Gaben Quotes

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Wir haben nach neuen Welten gesucht, aber keine gefunden. Also nahmen wir die unsere und versuchten, sie schöner und leuchtender zu machen. Doch je mehr Licht wir ihr gaben, umso tiefer wurden ihre Schatten.
Marie Graßhoff (Kernstaub - Über den Staub an Schmetterlingsflügeln (Kernstaub, #1))
Gaben, wer hätte sie nicht? Talente - Spielzeug für Kinder, Erst der Ernst macht den Mann, erst der Fleiß das Genie.
Theodor Fontane
Was soll denn an dieser Behinderung Besonderes sein? Raúl Krauthausen ist einfach ein sehr beeindruckender Mensch mit starken Gaben. Er hat viel zu sagen und sich über seinen Rollstuhl schon lange erhoben.
Roger Willemsen
„Nach getaner Arbeit“, murmelte Nike ungnädig. Ihrer Meinung nach überarbeitete sich der Weihnachtsmann nicht gerade, auch wenn er darauf achtete, in den Medien so dargestellt zu werden. Er lieferte nicht einmal die Geschenke aus, obwohl er dafür gefeiert wurde. In Interviews, bei denen sich der feine Herr stets mit Schlitten und Rentieren fotografieren ließ, sprach er nie darüber, dass das Ausliefern der Gaben zu den Arbeiten der Weihnachtselfen gehörte. Bei solchen Gelegenheiten wurden sie von ihm nur als seine kleinen Helferlein bezeichnet, die in den Werkstätten am Nordpol die Spielzeuge zusammenbauten, welche die braven Kinder dann zu Weihnachten unter dem Christbaum fanden. In Wahrheit hielt der Weihnachtsmann nur werbewirksam seinen Rauschebart und seine weiße Lockenpracht in die Kameras und griff die Lorbeeren ab, die eigentlich den Elfen zugestanden hätten. Nike schnaubte abfällig.
Martina Bernsdorf (Weihnachtselfen küssen gut (German Edition))
Wenn sie abends alle ganz erschoepft waren vom bestaendigen Bemuehen, die Fassade zu wahren, brockelten manchmal kleine Stueckchen aus dem perfekten Gemaeuer und gaben den Blick frei auf das geballte Unglueck, das sich dahinter verbarg.
Anne Helene Bubenzer (Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown)
Die Erde gibt euch ihre Frucht, und es wird euch an nichts mangeln, wenn ihr nur wißt, wie ihr eure Hände füllt. Im Austausch der Gaben der Erde werdet ihr Fülle finden und gesättigt sein. Doch wenn der Austausch nicht in Liebe und freundlicher Gerechtigkeit stattfindet, wird er bloß einige zur Gier und andere zum Hunger führen.
Kahlil Gibran
Dem Sokrates gaben sie ein Gift zu trinken, und unseren Herrn Christus schlugen sie an das Kreuz! Das geht in den letzten Zeiten nicht mehr so leicht; aber - einen Gewaltsmenschen oder einen bösen stiernackigen Pfaffen zum Heiligen oder einen tüchtigen Kerl, nur weil er uns um Kopfeslänge überwachsen war, zum Spuk und Nachtgespenst zu machen - das geht noch alle Tage.
Theodor Storm (Der Schimmelreiter: Novelle (German Edition))
Der Abstürzende fühlt oder hört sich nicht unten aufgeschlagen. Er fällt und fällt nur. das gilt für alle Menschen, die zu irgendeiner Zeit ihres Lebens etwas gesucht haben, das ihre Umwelt ihnen nicht bieten konnte. Oder etwas, wovon sie dachten, dass es ihnen die Umwelt nicht bieten könne. Infolgedessen gaben sie das Suchen auf. Sie gaben es auf, bevor sie überhaupt wirklich angefangen hatten.
