, der uns schikaniert, der KZ-Aufseher, der uns misshandelt, der Denunziant, der uns an die Gestapo verraten hatte. Um die Privatabrechnung mit ihnen hat uns das Schicksal betrogen. […] Ehe die Bartholomäusnacht herabsinken konnte, war aus dem Blutsauger von gestern der Leidensgefährte von heute geworden. Genosse in Abwehr gemeinsamen Unglücks.» Auch Hannah Arendt spielte in dem Bericht über ihren Besuch in Deutschland den Gedanken an den verpassten Aufstand durch: «Die einzig denkbare Alternative zum Entnazifizierungsprogramm wäre eine Revolution gewesen – der Ausbruch einer spontanen Wut des deutschen Volkes gegen all diejenigen, die als prominente Vertreter des Naziregimes bekannt waren. So unkontrolliert und blutig eine solche Erhebung auch gewesen wäre, sie hätte sicherlich gerechtere Maßstäbe angesetzt, als das in einem papierenen Verfahren geschieht. Doch zur Revolution kam es nicht, aber nicht etwa deshalb, weil sie nur schwer unter den Augen von vier Armeen hätte organisiert werden können. Es lag wahrscheinlich allein daran, dass kein einziger deutscher oder alliierter Soldat nötig gewesen wäre, um die wirklich Schuldigen vor dem Zorn der Leute zu schützen. Diesen Zorn gibt es nämlich heute gar nicht, und offensichtlich war er auch nie vorhanden.» Also fiel die «private Vergeltung» aus – aber auch die staatliche verlief in unbefriedigenden Maßen.
Harald Jähner (Aftermath: Life in the Fallout of the Third Reich, 1945–1955)
Wahre Kreativität entspringt immer der Stille. Wahre Kreativität kann nicht mit Denken erzwungen werden - sie entsteht im Raum zwischen den Gedanken.
Angela Doe (Es ist okay: Weil man sich erst verlieren muss, um sich selbst zu finden)
Wann war jemand er selbst? Wenn er so war wie immer? So, wie er sich selbst sah? Oder so, wie er war, wenn die glühende Lava der Gedanken und Gefühle alle Lügen, Masken und Selbsttäuschungen unter sich begrub? Oft waren es die andere, die beklagten, daß jemand nicht mehr er selbst sei. Vielleicht hieß es dann in Wirklichkeit: Er ist nicht mehr so, wie wir ihn gerne hätten? War das Ganze also am Ende nicht viel mehr als eine Art Kampfparole gegen eine drohende Erschütterung des Gewohnten, getarnt als Kummer und Besorgnis um das angebliche Wohl des anderen?
Pascal Mercier (Night Train to Lisbon)
Alles klang gut und wunderbar weit weg, und es war eine dieser Unterhaltungen, bei der alle Gedanken zu funkeln schienen und bei der wir das Gefühl hatten, mit jeder Bemerkung zu wachsen.
Benedict Wells (Hard Land)
Wieso macht man das eigentlich?“, fragte ich. „Wieso fühlt man sich nach einem Tod so oft schuldig, selbst wenn man weiß, dass es falsch ist?“ Er schien mit den Gedanken weit weg. Und für einen Moment wirkte er wie der älteste Mensch der Welt. „Wir suchen unsere Fehler und unsere Schuld, weil es leichter ist, als zu trauern ... Es lenkt uns davon ab.
Benedict Wells (Hard Land)
Lass mich in der Dunkelheit deiner Gedanken ein Lichtblick sein.
Hedda Rossa (Spiegelblut)
Obwohl sie seine Stärken kannte, kreisten ihre Gedanken nur um das, was sie für seine zahllosen Schwächen hielt.