J.D. Salinger
Es ist ein trauriger Augenblick, wenn ein junger Mann seine süßesten Träume, seine schönsten Hoffnungen in nichts zerrinnen sieht,- wenn der Rosenschleier vor ihm zerreißt, durch welche er die Gedanken und das Treiben der Menschen beobachtete, und doch bleibt ihm in diesem schmerzlichen Augenblick noch eine Hoffnung, die Hoffnung, die Träume, die er verloren, durch neue Illusionen zu ersetzen, die zwar nicht weniger flüchtig, aber dafür auch nicht weniger verführerisch sind... Aber womit soll man diese Gaben der Jugend in den Jahren eines Maxim Maximitsch ersetzen? Die Seele verschließt sich, das Herz verhärtet sich...
Mikhail Lermontov (A Hero of Our Time)
Der Musik kann – wenigstens von uns – kein größeres Lob als dieses ausgesprochen werden. Denn was findest du wirksamer als die Musik, die Traurigen zu trösten, die Fröhlichen zu er­schrecken, die Verzweifelnden zu ermutigen, die Überheblichen zu demütigen, die Leidenschaften zu beschwichtigen? Wer kann alle die Herren des mensch­lichen Herzens aufzählen, nämlich die Leidenschaften und Begierden und Gedanken, die zu allen guten und bösen Taten antreiben? Selbst der Heilige Geist ehrt, die Musik als Werkzeug seiner eigentlichen Aufgabe. Er bezeugt in seiner Heiligen Schrift, dass er den Propheten seine Gaben, d. h. die Neigung zu allen guten Taten, durch sie [182] eingegossen hat, wie bei Elisa zu sehen ist (2. Kön. 3,15). Um­gekehrt wird durch die Musik der Satan, d. h. der Antreiber zu allen bösen Taten, ausgetrieben, wie bei Saul, dem König von Israel, gezeigt wird (1. Sam. 16,23).
Martin Luther
… Das verschlug mir für einen Moment die Sprache, ich hatte nicht gedacht, dass es so schlimm um sie stand. »Das tut mir leid … Kann ich irgendetwas tun?« Nat lächelte schwach. »Hast du das nicht schon? Danke. Hau dich lieber ins Bett. Du musst früh raus. Oder hast du morgen keine Schicht?« Während ich die restliche Soße in einen Behälter füllte und in den Kühlschrank stellte, nickte ich bejahend. »Stimmt, Punkt fünf muss ich dort sein, um bei den Vorbereitungen zu helfen.« Seit ich vor sechs Monaten aus Amerika zurückgekommen war, jobbte ich als Frühstückskellner im Radisson Blu Palais Hotel, direkt am Parkring. Eine feine Adresse in Wien, vollgestopft mit gut betuchten Damen, die gerne zu viel Trinkgeld gaben. Mir konnte das mehr als Recht sein. Nur das Aufstehen war die Hölle. »Du weißt, wie streng meine Chefin ist, da gibt es kein Zuspätkommen.« Bei meinen Worten prustete Nat los: »Ja klar, als ob du sie nicht schon längst um den Finger gewickelt hättest mit deinen tiefblauen Augen«, wobei er das Wort tiefblau mit den Fingern in Anführungszeichen setzte und zu quietschen versuchte, wie es eine Bekannte von uns letzten Samstag auf einer Party getan hatte. Verspielt klimperte ich mit den Wimpern und lehnte mich an die Küchenzeile. Wieder musste Nat schmunzeln, wobei er dieses Mal schluckte, bevor er weiterredete: »Hör auf mit dem Scheiß. Verdammt, wenn ich eine Braut wäre, würde ich auch auf dich stehen. Aber weißt du was?« Nun tippte er mit der leeren Gabel in meine Richtung. »Ich würde nie mit dir ins Bett gehen, weil ich Angst vor Syphilis hätte.« Theatralisch griff ich mir mit der Hand an die Brust und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. »Das tut weh! Dabei wärst du so eine geile Schnitte, mit deinen blonden Locken und braunen Augen. Du brichst mir das Herz.« Endlich erreichte Nats Lächeln auch wieder seine Augen und ich atmete innerlich erleichtert auf, bevor ich weiter blödelte. »Du bräuchtest dir gar keine Sorgen darum zu machen, Schatz. Ich nehme doch immer ein Kondom.« »Zum Glück«, betonte er laut, »für die ganze Stadt, sonst würden drei Viertel der Frauen bereits krank im Spital liegen.« Damit brachte er auch mich zum Lachen. »Du bist ein Idiot.« Anstatt mir eine schnelle Retourkutsche zu verpassen, zwinkerte er mir zu und stopfte sich genüsslich den nächsten Happen in den Mund. »Deshalb ist es auch keine schlechte Idee, wenn du wieder losziehst, um die Frauen anderer Städte zu beglücken, damit unsere in Frieden weiterleben können. Weißt du schon, wann es soweit ist?« Eigentlich hatte ich vorgehabt, spätestens im Herbst aufzubrechen und wieder für einige Zeit in Amerika herumzustreunen. Doch so wie mich Nat jetzt anguckte, wie ein zurückgelassener Welpe, meldete sich mein schlechtes Gewissen. Daher zuckte ich mit den Schultern. »Keine Ahnung. In den nächsten Monaten vielleicht. Warum?« Er fragte nicht grundlos, etwas in seinem Blick machte mich unruhig, aber ich konnte nicht sagen was oder warum. Wir hatten die letzten Wochen schon einige Male darüber geredet. Bisher hatte er noch nie Probleme damit gehabt, dass ich manchmal für drei, vier Monate aus dem Land verschwand. Nat leckte die Gabel ab und stellte das Geschirr in die Spüle. »Nichts. Nur so.« … (Bildquelle: pinterest) ‪
Martina Riemer
Du bist immer allzu bescheiden gewesen, Vergil, doch kein Mann falscher Bescheidenheit; es ist mir klar, daß du deine Gaben absichtlich schlecht machen willst, um sie uns schließlich hinterrücks zu entziehen.' Nun war es ausgespochen, ach, nun war es ausgesprochen – unbeirrbar und hart ging der Cäsar auf sein Ziel los, un nichts wird ihn hindern, die Manuskripte zu rauben: 'Octavian, laß mir das Gedicht!' 'Sehr richtig, Vergil, das ist es ... Lucius Varius und Plotius Tucca haben mir von deinem erschreckenden Vorhaben berichtet, und gleich ihnen wollte ich es nicht glauben ... gedenkst du tatsächlich deine Werke zu vernichten?' Schweigen breitete sich im Raume aus, ein strenges Schweigen, das fahl und dünnstrichig konturiert in dem nachdenklich strengen Gesicht des Cäsars seinen Mittelpunkt hatte. Im Nirgendwo klagte etwas sehr leise und auch dies so dünn und geradlinig wie die Falte zwischen des Augustus Augen, dessen Blick auf ihn ruhte. 'Du schweigst', sagte der Cäsar, 'und dies heißt wohl, daß du dein Geschenk tatsächlich zurückziehen willst ... bedenke, Vergil, es ist die Äneis! deine Freunde sind sehr betrübt, und ich, du weißt es, ich rechne mich zu ihnen.' Plotias leises Klagen wurde vernehmlicher; dünn aneinandergereiht, betonungslos kamen die Worte: 'Vernichte die Dichtung, gib mir dein Schicksal; wir müssen uns lieben.' Das Gedicht vernichten, Plotia lieben, Freund dem Freunde sein, seltsam überzeugend fügte sich Verlockung an Verlokkung, und doch war es nicht Plotia, die daran teilnehmen durfte: 'Oh, Augustus, es geschieht um unserer Freundschaft willen; dringe nicht in mich.' 'Freundschaft? ... du sprichst, als ob wir, deine Freunde, unwert wären, dein Geschenk zu behalten.
Hermann Broch (The Death of Virgil)
Diese Treffen mit meiner leiblichen Familie gaben mir seltsamerweise zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, dass tatsächlich irgendwie alles in Ordnung war. Familie ist wichtig, und ich hatte meine zurück […] Zu wissen, woher ich kam, meinen biologischen Ursprung zu kennen, erlaubte mir, auf überraschende Weise Dinge an mir selbst zu sehen und zu akzeptieren.