Amir Levine (Warum wir uns immer in den Falschen verlieben: Beziehungstypen und ihre Bedeutung für unsere Partnerschaft (German Edition))
Ich wünsche mir, dass irgendetwas passiert, was meine ganzen Gedanken und dieses Elend beendet
Milan Zimmermann (Murder Suicide – der inszenierte Tod: Die Wahrheit hinter Familientragödien, Beziehungsdramen und Amokläufen)
Ich spreche tatsächlich vom "normalen" Beziehungsalltag in dieser Gesellschaft, der geprägt ist durch Abwehr von wirklichem, tiefem Austausch. Wie schon im Abschnitt zum Schocktrauma benannt wurde, geschieht dies durch Besänftigen/Manipulieren, Angreifen, Distanzieren oder Totstellen/Betäuben. Das sieht dann zum Beispiel so aus, das die Partner miteinander streiten. Sie greifen sich gegenseitig an, nicht wegen äußerer Diskrepanzen, sondern weil sie sich unbewusst als Bedrohung wahrnehmen. Das ist natürlich kein Austausch, keine Beziehung, kein Kontakt. Denn beide teilen einander nicht mit, was in ihnen wirklich vorgeht. Sie sagen dem jeweils anderen nicht, wie sie sich fühlen, was sie für Bedürfnisse haben, sondern sie führen einen Krieg gegen den anderen. Dann geht es darum wer recht hat, wer den mentalen Kampf gewinnt und somit "überlebt". In anderen Fällen wird der Partner nicht angegriffen, sonder man zieht sich zurück. Man entfernt sich körperlich oder sagt einfach nichts mehr und ist mit den Gedanken woanders. Die Fluchtreaktion. Auch hier wird nichts von dem mitgeteilt, was im eigenen Inneren gerade wirklich los ist. Auch das Erstarren gibt es in Beziehungen, dann "tötet" sich ein Partner regelrecht innerhalb ab, geht weder streitend auf den anderen los noch versucht er, sich zurückzuziehen. Er ist einfach starr, wie nicht vorhanden. Oft werden dafür Substanzen zur Selbstbetäubung als Hilfsmittel genutzt. Auch das ist natürlich absolut fern davon, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle mitzuteilen. Eine vierte Variante ist das, was im Englischen als Fawn-Response bezeichnet wird. Übersetzt könnte man es Rehkitz-Reaktion nennen. Es handelt sich dabei um ein Muster, bei dem der Mensch durch besänftigendes, kindliches, symbiotisch unterwerfendes und manipulatives Verhalten Distanz herstellt.
Gopal Norbert Klein (Der Vagusschlüssel zur Traumaheilung)
Sobald ihr beide oder einer von euch realisiert, dass ihr euch streitet, geht wie folgt vor. Damit löst sich jeder Konflikt in Luft auf und eine noch viel größere Verbundenheit entsteht: 1. Beendet sofort eure Interaktion und stellt physische Distanz her. Geht euch maximal aus dem Weg, zum Beispiel indem einer von euch den Raum oder das Haus verlässt und spazieren geht. Am besten wäre körperliche Aktivität, die der Kampf-/Flucht-Reatkion möglichst nahekommt, zum Beispiel Jogging. 2. Bleibt so lange auf Distanz, bis eure Körper/Nervensysteme wieder in den Normalmodus von Sicherheit zurückgekehrt sind, also bis der innere Aufruhr zur Ruhe gekommen ist und ihr wieder halbwegs klar denken könnt. Körperliche Anstrenung, wie oben erklärt, sorgt dafür, dass dies schnellstmöglich geschehen kann. 3. Sobald ihr euch jeweils dazu in der Lage fühlt, macht jeder für sich das Ehrliche Mitteilen rückwirkend im Geist: Du erinnerst dich zunächst, welche Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken mitten in der Konfliktsituation gegenüber deinem Partner da waren. Dann stellst du dir innerlich vor, wie du ihm oder ihr das ehrlich mitteilst. Mach das so lange in deiner Vorstellung, bis du das Gefühl hast, dass du dies nun tatsächlich in der Realität auch machen könntest. 4. Geh erst jetzt wieder auf deinen Partner zu und hole das Ehrliche Mitteilen nach, indem du sagst, was in dem Konflikt in dir los war. Zum Beispiel: "Wenn ich das Ehrliche Mitteilen vorhin gemacht hätte, hätte ich gesagt: Ich fühle große Wut und in meinem Kopf ist der Gedanke, dass du das absichtlich gemacht hast.
Gopal Norbert Klein (Der Vagusschlüssel zur Traumaheilung)
Kunst bedeutet Ausdruck, nicht Nachahmung. Wir Künstler können – wir müssen – über das, was wir als Gegenstand sehen, hinausgehen. Wir müssen grundlegende Gedanken ausdrücken, reine Gedanken. [...] Wahre Kunst muss wie Musik sein. Das bedeutet sie muss abstrakt sein.
Mary Basson (Die Malerin)
Wort für Wort, Seite für Seite. Gedanken einfangen wie ein Vogel seine Beute, um sie in Sinn und Bild zu fassen. Die Welt verstehen wollen oder gar das Leben. Greifen in den Nebel des Seins, um Wahrheiten zu ergründen, an Vorstellungen zu bauen. Die Widersprüche lieben lernen.