Eben Alexander (Proof of Heaven: A Neurosurgeon's Journey into the Afterlife)
Als sie noch ein Kind war, hörte keiner ihre weinenden Schreie. Zu nervig, zu laut, zu viel. Jahre später wimmerte sie leise in der dunklen Ecke ihres Zimmers, mit dem Gesicht verdeckt in einem Kissen. Als sie noch ein Kind war, wurde sie beurteilt, kritisiert und bewertet. Jahre später kämpft sie gegen die Angst vor Kritikern. Ihre Stimme, die sie einst besaß, wurde in Hundertmillionen geteilt. Ihre Meinung und Perspektive passten sich dem Gegenüber an. Kein Konflikt. Kein Streit. Keine Konfrontation. Das Kind lernte sich zu beugen, damit die Erwachsene überlebt. Fehler wurden betont. Missetaten bestraft. Die fragilen Knochen gaben nach und das Kind zerbrach. Jetzt ist sie allein. Weg von zuhause. Dennoch leben Hundertmillionen Stimmen weiter in ihrem Kopf.
Justine Dittmann (The Light Within Hope)
Die zwei großen Gemeinsamkeiten aller Menschen, die Kunst gemacht haben? Sie fingen irgendwann an. Und: Sie gaben bei den ersten Problemen nicht auf. So simpel. Scheitern beim Schreiben bedeutet nicht, mit einer Buchfassung zu scheitern; scheitern beim Schreiben bedeutet, dass man entweder gar nicht erst anfängt oder irgendwann aufgibt.
Benedict Wells (Die Geschichten in uns: Vom Schreiben und vom Leben)
Deine Gedanken und Handlungen, deine Art der Bewegung und deine Nahrung sollten deine Medizin sein. Verbinde durch achtsame Übungen die weitreichenden Gaben deiner Vernunft und deines Bewusstseins mit den unerschöpflichen Weiten des Unbewussten und der Intuition. Das sind deine Werkzeuge auf dem Weg der ständigen Selbsterneuerung und der authentischen Erfüllung deines Lebensweges – verbunden mit ausgewählten, deinem individuellen Wesen dienenden Worten unserer Vorfahren. Dadurch bleibst du stets auf dem Höhepunkt deiner Kraft. Alles hängt also von der Ausbildung deiner Persönlichkeit ab – und damit liegt alles in deinen Händen.
Klaus Ferdinand Hempfling (Der Ruf der Nomaden (I - Die Initiation))
Mit jeder Sprache mehr, die du erlernst, befreist Du einen bisdaher in dir gebundnen Geist, Der jetzo thätig wird mit eigner Denkverbindung, Dir aufschließt unbekannt gewesne Weltempfindung, Empfindung, wie ein Volk sich in der Welt empfunden; Nun diese Menschheitsform hast du in dir gefunden. Ein alter Dichter, der nur dreier Sprachen Gaben Besessen, rühmte sich, der Seelen drei zu haben. Und wirklich hätt‘ in sich nur alle Menschengeister Der Geist vereint, der recht wär‘ aller Sprachen Meister.
Friedrich Rückert (Die Weisheit des Brahmanen)
Das Leben, das ich selbst gewählt Ehe ich in dieses Erdenleben kam Ward mir gezeigt, wie ich es leben würde. Da war die Kümmernis, da war der Gram, Da war das Elend und die Leidensbürde. Da war das Laster, das mich packen sollte, Da war der Irrtum, der gefangen nahm. Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte, Da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham. Doch da waren auch die Freuden jener Tage, Die voller Licht und schöner Träume sind, Wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage, Und überall der Quell der Gaben rinnt. Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden, Die Seligkeit des Losgelösten schenkt, Wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden Als Auserwählter hoher Geister denkt. Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute, Mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel. Mir ward gezeigt die Wunde draus ich blute, Mir ward gezeigt die Helfertat der Engel. Und als ich so mein künftig Leben schaute, Da hört ein Wesen ich die Frage tun, Ob ich dies zu leben mich getraute, Denn der Entscheidung Stunde schlüge nun. Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme — »Dies ist das Leben, das ich leben will!« — Gab ich zur Antwort mit entschlossner Stimme. So wars als ich ins neue Leben trat Und nahm auf mich mein neues Schicksal still. So ward ich geboren in diese Welt. Ich klage nicht, wenn‘s oft mir nicht gefällt, Denn ungeboren hab ich es bejaht
Hermann Hesse
Die Begrenztheit. Die Begrenztheit unsere Worte, die wir uns gaben. Die Begrenztheit unserer Gefühle. Die Begrenztheit unserer Lebensdauer.
Spencer Hill, Krieg zwischen den Welten - Das zweite Gesicht
Gaben sind dazu da, gegeben zu werden.
Jen Sincero (You Are a Badass: How to Stop Doubting Your Greatness and Start Living an Awesome Life)
Wenn wir das, was uns gegeben wurde, teilen, befinden wir uns im Einklang mit unserem höchsten, mächtigsten Selbst.
Jen Sincero (You Are a Badass: How to Stop Doubting Your Greatness and Start Living an Awesome Life)
In jedem menschlichen Wesen auf dieser weiten, komplizierten Welt ruht eine erstaunliche Anlage zur Größe. Doch nur selten haben diese verborgenen Gaben die Gelegenheit, sich zu entfalten. Manchmal ist es allein der Zufall des Schicksals.
Velma Wallis (Zwei alte Frauen: Eine Legende von Verrat und Tapferkeit (German Edition))
Ohne Konzentration kann nichts in dieser Welt vollständig verwirklicht werden, sei es nun in unseren Geschäften, unserem Beruf oder in unserer spirituellen Arbeit. Wer in den eigenen Angelegenheiten oder im Beruf keinen Erfolg hat, kann sich nicht richtig konzentrieren. Viele, die Erfolg im Leben haben, verdanken dies der Tatsache, dass sie über eine gute Konzentration verfügen. Und vielleicht wissen sie das nicht einmal. Im Westen gab es viele große Erfinder, die wunderbare Dinge geschaffen haben, doch sie selbst wussten nicht, dass sie dies ihrer Konzentrationsfähigkeit zu verdanken hatten. Manche werden mit ihr als natürlicher Gabe geboren, und deshalb bringen sie alles, was auch immer sie unternehmen, zum Erfolg. Künstler können mithilfe der Konzentration wunderschöne Werke schaffen. Wissenschaftlerinnen können dadurch großartige wissenschaftliche Ergebnisse erzielen. Poeten gehen damit mühelos der Dichtkunst nach. Für Mystikerinnen wird die mystische Inspiration fließen. Ohne Konzentration jedoch sind wir nicht fähig, unsere Gaben zu nutzen, egal wie begabt wir sind. Wir können dann kaum als begabt angesehen werden. Nur durch die Kraft der Konzentration können wir uns vollständig ausdrücken. (S. 158)
Hazrat Inayat Khan (Heilung aus der Tiefe der Seele: Mystik und geistige Heilung)
Diejenigen, die Offenbarungen empfangen haben, gaben uns heilige Bücher wie die Bibel, den Qur‘an, die Bhagavad Gita; Hunderte und Tausende Jahre sind vergangen und ihre heiligen Lehren blieben bis heute lebendig. Und doch müssen wir wissen, dass das, was diese Schriften uns in Form von Predigten und Lehren geben, eine Interpretation der lebendigen Weisheit ist, die nicht vollständig in Worten ausgedrückt werden kann. Wir können dieses lebendige Wissen nur kennenlernen, wenn wir es selbst erleben, indem wir unser Herz öffnen. Dann ist der Zweck des Lebens erfüllt. (S. 232)
Hazrat Inayat Khan (Heilung aus der Tiefe der Seele: Mystik und geistige Heilung)