Andreas Johannes Schodterer
Die Menschen sind gutgläubig, sie erwarten keinen Betrug. Wer hört schon einem anderen zu, wer konzentriert sich aufs Gerede des Nächsten, alle sind doch mit den Gedanken anderswo.
Daniel Kehlmann (Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten)
Ich bin kein Seelsorger, das überlass ich anderen, ich bin ein Gedankenentsorger. Bei mir kann man seine Gedanken loswerden.
Andreas Pavlic (Die Erinnerten)
Der Klara kam es so köstlich vor, so ganz allein auf einem Berge zu sitzen, nur mit einem zutraulichen Geisslein, das ganz hilfsbedürftig zu ihr aufsah. Ein grosser Wunsch stieg auf in ihr, auch einmal ihr eigener Herr zu sein und einem anderen helfen zu können und nicht nur immer sich von anderen helfen lassen zu müssen. Und es kamen der Klara jetzt so viele Gedanken, die sie gar nie gehabt hatte, und eine unbekannte Lust, fortzuleben in dem schönen Sonnenschein und etwas zu tun, mit dem sie jemand erfreuen konnte, wie sie jetzt das Schneehöppli erfreute. Eine ganz neue Freude kam ihr ins Herz, als ob alles, was sie wusste und kannte, auf einmal viel schöner und anders sein könnte, als sie es bis jetzt gesehen hatte, dass sie das Geisslein um den Hals nehmen und ausrufen musste: "O, Schneehöppli, wie schön ist es hier oben; wenn ich nur immer da bei euch bleiben könnte!" (S. 310-311)
Johanne Spyri (Heidi)
Was war ein guter Mensch? Was war richtig und falsch? Das war nicht so einfach. Nichts auf der Welt hatte bloß eine Farbe. Bloß eine Antwort. Eine Perspektive.
Michaela Weiß (Seelenfall (German Edition))
Wir alle bestehen viel mehr aus Gedanken und Emotionen als aus Knochen und Fleisch.
Michaela Weiß (Vielleicht sind wir alle Monster)
Das, was du denkst, erzeugt Gefühle, deine Gefühle erzeugen Handlungen, deine Handlungen formen deinen Charakter und dein Charakter bestimmt deine Zukunft im Sinne des Karmas. Im Prinzip, bestimmst du mit deinen Gedanken, wie deine Zukunft aussieht.
Julian Hermsen (Der Millionär und der Mönch: Eine wahre Geschichte über den Sinn des Lebens)
Wenn sie noch beste Freundinnen gewesen wären, hätte Ky Minnie gestanden, was für sie das Beste an ihrem Job war, nämlich den Leuten sagen zu können, dass sie Journalistin war, aber dass sie die Arbeit selbst als eine anstrengende emotionale Achterbahnfahrt empfand und nicht wusste, ob sich die Mühe lohnte. Musste man jeden Morgen mit Angstgefühlen aufwachen? Musste man bei dem Gedanken, wildfremde Leute anzurufen, in Schweiß ausbrechen? Weil das der Preis dafür war, sich wichtig fühlen zu können?
Tracey Lien (All That's Left Unsaid)
Während der ganzen Woche trug sie nur, was sie wollte, Tag und Nacht, egal, ob es zerrissen, fleckig, aus Leder oder Leinen war. Sie wurde immer mächtiger und furchteinflößender, was sie vor allem in den Augen der anderen Mütter sehen konnte. Sie warfen ihr schiefe Seitenblicke zu, glotzten oder wandten sich schnell ab. Und auch an den gierigen, verängstigten Blicken der Männer. Wage es nicht, mich anzusprechen, sagte sie ihnen in Gedanken, und sie wagten es nie.
Rachel Yoder (Nightbitch)
Er strich die Kommas, er sagte, Kommas seien die Sollbruchstellen der Sätze, die Wendepunkte der Gedanken
Charlotte Gneuß (Gittersee)
Am vierzehnten Tag schweifen meine hässlichen Gedanken ungewollt komplett ab, bis zu einem Punkt, an dem ich sie nicht mehr kontrollieren kann, als ein älteres Ehepaar an mir vorbeiläuft, Hand in Hand. Und gottverdammt, ich habe keine Ahnung wieso, aber zum ersten Mal in meinem Leben wünsche ich mir, das zu haben, was sie haben. Die Frau erzählt ihrem Mann angeregt von ihrem Neffen aus Portugal und dabei entgeht mir nicht, wie er sie ansieht, so als wäre sie seine Welt. Wahrscheinlich würde er in einem Raum ohne Luft und Sauerstoff nicht mal ersticken, weil sie das Einzige ist, was er zum Leben braucht. Ob sie sich noch immer so sehr lieben wie am ersten Tag? Es muss sich echt verdammt gut anfühlen, zu lieben. Ich wende meinen Blick von den beiden ab und starre stattdessen die leere Verpackung an, die ich gerade gedankenverloren aufgespießt habe. In meinem Leben habe ich schon viele Dinge gefühlt. Emotionen über Emotionen. Aber Liebe kenne ich nicht, das wird mir in diesem Augenblick klar. Und es tut irgendwie weh zu wissen, dass man auf hunderttausend Arten beschreiben könnte, wie es sich anfühlt, jemanden aus tiefstem Herzen und aus tiefster Seele zu hassen, jedoch keine Ahnung von Liebe hat.