MADAME ARIANE ZWEITER HOF LINKS Wer weise Frauen nach der Zukunft fragt, gibt ohne es zu wissen, eine innere Kunde vom Kommenden preis, die tausendmal präziser ist als alles, was er dort zu hören bekommt. Ihn leitet mehr die Trägheit als die Neugier und nichts sieht weniger dem ergebenen Stumpfsinn ähnlich, mit dem er der Enthüllung seines Schicksals beiwohnt, als der gefährliche, hurtige Handgriff, mit dem der Mutige die Zukunft stellt. Denn Geistesgegenwart ist ihr Extrakt; genau zu merken, was in der Sekunde sich vollzieht, entscheidender als Fernstes vorherzuwissen. Vorzeichen, Ahnun­gen, Signale gehen ja Tag und Nacht durch unsern Organismus wie Wellenstöße. Sie deuten oder sie nutzen, das ist die Frage. Beides aber ist unvereinbar. Feigheit und Trägheit raten das eine, Nüchternheit und Freiheit das andere. Denn ehe solche Prophezeiung oder Warnung ein Mittelbares, Wort oder Bild, ward, ist ihre beste Kraft [75] schon abgestorben, die Kraft, mit der sie uns im Zentrum trifft und zwingt, kaum wissen wir es, wie, nach ihr zu handeln. Versäumen wir's, dann, und nur dann, entziffert sie sich. Wir lesen sie, Aber nun ist es zu spät. Daher, wenn unversehens Feuer ausbricht oder aus heiterm Himmel eine Todesnachricht kommt, im ersten stummen Schrecken ein Schuldgefühl, der gestaltlose Vorwurf: Hast du im Grunde nicht darum gewußt? Klang nicht, als du zum letzten Male von dem Toten sprachst, sein Name in deinem Munde schon anders? Winkt dir nicht aus den Flammen Gestern-Abend, dessen Sprache du jetzt erst verstehst? Und ging ein Gegenstand, der dir lieb war, verloren, war dann nicht Stunden, Tage vorher schon ein Hof, Spott oder Trauer, um ihn, der es verriet? Wie ultraviolette Strahlen zeigt Erinnerung im Buch des Lebens jedem eine Schrift, die unsichtbar, als Prophetie, den Text glossierte. Aber nicht ungestraft vertauscht man die Intentionen, liefert das ungelebte Leben an Karten, Spirits, Sterne aus, die es in einem Nu verleben und vernutzen, um es geschändet uns zurückzustellen; betrügt nicht ungestraft den Leib um seine Macht, mit den Geschicken sich auf seinem eigenen Grund zu messen und zu siegen. Der Augenblick ist das kaudinische Joch, unter dem sich das Schicksal ihm beugt. Die Zukunftsdrohung ins erfüllte Jetzt zu wandeln, dies einzig wünschenswerte telepathische Wunder ist Werk leibhafter Geistesgegenwart. Urzeiten, da ein solches Verhalten in den alltäglichen Haushalt des Menschen gehörte, gaben im nackten Leibe ihm das verläßlichste Instrument der Divination. Noch die Antike kannte die wahre Praxis, und Scipio, der Karthagos Boden strauchelnd betritt, ruft, weit im Sturze die Arme breitend, die Siegeslosung: Teneo te, Terra Africana! Was Schreckenszeichen, Unglücksbild hat wer-[76]den wollen, bindet er leibhaft an die Sekunde und macht sich selber zum Faktotum seines Leibes. Eben darin haben von jeher die alten asketischen Übungen des Fastens, der Keuschheit, des Wachens ihre höchsten Triumphe gefeiert. Der Tag liegt jeden Morgen wie ein frisches Hemd auf unserm Bett; dies unvergleichlich feine, unvergleichlich dichte Gewebe reinlicher Weissagung sitzt uns wie angegossen. Das Glück der nächsten vierundzwanzig Stunden hängt daran, daß wir es im Erwachen aufzugreifen wissen.
Walter Benjamin (Einbahnstraße / Berliner Kindheit um Neunzehnhundert)
Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu gebrauchen, sind zwei verschiedene Gaben.
Franz Grillparzer
Wir hindern Gott, uns die großen geistlichen Gaben, die er für uns bereit hat, zu schenken, weil wir für die täglichen Gaben nicht danken.
Manfred Weber (Dietrich Bonhoeffer. Worte für jeden Tag (German Edition))