A. L. Wolf
Der Junge war bedrückt bei dem Gedanken an dieses schmutzige Königreich, das er erben sollte; und Selek Bei schien die Gedanken des Jungen zu erraten. Er sagte: „Der junge Herr scheint die Methoden der Gesellschaft nicht zu billigen. Er ist vermutlich der Meinung, daß der Räuber Ramadulla sein Gewerbe nicht gewechselt hat, sondern nur etwas zivilisierter räubert als vorher. Nun, meine Herren, dieser Meinung bin ich auch.“ „Uir kennen Ihre Meinung“, sagte Mister Penny trocken. Aber der Baron ergänzte lebhaft: „Wenn man in einem von Räubern geplagten Lande die Räuber zivilisiert, Selek Bei, hat man schon einen großen Fortschritt erzielt. Später, wenn das Land dank unserer Mithilfe zu einem Lande mit Recht und Ordnung geworden ist, werden natürlich auch unsere Verkaufsmethoden absolut gesetzlich.“ „Dasselbe“, antwortete Selek Bei ruhig, „erklärten Sie mir, als wir über die menschenunwürdigen Löhne in den Zuckerrohrplantagen eines gewissen südamerikanischen Landes sprachen. Jetzt hat dieses Land mit Hilfe unseres Geldes einen Dieb und Mörder zum Präsidenten, und die Verhältnisse sind noch schlimmer geworden!“ „Aber diese President achten die Religion“, warf Mister Penny ein. „Dann ist mir ein menschlicher Präsident ohne Religion lieber“, brummte Selek Bei.
James Krüss (Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen)
Schließe die Augen ... Denke einen Augenblick lang einfach darüber nach, was das Wort Vergebung wirklich bedeuten könnte, Was ist Vergebung? Und jetzt- ganz sanft- ohne Zwang - einfach als Experiment mit der Wahrheit - mir einen Moment lang - lasse das Bild eines Menschen in dir aufsteigen, dem du sehr böse bist - jemand, auf den du wütend bist und zu dem du ein distanziertes Verhältnis hast - lass diesen Menschen - sachte - ganz sachte - vor deinem inneren Auge auftauchen - als Bild und als Gefühl. Vielleicht spürst du den Menschen mitten in deiner Brust, als Angst oder als Widerstand. Wie immer er auch in dir erscheint, lade ihn einfach ganz sanft ein - für diesen Moment, für dieses Experiment. Und sage im Herzen still zu ihm: "Ich vergebe dir." "ich vergebe dir alles, was du mir früher angetan hast, mit oder ohne Absicht, und was mir wehgetan hat. Auf welche Weise du mir auch wehgetan hast, ich vergebe dir." Sprich sanft im Herzen zu ihm. mit deinen eigenen Worten - auf deine eigene Weise. Sage in deinem Herzen zu diesem Menschen: "Ich vergebe dir alles, was du in der Vergangenheit getan hast, mit oder ohne Absicht, mit Worten, Handlungen oder Gedanken, was mir wehgetan hat - ich vergebe dir. Ich vergebe dir." Lass es zu ... Lass zu, dass dieser Mensch berührt wird ... zumindest für einen Moment ... berührt von deiner Vergebung. Lass die Vergebung zu. Es tut so weh, jemanden aus seinem Herzen auszuschließen. Wie kannst du diesen Schmerz, diesen Groll auch nur einen Augenblick länger festhalten? Angst, Zweifel ... lass sie los ... und berühre den Menschen, für diesen Augenblick, mit deiner Vergebung. "ich vergebe dir." Jetzt lass ihn sanft gehen, lass ihn still fortgehen. Lass in mit deinem Segen gehen. Stell dir jetzt einen Menschen vor, der sehr böse auf dich ist. Spüre ihn, vielleicht in der Brust, oder sieh ihn vor deinem inneren Auge - spüre sein Wesen. Lade ihn sanft ein. Ein Mensch, der dir grollt, der wütend auf dich ist - jemand, der dir nicht verzeiht. Lass diesen Menschen in dein Herz ein. Und sage in deinem Herzen zu ihm: "Ich bitte dich um Vergebung für alles, was ich dir in der Vergangenheit angetan habe, mit oder ohne Absicht, und was dir wehgetan hat - vergib mir meine Worte, meine Handlungen, meine Gedanken. Auf welche Weise ich dir auch wehgetan habe, ich bitte dich um Vergebung. Ich bitte dich um Vergebung." Lass diese Vergebung herein. Lass dich von der Vergebung dieses Menschen berühren. Wenn Gedanken auftauchen, etwa, dass du dir selbst gegenüber zu nachsichtig seist, oder Zweifel, dann sieh einfach, wie erbarmungslos wir mit uns selbst umgehen, und öffne dich der Vergebung. Lass zu, dass dir vergeben wird. Lass zu, dass dir vergeben wird. "In welcher Weise ich dir auch wehgetan habe, ich bitte dich um Vergebung." Gestatte dir, diese Vergebung zu spüren. Lass die Vergebung zu. "In welcher Weise ich dir auch wehgetan habe, ich bitte dich um Vergebung." Gestatte dir diese Vergebung zu spüren. Lass die Vergebung zu. Und dann lass den Menschen sachte ... ganz sachte ... seinen Weg weitergehen. Er hat dir vergeben. Er segnet dich. Und wende dich nun im Herzen dir selbst zu und sage zu dir selbst: "Ich vergebe dir." Was auch immer dem im Wege stehen will - die Unbarmherzigkeit und die Angst - lass es los. Berühre es mit deiner Vergebung und deiner Barmherzigkeit. Und sprich dich mit deinem Vornamen an und sage im Herzen sanft zu dir: "..., ich vergebe dir." Es tut so weh, sich selbst aus seinem eigenen Herzen auszuschließen. Lass dich ein. Lass dich von dieser Vergebung berühren. Lass die Heilung herein. Sage zu dir selbst: "Ich vergebe dir." Lass diese Vergebung sich über alle Wesen um dich herum ausbreiten.
Stephen Levine (Geleitete Meditationen.)
Alle Seiten sind weiß, aber sie unterscheiden sich voneinander. Manche sind zäher als der Rest. Und andere tiefer, dann reichen sie hinab in unsere innersten Gefühle und Gedanken.
Benedict Wells (Die Geschichten in uns: Vom Schreiben und vom Leben)
Ich wünschte, etwas würde passieren, um all meine Gedanken und dieses Elend zu stoppen
Milan Zimmermann (Murder Suicide – der inszenierte Tod: Die Wahrheit hinter Familientragödien, Beziehungsdramen und Amokläufen | True Crime zum Thema erweiterte Suizide (German Edition))
Wisst ihr, welche Gedanken ich liebe? Den, dass wir noch gar nicht alle Orte und Menschen kennengelernt haben, die wir in unserem Leben lieben werden.
Marie Luise Ritter (Von der Kunst, das Leben leicht zu nehmen: Wie wir Herausforderungen gelassen begegnen)
Deine Gedanken und Handlungen, deine Art der Bewegung und deine Nahrung sollten deine Medizin sein. Verbinde durch achtsame Übungen die weitreichenden Gaben deiner Vernunft und deines Bewusstseins mit den unerschöpflichen Weiten des Unbewussten und der Intuition. Das sind deine Werkzeuge auf dem Weg der ständigen Selbsterneuerung und der authentischen Erfüllung deines Lebensweges – verbunden mit ausgewählten, deinem individuellen Wesen dienenden Worten unserer Vorfahren. Dadurch bleibst du stets auf dem Höhepunkt deiner Kraft. Alles hängt also von der Ausbildung deiner Persönlichkeit ab – und damit liegt alles in deinen Händen.
Klaus Ferdinand Hempfling (Der Ruf der Nomaden (I - Die Initiation))
Ich schreibe nicht nur von rechts nach links, ich denke auch in der Richtung. Und das Spannende dabei ist, dass wir trotz dieses Unterschieds ähnliche Gedanken hervorbringen.
Taqi Akhlaqi (Versteh einer die Deutschen)
Auf jeden Fall werde ich, oder wenigstens will ich, wenn nicht, dann doch, allerdings müsste ich, und kann nicht.
Martin Walser (Meßmers Gedanken)